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Ägypter dürfen zwei Stunden länger wählen

17.06.2012 | 20:03 |   (DiePresse.com)

In Ägypten ist die zweite Runde der Präsidentschaftswahl zu Ende gegangen. Aus Angst vor Ausschreitungen mobilisierte das Militär rund 400.000 Soldaten.

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In Ägypten ist die zweite Runde der Präsidentschaftswahl zu Ende gegangen - allerdings später als gedacht. Denn die ägyptische Wahlkommission verfügte am Sonntagnachmittag, dass die Wahllokale nicht wie geplant um 20, sondern erst um 22 Uhr schließen sollten.

Um die Nachfolge des im Vorjahr gestürzten Langzeitherrschers Hosni Mubarak und damit um die Gunst der rund 52 Millionen Wahlberechtigten kämpfen Ahmed Shafik, Ex-Luftwaffenchef und Premier unter Mubarak, sowie Mohammed Mursi von der Muslimbruderschaft. Mit Ergebnissen wird nicht vor Mittwoch gerechnet. Die Abstimmung war vom Entscheid des Verfassungsgerichts überschattet, das erst vor wenigen Monaten gewählte, mehrheitlich islamistische Parlament aufzulösen.

Angst vor Krawallen geht um

Wie "Die Zeit" unter Berufung auf das ägyptische Rechtsanwälte-Syndikat berichtete, soll die Wahlbeteiligung am ersten Tag in den meisten Wahllokalen nicht einmal 15 Prozent erreicht haben. In Kairo habe sie gar nur fünf bis sieben Prozent ausgemacht, hieß es in dem Bericht. In der ersten Wahlrunde im Mai hatte die Wahlbeteiligung bei 46 Prozent gelegen.

Unter den Anhängern der beiden Kandidaten herrscht starkes Misstrauen, weswegen verschränkte Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden, um mögliche Ausschreitungen zu vermeiden. So hatten Wahlhelfer und Aktivisten in vielen Städten die Nacht von Samstag auf Sonntag vor den Wahllokalen erbracht, um mögliche Betrugsversuche zu verhindern. Das Militär mobilisierte sogar rund 400.000 Soldaten, um Ausschreitungen zu vermeiden.

Unstatthafte Werbung registriert

Mitarbeiter der Ägyptischen Föderation für Wahlbeobachtung (EFEO) registrierten zahlreiche Verstöße gegen die Wahlordnung durch Mursis Wahlhelfer. In vielen Fällen karrten sie Wähler in Bussen zu den Wahllokalen und machten in deren Umkreis unstatthafte Werbung für ihren Kandidaten.

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(Ag./Red.)

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