Russland bereitet angeblich die Entsendung zweier Kriegsschiffe in den syrischen Hafen Tartus vor. Dabei soll es sich um die Landungsschiffe "Nikolai Filtschenkow" und "Zesar Kunikow" handeln. Die zahlreichen Marinesoldaten an Bord könnten im Notfall die Sicherheit russischer Bürger gewährleisten und einen Teil des russischen Materials aus dem Hafen abtransportieren. Das meldet die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf einen Offizier im Generalstab der russischen Marine.
Der stellvertretende Kommandant der russischen Luftstreitkräfte, Wladimir Gradussow, hatte am Wochenende erklärt, sollten Schiffe zur Rückholung russischer Bürger aus dem Konfliktgebiet nach Syrien entsandt werden, stünden Flugzeuge zu ihrem Schutz bereit. Der Hafen Tartus ist seit der Sowjetzeit ein Stützpunkt der russischen Marine. Russland gilt als enger Verbündeter Syriens.
UNO evakuiert Zivilisten
Die UNO bemüht sich weiter um eine Evakuierung von Zivilisten aus Homs. Der Leiter der UN-Beobachtermission in Syrien, Generalmajor Robert Mood, forderte die Konfliktparteien nachdrücklich auf, dies endlich zu ermöglichen. Frauen, Kinder, ältere Menschen und Kranke in Homs und anderen umkämpften Regionen müssten in Sicherheit gebracht werden, erklärte er am Sonntag. Keine Seite sei jedoch bereit, das Feuer einzustellen, beklagte er.
Die UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay sagte vor dem Menschenrechtsrat in Genf, die Angriffe der syrischen Armee mit schweren Waffen auf bewohnte Gebiete seien "Verbrechen gegen die Menschlichkeit und mögliche Kriegsverbrechen". Pillay rief dazu auf, die Verantwortlichen für die Gewalt in Syrien und die Angriffe auf UN-Beobachter vor Gericht zu bringen.
Die rund 300 UN-Beobachter zur Überwachung eines von Anfang an brüchigen Waffenstillstands hatten ihre Mission angesichts der anhaltenden Gewalt am Wochenende ausgesetzt. Die UN-Mitarbeiter sollen bis auf weiteres nicht auf Patrouille gehen und in ihren Unterkünften bleiben. Das Land verlassen sollen die Beobachter aber nicht. Die Entscheidung, ihre Arbeit vorübergehend einzustellen, soll täglich neu bewertet werden.
(Ag.)
Brennpunkt Syrien: Der Aufstand gegen Assad
Welt des TerrorsWo die Gefahr am größten ist
Politik skurrilLieß Putin Superbowl-Ring mitgehen?
Zitate der Woche''Weniger grillen und chillen''
Politik per Photoshop Wenn Bilder lügen