Wien/APA/Red. Bei der Anerkennung von Asylbewerbern lag Österreich im Vorjahr über dem EU-Durchschnitt. Wie eine Übersicht des EU-Statistikamts Eurostat zum Weltflüchtlingstag am Mittwoch zeigt, erhielten 2011 hierzulande 30,8 Prozent der Antragsteller in erster Instanz einen positiven Entscheid. Im EU-Schnitt waren es nur 25,1 Prozent. Bei den endgültigen Berufungsentscheiden lag die Anerkennungsrate in Österreich bei 19,1 Prozent, im EU-Schnitt bei 19,2 Prozent.
Insgesamt erkannten die 27 EU-Länder im Vorjahr 84.100 aller 365.615 Antragsteller als schutzberechtigt an: Sie erhielten den Flüchtlings-, subsidiären Schutzstatus oder eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen. Es bedeutet ein deutliches Plus gegenüber 2010, als 75.800 Personen in der EU Asylstatus bekamen. In Österreich wurden im Vorjahr von 22.570 Antragstellern 5865 Asylbewerber anerkannt: 3805 bekamen den Flüchtlingsstatus, 2065 jenen von subsidiär Schutzberechtigten.
Der überwiegende Teil aller 84.100 Asyl-Schutzberechtigten in der EU kam 2011 aus Afghanistan: Mit 13.300 Personen bildeten sie die größte Gruppe vor den Irakern (9000) und den Somalis (8900). Auch in Österreich stellen die Afghanen mit 31,2 Prozent die größte Gruppe: Hier bekamen sie im Vorjahr auch eher Schutz als etwa in den Niederlanden (mit 1400 registrierten Afghanen) oder im viel größeren Großbritannien (1000). Vor Österreich lagen 2011 nur „EU-Riese“ Deutschland (3100) und das traditionell „flüchtlingsfreundliche“ Schweden (2700). Die zweitgrößte Gruppe in Österreich bildeten im Vorjahr Schutzberechtigte aus Russland (21,7 Prozent) vor solchen aus Syrien (8,7 Prozent).
Großbritannien, Deutschland vorn
Mehr als drei Viertel aller positiver Asylentscheide gab es in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Schweden und den Niederlanden. In absoluten Zahlen wurden die meisten Anträge in Frankreich (76765) gestellt, die wenigsten in Estland (75). Die meisten positiven Entscheide gab es in Großbritannien, die wenigsten in Estland.
„Wir nehmen unsere Verantwortung gegenüber jenen Menschen sehr ernst, die Folter, Tod und Verfolgung in ihrer Heimat fürchten“, sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) anlässlich des Weltflüchtlingstags.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 20. Juni 2012)
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