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Assange flieht in Londoner Botschaft von Ecuador

20.06.2012 | 12:28 |   (DiePresse.com)

Der Wikileaks-Gründer will mit seiner Flucht die Auslieferung an Schweden verhindern. Er ersucht Ecuador um politisches Asyl. Die Botschaft prüft den Antrag und gewährt Assange einstweilen Schutz.

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Wikileaks-Gründer Julian Assange ist im Kampf gegen seine Auslieferung nach Schweden in die Botschaft von Ecuador in London geflohen. Der 40 Jahre alte Australier, der seit einem Jahr unter strengen Auflagen in Großbritannien lebt und dort vor einer Auslieferung nach Schweden steht, habe politisches Asyl beantragt, sagte Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño auf einer Pressekonferenz in Quito.

Sein Land werde die Bitte nun prüfen, so Patiño weiter. Eine Entscheidung werde gemäß den Normen und Prinzipien des Völkerrechts getroffen. Bis zu einer Entscheidung stehe Assange in der Botschaft "unter dem Schutz der ecuadorianischen Regierung".

Die britischen Behörden drohten Assange indes mit einer Festnahme, sobald er die Botschaft Ecuadors in London verlassen sollte. "Er ist für die Verletzung der Auflagen zu verhaften", sagte eine Sprecherin der Londoner Polizei.

Die USA wollen sich nicht äußern

Assange ist Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks. Er steht im Verdacht, in Schweden zwei Frauen sexuell belästigt und in einem Fall sogar vergewaltigt zu haben. Der 40-Jährige versucht seit mehr als einem Jahr, seine Auslieferung in das skandinavische Land zu verhindern. Den Instanzenweg in Großbritannien hat er seit vergangener Woche erfolglos ausgeschöpft.

Der Australier, der mit zahlreichen Veröffentlichungen vor allem zum Nachteil der USA für Aufsehen gesorgt hatte, befürchtet eine Auslieferung von Schweden in die USA. Ihm drohe dort die Todesstrafe, hatten seine Anwälte wiederholt argumentiert. In Washington wollte man sich zu der neuen Entwicklung in dem Fall nicht äußern. "Das ist Sache Großbritanniens, Schwedens und Ecuadors", heißt es in einer Erklärung des US-Außenministeriums.

Australien bietet konsularische Hilfe an

In der Begründung seines Asylantrags, den der Minister in Quito verlas, macht Assange geltend, er sei von seinem Heimatland Australien im Stich gelassen worden. Er werde verfolgt, weil er Informationen veröffentlicht habe, die die Mächtigen kompromittierten, weil er die Wahrheit publiziert habe und damit Korruption und ernste Menschenrechtsverletzungen in aller Welt enthüllt habe, heißt es in der Begründung. Die australische Premierministerin Julia Gillard erklärte, dass ihr Land Assange konsularische Hilfe anbieten werde.

Verwundert reagierte Schweden auf den Schritt Assanges. Die zuständige Staatsanwältin Marianne Ny wollte den Asylantrag von Assange nicht kommentieren. Im Rundfunksender SR sagte der schwedische Anwalt von Assange, Thomas Olsson, er sei "total überrascht". Weitere Kommentare könne er erst abgeben, wenn er über "ausreichend Informationen" verfüge.

Nach Angaben von Wikileaks über den Kurznachrichtendienst Twitter bietet Ecuador Assange bereits seit November 2010 politisches Asyl an. Assange könnte mit dem Schachzug gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen haben, mit denen er seit mehr als einem Jahr die britische Auslieferungshaft umgeht.

(Ag.)

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53 Kommentare
 
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Ecuador soll ihm ...

die Staatsbürgerschaft geben und diplomatischen Status. Schon kann er ausreisen.

Julian macht das einzig richtige um am Leben zu bleiben.

Gut so!

Gast: africano
20.06.2012 17:41
7 1

Wer sich mit der USA anlegt ,lebt gefährlich.

Und willst du nicht mein unterdänigster Freund sein, so hau ich dir ,den Schädel ein.

Gast: George Tusch
20.06.2012 16:45
6 1

Guter Zug

Mit einer Drone ermorden können sie ihn nicht, weil er schließlich nicht geflüchtet ist und sich versteckt hat. Außerdem ist er viel zu bekannt. Da hilft nur der rechtliche Weg um an Assange heran zu kommen.

Also muss der auch mit den selben Mitteln kämpfen und das bedeutet entweder diplomatische Immunität durch eine Wahl oder politisches Asyl.

Finde ich gut.

Gast: ist nicht der erste
20.06.2012 14:59
1 3

Roman Polanski

ich erinnere nur an Roman Polanski ..
da hat niemand ausgeliefert.. ist ja auch nicht korrekt einen Liebling der ELiten auszuliefern...
nur er hat etwas gemacht.. aber war auch egal unterm strich

aber einen Maulwurf der die Geheimnisse grossen ausplaudert.. ...

wird dieser

Typ noch immer vom Westen durchgefüttert?

2 3

Re: wird dieser

Mir erscheint Assange auch nicht sympathisch. Aber wie mit ihm umgegangen wird, hätte ich nicht für möglich gehalten.

Gast: yoshi1
20.06.2012 13:25
4 0

???

Darf ich fragen, weshalb mein Kommentar (gesendet schon um 11°°) in der Zensur hängen geblieben ist?

Weil ich dasw Wort s e x verwendet habe?

Weil ich denn Sinn einer Rechtsnorm kritisch (und begründet) hinterfrage?

Verstehe es nicht! Kommt mir sehr willkürlich vor..

Antworten Gast: yoshi1
20.06.2012 16:33
4 0

Re: ???

Na lieber wärs mir gewesen das andere Kommentar taucht auf und dieses bleibt hängen. Im Wesentlichen probier ichs halt nun einfach nochmal:

Das schwedische Gesetz besagt folgende Straftatbestände (kurz):
a) ..in einem hilflosen Zustand.. (=Ausnutzen, max 10 Jahre Haft)
b) ..Misshandlung oder sonstwie mit Gewalt oder durch Androhung von Verbrechen.. (=Erzwingen, max 10 Jahre Haft)
c) Wer durch gesetzeswidrigen Zwang (Nötigung, Erpressung), der nicht in § 1 enthalten ist.. (=minder schwere Grade, max 6 Jahre Haft)

Ich sehe keine gravierenden Unterschiede zum Österreichischen Recht. (bei uns kann man je nach Schädigung des Opfers sogar bis zu 15 Jahre ausfassen, bei Todesfällen bis Lebenslänglich)
Der einzige Unterschied ist bei Punkt c) zu finden: Bei uns heißt er "Geschlechtliche Nötigung" (bis 5 Jahre, oder in Folgeschweren Fällen bis 15/lebenslang), in Schweden wirds halt noch unter Vergewaltigung selbst geführt.

Ist das jetzt der großartige Unterschied, den die Medien seit Monaten so aufbauschen? Denn von Kondomen selbst sehe ich im schwedischen Gesetz NICHTS, es muss klarerweise zu Gewalt, Androhung einer solchen oder zumindest Nötigung kommen, ob mit oder ohne Gummi ist letzten Endes damit mehr als zweitrangig sondern eben nur unter ("geschlechtlicher Handlung") zu subsumieren..

Bitte korrigiert mich wenn ich einem Irrtum aufsitze.

4 2

Fadenscheinige Ausrede!

Schweden wird ihn sicher nicht an ein Land ausliefern
in dem ihm die Todesstrafe droht.

Antworten Gast: strelnikov
20.06.2012 16:08
4 3

Re: Fadenscheinige Ausrede!

Doch, werden sie. Europa ist erpressbar und den Amis fällt immer etwas ein.

8 1

Re: Fadenscheinige Ausrede!

Falsch, die USA brauchen nur zuzusichern, dass sie die Todesstrafe nicht verhängen werden und schon kann ausgeliefert werden.

Antworten Gast: Warum eigentlich?
20.06.2012 14:02
4 1

Re: Fadenscheinige Ausrede!

Bei der ganzen Geschichte frage ich mich, warum so kompliziert hat doch England mit den USA ein sehr weitreichendes Auslieferungssystem in dem selbst Englische Staatsbürger ohne Probleme ausgeliefert werden können, und auch werden.

Das England irgendwelche moralischen bedenken hat es nicht zu machen ist doch ein Witz hat sie auf bisher doch steht's auf jede Moral verzicht.

Das "Spiel" meiner Meinung nach sieht so aus da gar keine Auslieferung geplant ist, und die USA sich damit zufrieden gibt wenn Assange zu Lebenslänglich verurteilt wird in Schweden, da macht dann auch die Vergewaltigung einen Sinn die offensichtlich ohnedies erst eine wurde auf enormen Druck von Geheimdiensten und Regierungen.

Alles andere hat weder Füße noch Hände!

3 3

Re: Fadenscheinige Ausrede!

Der Knackpunkt ist wohl, dass es ja garkeine Grundlage überhaupt für eine Verurteilung gibt. Die Frau hat ja begeistert über die Nacht mit ihm im Internet berichtet. Später hatte sie das dann als Vergewaltigung dargestellt. Die gehört also verurteilt und nicht er.

Gast: Ach jetzt auf einmal...
20.06.2012 12:58
6 0

Hat Australien nasse Füße bekommen!

Jetzt auf einmal kümmert sich Australien um seine eigenen Bewohner nach dem das Land jahrelang nur durch eines aufgefallen ist, nichts zu tun, die Schlagzeile war also jetzt doch zu viel des gutes, nur auf ein Heimat die mich bisher so dreckig behandelt pfeife ich dann auch.

Der Schachzug von Ecuador ist genial, nicht nur das die USA mit den Füssen stampft, hatte Sie den Fisch ja schon so gut wie im Netz, nein auch Europa wird damit die Leviten gelesen, und Australien steht jetzt ebenso deppert da, ob allerdings Ecuador so großzügig ist, wenn es ein Fall ist, der keine Schlagzeilen macht in der Internationalen Presse, auch ein Thema.

Ecuador als Land, in meiner Liste bisher so nebenbei, hat da sehr an Beliebtheit gewonnen, ein Urlaub sicher eine Überlegung wert!

5 4

Eine Gegenklage

ist das Gebot der Stunde...

diese " Dame?"
wird es bedauern, sich für dieses
Szenario verwenden haben zu lassen,
nur um einen unbequemen Aufdecker verschwinden zu lassen.

4 2

Re: Eine Gegenklage

Die Leute, die sie beauftragt haben wollten ja, dass sie damit durchkommt. Also würde sie damit durchkommen wenn Assange in die Hände der schwedischen Jusitz kommt.

Es sollten eigentlich alle Alarmglocken läuten, in welchem System wir da nun gelandet sind, wenn jemand schon Asyl beantragen muss um innerhalb der EU nicht willkürlich verurteilt zu werden.

Gast: sdafsdf
20.06.2012 12:26
0 7

Der hätte sich schon lange behandeln lassen sollen, dann hätte er sich selbst auch viel ersparen können.


Gast: Uwe S.
20.06.2012 12:12
4 13

ein geschickter Mensch ist er ...

... vergewaltigt eine Frau und wird dafür noch bejubelt, auch geschickt wie er die Vorurteile der USA-Hasser ausnutzt ....

ab ins Häfn, nicht nur mit Uew !

9 3

Re: ein geschickter Mensch ist er ...

Der hat doch keine Frau vergewaltigt. Die hat ja selbst noch begeistert über die Nacht im Internet berichtet. Das ist eine öffentlich bekannte Lüge. Dennoch wird er verfolgt. Das ist nicht normal.

7 2

Re: ein geschickter Mensch ist er ...

So wie der aussieht braucht er nur "hier" zu sagen und ein halbes Duzend Frauen liegt ihm zu Füssen... eine Vergewaltigung hat er schlicht nicht notwendig.

Auch hier muss man dazuschreiben,

... dass sich die vergewaltigte Frau im Internet damit brüstete, mit ihm Sex gehabt zu haben und diesen als toll bezeichnete.

Nun,

dann steckt ihn in den Keller der ecuadorianischen Botschaft und werft den Schlüssel weg, Punktum.

Gast: Wirtschaftler
20.06.2012 11:13
7 4

Richtig gemacht, Julian !

Die lieben Zuträgerstaatenbehörden(NICHT ihre Bürger !) wollen einen Aufdecker von Verbrechen lieber still erledigen. Es war gut, dass es die Möglichkeit dieser Informationsweitergabe gegeben hat. Damit wurde die Welt etwas aufmerksamer und gerechter. Natürlich passt das manchen Verbrecher nciht, und da sucht man halt Möglichkeiten, wie man solch unliebsame Aufdecker erledigen kann.
Da kann man ihm nur alles Gute wünschen ! Und da die südamerikanischen Länder schon einiges von Seiten USA erdulden haben müssen, werden sie eher an der Seite Assanges stehen.
Und: Schweden sollte sich schämen, und die lieben Damen, die sich für politische Spiele "gebrauchen" lassen.

eins versteh ich nicht

wenn es nicht um diesen kerl gehen würde, würden alle schreien warum er nicht schon längst in haft sitzt, anscheinend gibt es bei bestimmten personen eine doppelmoral! wenn er die frau (nach schwedischer rechtssprechung) vergewaltigt hat dann soll er bitte auch dafür belangt werden!!!

Antworten Gast: So, so!!!
20.06.2012 12:44
2 1

Re: eins versteh ich nicht

Nur ist Schweden kein Rechtsstaat wie wir ihn kennen, da fängt das Problem an! Und das ist auch das Problem des Europäschen Haftbefehls, Zeugenbefragungen erfolgen dort nicht durch eine Vorladung, sondern durch einen Haftbefehl, inzwischen beschäftigt sich ohnedies der EuGH mit dieser Problematik!

Und das was der Herr in Schweden gemacht hat, kein Gericht in Österreich würde auf Basis dieser Beweisumstände ein Verfahren riskieren!

P.s.: Ironie, man schimpft zwar über das "böse" Ungarn, und toleriert ohne Probleme das was in Schweden, Finnland und Norwegen passiert!

In Schweden wurden auch schon mal Eltern Verurteilt die das natürlichste der Welt machten, Babyfotos austauschen um zu zeigen das das eigene Baby doch das schönste der Welt ist. Männer trauen sich nicht mal mehr alleine mit einer Frau in einem Lift mitfahren, das Risiko ist einfach zu groß!

P.S.: Solltest du jene Twister sein die in Heise.de schreibt dann nur mehr Kopfschütteln über dien Kommentar?

 
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Im Fadenkreuz der Terroristen