Der in die Botschaft Ecuadors geflüchtete Wikileaks-Gründer Julian Assange hat sich erstmals öffentlich zu seinem Asylantrag geäußert. In einem Interview mit dem australischen Rundfunk ABC sagte der 40-Jährige am Freitag, er habe mit der Aktion vor allem Aufmerksamkeit auf seinen Fall lenken wollen. Was er bei einer Ablehnung des Gesuchs mache, wollte er nicht sagen.
Assange hatte am Dienstag in der Botschaft Ecuadors in London Zuflucht gesucht und einen Antrag auf politisches Asyl gestellt, weil ihm eine Auslieferung von Großbritannien an Schweden droht. Dort werden ihm Sexualdelikte zur Last gelegt. Assange fürchtet aber, letztlich an die USA ausgeliefert und dort wegen der brisanten Enthüllungen durch seine Website Wikileaks verfolgt zu werden.
In den USA seien bereits Strafverfahren im Gange, die zu einer Auslieferung führen könnten, sagte er ABC. Um auf dieses mutmaßliche Komplott gegen ihn aufmerksam zu machen, habe er sich in die Botschaft geflüchtet.
Die Menschen Ecuadors seien "freundlich" und "großzügig", betonte der Wikileaks-Gründer. Ein Leben dort sei "viel besser als ein Leben hinter Gittern in den USA."
Von seiner Heimat Australien fühlt sich Assange im Stich gelassen. Die australische Regierung sei "nicht in einer einzigen Angelegenheit" - auch nicht in seinem Fall - bereit, andere Regierungen darum zu bitten, "vernünftig" zu handeln. Er habe seit seiner Festnahme im Dezember 2010 mit keinem Vertreter der australischen Botschaft gesprochen, sagte der 40-Jährige.
(Ag.)
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