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Ägypten-Wahl: Spannung vor Ergebnisverkündung

24.06.2012 | 14:18 |   (DiePresse.com)

Polizei und Armee sind vor der Veröffentlichung des Ergebnisses der Präsidentenwahl in Alarmbereitschaft. Unruhen können nicht ausgeschlossen werden.

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Ahmed Shafik oder Mohammed Mursi? Ägypten wartet voller Spannung auf seinen ersten frei gewählten Präsidenten. Die Wahlkommission will noch am Nachmittag des heutigen Sonntag bekanntgeben, ob die 80 Millionen Menschen in dem nordafrikanischen Land künftig vom letzten Regierungschef der Mubarak-Ära oder einem Vertreter der Muslimbruderschaft repräsentiert werden.

Die Bürger des bevölkerungsreichsten arabischen Landes hatten vor einer Woche die Wahl zwischen dem früheren Luftwaffenchef Shafik und dem Muslimbruder Mursi. Ganz gleich wie die Entscheidung ausfällt, ein Ende der Machtkämpfe zwischen dem herrschenden Militärrat, Islamisten und den Kräften des arabischen Frühlings ist nicht in Sicht. Die Sicherheitskräfte waren in Alarmbereitschaft versetzt.

Mit der ersten freien Wahl eines Präsidenten sollte das Ende der seit sechs Jahrzehnten bestehenden Dominanz der Streitkräfte eingeläutet werden. Doch kurz vor Toresschluss beschnitt der Militärrat die Befugnisse des Amtes und ließ das von islamistischen Parteien dominierte Parlament auflösen. Mehr als ein Jahr nach dem Sturz des langjährigen Staatschefs Hosni Mubarak ist damit das künftige Machtgefüge unklar.

Militär hat nicht vor, Macht abzutreten

Die Muslimbruderschaft, deren Kandidat Mursi sich bereits zum Wahlsieger erklärt hatte, hat weitere Proteste gegen den Militärrat angekündigt. Die Generalität machte indes deutlich, dass sie vorerst nicht die Absicht habe, Machtbefugnisse abzutreten. Das Militär hatte nach dem Sturz Mubaraks aber wiederholt versichert, die Macht an Zivilisten abzutreten. Der neue Präsident soll am 1. Juli sein Amt antreten.

Am Sonntag versammelten sich erneut zahlreiche Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in Kairo, auf dem vor einem Jahr der Volksaufstand gegen Mubarak begonnen hatte. Die Menschen riefen in Sprechchören "Nieder mit dem Militär" und ließen Mursi hoch leben. Polizei und Militär waren nach Angaben aus Sicherheitskreisen auf gewaltsame Auseinandersetzungen vorbereitet. Die Mitarbeiter der um den Tahrir-Platz gelegenen Ministerien erhielten dienstfrei für den Rest des Tages.

(APA)

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