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Schakfeh: "Nicht gut für die Muslime"

10.09.2011 | 18:10 |  von ERICH KOCINA (Die Presse)

Am Tag der Anschläge ahnte Anas Schakfeh, damals oberster Vertreter des Islam, noch nicht, welche Folgen 9/11 für Österreichs Muslime haben würde.

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Als Anas Schakfeh am Nachmittag des 11.September 2001 einen Anruf entgegennahm, war ihm nicht bewusst, dass für ihn nun härtere Zeiten anbrechen würden. In seinem Büro hatte der damalige Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich keinen Fernseher – und so erfuhr er von seiner Tochter am Telefon, dass gerade zwei Flugzeuge in die Türme des World Trade Center gekracht waren. „Ich habe das zuerst in keinster Weise mit uns Muslimen in Zusammenhang gebracht.“

Erst später am Abend, als klar wurde, dass die Attentäter im Namen des Islam gehandelt hatten, wurde Schakfeh die Tragweite der Ereignisse richtig bewusst. „In erster Linie war natürlich erschütternd, wie viele Menschen umgekommen sind.“ In zweiter Linie habe er aber auch schon darüber nachgedacht, welche Folgen das für die Muslime auf der Welt haben könnte – und auch für die Muslime in Österreich.

Tatsächlich habe es in den nächsten Tagen Reaktionen in der Öffentlichkeit gegeben – Muslime seien beschimpft und verdächtigt worden. „Es gab keine Handgreiflichkeiten“, sagt Schakfeh, „aber verbale Angriffe hat es gegeben.“ Immerhin, die Politik in Österreich habe sehr gut reagiert. So habe sich etwa der damalige Bundespräsident Thomas Klestil sehr schnell gemeldet und Hilfe angeboten, um die Folgen für Österreichs Muslime zu minimieren. Es kam zu einem Treffen mit Spitzen der Kirchen und Religionsgemeinschaften in der Hofburg, um den Zusammenhalt im Land zu demonstrieren. Der damalige Bundeskanzler Wolfgang Schüssel lud die religiösen Vertreter zu einem Treffen, zu dem auch alle Botschafter der EU-Länder geladen waren. Und auch aus dem Wiener Rathaus habe es Unterstützung gegeben. „Die Politik hat dazu beigetragen, dass die Folgen nicht so heftig ausgefallen sind.“


Unter Generalverdacht.
Und dennoch, für die Muslime des Landes wurden die Zeiten härter. „Wir datieren mit der Zeit vor und nach 9/11“, meint Schakfeh. Denn seit damals stünden Muslime unter Generalverdacht. Seit damals mussten Schakfeh und die anderen Repräsentanten der Glaubensgemeinschaft ständig zur Rechtfertigung ausrücken, wenn irgendwo auf der Welt ein Terroranschlag verübt wurde.

„Die Lage war recht gut unter Kontrolle“, meint Schakfeh. „Wirklich hart ist es erst nach den Anschlägen von Madrid 2004 und London 2005 geworden.“ Denn während es im Fall von 9/11 ausländische Terroristen waren, die einen Angriff auf die USA gestartet hatten, ging es plötzlich um Bürger, die in ihrem eigenen Land Anschläge durchführten. „Da gab es einen Umschwung in der Bevölkerung“, sagt Schakfeh. Plötzlich seien alle Muslime verdächtig gewesen. Auch in Österreich. „Die Bevölkerung hatte plötzlich Angst vor Muslimen als Nachbarn.“


Der Austro-Jihadist. Auftrieb bekamen solche Ängste, als plötzlich auch erste Terrorbotschaften an Österreich gerichtet wurden. Und erst recht, als am 12.September 2007 Mohamed Mahmoud verhaftet wurde. Der gebürtige Wiener mit ägyptischen Wurzeln wurde 2008 wegen Unterstützung und Bildung einer terroristischen Vereinigung zu vier Jahren Haft verurteilt – er und seine Lebensgefährtin Mona S. hatten diverse Texte für islamistische Organisationen übersetzt. Österreich hatte seine ersten Austro-Jihadisten. Und Schakfeh musste sich wieder ans Rechtfertigen machen.

Dass man die Motive des jungen Mannes verurteile. Dass man mit ihm keinen Kontakt gehabt habe. Und dass man von Einzelgängern wie ihm nicht auf alle Muslime des Landes schließen dürfe. „Für mich“, sagt Schakfeh, „war er ein Lausbub. Aber vielleicht wäre er ohne 9/11 gar nicht auf solche Ideen gekommen.“

Und, klagt Schakfeh, es seien nicht nur einzelne Hitzköpfe von muslimischer Seite gewesen. Rechtspopulistische Parteien hätten 9/11 optimal für ihre Zwecke ausgenützt, um Muslime als neues Feindbild aufzubauen. Das Resultat: „Als in den 70ern und 80ern Moscheen errichtet wurden, gab es keinen Widerstand“, meint Schakfeh. „Bei der Eröffnung des Islamischen Zentrums an der Donau hat es sogar in der „Kronen Zeitung“ positive Meldungen gegeben.“


Nachbarn auf den Barrikaden. Diese Zeiten sind vorüber. Keine Neugründung einer Moschee, bei der nicht sofort eine Initiative auf die Barrikaden steigen würde. „Daran ist sicher nicht nur 9/11 schuld“, sagt Schakfeh. „Aber der Anschlag hat die Welt verändert – sehr zu Ungunsten der Muslime.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.09.2011)

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12 Kommentare
Gast: aufdenpunktgebracht
11.09.2011 17:38
7 1

was hat diese figur

in unserer politik zu suchen. der ist verlogen, unglaubwürdig und gehört absolut nicht zu uns

Antworten Gast: Chiko
12.09.2011 13:24
1 3

Re: was hat diese figur

der hat mehr hier zu suchen als sie. solche hetze wie von ihnen betrieben sollte bekämpft werden.

Re: Re: was hat diese figur

der hat hier mehr zu suchen...??ja was den?..er ist uns fremd er bleibt uns fremd und er bemüht sich nicht um österreichischge anliegen...und er ist nicht vertrauenswürdig...sogar die türken mögen ihn nicht besonders.

Gast: Terror made in KinderschänderIsrael
11.09.2011 17:26
0 12

Re: Und Muslimen sind nichtgut für Europa!

Und wenn die Zionjuden waren?

Ich wette mein linkes und rechtes Ei dass es die Mossad kinderschänder und ihre USsklaven waren.

Wer die lüge von den bösen Moslems immernoch glaubt, der ist zu blöd um alleine auf klo zu gehen.

Re: Re: Und Muslimen sind nichtgut für Europa!

sie verwetten was sie nicht haben

bei soviel PC wir einem ja schlecht!!!

diese opfer/täter verderehung vonseiten der medien sien ja schon unausstehlich.

da werden doch tatsächlich die mörder zu opfern von 9/11 gemacht
und die rechtspartein sind wieder an der schlechten öffentlichen meinung über muslime schud
was soll dieser blödsinn bitte?

die einzige die an 9/11 und an dem schlechten ruf des islam schuld sind sind die moslems selbst!!!
diese radikale bauernreligion ist einfach unausstehlich

genauso wie diese linkslinken medien.
dieser artikel ist genauso eine frechheit wie der text über die mutter eines attentäters, welche dann als armes opfer dargestellt wurde, die ihren sohn verloren hat

ich frage mich wo sind interviews mit den angehörigen der opfer?

nirgends, weil das leid der christen die medien nicht interessiert, aber kaum wird ein angehöriger dieser terrorreligon verdächtigt sind sie da, die moralapposteln der medien und bieten diesen falschen fünfzigern eine palttform um sich auzuweinen und ihre propaganda vom armen opferdasein zu verbreiten

falschheit

das erste kommentar von herrn schakfeh war
...was können wir österreichischen muslime dafür...also wusste er sehrwohl welche folgen 9/11 für die muslime haben wird.
sein bedauern für die unschuldigen todesopfer kam erst VIEL später und klang artfiziell..

wenn es aus dem munde von herrn schakfeh kommt ist vorsicht angebracht

Gast: Wiener
11.09.2011 09:37
10 3

Und Muslimen sind nichtgut für Europa!

Deshalb Islamverbot und Rückführung!

Antworten Gast: Wiener 2
12.09.2011 13:26
1 5

Re: Und Muslimen sind nichtgut für Europa!

solche hetze wie ihre gehört verboten. also raus mit ihnen.

Re: Re: Und Muslimen sind nichtgut für Europa!

wiener und wiener2 agieren mit verboten
zwei mal demokratiedefizite..unterschied NULL

Gast: Gasty McGast
11.09.2011 01:17
11 3

jaja sicher

unsere muslimischen freunde haben es sich bereits vor 9/11 mit uns verscherzt. 9/11 war nur mehr das i-tüpfelchen

Dumm gelaufen - wo bleibt die Distanzierung?