Forum: Ihre Erfahrungen beim Zivildienst

07.01.2013 | 09:57 |   (DiePresse.com)

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40 Kommentare
 
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12 Monate Zivildienst in der Nervenchirurgie

Zuerst musste ich überhaupt darum kämpfen, noch eine Stelle zu finden. Die Familienbeihilfe wird in der Zeit natürlich gestrichen, ich wohnte trotzdem zuhause und wurde mit einem lächerlichen "Gehalt" von ca 200 Euro im Monat verhöhnt. Bzw meine Eltern, da ich Ihnen von den 200 € nicht wirklich was zahlen konnte. Arbeitsbereich: in etwa einer Putzfrau, nur eben billiger und mit weniger Respekt behandelt.
Mittagessen war gratis, um Frühstück und Abendessen wurden wir betrogen, Essen am Wochenende oder im Krankenstand sowieso, ich hab mich nach dem Zivildienst dann außergerichtlich mit der Klinik geeinigt und ca 1600 Euro nachgezahlt bekommen, zugestanden wäre mir in etwa das Doppelte, aber ich wollte mir den Rechtsstreit ersparen.
Mein erstes eingeschriebenes Schreiben, hat vor Ort einfach keiner angenommen, bin dann persönlich vorstellig geworden, mit 500 Euro Nachzahlung wollten sie mich dann abspeisen.
Geblieben ist ein verlorenes Jahr, eine miese Zeit in der es mir körperlich und geistig schlecht ging, tiefe Einblicke in unser Gesundheitssystem und einige Lehren fürs Leben.
Ich hab auch Bekannte, die haben es besser erwischt, mehr bezahlt bekommen, bessere Zivistelle usw, aber es kann eben auch so kommen, und das ist nicht in Ordnung und wünsche ich niemandem.

Re: 12 Monate Zivildienst in der Nervenchirurgie

Na siehste Wehrdienst wär doch nicht so schlecht gewesen!

Gute Erfahrung

Hab selbst als Frau keinen Zivildienst geleistet, aber immer viel mit Zivildienern zu tun gehabt, sowohl beruflich als auch familiär. Was soll ich sagen: Hab durchweg gute Erfahrungen mit den jungen Leuten gemacht, alle sehr freundlich und engagiert. Frag mich grad, wie das alles ohne die funktionieren hätte sollen?

Institut für Sozialdienste

Während meinem Zivildienst habe ich eines gelernt: Fleiss und Arbeit rentieren sich nicht in diesem Land. Während der Standard in Sozialwohnungen höher ist als der des Durchschnittsbürgers (ich war in sehr vielen Sozialwohnungen) durfte ich auch erleben, wie mir zu Weihnachten eine türkische Frau erklärte, dass EUR 300.- (Sammlung der Kapuzinermönche) geschenkt (!) "zu wenig" wären.

Ich denke, dass auch vielen Frauen eine solche Erfahrung gut tun würde. Vielleicht würden die sich dann besser überlegen, wenn sie rot-grün wählen.

MIKL-LEITNER hat zwar nie gedient (Wehr-/Zivildienst)

aber, aus Unkenntnis vertritt sie:
Frau MIKL-LEITNER wird gebetsmühlenartig das ÖVP-Konzept

- Männer an die Waffen, Frauen an den Herd
. Männer müssen an der Waffe ausgebildet
werden (SPINDELEGGER)
. freiwiliger Zivildienst für Frauen
. keine Gleichstellung von Frau und Mann
- Neu-Definition des Wortes "ALLE"
"ALLE" bedeutet jene 25 % der
männlichen Bevölkerung für die lebenslang
ein Finanznachteil fortgeschrieben wird -
WEHRPFLICHT, SCHULPFLICHT,
STEUERPFLICHT
- ÖBH als Aussenstelle des AMS (Talentcheck
und Jobtraining)
- ÖBH als Vermittler von Werten
. könnten besser durch eine ehrliche
Politlandschaft und durch Politiker vorgelebte
Werte vermittelt werden - mit STRASSER,
MENSDROF etc. klappt es natürlich nicht
. das ÖBH kann diese Fehler nicht ausbaden
- weniger Systemerhalter ...
. wer kocht denn dann für die Wehrpflichtigen
der "freiwillige ÖVP-Mädchenbund" ???
- es braucht Systemerhalter wie Mechaniker etc. ...
. PKWs könnten in zivilen Werkstätten
repariert werden und das ÖBH erspart sich
Mechaniker (Wirtschaftskammer wäre dafür)
- die Wehrpflicht soll jene 4 Fähigkeiten
vermitteln (sportliche Gesundheit, Erste-Hilfe,
ABC-Katastrohendienst und Werte)
. sportliche Gesundheit sollte beginnend mit
der Volksschule und weiter in der
Hauptschule und den Gymnasien vermittelt
werden
. Erste-Hile-Fähigkeiten brauchen die
Jugendlichen (Frau und Mann) bereits vor
dem 18. Lebensjahr

Während...

um Bundesheer und Zivildienst diskutiert wird, erfolgen beim Gedenkdienst finanzielle Interventionen mit Folgen: http://is.gd/5bDtvR

2011 - Samariterbund Wien

Nach der Matura musste ich mal ein halbes Jahr warten, bis ich endlich anfangen konnte, obwohl ich nur einige Tage nach einem Freund dort angefragt habe und der bereits zwei monate früher anfangen konnte.

Habe viel gelernt, viel gesehen und viel verdient, bin aber dafür sehr oft wie ein Haufen Dreck behandelt worden von den Vorgesetzten. Etwa einmal, weil ich krank war, wurde ich zwangsversetzt ans andere ende der stadt, wobei mein dienstbeginn auch gleich um eine stunde vorgezogen wurde, sodass ich im grunde nur 15 minuten zum erreichen des arbeitsplatzes hatte (margareten-stadlau).
Am letzten Tag wollte man mich schließlich noch wegen Dienstverweigerung belangen, weil ich laut meiner Akte 3 Mal um 5 Minuten zu spät war.

Unterm Strich lehrreich, aber reichlich mühsam; Wenn ich mich nochmal entscheiden würde, würde ich wieder zur Rettung, aber nicht zu den Samaritern, da geh ich vorher zum Heer EF

Samariterbund, Wien, 12 Monate

Da mein vorheriger Beitrag (vor 6h) offenbar in der Zensur hängen blieb (ich hätte wohl die Leistung der Mygranten im Kurs nicht einmal am Rand erwähnen sollen!?)

Um dort zu beginnen: Direkt nach meiner Matura ging es bei mir los. Die 2-monatige Ausbildung war durchaus ergibig und informativ, jedoch wird man im Vergleich zur Matura nicht gerade gefordert.

Im Einsatz selbst konnte und musste ich das Gelernte doch auch immer wieder anwenden, wenngleich die überwiegende Tätigkeit nicht die Erstversorgung von Notfällen, sondern der Krankentransport war. Dies geschah auf eigenen Wunsch, da ich bei einem Notfall einmal ein Kind sterben sehen durfte. Seither habe ich noch einmal mehr Respekt vor den Notfallsanis - auf Dauer kann ich es mir nicht vorstellen immer wieder durch eine Türe zu gehen und nicht zu wissen welches Elend mich auf der anderen Seite erwartet.

Ansonsten habe ich versucht die Patienten mit Smalltalk uä von ihren Leiden abzulenken (und natürlich nebenbei das Trinkgeld ein wenig zu erhöhen ;-) ).
Gelernt habe ich dabei nicht nur so einiges über Medizin, sondern vor allem über das Leben. Viele Schicksale gesehen in jedem sozialen Milieu und in jedem Alter. Viele Wohnungen und Häuser und einige Villen. Es kann halt jeden treffen..

Behandelt wurde ich von den meisten OK bis gut. Zwei Deppen habe ich am Leib erfahren, die mich für die kleinsten Anfängerfehler zur Sau gemacht haben, mit den meisten kam ich aber gut aus oder hatte sogar eine Menge Spaß.

Re: Samariterbund, Wien, 12 Monate

Alles in allem ein wertvolles Erlebnis. Dennoch sollte ich anmerken, dass ich dadurch 1-1,5 Jahre verloren habe und meine ehemaligen Schulkolleginnen nun ausbildungs- und karrieretechnisch deutlich vor mir liegen (das erste Semester hatte ich doch spürbare Schwierigkeiten wieder ins Lernen hineinzukommen).

1997/98 Wien MA56 Städtische Schulverwaltung

Ich wurde Integrationsklassen und einem Sonderpädagogischen Zentrum in Wiener Schulen zugewiesen. Obwohl ich bereits einige Jahre Lehrer gewesen war, habe ich eine Menge im Umgang mit Schwerstbehinderten gelernt und mein Respekt gegenüber jungen Menschen, die in diesen Beruf gehen, ist hoch gestiegen.

Am eindringlichsten sind mir zwei Kuchlweiber, die zwar intellektuell das Schlusslicht im Haus bildeten, sich aber an einem Lehrer und Zivildiener ihre Komplexe abarbeiten wollten, und so warteten sie oft nach Küchenschluss auf mich, damit ich den Küchenboden aufkehre und aufwische (was eigentlich nicht mein Job war - aber sie warteten auf Widerspruch, um mich "verpetzen" zu können). Ebenso hielten sie manchmal das unapetlichst angeschi**ene Kind bereit, damit ich ihm den Hintern auswischen kann, ein Job, der am Nachmittag der ihre war. Danach quietschten sie vor Vergnügen, wurde mir ausführlich erzählt.
Ich habe also auch die Menschen, die sich im roten Getriebe räkeln, kennengelernt.

Einmal wagte ich es, mich bei der Direktorin zu beschweren, weil ich mehr als 45 Stunden pro Woche arbeiten musste. Sie drohte mir damit, meine "Unwilligkeit" zu melden (schließlich war ich ja Lehrer und sie hatte Kontakte). Ich empfahl ihr, das sofort tun und ich kündigte an, ins Innenministerium gehen und alles ausplaudern, was ich gesehen habe (und man sieht wirklich viel neben der Spur). Sofort war Ruhe und ich hatte einen neuen Dienstplan.

Beruflich also bereichernd ,menschlich ein Graus.

Zivildienst in Nervenklinik

Eine der lehrreichsten Zeiten meines Lebens :

- Ständiger direkter Kontakt mit den Patienten,
- begleitende regelmäßige Supervision und Besprechungen
- gute Akzeptanz von und Kooperation mit dem angestellten Personal
- viele Möglichkeiten, eigene Kompetenzen in die Tätigkeit einfließen zu lassen

Die Erfahrungen haben mich bis heute geprägt - insbesondere der Respekt vor Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Eine hervorragende Möglichkeit, Vorurteile gegen psychiatrische Behandlung abzubauen und durch weitgehend positive eigene Erfahrungen zu ersetzen.

Ich war einer der ersten ZIVIs und hatte noch die "Gewissensprüfung"

Eingesetzt war ich in den 70gern bei der Ma42 Stadtgartenamt. Damals war die Vergütung im Vergleich zum Heer ca. das 5-fache und die Arbeit angenehm. (fast wie Urlaub). Bei Krankenstand war damals auch noch der normale Hausartz zuständig, was die Sache sehr erleichtert hat.

10 Monate Altersheim 1993

Eingangs das Positive:
Durch meinen Zivildienst konnte ich wichtige Erfahrungen mit dem Umgang mit alten und/oder behinderten Personen kennen lernen. Verwandte und Bekannte, die den Präsenzdienst ableisteten, waren bei Krankheit oder Tod von ihnen nahe stehenden Personen überlastet. Ich möchte diese Erfahrung nicht missen.
Ich wurde vom Pflegepersonal teilweise nett und freundlich aufgenommen.

Das Negative:
Die Einberufung zum Zivildienst benötigte einen enormen Aufwand - dank Vitamin B habe ich es dann geschafft.
Ich wurde vom übrigen Pflegepersonal teilweise schickaniert. Ich sollte Dreck wegputzen, während Pflegerin und Pfleger sich in einem Zimmer vergnügten. Ich konnte dies aber durch Gespräche mit den Vorgesetzten klären, auch wenn diese eingangs meinten, dass ich ohne jede Rechte wäre.

Ich wäre für ein verpflichtende Sozialjahr für Frauen und Männer. Weiters sollten die Leiter der Einrichtungen über die Rechte und Pflichten der Zivildiener aufgeklärt werden. Eine Art Ombudskontaktperson für Zivildiener wäre sinnvoll.

Das ist alles eine Frage der Führung!

Wenn Bedienstete ordentlich geführt werden, kommen die garnicht auf die Idee, aus Mangel an Selbstwert das Machtverhältnis ausnutzen und irgendwenn zum Putzen zu zwingen.

Diese Schikanen und Schleiferei gibt es übrigens auch beim Bundesheer.

Es wird einfach zuwenig überwacht, es gibt keine faire Feedback-Möglichkeit.

Ab 1998 wurde die Heereskommission eingesetzt. Damals war es noch so, daß ihre Bericht wirklich Auswirkung hatte. Die Berichte wurden auch regelmäßig veröffentlicht. Das war zu Zilks Zeiten.

Mittlerweile hört man über diese Kommisssion nichts mehr. Kein Wunder, daß die Schleiferei wieder freudige Umständ feiert.

DA WIR DORT! HEER UND ZIVILDIENST!

Soziales? Um Welten verfehlt!

2012; Ein Altersheim im südlichen Niederösterreich:
Die Vorstellungen als Zivildiener im Altersheim beginnen mit Sparzierfahrten mit geschwächten Menschen die es nicht mehr alleine Schaffen und gehen bis zu tiefen Freundschaften mit diesen; die Realität beginnt mit ständigem Zeitdruck, ständiger Putzerei und enden mit vollständiger Kontrolle über Dienstzeiten durch die Vorgesetzten. Mit Sozialem hatte dies in geringster Weise etwas zu tun;
Durch einen wasserdichten Arbeitsvertrag kann man zu jeder erdenklichen Arbeit eingesetzt werden(Gartenarbeit, Putzarbeit, den Keller aufräumen uvm; sämtliche med. Bedarfsgeräte der Schwestern säubern; das sind keine theoretischen Möglichkeiten, das sind Arbeiten die ich in meinen 9Monaten erledigen musste).
Das Schlimmste der Zeit war es den sehr launigen älteren Schwestern ausgesetzt zu sein, die auf Ihr "Recht" bestanden, immer alles "Richtig" zu machen; Auch nur der geringste Abweicher (z.B. aus Zeitersparnis) wurde mit einem Tadel und noch mehr Arbeit bestraft. So ist der Grundgedanke im Altersheim: Zivildiener = bezahlter Sklave!
Auch wenn ich gute Erfahrungen mitnehmen kann, die negativen überstechen diese bei weitem.

Re: Soziales? Um Welten verfehlt!

Das tut mir Leid für dich, zum Glück kann ich mich deinem Bericht aber nicht anschließen. Denn bei mir war die Realität wesentlich angenehmer als das Klischee. Hintern auswischen, füttern, Windeln wechseln, Putzen,... sowas war nicht nur nicht gefordert, sondern auch strengstens untersagt.
Ich war allerdings in einem privaten Wiener Heim, mag sein, dass es daran liegt.

Als Zivildiener war ich nur in der Pflegestation eines normalen Seniorenwohnheimes eingesetzt und die wesentliche Aufgabe war "Animation". Das beinhaltete gemeinsames Kreuzworträtsellösen, Malstunden, Musikstunden, spazieren gehen, gemeinsames Einkaufen mit mobileren Patienten, mitturnen beim Physiotherapieprogramm als "Anregung", Begleitung zum Arzt,....
Natürlich waren auch Dienste dabei wie Essen austeilen oder frische Wäsche einräumen. Aber das waren die Ausnahmen. Und sogar das vom Vorredner angesprochene Freundschaften schließen war dabei. Unzählige Geschichten über die Vergangenheit inklusive (wenn einem das gefällt natürlich).

Tiefpunkte und Ärgernisse gab es selbstverständlich auch , wie in jedem Umfeld. Aber alles in Allem kann ich getrost sagen, dass das bis jetzt die am sinnvollsten verwendete Zeit meines Lebens war. Das Schönste nämlich ist es, sofort Feedback für seine Arbeit zu bekommen. Und das können viele alte Menschen sehr gut...

durch zivildienst 2 jahre verloren

am anfang hochmotiviert und freudig an neuen impulsen, wendete sich das blatt nach einem halben jahr dienst. im altenheim musste ich damals durchschnittlich mehr stunden arbeiten als eine gewöhnliche pflegerin. da ich irgendwann krank wurde, wurden mir sämtliche urlaubstage gestrichen. alles endete dann in eine art burnout-zustand und lebenskrise, mein ursprüngliches studium nahm ich erst nach zwei jahren wieder auf. sicher man hat einiges dazugelernt, aber insgesamt war die erfahrung äusserst negativ; ich musste eingestehen, dass man leider durch die unfreiwilligkeit des dienstes in ein arbeitsumfeld kommen kann, für das man einfach nicht geschaffen war oder die reife fehlte. ein bekannter von mir hatte ein ähnliches erlebnis mit dem zivildienst, deswegen ein klares nein zur wehrpflicht um solche vorfälle jungen leuten zukünftig zu ersparen.

verlorenes Jahr

Zuerst die Schwierigkeit überhaupt einen Z.Platz zu bekommen, dann gezwungener Maßen auswärts. Der gigantische Verdienst reichte gerade für die Wohnkosten - insgesamt also ein Verlust + ein verlorenes Jahr. Keine sinnvole Arbeit, keine wichtigen persönlichen Erfahrungen.

Frustrierend ists dann erst wieder, wenn man eigentlich schneller studiert als diverse Kolleginnen und die schlussendlich doch jünger/gleich alt sind.

1994, Spital Wien, Abteilung ohne Patientenkontakt (Labor)

11 Monate 7-15h30 Job, extreme Konzentration erforderlich, tlw. Überlastung, tlw. Leerlauf.

Als Akademiker vom Personal mit Mißtrauen begegnet worden, wenn nicht allerbestes Einverständnis mit dem leitenden Dozenten (aus gemeinsamer Forschungsarbeit) bestanden hätte wäre es schwer gewesen. Von den Führungskräften immer korrekt behandelt worden, sogar Urlaub genehmigt bekommen (1994 sehr unüblich)

Ca. 30 Frauen, gegenseitiges Mobbing, Gruppenbildung, männliche MTA und Famulanten verlassen fluchtartig die Abteilung (sic!)
Dienstpläne schwer zu erstellen gewesen, da diese Befindlichkeiten berücksichtigt werden mussten. Frauen versuchten halt "was geht", starker, auch sexueller Druck auf Zivis.

Kollegen beim Roten Kreuz berichteten von Schikane und Boshaftigkeiten gegen Zivis, RK ist ein übler paramilitärischer Verein.
ASB dürfte wesentlich menschlicher sein, über die hörte ich keine Beschwerden.

1993 Caritas

Ich war auch 1993 bei der Caritas im Jugendhaus in der Blindengasse (JUCA). Wir haben dort "Jugendliche" männliche Obdachlose zw 18 und 30 (und ein paar ältere/weibliche Ausnahmen) versorgt, betreut, versucht sie wieder ins Berufsleben zu integrieren, Wohnungen organisiert und bewohnbar gemacht etc. Es gab auch eine Notschlafstelle. Damals wurden auch gerade der Canisibus und das Rumänien-Projekt von Georg Sporschill gestartet. Beim Canisibus war ich (auch nach Ende meines Zivildienstes) auch "live dabei". Wir Zivis wurden sehr gut behandelt und waren mit den anderen (zumeist freiwilligen) Mitarbeitern absolut gleichgestellt.

Es war eine sehr spannende Zeit in der ich, aus "normalen" Verhältnissen kommend - viel fürs Leben und auch meinen späteren Beruf gelernt habe, auch wenn so manche Grenzerfahrung mit unangenehmen, grauslichen und durchaus auch bedrohlichen Situationen dabei war.

Ich möchte es nicht missen, wäre aber von selbst wohl nicht auf die Idee gekommen so etwas zu tun. Daher schwanke ich auch noch immer sehr, was meine Meinung zum Thema abschaffen ist (das BH halte ich in der derzeitigen Form für Zeitverschwendung und Schwachsinn - mein Neffe ist gerade dort)

Re: 1993 Caritas

Ach ja: ich hatte noch ein staatlich geprüftes Gewissen und daher nur 8 Monate Zivi-Zeit

Keine Zivis bekommen

War selbst lange in einer Organisation tätig, die ausschließlich ehrenamtlich (i) Reisen, Ausflüge, Besuchsdienste etc für Behinderte Menschen macht (ii) Rettungsdienst versieht und (iii) Katastrofenhilfe leistet. Unsere Ausbildung (Krankenhilfe, Sanitätswesen etc) dauerte in etwa ein Jahr. Kurz war angedacht auch Zivieldiener aufzunehmen. Bevor jedoch der erste Zivi kam, kam eine Liste mit Dinge, die nicht von ihnen verlangt werden dürfen. Das war ein Gutteil dessen,was jeder bei uns zu machen hat. Wir habens dann aufgegeben. Das war in der 90gern. ob sich da was geändert hat, weis ich nicht. Ich war beim BH

Sinnvoll

Ich war 2010 Zivildiener in einem Altenheim wohingegen mein Bruder vor einem Jahr beim Bundesheer war. Der direkte Vergleich meiner Erfahrung zeigt folgendes:
Während ich in den 9 Monaten lernte, mit alten Menschen umzugehen, diese würdevoll zu behandeln und auf ihre Probleme einzugehen hat mein Bruder die Zeit beim Bundesheer weitestgehend damit verbracht, die Keller der Kaserne weiß auszumalen.
Jetzt wo mein Großvater seit einem halben Jahr durch einen Schlaganfall an den Rollstuhl gefesselt ist kann ich nochmals sehr stark von meiner Ausbildung profitieren indem ich durch vorzeigen einer Technik und kleine Tipps in der Pflege, meine (auch nicht mehr ganz junge) Großmutter sehr entlasten konnte (und sei es nur um ihr zu zeigen wie man jemanden ohne großen Kraftaufwand aus dem Rollstuhl hebt).

Entgegen den vielen Erfahrungsberichten die man hier so lesen kann, wurde ich immer als Teil der Gruppe angesehen und nicht abschätzig behandelt (wobei es natürlich in jeder Belegschaft immer eine Ausnahme gibt)


1993 Samariterbund

10 Monate. Hat mit gut gefallen. Habe viel gelernt. Auch Freundschaften bis heute gefunden. Ob ichs damals, war 24, auch freiwillig gemacht hätte glaube ich nicht.

12 Monate...

2001, 12 Monate bei der Lebenshilfe Wien in der Behinderten-Betreuung. Anfangs sehr, sehr skeptisch, depremiert über das gestohlene Jahr. Nach dem ersten Monat wendete sich alles, selbst die Klogänge mit den Klienten erwies sich als weit weniger Schlimm als Angenommen, ich begann eine Beziehung zu den Klienten aufzubauen und die Arbeit machte - man höre und staune - tatsächlich spaß.

Ich hatte neben der Sinnvollen Tätigkeit eine Erfahrung, die mich bis zum heutigen Tag sehr geprägt hat: Das erlenen des Umganges von Menschen mit Behinderungen. Eine Erfahrung, die ich keinesfalls missen möchte.

Zumindest bei der Lebenshilfe Einrichtung wo ich "stationiert war", war / ist es so, dass man als Zivildiener ebenso respektvoll behandelt wird wie ein Betreuer, mit den gleichen Rechten und Pflichten.

In jedem Fall war diese Zeit besser genutzt als sich irgendeinem sinnlosen Theaterwissenschaten/Philosophie/Psychologie-Studium zu widmen, dass ich vermutlich begonnen hätte da ich mit 20 nicht wußte was ich eigentlich so anfangen soll.

Und gerade weil ich diese Erfahrung gemacht habe und weil ich denke, dass jeder prägende Erfahrungen im Zivildienst machen kann, bin ich FÜR den Zwangsdienst. Schikaniert wird heutzutage niemand mehr, also was soll das gejammere. Einzig: Auch Frauen sollten einen verpflichtenden Dienst leisten müssen.

8 Monate Bundesheer

ca. 1,5 Monate Grundausbildung (immerhin danach körperlich recht fit und marschieren gelernt)

ca. 6 Monate "Grüßen was sich bewegt und Putzen den Rest" - den Rest der Zeit Zwangsweises in die Luft schauen. lesen, Sporteln, lernen verboten!!!
ein halbes Jahr komplett verloren!
saufende Unteroffiziere zu diversen Veranstaltungen kutschiert tlw. bis spät nachts.
Samson in leerer Kaserne abgesessen.

ca. 1,5 Monate Grenzkontrolle - "Ausbeute" eine Familie mit einem Haufen Kindern in Todesangst, bewacht von rund einem Dutzend Soldaten mit Gewehr im Anschlag (scharfe Munition!)

 
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