Nazi-Vergleich: Auch Bundespräsident rügt Ackerl

10.01.2013 | 13:11 |   (DiePresse.com)

Oberösterreichs SP-Chef erklärte im Ringen um ein Berufsheer, die Zwangsverpflichtung sei eine Idee des Nationalsozialismus. Fischer und die ÖVP orten eine "Entgleisung".

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Ein Vergleich der allgemeinen Wehrpflicht mit dem Nationalsozialismus durch den oberösterreichischen SPÖ-Chef Josef Ackerl empört nicht nur die ÖVP. Mittlerweile hat auch Bundespräsident und Bundesheer-Oberbefehlshaber Heinz Fischer scharfe Kritik geübt: "Die Behauptung von Landeshauptmann-Stellvertreter Ackerl, wonach die Verpflichtung zum Wehrdienst eine Idee des Nationalsozialismus sei, ist eine bedauerliche Entgleisung",  sagte Fischer zum "Kurier". Die Aussage sei zudem "völlig unhistorisch".

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Die ÖVP hatte bereits am Donnerstagvormittag deutliche Worte des Bundespräsidenten in Richtung Ackerl verlangt. VP-Klubobmann Karlheinz Kopf bezeichnete Ackerls Vergleich als "ungeheuerliche Entgleisung und beschämenden Tiefpunkt der Auseinandersetzung". "Die in unserer Bundesverfassung verankerte allgemeine Wehrpflicht mit Front- und Zwangsdiensten des Nazi-Regimes gleichzusetzen, ist unerträglich", sagte Kopf. Auch eine Klarstellung von SPÖ-Chef Werner Faymann werde gewünscht - konkret, "eine formelle Distanzierung des Bundeskanzlers von derartigen Äußerungen als notwendigen Akt der politischen Hygiene und historischen Verantwortung", sagte ÖVP-Sozialsprecher August Wöginger.

Ackerl hatte bei einer Pro-Berufsheer-Veranstaltung in der Welser Stadthalle am Mittwochabend erklärt, die Zwangsverpflichtung sei eine Idee des Nationalsozialismus, der den Arbeitsdienst geschaffen habe. Er argwöhnte, dass vornehmlich die Kinder von Arbeitern und Angestellten Wehr- oder Zivildienst leisten müssten und sich andere "die Dinge richten können". Zum Zivildienst stellte er unter anderem fest, für anständige Arbeit sollte mit einem freiwilligen sozialen Jahr ordentlich gezahlt und nicht Ausbeutung von jungen Menschen betrieben werden.

(APA)

 
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327 Kommentare
 
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Joscho
13.01.2013 05:37
0

Und, hat er wirklich sooo unrecht

die Herren Historiker oder die sich dafür halten sollen uns dann gefälligst erklären wie es wirklich war.

Schließlich rekrutierte man das Kanonenfutter für den zweiten Weltkrieg aus der Wehrpflicht und dass dies nicht nur einen Spezialität der Nazis war, macht die Sache auch nicht besser. In einer Zeit in der der Milltarismus dominant war wie kaum je zu einer anderen, war die Idee der allgemeinen Wehrpflicht eines jeden Bürgers entstanden, ist das etwa nicht Faktum?

Antworten Chriso
20.01.2013 23:09
0

Re: Und, hat er wirklich sooo unrecht

Nein hat er nicht. Selbst der Artikel von Khol bestätigt dies. Zusammengefasst liest der sich so, Französische Revolution blablabla, Einführung der Wehrpflicht beim "Anschluss", Ausdruck irgend einer Enttäuschung.

Die Aussage ist somit überhaupt kein Blödsinn. Selbstverständlich wurde die Wehrpflicht durch das Regime wieder eingeführt. Jene die das nicht wissen: das Khol Zitat.

J. E.
11.01.2013 20:46
1

Verkehrte Welt

Einmal davon abgesehen dass die Aussage historischer Blödsinn ist, müsste dann nicht eher der Sozialismus für die allgemeine Wehrpflicht sein, wie noch vor ein paar Jahren?

Antworten Chriso
20.01.2013 23:11
0

Re: Verkehrte Welt

Warum soll die Aussage historischer Blödsinn sein? Sie ist ganz im Gegenteil absolut korrekt.

Besucher
11.01.2013 18:25
1

Nazi-Vergleich

Hinter den Nazis standen seinerzeit die Lobbyisten der deutschen und österreichischen Industriellen.
Die Wehrpflicht wurde nur zur Umsetzung ihrer Interessen vereinnahmt.

''Der deutsche Personalgutachterausschuss hatte 1961 nach der Überprüfung von 159 ehemalige Offizieren, 330 Unteroffizieren und 210 Mannschaften der Waffen-SS, diese in das Dienstverhältnis eines Berufssoldaten oder eines Soldaten auf Zeit berufen.
(Quelle Wikipedia)''


Antworten Guckst du
11.01.2013 19:56
0

Re: Nazi-Vergleich

Der Schritt war damals notwendig, weil auf Druck der Alliierten, besonders der Amerikaner, die Wiederbewaffnung Deutschlands 1955 begann und dringend Offiziere und Unteroffiziere benötigt wurden. "Altgediente" wurden überprüft und eingegliedert. Da spielte es damals keine Rolle, ob die zuvor bei der Waffen-SS waren oder nicht. US-General Eisenhower gab dazu eine Ehrenerklärung für die Soldaten der Wehrmacht ab und entschuldigte sich dabei für die falsche Einschätzung, die er 1945 gehabt habe und auch in seinem Buch beschreibe. Desgleichen erklärte Adenauer der auf Anfrage, dass er auch explizit die Angehörigen der Waffen-SS mit einbezog „...soweit sie ausschließlich als Soldaten ehrenvoll für Deutschland gekämpft haben.“

Sichel vom Adler
11.01.2013 17:35
3

wär das aus dem munde eines blauen gekommen

so stünde die gutmenschenmafia schon gewehr bei fuss!

so aber ists wurscht!

Thomas Meier
11.01.2013 14:59
8

Ausbildung zum Beamten

Beim Bundesheer wird man zum perfekten Beamten ausgebildet (vielleicht ist deshalb die ÖVP plötzlich dafür):

a) richtiges Ansprechen mit dem Richtigen Titel / akad. Grad

b) Dienstplan, Essenszeiten, Dienstschluss etc. genau einhalten

c) sinnlose Bürokratie ohne Ende (jeder "Kanzleischreiber" weiß es)

d) lernen, wie man einen 8 Stunden Tag mit Aufgaben für 1 h mit Nichtstun so ausfüllt, dass man nach 1 Woche noch immer bei Verstand ist

e) Benützung von Veraltetem Gerät durch chronischen Geldmangel

Antworten ZARA 2.01
11.01.2013 16:47
1

Du meine Güte!

Sie haben das wichtigste vergessen!
Den "Gsunden Durscht"!

Antworten reisek
11.01.2013 15:43
0

Re: Ausbildung zum Beamten

doppelt hält besser

Antworten Antworten Young and good
11.01.2013 16:20
1

Re: Re: Ausbildung zum Beamten

"doppelt" was?

Doppelt sinnlos?
Doppelt veraltet?

Bei uns in der Firma fliegt raus, wem man andauernd alles doppelt sagen muss, solche Leute können wir nicht brauchen!

Thomas Meier
11.01.2013 14:58
3

Ausbildung zum österr. Beamten

Beim Bundesheer wird man zum perfekten Beamten ausgebildet (vielleicht ist deshalb die ÖVP plötzlich dafür):

a) richtiges Ansprechen mit dem Richtigen Titel / akad. Grad

b) Dienstplan, Essenszeiten, Dienstschluss etc. genau einhalten

c) sinnlose Bürokratie ohne Ende (jeder "Kanzleischreiber" weiß es)

d) lernen, wie man einen 8 Stunden Tag mit Aufgaben für 1 h mit Nichtstun so ausfüllt, dass man nach 1 Woche noch immer bei Verstand ist

e) Benützung von Veraltetem Gerät durch chronischen Geldmangel

Sandokan
11.01.2013 14:58
4

Also ich bin jetzt sicher kein Ackerl Fan

Ganz im Gegenteil kann ich solche Steinzeitler nicht ausstehen aber jetzt jedes Wort auf die Waagschale zu schmeissen ist auch Blödsinn. Man wird doch noch (auch saublöde) Vergeliche anstellen dürfen. Die künstliche Empörung ist lächerlich.
Freiheit heisst auch Leuten die einem nicht zu Gesicht stehen Ihre Meinung zu lassen. Und die ewige künstliche Aufregung wegen der Nazideppen geht mir auch langsam auf den Wecker. Stalin war genauso ein Monster wie Hitler aber das kritisiert niemand.

Thomas Meier
11.01.2013 14:17
5

"Rechengenies" der "Wirtschaftspartei" ÖVP (sic!)

Bei der gesamten Debatte werden die wahren Kosten des Grundwehr- bzw. Zivildienerst vollkommen ausgeklammert! Die Kosten bestehen nämlich nicht nur ein einem "Sklavensold" sondern aus:

a) Vergütung (Bezahlung kann man das nicht Nennen)

b) Essen / Verpflegsgeld Fahrtkosten

c) Entgangene Einkommenssteuer-Einnahmen (für bis zu 1 Jahr)

d) entgangene Sozialversicherungsbeiträge (für bis zu 1 Jahr)

e) Personalkosten für die Einschulungen bzw. alle folgeprobleme, die aus nicht vorhandener Motivation rühren

f) Vernichtung von Arbeitsplätzen durch Zivildiener (und Auszahlung von Arbeitslosengeld)

g) Lohn- und Sozialdumping in der Gesundheitsbranche und dadurch geringere Kaufkraft und Konsumausgaben (MWST) etc.

Würde man ehrlich die Volkswirtschaftlichen Kosten von Wehrpflicht und Zivildienst darstellen, käme man wohl schnell zum Ergebnis, dass eine Berufsarmee und höhere Löähne im Geundheitsbereich bzw. bezahlte Pfegearbeit volkswirtschaft am Besten wäre.

und Außerdem zum Schluss, dass was andere Industrienationen vormachenn auch für Österreich eine bessere Lösung sein könnte.

Antworten Egosum
11.01.2013 16:27
4

Re: "Rechengenies" der "Wirtschaftspartei" ÖVP (sic!)

ist ihnen klar,dass das Problem im sozialbereich alles andere als die Arbeitslosenquote sein wird? in den nächsten Jahrzehnten steht der großen Gruppe von betreuungsbedürftigen eine zu kleine Gruppe von arbeitsfähigen Menschen gegenüber.

Thomas Meier
11.01.2013 13:45
5

Wehrpflicht und Gleichberechtigung

Das Argument der Wehrpflicht nur für Männer kommt von folgendender Denkweise:

a) Männer (die Starken) kämpfen, verteidigen Heim und Land
b) Frauen (die Schwachen) bekommen Kinder und versorgen Heim, Mann und Kind

Aus dieser Denkweise kommt auch die Argumentation Frauen an der Herd <--> Männer in die Fabrik, Frauen haben kein Wahlrecht (der starke Mann wählt ja für die Frau mit)

--
Wenn die Argumentation für eine Wehrpflicht nunmehr lautet, "das tut den Burschen gut", "die leute sollen was für ihr Land tun", wir brauchen Menschen für die Pflege und den Katastrophenschutz, dann muss es - wenn eine Wehrpflicht zwingend notwendig erscheint - eine Wehrpflicht für ALLE geben!

GLEICHE RECHTE bedeutet GLEICHE PFLICHTEN!

Antworten Egosum
11.01.2013 16:40
4

Re: Wehrpflicht und Gleichberechtigung

wenn alle rechte gleich sind - gerne

Thomas Meier
11.01.2013 13:43
4

Wehrpflicht für frauen

Das Argument der Wehrpflicht nur für Männer kommt von folgendender Denkweise:

a) Männer (die Starken) kämpfen, verteidigen Heim und Land
b) Frauen (die Schwachen) bekommen Kinder und versorgen Heim, Mann und Kind

Aus dieser Denkweise kommt auch die Argumentation Frauen an der Herd <--> Männer in die Fabrik, Frauen haben kein Wahlrecht (der starke Mann wählt ja für die Frau mit)

--
Wenn die Argumentation für eine Wehrpflicht nunmehr lautet, "das tut den Burschen gut", "die leute sollen was für ihr Land tun", wir brauchen Menschen für die Pflege und den Katastrophenschutz, dann muss es - wenn eine Wehrpflicht zwingend notwendig erscheint - eine Wehrpflicht für ALLE geben!

GLEICHE RECHTE bedeutet GLEICHE PFLICHTEN!

ZARA 2.01
11.01.2013 13:00
2

Du meine Güte!

Klar, Opi will sich auch zukünftig von billigsten Zivieldienern betreuen lassen!
Erbärmlich!

Antworten Egosum
11.01.2013 16:49
6

Re: Du meine Güte!

Opa wäre froh, wenn er nicht auf externe Hilfe angewiesen wäre. Hilfe,deren ausmaß wir uns in Zukunft kaum mehr leisten können werden.

Antworten Egosum
11.01.2013 16:44
1

Re: Du meine Güte!


Antworten Harmonica
11.01.2013 14:52
12

Re: Du meine Güte!

Komisch - ich hatte heute einen Patienten, den haben Zivildiener erstversorgt - der war aber kein Opi und dankbar war er den jungen Helfern auch.
Erbärmlich sind ihre Aussagen !

Antworten Antworten ZARA 2.01
11.01.2013 16:46
1

Re: Re: Du meine Güte!

Ihre Aussage ist unfair!
Ich möchte zum Beispiel, dass mich nicht Zivildiener, sondern stattdessen Ärzte erst- und weiterversorgen.
Wäre doch sinnvoll, dass man anstatt Zivieldiener Ärzte auf Verletzte losläßt, oder?

Antworten Antworten Antworten Egosum
11.01.2013 18:37
0

Re: Re: Re: Du meine Güte!

wenn sie gut versichert sind,hat evtl einer Zeit. wenn er nicht eingespart wurde

Antworten WM
11.01.2013 14:35
3

Re: Du meine Güte!

Wart's nur ab....

Guckst du
11.01.2013 12:49
5

Interessant ist ja nur ...

... das sich alle über den Vergleich des Herrn Ackerl aufregen, jedoch niemand bisher in der Lage war, diesen im Wortlaut wiederzugeben.
Das kommt einem fas so vor, wie es in dem köstlichen Roman ER IST WIEDER DA (Autor: Timur Vermes, ISBN/EAN: 978-3-7857-4741-4) beschrieben wird:
"[...] Da notiert der Schwerhörige, was ihm der Blinde berichtet, der Dorftrottel korrigiert es, und die Kollegen in den anderen Pressehäusern schreiben es ab [...]."

 
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