„Spindelegger-Falle“: Grüne warnen vor Frauenwehrpflicht

11.01.2013 | 18:25 |   (Die Presse)

Auch Frauen müssten sicher zum Bundesheer, wenn die Wehrpflicht bleibt. Eine Rüge setzte es für den oberösterreichischen SPÖ-Chef Josef Ackerl.

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Klagenfurt/Linz/Pö. Bei ihrer Klubklausur in Oberaichwald am Faaker See widmeten sich die Grünen am Freitag der Heeresvolksbefragung. Hauptargument von Frauensprecherin Judith Schwendtner und Verteidigungssprecher Peter Pilz für ein Berufsheer: Auch Frauen müssten sicher zum Bundesheer, wenn die Wehrpflicht bleibt.

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Dass der ÖVP-Chef behauptet, eine Wehrpflicht für Frauen sei bestenfalls ein „Faschingsscherz“, nannte Pilz die „Spindelegger-Falle“: Der Vizekanzler solle nicht länger die Augen davor verschließen, dass bei zunehmender Gleichberechtigung auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte zu dem Erkenntnis gelangen werde, dass eine Wehrpflicht nur für Männer menschenrechts- bzw. gleichheitswidrig sei. Wann? „In fünf bis zehn Jahren“ sei wohl damit zu rechnen, meinte Pilz.

Eine Rüge setzte es für den oberösterreichischen SPÖ-Chef Josef Ackerl. Dieser hatte bei einer Pro-Berufsheer-Veranstaltung am Mittwochabend in Wels gesagt, dass eine „Zwangsverpflichtung“ eine Idee des Nationalsozialismus gewesen sei, der den Arbeitsdienst geschaffen habe. Dazu Pilz: „Wenn das als rein historischer Beitrag gemeint war, dann halte ich das trotzdem für ungeschickt – um das Mildeste zu sagen.“ Und: „Wenn jemand beginnt, Befürworter (der Wehrpflicht, Anm.) in die Nähe des NS-Regimes zu rücken, ist das indiskutabel. Das geht nicht.“

In Oberösterreich gab der grüne Landesrat Rudi Anschober inzwischen bekannt, dass er die Funktion des Landessprechers im Laufe des Jahres abgeben werde. Er wolle sich auf die Regierungsarbeit konzentrieren. „Es geht um meine persönliche Energiewende“, sagte der 51-Jährige in seiner ersten Pressekonferenz nach einer dreimonatigen Auszeit wegen Burn-outs.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.01.2013)

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27 Kommentare
 
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Und wer

soll dann bitte das Land am Laufen halten, wenn die Frauen scharenweise zum Wehrdienst strömen? :-)

Schon die alten Griechen...

...hatten die Wehrpflicht für Frauen! Schon was von den Amazonen gehört? Die liessen sich sogar die Brust amputieren, damit man den Bogen besser aufziehen kann.
Der Peter Pilz soll weiter gegen die "Mini-Wehrmacht" wettern, er wird keinen Stich damit machen.

francis

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Wehrpflicht für Männer

Ein alter Hut, der in der heutigen Zeit immer undichter und rissiger wird. Der Wertewandel wird auch im Bereiche des Militärs nicht zu verhindern sein.
Die Ewiggestrigen verharren dabei und werden von der gesellschaftlichen Entwicklung überrollt werden.
Die Meinung über und für die bestehende Wehrpflicht geht quer durch alle politischen Lager, diese ist auf die Dauer nur für die Männer nicht mehr aufrecht zu erhalten!!

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Peinlich.

Jetzt rennen auch die Grünen unter Führung von Pilz und Schwendner der Kronenzeitung nach.

Damit haben sie für mich jetzt endgültig jeden Anspruch der Wählbarkeit verloren.

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Der grüne Faschingsscherz

Wenn die Sache wirklich so ist wie es hier der "Herr" Peter Pilz hier darstellt, dann kann doch auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Bezug auf Gleichberechtigung sagen:

"Im Sinne der Gleichberechtigung müssen auch Männer Kinder gebären" --> Wie man so etwas in der Praxis umsetzten kann --> keine Ahnung !!!

Dazu kann man doch nur den Kopf schütteln und bestenfalls von einem "grünen Hirngespinst" reden.

Wenn man von Gleichberechtigung spricht dann sollte man folgende Frage stellen:

"Wie kann es sein, das wie Herr Peter Pilz, mit einen Bezug als Abgeordneter zum Nationalrat in einer Wohnung für Bedürftige (ca. 130 € im Monat) lebt.

Das ist kein "Smäh" das ist leider so --> er ist halt eben nur so gleichberechtigt, wie ein wirklich Bedürftiger.

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Ja ein Wehrdienst für Frauen wäre für manchen

späteren Ehemann oder Lebensgefährten sicher eine Bereicherung.
Wenn die Emanzen beim Heer lernen wie man putzt und kocht, würden für viele Emanzen diese Tätigkeiten kein spanisches Dorf mehr sein.

Re: Ja ein Wehrdienst für Frauen wäre für manchen

Ich bin eine Frau und bin für den Wehrdienst der Frauen. Da werden unsere Manderln endlich sehen, was wir Frauen so ganz nebenbei leisten. Arbeiten, kochen, waschen, putzen, bügeln, Kinder erziehen und aufziehen, Männer bedienen und erziehen. Da wird der liebe Enzo sich ansch...., wenn er dies alles noch nebenbei machen muss. Ach ja, was ich ganz vergaß und wenn Manderl krank ist, Handerl halten, Tee kochen und Doktor rufen. Bedauern ist auch nicht falsch.

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Re: Re: Ja ein Wehrdienst für Frauen wäre für manchen

Darum gilt auch ein altes Sprichwort :
" Wegen einem Glas Milch kauft sich keiner eine Kuh samt Bauernhof "

1 0

Re: Ja ein Wehrdienst für Frauen wäre für manchen

Mein lieber Freund (im Spaß) gemeint:
Wenn Du schon eine Emanze geheiratet hast, (jetzt natürlich ohne militärische "Kochkünste") so ist das Dein Problem.

Was aber tun, wenn unsere Prinzessinnen in Zukunft das rekrutieren von willigen Männern für das Standesamt beim Militär lernen.
Einen Kochkurs werden diese dort sicher nicht absolvieren !!

Glaube mir eins: Jetzt sind wir besser dran!!

Re: Re: Ja ein Wehrdienst für Frauen wäre für manchen

Seit wann heiraten EmanzInnen Männer?
Vielleicht aber eine MännerIn aus den Genderworkshop - na Mahlzeit!

2 0

Und wieder einmal

Neue Gärgase aus dem Klub der Grünen,ja in so einem Komposthaufen gibt es immer wieder Neuigkeiten.

Aber auch der Herr Ackerl muß erkennen ,dass in diesem Land die Worte auf einer sehr feinen Waage gemessen werden.
Im Unterschied zu der Waage der Gerechtigkeit wie in den Korruptionsfällen zu sehen ist.

Die Grünen lassen durch Peter Pilz

wieder einmal einen politischen "Heißluftballon" steigen. Was Darabos mit seinen missglückten Eurofighter-Deal nicht geschafft hat, führt Pilz zu einem guten Ende: Der Luftraum in den Köpfen derjenigen, die zur Abstimmung über das Bundesheer gehen ist absolut sicher.

Auf der ganzen Welt


gibt es nur in Israel, Nordkorea und Bolivien eine Wehrpflicht für Frauen!

Jetzt plötzlich mit der sogenannten "Frauenwehrpflicht" bei uns in Österreich daher zu kommen ist:

Realtätsfremd & Lächerlich!

gleichberechtigung ja..

aber nur dort, wo es bequem ist. typisch grüne.

Und was ist mit der Gleichberechtigung?

Die Grünen pochen doch immer auf die Gleichberechtigung: ALSO WEHRPFLICHT AUCH FÜR FRAUEN!

10 1

Frauen zum Zivildienst

Ich bin der Meinung (hat schon Bruno K. gesagt) dass Frauen verpflichtend für die Gesellschaft etwas beitragen sollen. Deswegen sollen Frauen bei der Stellungskommission ihre Gesundheit überprüfen lassen und sich dann frei entscheiden ob sie Zivildienst oder Wehrdienst machen. Sollten sie in der Dienstzeit schwanger werden, können sie ja abrüsten. So nebenbei würde sich die Dienstzeit für beide Varianten und beide Geschlechter auf ca. 6 Monate vereinheitlichen.

francis

2 0

Re: Frauen zum Zivildienst

Die Grünen haben ja die Mikl-Leitner abgewatscht, als sie für Frauen die FREIWILLIGE Möglichkeit des Zivildienstes vorschlug!

10 0

herr Pilz...

empfänden sie es denn als "falle", wenn eine Pflicht gender neutral gehandhabt würde! Oder würde sich ihre Haltung zur Wehrpflicht auch nur irgendwie! ändern, wenn sie auch zukünftig nur den Männern abverlangt würde? Wenn nicht, warum bemühen sie dieses Argument überhaupt?

Prekäre Arbeitsverhältnisse

es geht schlicht darum,
dass der ZIVILDIENST

ein PREKÄRES Arbeitsverhältnis ist.

zum 0-Tarif, insofern schlechter als die Situation thailändischer Näherinnen.

In DAS in einem der reichsten Länder der Welt.

peinlich und schamlos

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frauen detto

ich habe zwei söhne und eine Tochter. meinen söhnen kamen ein jahr später zum studieren und obwohl ich es meiner Tochter gönnte, dass sie ohne gemeinnützigen dienst an der Gesellschaft früher fertig war, bin ich doch dafür, dass Mädchen AUCH ein sozialjahr bringen müssten. es würde ihnen gut tun in Kindergärten, Krippen, krankenhäusern oder Altenheimen soziales Engagement zu zeigen.

Re: frauen detto

Ich habe 3 Söhne. Alle 3 haben ihren Wehrdienst (vor Darabos-Zeiten) abgelegt.

Wir als Eltern von 3 Söhnen haben gravierende Nachteile in persönlicher und materieller Hinsicht gegenüber Eltern von Mädchen/jungen Frauen in Kauf nehmen müssen.

Kann mir jemand logisch begründen (ausser dass dies eben Gesetzeslage ist) warum/weshalb wir einen 3fachen Dienst für die Gesellschaft leisten mussten "nur" weil wir 3 Söhne haben??

Grantig werde ich, wenn als Begründung kommt, die Frauen (immer weniger!)bekommen ja Kinder (in Österreich liegt das Durchschnittsalter der Erstgebärenden nahe bei 30 Lebensjahren) und leisten dadurch ebenfalls einen Beitrag für die Gesellschaft - und jene die keine wollen oder (leider) keine kriegen können?

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Re: Re: frauen detto

Mein Gott, die armen Eltern müssen einen schweren Weg gehen und ihre Söhne zum Militär schicken! Und erklären das auch noch zu einem Opfer für die Allgemeinheit.
Und die Buam fragt keiner?

Re: Re: Re: frauen detto

Sie wollen offenbar meinen Beitrag absichtlich falsch verstehen?
Den Ausdruck "Dienst an der Gesellschaft (etwas zurückgeben)" haben in erster Linie ÖVPler (bzw Befürwörter) verwendet!
Meine in den Raum gestellte Frage an die Systembewahrer ist u.a. die, warum "wir" eine mindestens 3fache "Leistung für die Gesellschaft" erbringen müssen, "nur" weil wir Söhne haben??
Von selber ergibt sich der Hinweis auf GRAVIERENDE persönliche und materielle Nachteile (gegenüber einer Familie mit 3 Mädchen), die mir eigentlich erst jetzt anlässlich der Debatte so richtig bewußt wurden!

P.S. ich bin nicht für den verpflichtenden Wehrdienst für Frauen

da waren doch unsere emanzen jahrzehnte

von wehrdienst oder zivildienst befreit und jetzt wo die gleichberechtigung eingefordert wird wollen sie wiedereinmal davon nix wissen.
nur die butterseite ist interessant alles andere nicht..

da waren doch unsere emanzen jahrzehnte


Komisch, der Pilz

Da kommt aber der pilz recht spät drauf. Saß er nicht mit Zilk und anderen Experten lange Zeit in einer Bundesheerreformkommission? Und da ist ihm und all den anderen Experten das nicht aufgefallen? Aber geh.Wahrscheinlich hätten sich damals alle vor Lachen gekugelt. Aber jetzt in dieser verzweifelten Situation für die Bobos und Sozen ist natürlich jedes Mittel recht,um Verunsicherung zu erzeugen.

 
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