Vom Mythos "Panzerschlacht im Marchfeld" und anderen Österreich-Lügen...

13.01.2013 | 17:51 |  VON GEORG MADER (DiePresse.com)

Von Ministern bis Journalisten: In der Debatte um das Bundesheer geben Politiker, Pazifisten und Boulevard-Schreiber erstaunlich viele Dummheiten von sich.

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Es ist einer dieser teils parteipopulistischen, teils ideologisch-pazifistischen Mythen, der seit langem gern medial gestreut wird wenn es inhaltlich gegen das (Militärische am) Bundesheer geht: Der Sager von der heute ja angeblich überholten „Panzerschlacht im Marchfeld“. Vom zivilen Verteidigungsminister ebenso wie „seinen“ Offiziere oder seinen 180-Grad-Schwenk unterstützenden Journalisten, wenn es darum ging, die schwere Ausrüstung des Heeres, ja das ganze bestehende Heeresmodell an sich, zu hinterfragen.

Dabei ist dieser Sager in der Tat ein Mythos, denn die Verteidigungsplanung des Bundesheeres sah schon gemäß des Raumverteidigungskonzepts der 1970er und 1980er den raschen Rückzug der Masse des Heeres in die gebirgigen Regionen des Westens und Südens vor, im Vorfeld sollten nur Schlüsselzonen verteidigt und der Feind (also der Warschauer Pakt) durch Hinterhalte, feste Anlagen und Minen gebremst werden. Wien wäre sofort aufgegeben worden, der Einsatz eigener mobiler Kräfte ganz im Osten, mitten in die Wucht der ersten Angriffswelle der Garde-Panzer- und MotSchützendivisionen hinein, war schlicht nie vorgesehen. Ja er sollte ausdrücklich vermieden werden.

"Liebitzky-Plan"

Im letzten „Profil“ finden sich Anhaltspunkte, dass diese Rückzugstaktik schon ganz am Anfang des Bundesheeres stand. Unter Bezugnahme auf eine Arbeit bzw. Auslegung des Historikers Oliver Rathkolb wird dort geschildert, dass im Dezember 1955 „Quasi-Verteidigungsminister“ Emil Liebitzky (ein ÖVP-naher Ex-Offizier, der maßgeblich am Aufbau des Heeres beteiligt war und es de facto führte, als die Verteidigungsagenden noch vom Bundeskanzleramt geführt wurden), wohl mit Wissen von ÖVP-Kanzler Julius Raab und der US-Botschaft in Wien nach Rom fuhr. Dort habe er der italienischen Militärführung den Operationsplan des Bundesheeres übergeben, mit Bitte um Weiterleitung ans Nato-Hauptquartier. (Wenn das stimmt war das zwei Monate (!), nachdem das Gesetz über die immerwährende Neutralität Österreichs unterzeichnet wurde, was bis heute die Herbstluft des Heldenplatzes bewegende „Bekenntnisse“ generiert. . .)

Laut jenem „Liebitzky-Plan“, den man übrigens vor der SPÖ geheimzuhalten versuchte, hätte sich das Heer nach einem Einfall des Warschauer Pakts sofort Richtung Westen auf die Linie Stadt Salzburg – Gmunden – Eisenerz – Leoben – Wolfsberg zurückgezogen und halb Österreich im geografischen Sinn inklusive der Großstädte Wien, Graz und Linz zu Gunsten einer Art „Alpenreduit“ aufgegeben. Nichts also mit der jüngst viel bemühten Panzerschlacht im Marchfeld, ja im Gegenteil: Dem Autor dieser Zeilen liegen Statements vor, nach denen die Regierung in jener Periode (1958) intern beschlossen oder zumindest erörtert hätte, Österreich überhaupt nicht zu verteidigen.

Gepanzerte mobile Luftabwehrsysteme fehlten

Später sah das Raumverteidigungskonzept zwar auch einzelne lokale Gegenstöße auch mit Panzereinheiten vor, speziell im Voralpengebiet und aus Tälern heraus, um den allgemeinen Rückzug zu decken. Doch wären diese Attacken mit früher M47- und später M60-Kampfpanzern sowie Kürassier-Panzerjägern erstens nicht im Marchfeld erfolgt – und zweitens wohl schon auf dem Marsch von der Luftübermacht des Gegners (durch hunderte Jagdbomber wie MiG-23BN, Su-25, SU-22 und Mi-24-Kampfhubschrauber) völlig vernichtet worden. Und im Marchfeld erst recht. Das Bundesheer hat nämlich nie gepanzerte mobile Luftabwehrsysteme als Schutz der eigenen Panzertruppe erhalten, erst ab Mitte der 1980er wurden tragbare bzw. auf Pinzgauer (!) bewegliche Fla-Lenkwaffen vom Typ „Mistral“ beschafft. Und die wenigen schon damals schwer veralteten Flieger wie die „Saab-Tonnen“, die Saab-105er und zuletzt die „Draken“ hätten schon mangels nennenswerter Luft-Luft-Kampfkraft die Bodentruppen nie decken können; sie wären zudem schon zuvor auf ihren Horsten am Boden zerstört worden, weil es in Österreich auch niemals bombensicheren Flugzeugshelter gab (in der Schweiz sprengte man dafür ganze Kavernen in die Berghänge).
Jeder größere Panzereinsatz unseres Bundesheeres wäre also ein sinnloser Opfergang mit überall verstreuten hellgrau-ausgeglühten Wracks gewesen.

Nur wollte dies in der Heeresführung ohnehin niemand. Mangels nennenswerter eigener Luftstreitkräfte wurde dieses Element bei Heeresmanövern sogar auch im Kopf zunehmend einfach ausgeblendet: Bis ins vorige Jahrzehnt hörte in Planspielen der Militärakademie Wiener Neustadt die Welt de facto zwei bis drei Meter über dem Boden auf, darunter marschierten dafür irgendwelche Kolonnen zu dieser und jener zu nehmenden Höhe, riesige Staubfahnen weit in die Luft wirbelnd. Schon taktisch völlig unrealistisch.

Konzept fand Gefallen der Nato

Wieso nun diese „Panzerschlacht“ derzeit immer noch bzw. immer wieder als „überholtes Modell“ die offensichtliche Lächerlich- und Sinnlosigkeit großer Bereiche eines „echten“ Heeres verbundener Waffen illustrieren soll, ist rätselhaft und zeugt auch von ebenso lächerlich wenig Sachkenntnis über die Geschichte unserer Zweiten Republik. Das Konzept gab es einfach nie.

Im Übrigen saßen in den Panzern sowieso keine einfache Grundwehrdiener sondern Zeit- und Berufssoldaten. Wie auch bereits heute. Die Männer mit den schwarzen Baretten SIND Profis, ganz ohne Berufsheer.
Der Nato habe, so wird Rathkolb zitiert, das Rückzugskonzept der Österreicher durchaus gefallen, weil damit die Nordgrenze Italiens zumindest vorübergehend gesichert und die strategisch wichtige Verbindung zwischen Deutschland und Italien durch Tirol durch das Bundesheer abgeschirmt worden wäre. Bei einem Besuch in Washington habe der spätere erste Verteidigungsminister der Zweiten Republik, Ferdinand Graf (1956-61), ein Kärntner, dann eine komplette elektronische „Lauschstation“ als „Geschenk“ bekommen, sie wurde auf der Königswarte bei Hainburg aufgebaut und mit Bendix-Technik ausgestattet. Bis zum Ende des Ostblocks belauschte die österreichische Fernmeldeaufklärung von dort aus den Funkverkehr in Osteuropa. Die Bänder seien umgehend an die in Frankfurt (richtiger wäre wohl Bad Tölz bzw. Bayreuth) darauf wartenden US-Kollegen bzw. den deutschen BND gegangen.

Auch hier wieder der in unserer „genialen“ Befragung vom 20. Jänner nicht vorkommende Hinweis auf die gelebte Realität unserer erst neulich wieder im ORF-Bürgerforum allseits mit belegter Stimme betonten Neutralität. Der Autor dieser Zeilen ist diesbezüglich überzeugt, dass man sich diese etwas tiefere und rauere „Neutralitätsstimme“ auf Knopfdruck antrainieren kann. . .

Den Warschauer Pakt, der das mit dem Lauschposten und vieles andere natürlich wusste, hätte Österreichs Neutralität bzw. der Umgang damit jedenfalls genau einen Tag lang interessiert. Mir hat ein Offizier eines tschechischen Schlachtfliegerregiments etwa 1992 im ostböhmischen Pardubice die (nun gottlob obsoleten) Zielkarten des Warschauer Pakts mit Primär- und Sekundärzielen gezeigt. Und das Sekundärziel jener 30 Suchoi Su-25 „Frogfoot“-Tiefflieger des Regimentes war: der Brenner!

Luftlandetruppen der Nato

Der Warschauer Pakt ging nämlich davon aus, dass im Kriegsfall die Nato US-Luftlandetruppen einsetzen würde, um Brenner und Inntal zu sichern. Man hätte genau einen Tag lang zugesehen, ob das neutrale Bundesheer die gelandete US-Airborne bekämpft hätte – was so schnell aber fast unmöglich gewesen wäre, denn als Grundregel gilt, dass man dafür eine doppelte Überlegenheit braucht. Nur mit welchem Transportraum sollte das Heer in Tirol binnen weniger Stunden welche Kräfte auftreiben? (Tiroler Schützen vermutlich nicht.)

Also hätten sich, erzählte der tschechische Offizier, die Ostblockluftwaffen darum gekümmert. Und das hätte auch den Einsatz taktischer Nuklearwaffen bedeuten können. Jedenfalls hätten sich die tschechischen Piloten das Sekundärziel Brenner als Auftrag geradezu herbeigesehnt: Von den Primärzielen, den schwer verteidigten Fliegerhorsten der Nato in Bayern, wären nämlich nur wenige zurückgekehrt, da hatten die Männer keine Illusionen. Der weiter entfernte Brenner aber wäre ein Paradies für sie gewesen: Keine Luftabwehrraketen, alte Saabs. . .

Eben ein Gegner, der sich – bis heute – selbst nie ernst nehmen wollte und dies seiner Bevölkerung erfolgreich eingeimpft hat. All die beschriebene Thematik blieb öffentlich ausgeblendet – und guat is' gangen, nix is g'schehn! Ebenso verhält sich die politische Führung heute in der unerquicklichen Thematik der Teilnahme an Abwehrsystemen gegen ballistische Raketen. Nur so ist zu erklären wieso sich boulevardeske Politiker 2013 ernsthaft trauen, uns zu befragen, ob man mit 0,6 Prozent Verteidigungsbudget eine Berufsarmee machen oder Rekruten Abenteuerurlaube bieten solle!

Begriffe wie „Profi-Miliz“, „bezahlte Freiwilligkeit“ etc. illustrieren in Wahrheit unser verwüstetes Marchfeld im Kopf. „AEIOU“ war einst das kaiserliche Motto Österreichs: „Alles Ernsthafte Immer Ohne Uns“ könnte man noch heute sagen.

Der Autor ist Österreich-Korrespondent des internationalen Militärfachmagazins "IHS Jane's Defence", der Text wurde redigiert von Wolfgang Greber.

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60 Kommentare
 
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panzergeneräle

Österreichs generäle führen sich auf als befehligen sie hunderttausende von vasallen.
In wahrheit kämpfen sie den täglichen kampf im beamtenheer.
Wenn die wehrpflicht gewinnt, wird ab 21. Jänner das bundesheer erneut mit beamten vollgestopft, welche dann wiederum 40 jahre lang "dienen " dürfen.
Eine reform mit zeitsoldaten muss her, je früher desto besser.

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Der Verschwender

Hier irrt der Autor: es gab sehr wohl über Jahre eine mobile Truppenluftabwehr, die legendäre M 42. Es wurde aber verabsäumt, diesen Fla-Panzer durch modernes zeitgemäßes Gerät zu ersetzen (Geld gab es auch in den 60er- und 70-Jahren schon viel zuwenig);
Und auch die Panzerschlacht oder zumindest der Verzögerungskampf mit schwerem Gerät war offensichtlich kein Hirngespinst. Führnde Militärs, die uns heute den Erhalt der Wehrpflicht predigen, haben lange nach dem Zerfall des Ostblocks und der Auflösung des warschauer Pakts - also nach dem Wegfall der Bedrohung aus dem Osten - eifrig Kampf- und Jagdpanzer in großer Stückzahl gekauft. Gerät, das Jahre später zum Teil ohne für das Bundesheer adaptiert worden zu sein verschrottet wurde!

Re: Der Verschwender

Ja, lügt euch alle in die eigene Tasche, dann habt ihr wenigstens denselben Effekt wie kleine Kinder, die sich die Augen oder Ohren zuhalten, wenn sie die Wahrheit, die Realität nicht sehen oder hören wollen.
Mit dem Bundesheer von damals, mit der damalige Ausrüstung gegen solch einen Gegner anzutreten, wäre unverantwortlicher kollektiver Selbstmord gewesen und sonst nichts.
Die dümmsten Helden sind immer die, die chancenlos, aber trotzdem (todes)mutig in das offene Messer rennen!

Re: Der Verschwender

So viel ich weiß, waren es nicht "führende Militärs, die uns heute den Erhalt der Wehrpflicht predigen", sondern Politiker - insbesondere der damalige Bundeskanzler Vranitzky -, die 1987 den Kauf von überzähligen Jagdpanzern "Kürassier"- die eigentlich an Chile geliefert werden sollten, was aber aus politischen Gründen (Pinochet-Regime) nicht zustande gekommen war - durch das BMLV durchsetzten. Damals war vom Zerfall des Ostblocks bzw. der Auflösung des Warschauer Pakts keine Rede.

Der Kauf der Kampfpanzer "Leopard" im Rahmen des "Mech-Pakets" 1996 war durchaus begründet, da der seinerzeit verwendete Kampfpanzer M-60 am Ende seiner Nutzungsdauer angekommen war. Der "Leopard" ist auch heute noch konkurrenzfähig, obwohl es natürlich Modernisierungspotential bei der elektronischen Ausrüstung und dem Schutz (z.B. durch eine zusätzliche Käfigpanzerung oder die Integration einer elektronisch fernbedienbaren Waffenstation) gäbe. Dass der Kauf des Raketenjagdpanzers "Jaguar" ein Nonsens war, bestreite ich nicht, obwohl man die Lenkwaffen PAL4000/HOT durchaus hätte weiterverwenden können.

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Parlamentarische Petition Abschaffung Bundesheer & aktive Friedenspolitik

Die parlamentarische Petition zur Abschaffung des Bundesheers & für eine aktive Friedenspolitik kann online auf der Website des Parlaments unterstützt werden (auf "Zustimmen" klicken):

http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/BI/BI_00053/index.shtml#tab-Uebersicht

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Re: Parlamentarische Petition Abschaffung Bundesheer & aktive Friedenspolitik

"Willst du den Frieden, rüste für den Krieg"

Der Herr hat recht...

Es braucht keine bewaffnete Neutraltät, man sollte sich Szenarien ohne ein Bundesheer überlegen.

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Re: Der Herr hat recht...

Eine unbewaffnete Neutralität gibt es völkerrechtlich nicht; wer das Heer abschafft schafft auch die Neutralität ab (nicht das das schlecht wäre).

Re: Der Herr hat recht...

Sie meinen die totale Unterwerfung und Fremdbestimmung ... ?

Re: Re: Der Herr hat recht...

Genau, dieses ganze Kasernengeseire mit schreienden Vizeleutnants ist doch lächerlich. Die Leute sollten in dieser Zeit eher lernen individuell und selbstbestimmt zu werden.

Re: Re: Der Herr hat recht...

das heisst das überhaupt nicht. zum glück leben wir in einem umfeld, wo nicht der mit der waffe "bestimmt".
und selbst wenn's so wäre, würde das heissen, dass wir nix zu sagen haben. dem ist gott sei dank NICHT so!

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Re: Re: Der Herr hat recht...

... Genau das ist das Problem mit Euch Militaristen: Ohne Gewalt fürchtet Ihr die "totale Unterwerfung und Fremdbestimmung". Dass es Formen des Widerstands gibt, die vielleicht sinnvoller Sinn als das nationale Blutopfer wollt Ihr/könnt Ihr nicht begreifen.

Re: Re: Re: Der Herr hat recht...

das mit den (vermutlich gewaltlosen) sinnvollen formen des widerstands erzählts ihr pazifisteln bitte mal dem christkind und den vielen hitler- oder stalin- oder mussolini- oder napoleon- oder wem auch immer -opfern und den vietnamesen und tibetern und anderen. lest lieber euren gandhi besser: der hat nämlich selber gesagt, dass gewaltloser widerstand nicht gegenüber jedem gegner wirksam ist, sondern nur gegenüber einem solchen, der ein mindestmaß an zivilisatorischen grundsätzen respektiert. gegenüber nazideutschland hätte das, laut gandhi, etwa nie funktioniert. wenn du frieden willst, rüste dich für den krieg ist immer noch ein guter Grundsatz. und viele von euch sanftmütigen widerständlern wären doch die ersten, die kollaborieren, man kennt auch das, zuerst groß reden aber wenns ernst wird ist die hose voll.

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Hervorragender Artikel!


Du meine Güte!

Wer sagt denn, dass nicht jeder Wehrpflichtige den Dienst an der Leibschüssel darf?

Wenn man mit dem Sturmgewehr Sandsäcke füllen kann, dann kann man mit dem Sturmgewehr auch die Bettpfannen wechseln.
Werdens ja gerade noch zusammenbringen, die, die sich vorm Zivildienst feige drücken!

Re: Du meine Güte!

Gemeint sind wohl die Zividrückeberger. Ich habe Wehrdienst gleistet - das "Kackeimerchen" im Altersheim dürfen Sie reinigen!

Re: Re: Du meine Güte!

Sie wurden für die Wehrpflicht zugelassen?
Na dann ist ja alles klar: Wehrpflicht schleunigst abschaffen!

Re: Re: Re: Du meine Güte!

Glauben Sie mir, die Wehrpflicht wird bleiben - mit oder ohne ihre dummen Sprüche und Beleidigungen!

Re: Re: Re: Re: Du meine Güte!

Und wer ist hier beleidigend, kleiner Mann?

Defacto 0 (!!!) Verteidigung!

Den Österreichern war ihre "Sicherheit" immer schon egal - anders als den vorbildlichen Schweizern!

Vielleicht sollte die Frage am 20.01.13 lauten, ob man überhaupt ein Heer und damit Sicherheit will.

Mit dieser Ausrüstung un 0 Überlebensfähigkeit würde ich persönlich keinen finger für Österreich krum machen.

Alles in Allem: Wir haben wohl nichts besseres verdient!

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Re: Defacto 0 (!!!) Verteidigung!

Nun ja, selbst mit bester Ausrüstung hätte man dem roten Sturm wohl wenig entgegen setzen können; allenfalls so lange verzögern bis NATO-Unterstützung eintrifft.
Freilich war eine effektive Besetzung mW niemals das Ziel sondern direkter Durchmarsch nach Deutschland bzw. Italien.
Worauf die NATO wohl - strategisch richtig - mit dem Einsatz von Kernwaffen auf österreichischem Territorium geantwortet hätte um den Nachschub durch das Marchfeld/über den Semmering zu unterbinden.

Re: Defacto 0 (!!!) Verteidigung!

Österreich war die Verteidigung nie egal, doch es wurde stets realistisch eingeschätzt, was möglich gewesen wäre und was nicht.
Der immer wieder gebrachte Vergleich mit der Schweiz ist unsinnig, da sich Österreich in einer ganz anderen geopolitischen Lage befunden hat.
Wäre es zum großen Konflikt gekommen, hätten damals alle nur noch beten können, dass die Nato so schnell wie möglich in Österreich vordringt, um den Warschauer-Palt-Staaten Paroli zu bieten.
Realistisch waren deshalb auch die damaligen Planspiele der Nato, das sie z. B. Österreich nördlich der Donau vorerst aufgegeben hätten, weil Priorität die Verbindung zu den Nato-Staaten Italien bzw. Griechenland u. Türkei gehabt hätte.
Und dabei soll man nicht die Nato-Option des Einsatzes taktischer Nuklearwaffen vergessen und somit froh sein, dass es nicht so weit gekommen ist damals.

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Ausserdem ist es viel einfacher ...

... die Füsse hoch zu legen, ein paar Hände zu schütteln und im Nachhinein dann zu jammer: "Ja was hätt' ma den tun sollen???!"

[hatten wir übrigens schon, ging schief]

Re: Re: Defacto 0 (!!!) Verteidigung!

... und all dies rechtfertigt, dass man ein Verteidigungsbudget hat, mit welchem man nicht einmal ein FLiege abwehren könnte ... ?

Ich bleibe dabei: Den Österreichern ist ihre "Verteidigung" egal!

Wenn der Osten um Wien besetzt worden wäre, wären die roten Wiener endlich bei ihren kommunistischen Freunden gewesen. Wir Tiroler hätten dann ein Problem weniger gehabt - es wären von daher nicht nur Nachteile eingetreten.

Die ganze Heeresdebatte ist total verlogen, Österreich kann sich niemals selbst verteidigen!

Selbst vor einem halben Jahrhundert, als die Bewaffnung des öst. Bundesheeres noch nicht so veraltet war wie heute, hätte man sich (wenn einem dafür überhaupt die Zeit gelassen worden wäre) auf ein winziges "Alpenreduit" zurückgezogen, das im besten Fall ein paar Tage gehalten hätte werden können.

Heute geht ohne Raketenwaffen gar nichts mehr, vor allem keine Luftabwehr!
Der Staatsvertrag erlaubt uns im äußersten Fall Kanonen mit einer Reichweite von 30 km, damit kann man sich heute nicht verteidigen, sondern höchstens lächerlich machen!

Die Volksabstimmung am 20. Jänner geht auch gar nicht über die Landesverteidigung, sondern nur um für den Staat billige Zwangsarbeit für Sozialdienste und Katastrophenhilfe, durch die junge Männer schweren finanziellen Schaden erleiden.

Am 20. Jänner werden dem Volk zwei Alternativen vorgelegt, die beide verlogen und realitätsfern sind!

Deshalb werde ich an dieser Volksbefragung nicht teilnehmen und hoffe, dass sich auch viele andere enthalten werden.

Das darf aber nicht so ausgelegt werden, dass denen, die sich nicht beteiligen, alles egal wäre, es ist vielmehr ein Protest gegen die unsinnigen Varianten, mit denen dem "dummen" Volk gar keine wirklich brauchbare Option vorgelegt wird!

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Re: Die ganze Heeresdebatte ist total verlogen, Österreich kann sich niemals selbst verteidigen!

Sie haben Recht, die Politik missbraucht dieses Thema mal wieder für Wahlkämpfe. Ich werde ungültig wählen.

 
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