Streitgespräch: „Es sind 0,7 Prozent der Lebenszeit“

18.01.2013 | 18:34 |  MARTIN FRITZL (Die Presse)

Dieter Jocham von der Offiziersgesellschaft fürchtet, dass ein Berufsheer unattraktiv und nicht einsatzfähig ist, Darabos-Vertreter Jürgen Ortner hält eine Verpflichtung junger Männer für nicht mehr notwendig.

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Die Presse: Gibt es noch eine militärische Bedrohung, die eine Wehrpflicht notwendig macht?

Jocham: Ich glaube schon. Die europäische Sicherheit ist instabil und es könnte wieder passieren, dass österreichische Soldaten an der ungarischen, slowakischen, slowenischen Grenze stehen müssen. Wir haben 20 Jahre lang 1000 bis 2000 Soldaten im Einsatz gehabt, diese Zahlen sind mit einem Berufsheer über einen längeren Zeitraum einfach nicht mehr machbar.

Ortner: Da bin ich komplett anderer Ansicht. Weder die sicherheitspolitische Lage in Europa, noch die daraus entstehenden Bedrohungsszenarien und schon gar nicht die Aufgaben, die sich aus diesen Szenarien ableiten lassen, erfordern es, jedes Jahr zehntausende junge Männer zum Wehrdienst einzuberufen. Auch die neue Sicherheitsstrategie bringt ja zum Ausdruck, dass konventionelle Angriffe auf absehbare Zeit nicht mehr wahrscheinlich sind.

Das Argument war ja nicht, dass man sich gegen Angriffe verteidigen muss, sondern sicherheitspolizeiliche Assistenz an der Grenze leisten.

Ortner: Es ist klar, dass solche Einsätze weiterhin mit Leichtigkeit aufrechterhaltbar sind. Wir reden ja nicht von Mannstärken, die Zehntausende übersteigen, sondern von zweitausend.

Jocham: Aber ohne Rekruten, nur mit Zeitsoldaten, die es ja noch gar nicht gibt und die vielleicht erst in einigen Jahren zuwachsen, lässt sich so ein Einsatz ganz einfach nicht machen. Wir haben ja gleichzeitig auch Soldaten im Auslands- und im Katastropheneinsatz.

Naiver Einwand eines Nichtmilitärs: Bei 15.000 Berufssoldaten bekommt man keine 1000 für einen Einsatz zusammen?

Jocham: Minister Darabos will ja die Berufssoldaten abbauen auf 8500, davon sind sehr viele in Stäben. Wir brauchen dort keine Stäbe, sondern ausgebildete Soldaten in der Qualität wie wir sie 20 Jahre gehabt haben.

Ortner: Der Burgenland-Einsatz war unbestreitbar wichtig, ich möchte ihn nur nicht als militärisches Kerngeschäft bezeichnen. Ich möchte auch mit dieser Mär aufräumen, dass mit dem Zeitpunkt des Aussetzens der Wehrpflicht auf einmal alle Berufssoldaten und Milizsoldaten tot umfallen und nicht mehr da sind.

Bekommen wir überhaupt genug Zeitsoldaten für ein Berufsheer?

Ortner: Die Rekrutierung ist das letzte, was mir Sorge bereitet. Wir haben letztes und vorletztes Jahr schon mehr Freiwillige aufgenommen, als wir in einer Berufsarmee benötigen würden, nämlich über 2000. Im Berufsheer brauchen wir jährlich 1700 Berufs- und Zeitsoldaten. Das klappt schon.

Jocham: Bei ihren Zahlen sind angehende Berufsoffiziere und Berufsunteroffiziere eingerechnet, dazu jene, die ausschließlich einen Dienst im Ausland machen wollen, und jene, die sich nur für drei oder sechs Monate länger verpflichten. Zeitsoldaten, die drei Jahre beim Bundesheer bleiben wollen, gibt es ganz wenige.

Ortner: Woher wissen Sie das?

Jocham: Weil das die realen Zahlen sind.

Ortner: Die realen Zahlen haben wir im Kabinett. Von den 2000 wollten sich 1335 als Zeitsoldaten verpflichten. Im neuen Modell brauchen wir 1300 Zeitsoldaten.

Jocham: Der Minister will Grundwehrdiener durch Zeitsoldaten ersetzen. Und genau für diese einfachen Funktionen wird das nicht funktionieren. Sie finden Soldaten, die gern ins Ausland gehen und dort gut verdienen. Das sind nicht jene, die bereit sind, drei bis vier Jahre in einer einfachen Funktion Dienst zu machen.

Ortner: Natürlich würden diese Soldaten auch in Auslandseinsätze gehen. Durch die Umstellung könnten in Zukunft, wenn wir wollten, sogar mehr ins Ausland gehen als bisher.

Lässt sich das Berufsheer mit dem derzeitigen Budget finanzieren?

Jocham: Wenn es mit dem derzeitigen Budget gemacht wird, dann haben wir ein Berufsheer in schlechtester Qualität, welches so unattraktiv ist, dass wir die Freiwilligen überhaupt nicht bekommen. Erfolgreich auf ein Berufsheer umgestiegen sind Länder, die ein deutlich höheres Wehrbudget und eine hohe Arbeitslosigkeit haben. Die Ungarn holen sich ihre Freiwilligen aus dem Osten, die Italiener aus dem Süden und die Deutschen aus den neuen Bundesländern. Überall dort, wo eine geringe Jugendarbeitslosigkeit ist, tut man sich schwer.

Ortner: Von den Kosten her ist ganz klar: Mit den zwei Milliarden Euro Budget kann man ein attraktives Berufsheer betreiben. Das liegt daran, dass das Berufsheer im Frieden kleiner ist als die derzeitige Armee. Das führt dazu, dass die Personalkosten weniger werden, und zwar deutlich. Da geht es um hunderte Millionen, die wir uns ersparen.

Was mir aber schon fehlt, sind die Umstellungskosten: Sie wollen neues Personal aufbauen, müssen aber das alte über einen längeren Zeitraum noch weiter bezahlen.

Ortner: Wir haben einen mehrjährigen Übergangszeitraum vorgesehen. Es stimmt, dass die Personalkosten zu Beginn nicht weniger werden. Aber diese Kosten, die für das Überstandspersonal herangezogen werden müssen, sind sehr wohl mit einberechnet.

Jocham: Noch einmal zum Umstieg: Der ist in jenen Ländern gut gelungen, deren Armee auf einem ganz anderen Level als bei uns ist. Wir haben alte Kasernen, fahren mit 30 Jahre alten Lkw und haben ein Sturmgewehr, das auch schon 35 Jahre alt ist. Wenn man für junge Zeitsoldaten attraktiv sein will, muss man investieren. Und das ist im Darabos-Plan absolut nicht vorgesehen.

Ortner: Es macht mich wirklich betroffen, dass Sie unser System immer als unattraktiv darstellen. Es wundert mich auch, dass sie es mehr als 30 Jahre in einem unattraktiven Bundesheer aushalten. Ich persönlich hätte dann irgendwann die Konsequenz gezogen und das Heer verlassen. Aber das ist jetzt alles die Innensicht. Entscheidend ist, ob wir weiterhin junge österreichische Männer verpflichten, sechs oder neun Monate ihres Lebens dem Staat zur Verfügung zu stellen.

Jocham: Ich halte eine Wehrpflicht für zumutbar und für in Ordnung. Ein junger österreichischer Staatsbürger bekommt von der Geburt über die Schulbildung bis zur Berufsausbildung alles vom Staat. Da ist es richtig, zu sagen, komm, mache etwas. Nicht nur abstrakt im Wege der Steuerpflicht, sondern ganz konkret im Zuge von sechs oder neun Monaten Dienstpflicht. Ich halte es auch vom Zeitausmaß für machbar: Es sind 0,7 Prozent der zu erwartenden Lebenszeit.

Mit der Argumentation müssten Sie aber auch für eine Wehrpflicht für Frauen sein.

Jocham: Das stimmt, aber das steht nicht zur Diskussion. Dazu haben wir als Offiziersgesellschaft absolut keine Position.

Ortner: Die Aussage: Mache etwas, das ist mir wirklich zu wenig. Die Aussage müsste lauten: Mache etwas, weil wir dich dafür benötigen. Aber das ist nicht mehr der Fall.

Zu den Personen

Dieter Jocham ist stellvertretender Präsident der Offiziersgesellschaft und vertritt derzeit Präsident Eduard Paulus, der im Zuge der Salzburger Finanzaffäre seine Funktion in der Offiziersgesellschaft ruhend gestellt hat. Beim Bundesheer ist Jocham, der den Rang eines Brigadiers bekleidet, Kommandant der Heereslogistikschule.

Jürgen Ortner ist Mitarbeiter im Kabinett von Verteidigungsminister Norbert Darabos. Der Oberst des Generalstabs war vorher in der Abteilung für Militärpolitik und im Auslandseinsatz.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.01.2013)

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247 Kommentare
 
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nebenbei ..

berufsheer 10000 mann .. die zustimmung der grünen ist notwendig, und die wollen die hälfte also 5000 mann ..(die ticken wirklich so :-))
ins rapidstadium passen 11000 leute .. wie soll man im konfliktfall, oder selbst bei einer mittleren katastrophe .. z.b stromnetz bricht zusammen, von einem reaktorunfall an der grenze will ich da gar nicht reden, mit nicht einmal einem halben fussballstadion von leuten auch nur irgendwas erreichen ?

ist so, wie wenn jemand das dach eindeckt , und sagt, möglichst ganz leicht und billig, den regen hält es ja ab ... und wenn dann der winter kommt und ein halber meter schnee drauf liegt, dann legt es alles um, nur weil die leute sich nicht vorstellen konnten, dass es schneien kann ....

Wahnsinn !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Die Politiker haben das ungeliebte Bundesheer verlottern lassen, und total heruntergewirtschaftet. Jetzt haben sie alle Verantwortung dem Wahlvolk übergeben, in der Hoffnung, dass die Wehrpflicht von den 16- jährigen Jungwählern und deren 16-jährigen Freundinnen und Mütter abgewählt.

Unser Bundesheer hatte immer eine hohe soziale Komponente. Es kommt nicht von ungefähr, dass Jugendliche nicht nur die Pflicht hatten, den Wehrdienst zu absolvieren, sondern AUCH das Recht!

Viele jammern über das weitere und stark zunehmende Auseinanderscheren verschiedener Gesellschaftsschichten von Arm und Reich, Österreicher mit und ohne Migrationshintergrund.
Das Bundesheer war die letzte Möglichkeit, diese Gesellschaftsschichten an einen gemeinsamen Tisch zu bringen, das gegenseitige respektieren zu lernen, andere Mentalitäten zu Achten und verstehen zu lernen. Das alles ist in Zukunft nicht mehr möglich.
Alle fordern vom Staate alle nur erdenklichen Rechte und Unterstützungen ein, nur selbst dafür etwas leisten oder sogar ein paar Monate opfern, will kaum noch jemand.

Wir brauchen eine total reformierte Wehrpflicht, die NUR von einem kompetenten Fachmann als Minister durchgeführt werden kann.
Bundesminister die nie beim Bundesheer waren, sind dazu denkbar ungeeignet.
Jetzt wo das Bundesheer eben wegen dieser unfähigen Minister total am Boden liegt, wollen die Politiker das Heer endgültig loswerden.
Unsere 16-jährigen Buben/Mädchen samt Mütter werden ihnen diesen Wunsch schon erfüll

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Re: Wahnsinn !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ich hätte auf mein diesbezügliches Recht gern verzichtet. Die Zeiten haben sich geändert. Es sitzen viel zu viele auf ihren warmen Sesseln und sind stinkefaul. Die brauchen nur zu warten bis sie automatisch höher steigen ohne eine Finger zu rühren. Wenn eine Firma alle 6 Wochen ihre Mitarbeiter austauschen würde, würde sie nicht ein Jahr zu überleben. Die Wehrpflichtigen müssen für die Existenzberechtigung dieser Gockeln herhalten.

Re: Wahnsinn !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Poster @Schwarzbär

MEINE VOLLE ZUSTIMMUNG!!!!!!

Jocham, dieser Mann ist ein Schlager!

"Jocham: Minister Darabos will ja die Berufssoldaten abbauen auf 8500, davon sind sehr viele in STÄBEN. Wir brauchen dort keine Stäbe, sondern AUSGEBILDETE Soldaten in der Qualität wie wir sie 20 Jahre gehabt haben."

Der Mann gibt unumwunden zu, daß er keine 2000 Berufssoldaten zusammenbringt, weil alle in den "Stäben" sind und obendrein UNAUSGEBILDET! Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen, daß er sowas als Gegenargument zur Wehrpflicht vorbringt!

Genau diese Einstellung der Militärs ist es, warum man für ein Berufsheer plädieren muß: Die jetzigen Herren Offiziere sitzen zu Hause bequem in den "Stäben" und überlassen die Drecksarbeit dem unerfahrenen Kanonenfutter GWD.

Im Berufsheer müßten die Offiziere raus aus den "Stäben" und - wie früher - VOR den eigenen Soldaten zeigen was sie drauf haben!

Solche Aussagen entlarven diese Militärbeamten.

3 1

Lebensarbeitszeit

und die Hälfte des Arbeislebens arbeiten wir für den Staat
nicht ganz freiwillig

Re: Lebensarbeitszeit

Genau! Und gerade auch deswegen gehört die unnötige und längst überholte Wehrpflicht abgeschafft. Sofor und für allemal.

2 2

Egal wie die Abstimmung ausgeht

Aufgrund der automatischen Gehaltssteigerungen droht in den kommenden Jahren der Finanzkollaps, einschneidende Maßnahmen werden also auch bei Beibehaltung des bestehenden Systems notwendig sein. Sonst erhöht sich der Anteil der Personalkosten in den nächsten zehn Jahren von derzeit 55 auf 73 Prozent, da bleibt dann für Geräte viel zuwenig übrig. Das Dienstrecht muss also mittelfristig weg, das ist ja völlig leistungsfeindlich.

"Ein junger österreichischer Staatsbürger bekommt von der Geburt über die Schulbildung bis zur Berufsausbildung alles vom Staat. Da ist es richtig, zu sagen, komm, mache etwas. Nicht nur abstrakt im Wege der Steuerpflicht, sondern ganz konkret im Zuge von sechs oder neun Monaten Dienstpflicht."

Ich bin schockiert über die Sichtweise unserer Beamten. Bei dem, was wir an Steuern abdrücken, ist es die reinste Zumutung, dass uns der Staat auch noch unsere Zeit stiehlt!

Noch besser: ich will gar nicht alles vom Staat! Aber dafür ein bisschen mehr Entscheidungsgewalt über meinen hart erarbeiteten Verdienst.

Streitgespräch

Beim lesen der Kommentare muß ich feststellen, dass sich mehr als 90% der Kommentare überhaupt nicht auf den Artikel beziehen. Es scheint eher so, dass sich "Wichtigmacher" eine Plattform sehen, wo sie ihre häufig obskuren Ideen und wirre Gedanken anbringen können.
Ich möchte Hr. Ortner meinen Respekt für seine sachlichen und treffenden Argumente ausdrücken.

Re: Streitgespräch

Ich möchte jetzt gar nicht auf die Qualität der Argumentation beider Herren eingehen. Aber Sie verkennen die Motivation von Hr. O.... ganz gewaltig. Seine Argumentation ist nicht so sehr von Sachlichkeit getrieben, sondern - als Kabinettsmitarbeiter - vom Wunsch vor dem Abgang des Ministers noch gut im System versorgt zu werden und ev. auch noch ein Sternchen und eine Funktionsgruppe mehr zu ergattern. Mehr als Karrieregeilheit und Opportunismus kann ich hier nicht erkennen.

Phaisäer

Es macht mich wirklich betroffen, dass Sie unser System immer als unattraktiv darstellen. Es wundert mich auch, dass sie es mehr als 30 Jahre in einem unattraktiven Bundesheer aushalten. Ich persönlich hätte dann irgendwann die Konsequenz gezogen und das Heer verlassen.
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Und eben solch falsche Pesonen wie de Typ von der Offiziersgesellschaft sind heute Berufssoldaten in de Wehrpflichtarmee, die zu nichts fähig ist als Sandsäcke befüllen und Schnee schaufeln!

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Dilettantisumus auf höchster Ebene

Mir fehlt bei der ganzen Diskussion immer noch eine grundlegende Strategie, was das Heer in Zukunft für Aufgaben übernehmen soll. Der Wehrdienst in der heutigen Form wird sicher nicht auf Dauer bestehen können. Und auch bei einem Berufsheer wäre es sinnvoll sich zuerst zu überlegen, was ich eigentlich mit dem Heer machen will. Komplett auszuklammern ist hierbei der Zivildienst. Denn dieser ist kein Argument für strategische Ausrichtung des Bundesheers! Bevor jedoch diese Ausrichtung nicht geklärt ist, macht eine Abstimmung über die jeweiligen Modelle (wobei die ÖVP hierbei keines besitzt) eigentlich keinen Sinn. Somit tritt in diesem "Wahlkampfgefecht" zwischen SPÖ und ÖVP nur deren Dilettantismus zum Vorschein.

Re: Dilettantisumus auf höchster Ebene

Bravo! Du bist einer der Wenigen, die Tacheles schreiben und auch was verstehen davon.

das problem...

ist sicher nicht ein kriegseinsatz. aber wenns hart auf hart geht, wird ein "profiheer" (vermutlich eine ansammlung von langzeitarbeitlosen) eher auf die eigenen bevölkerung schießen wie 1933.

Re: das problem...

Jetzt langweilst du aber schon mit diesem ewig wiedergekäuten Dumpfbackenargument!

Re: das problem...

Wenn's hart auf hart geht, schickt uns Brüssel Profisoldaten aus Frankreich, Belgien, Spanien, England etc. die schaffen dann in Ö. Ordnung und nicht "unser" Heer. Das haben die Bonzen in Brüssel längst schon vom Warschaur Pakt abgekupfert.

Re: das problem...

Stimmt, seit 1955 hat das österreichische Bundesheer ca 65 mal die permanente, latent vorhandene Bürgerkriegsgefahr in Österreich erfolgreich abgewendet *kopfschüttel*

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Re: das problem...

und Wehrpflichtige wie 1938/39 Leute ins KZ befördern.

Re: Re: das problem...

Gehts noch blöder? Sicher nicht!

Wie immer in Österreichs Politik wird Wahlkampf betrieben und das Wesentliche ignoriert.

Was in der Diskussion völlig ignoriert wird ist die Frage was mit dem Zivildienst passiert. Das ist das eigentlich wichtige Thema in einem sich ohnehin weitgehend neutral verhaltendem Land... mit einem enorm hohen Anteil an Pensionierten! Das Gesundheitswesen braucht die Zivildiener dringend, wie viele werden nach Abschaffung der Wehrpflicht (und damit wohl auch des Zivildienstes) schon freiwillig ein soziales Jahr machen? Sehr viele in meinem Bekanntenkreis haben anfangs nur genörgelt und arbeiten mittlerweile neben Studium / Ausbildung ehrenamtlich bei der Rettung etc. Rückblickend meinten auch viele dass es gut war nicht von der Schulbank direkt weiter in Uni bzw. Arbeitsalltag zu gehen, sondern mal was anderes zu machen. Viele haben gute Freunde beim Heer kennengelernt. Und einigen jungen Burschen die nicht in den Genuss guter Erziehung gekommen sind und für die Respekt (außer zum Sprüche klopfen) eher ein Fremdwort ist tut die Disziplin gut! Und selbst wenns nicht so toll läuft, das Argument mit 0,7% der Lebenszeit ist lächerlich, das ist wohl zu verkraften.
Bzgl Berufsheer, ich will mir gar nicht vorstellen welche Menschen dahin gehen würden.

Re: Wie immer in Österreichs Politik wird Wahlkampf betrieben und das Wesentliche ignoriert.

nein - das Gesundheitssystem braucht die Zivildiener NICHT dringend -

die Zivildiener werden vom gescheiterten politischen Filz und seinen Abhängigen gebraucht die sich an Sklavenmodellen begeilen.

Zivildienst ist ökonomischer Selbstbetrug und Lohnsklaverei.

Übrigens - und in historischer Perspektive - Sklaverei war immer unwirtschaftlich

Ansonsten - entschieden für die Wehrpflicht - sie ist der Garant dafür, dass das militärisch nicht einsatzfähig bleibt...


Re: Re: Wie immer in Österreichs Politik wird Wahlkampf betrieben und das Wesentliche ignoriert.

Lassen Sie die Polemik der Sklaverei kurz beiseite, bitte, und betrachten Sie das Thema ganz kurz objektiv und abseits jeglichen politischen Grants. Es ist leider Fakt, dass das österreichische Gesundheitssystem auf Zivildiener angewiesen ist. So traurig das ist. Fragen Sie mal Ärzte, Pfleger, Betreuer und im Krankentransport Tätige. KHs und Heime sind hoffnungslos unterbesetzt und dass die Versorgung einigermaßen gut funktioniert ist - nicht nur - aber doch auch durch die Zivildiener gewährleistet.

Übrigens, Sie halten es für Sklaverei 9 Monate der Lebenszeit Alten und Kranken zu widmen?
Nette Einstellung.

Und wo genau sollte sich Österreich Ihrer Meinung nach sinnvollerweise militärisch einbringen, etwa in Mali?

Ich halte es für klüger sich aus militärischen Interventionen weitgehend rauszuhalten.
Dafür zu sein, dass die Wehrpflicht beibehalten wird, heißt ja nicht sich gegen eine umfassende Reform auszusprechen. Aber da politisch ohnehin kein Interesse am Abbau von überflüssigen Posten beim Heer besteht und durch ein Berufsheer eher noch neue entstehen, wäre ein "professionelles Heer" sicherlich ein Milliarden verschlingendes Desaster mit einer Verwaltung die jene Israels und jener der USA gemeinsam übertrifft. Dann doch lieber die gute alte Wehrpflicht + Zivildienst.

Re: Re: Re: Wie immer in Österreichs Politik wird Wahlkampf betrieben und das Wesentliche ignoriert.

ich halte es für Sklaverei

es ist auch Lohnsklaverei

Fakt 1: wir haben ein zuviele Häuplinge zu wenige Indianer Gesundheitssystem - eine Konsequenz ist Lohnsklaverei

Fakt2: die Sozialversicherungsbeiträge sind eventuell zu gering - eine Konsequenz ist Lohnsklaverei


Re: Re: Re: Wie immer in Österreichs Politik wird Wahlkampf betrieben und das Wesentliche ignoriert.

Was seierst du da so herum? Schreib doch gleich kurz und bündig, dass wir uns keine moderen Armee leisten, aber das Zivildienstreservoir behalten wollen. Der österreichische Weg! Wäre ja nichts Neues, diese Einstellung "Nicht Fisch, noch Fleisch!", sondern irgendwas irgendwie, aber bloß nichts Neues, weil davon haben alle Angst.

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0,7% Der Lebenszeit

Mag sein, dass man nur 0,7% der Lebenszeit damit verschwendet. Jedoch nur im Glücksfall. Z.B. Einrücktermin Dezember, dann kannst ein Jahr lang nicht studieren. Aus 0,7% werden bei Pech 1,4%. Es kann einen aber ganz aus der Bahn werfen, nämlich wenn im einen Jahr für ein Studium keine Aufnahmeprüfung ist, im Jahr darauf aber schon.
Aus diesen bestenfalls 0,7% der Lebenszeit werden 1,25% Der Arbeitszeit, wenn man 40 Jahre arbeitet.
Umgekehrt könnte ich sagen, naja, wenn 50% des Volkes 0,7% ihrer Lebenszeit opfern, warum fallen dann 0,35% Lebenszeit je Kopf dem Staat so ins Gewicht, dass man darauf nicht verzichten könnte.
Verglichen mit der erbrachten Abgabenleistung, sagen wir, alle zwischen 25 und 65 würden Arbeiten, entgehen dem Staat 0,625% Sozialabgaben.

Dass die Republik das sich nicht entgehen lassen will ist eh klar, kann sie doch auf allerlei Kleinstgebühren und Ministeuern nicht verzichten, auch wenn die Bearbeitung dieser Steuern die Komplexität der Verwaltung um mehr erhöht als was diese Steuern bringen.Zusätzlich kostet dieses Erbringen der Ministeuern Zeit und Nerven.

Ich habe kein Problem damit, Steuern zu bezahlen. Ich habe nur ein Problem, ständig noch was und noch was zusammen zu kramen, nie ist es genug, immer braucht man noch eine Gebühr.

Da passt es doch gut ins Bild, dass hier eh wieder nur 0,7% der Zeit geopfert werden müssen. Man vergisst aber, dass es 71*0,7% Abgaben gibt. Man muss auch über Bagatellsteuern (und deren Summe) diskutieren können.

 
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