59,7 Prozent für Wehrpflicht, Fischer fordert Reform

21.01.2013 | 18:15 |   (Die Presse)

Briefwähler verschoben das Ergebnis nur leicht. "Krone"-Chef: "Sind unserer Einstellung treu geblieben."

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Wien/Red./Apa. Das Innenministerium veröffentlichte am Montag das offizielle Endergebnis der Volksbefragung. Nach Auszählung der Briefwahlkarten stimmten 59,7 Prozent für die Wehrpflicht, 40,3 Prozent für ein Berufsheer. Am Sonntag waren die Wehrpflichtanhänger noch bei 59,8 Prozent gelegen. Die Wahlbeteiligung stieg auf 52,4 Prozent.

Gravierende Änderungen gab es durch die Briefwähler nicht. Das einzige Bundesland, in dem die Anhänger des Berufsheeres eine Mehrheit fanden, ist Wien. Im Burgenland, in dem SPÖ-Landeshauptmann Niessl für das Profiheer warb, stimmten drei Bezirke mehrheitlich für die SPÖ-Variante. Die größte Zustimmung zur Wehrpflicht gab es in Vorarlberg, dahinter folgen Steiermark und Kärnten.

Bundespräsident Heinz Fischer erklärte gestern, er habe sich über das Votum für die Wehrpflicht gefreut. Er fordert in der ZiB2, dass erste Ergebnisse einer Heeresreform noch vor der Nationalratswahl vorliegen sollten. Nicht herauslesen kann Fischer aus dem Ergebnis, dass der Zivildienst verkürzt werden soll.
„Kronen Zeitung“-Herausgeber Christoph Dichand, der mit seiner Zeitung für ein Berufsheer geworben hatte, verteidigte seine Linie: „Wir sind unserer grundsätzlichen Einstellung in der Frage immer treu geblieben. Wir vertreten diese ja schon seit den Neunzigern.“

Die Heeresführung und der Generalstab haben bereits Pläne für eine reformierte Wehrpflicht. Sie schlagen nun unter anderem vor, dass sich Rekruten, die ihren Grundwehrdienst freiwillig auf ein Jahr verlängern, dafür Truppengattung sowie Einberufungsort und -datum aussuchen können.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.01.2013)

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7 Kommentare

Der OPA den sich Österreich als Grüßonkel

hält, hat von Neutralität als Bundespräsident wohl noch nichts gehört. Fragwürdig ist zudem das er von Reformen plappert, die auf dem Stimmzettel nicht standen bzw.nicht angekreuzt wurden. Denn die Betonschädelfraktion hat ja für den Status Quo entschieden.

Der OPA den sich Österreich als Grüßonkel

hält, hat von Neutralität als Bundespräsident wohl noch nichts gehört. Fragwürdig ist zudem das er von Reformen plappert, die auf dem Stimmzettel nicht standen bzw.nicht angekreuzt wurden. Denn die Betonschädelfraktion hat ja für den Status Quo entschieden.

Österreich

ist eine Opapa-Republik.

Re: Österreich

schreibt der opa aus dem geriatrie zentrum loewelstrasse

BPR. Fischer hat sich in seinergestrigen Erklärung und dem Appell fair und staatsgetragen verhalten.


Kleine Nachhilfestunde

Durch die Abstimmung 1994 der EG heute EU beizutreten, haben die Befürworter die Neutralität abgeschafft. Es besteht nur noch Bündnisfreiheit.
Demnach es wohl auch schon ein Abkommen zwischen EU und Nato gibt, zitiert:

"Zwischen NATO und EU gebe es, seit 2003 vertraglich vereinbart, eine „strategische Partnerschaft“ als Grundlage für die gemeinsame Sicherheit. Die Vereinbarung erlaube der EU den Rückgriff auf NATO-Mittel und -Kapazitäten, um eine militärische Operation durchzuführen"

erübrigt sich alles.

Soviel zum Informationsstand der Österreicher und zur Ehrlichkeit der Politiker. Genau genommen kann die Wehrpflicht im Ernstfall bedeuten, dass auf jeden jungen Österreicher zugegriffen werden kann.

Re: Kleine Nachhilfestunde

in 3 Worten: mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen

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