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CDU streitet über Kompetenzverlagerung nach Brüssel

26.06.2012 | 08:40 |   (DiePresse.com)

Finanzminister Schäuble will "mehr Europa und nicht weniger". Der CDU-Politiker Bosbach spricht sich dagegen aus, Kompetenzen vom Bund nach Brüssel zu verlagern.

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Vor dem EU-Gipfel in Brüssel debattieren deutsche Politiker und Verfassungsrechtler über die Verlagerung von Kompetenzen zur EU. "Ich bin dagegen, dass wir Kompetenzen vom Bund nach Brüssel verlagern, die den Kern des politischen Gestaltungsspielraumes in Deutschland massiv reduzieren", warnte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), in der "Frankfurter Rundschau".

"Was Kompetenzverlagerungen angeht, sind wir jetzt schon an der Grenze dessen angelangt, was die Verfassung erlaubt", fügte er hinzu. "Wenn wir das Königsrecht des Parlaments, das Budgetrecht, europäischen Institutionen überantworten, dann tangiert das unser Grundgesetz im Kern. Darüber könnten nicht allein Bundestag und Bundesrat entscheiden. Das ginge nicht ohne Zustimmung der Bevölkerung."

Auch der frühere Bundesverfassungsrichter Hans-Joachim Jentsch hält eine Volksabstimmung bei substanziellen Kompetenzverlagerungen für unabdingbar. "Es steht außer Frage: Formen wir die Europäische Union zu einem Bundesstaat um, so geht das in Deutschland nicht auf der Grundlage unseres Grundgesetzes", sagte Jentsch der "Mitteldeutschen Zeitung" (Dienstag). "Wir, das deutsche Volk, müssten uns eine neue Verfassung geben, die das zulässt."

Merkel gegen rasche Volksabstimmung

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte die Debatte am Wochenende ausgelöst. Er will die EU-Kommission zu einer "echten Regierung" ausbauen, deren Präsident direkt gewählt wird. Schäuble fordert "mehr Europa und nicht weniger". Er gehe davon aus, dass ein Volksentscheid über einen Umbau der EU schneller kommen könnte, als er noch kürzlich gedacht hätte, sagte er dem "Spiegel".

Kanzlerin Angela Merkel (beide CDU) will die wachsende Machtfülle der EU indes nicht durch eine schnelle Volksabstimmung in Deutschland absichern lassen. "An dem Punkt sind wir derzeit eindeutig noch nicht", ließ die Kanzlerin ausrichten.

Beim EU-Gipfel in Brüssel beraten die Staats- und Regierungschefs an diesem Donnerstag und Freitag über die Euro-Schuldenkrise und die europäische Haushaltspolitik. Am Freitag stehen dann im Deutschen Bundestag und Bundesrat die Abstimmungen über den europäischen Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin und den neuen Euro-Rettungsfonds ESM an.

(Ag.)

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5 Kommentare
Gast: Gast 2012
27.06.2012 22:16
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Merkel will keine Vergemeinschaftung der Schulden

wenigstens eine Politikerin, die nicht nur Hirn sondern auch Mut hat den irren ESM-Vertrag doch noch zu kippen! Merkel sagt auch ganz klar, daß dies mit der deutschen Verfassung nicht vereinbar ist. Der Schäuble hat hingegen seinen Zenit wohl schon überschritten...

So So

Zitat: Kanzlerin Angela Merkel (beide CDU) will die wachsende Machtfülle der EU indes nicht durch eine schnelle Volksabstimmung in Deutschland absichern lassen. "An dem Punkt sind wir derzeit eindeutig noch nicht", ließ die Kanzlerin ausrichten.
Zitat Ende!

Klingt das nur mir so oder könnte das bedeuten: Lieber ohne Volksabstimmung; denn die geht für uns ( Politiker ) nach hinten los!?

Sind nicht alle irgendwie ein wenig EU -Müde?

Gast: Pontius Pilatus Schäuble
26.06.2012 19:21
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Kompetenzverlagerung nach Brüssel

Und danach waschen wir unsere Hände in Unschuld.

Gast: Lukas
26.06.2012 18:52
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hoffentlich kippen die Deutschen den GSM-Wahnsinn!

Ohne die Deutschen als beste Nettozahler ist der GSM-Vertrag gescheitert. Viele Brüssel-Fanatiker werden offenbar einer städigen Gehirnwäsche unterzogen. Bei den österreichischen EU-Marionetten in Brüssel ist das anders, die haben ihr Hirn längst bei der EU-Garderobe abgegeben!

Symbolträchtig

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