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Spindelegger will europäische "Stabilitätsunion"

01.07.2012 | 15:04 |   (DiePresse.com)

Außenminister Spindelegger will Kompetenzen an Brüssel abgeben, betont aber gleichzeitig: "Österreich bleibt ein Land, das von Wien aus regiert wird." Er spricht sich für einen direkt gewählten EU-Regierungschef aus.

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Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) ließ in der ORF-Pressestunde am Sonntag keinen Zweifel an seiner Überzeugung, dass die EU-Mitgliedsländer künftig Kompetenzen an Brüssel abgeben sollten. "Man kann nicht eine gemeinsame Währung machen ohne eine gemeinsame Währungspolitik zu betreiben." Es brauche in Brüssel einen Finanzkommissar, der auf die Währung schaut, der mehr Rechte bekommt. Der Außenminister sprach sich für eine "Stabilitätsunion" aus. Er sei weder für Vereinigte Staaten Europa noch für einen Bundesstaat, beides seien alte Begriffe, mit denen man etwas verbinde. Das wolle er nicht für Österreich. "Ich will etwas ganze Eigenes, eine europäische Union, die eine Stabilitätsunion ist", so der Minister. Aber "Österreich bleibt ein Land, das von Wien aus regiert wird".

Es gelte etwa gegenüber China und Indien stärker im Wettbewerb aufzutreten. "Dazu braucht es eine stärkere Position in Brüssel, ein Regierungschef, der direkt gewählt wird." Bei Sozialpolitik gebe es große Spielräume, er wolle diese nicht Dänemark oder Zypern anpassen, aber dort wo man etwas entscheiden müsse, brauche man ein Durchgriffsrecht.

Bereits vor einigen Tagen in Brüssel hatte Spindelegger gemeint: "Ich bin sehr dafür, dass wir diskutieren über Möglichkeiten der direkten Mitbestimmung durch die Wahl des Kommissionspräsidenten bei der Europawahl, weil der dann eine andere Position hat, wenn er von den Bürgern direkt gewählt ist und damit stark ist." Auch der EU-Währungskommissar sollte mehr Kompetenzen bekommen, sagte Spindelegger damals.

Beim EU-Gipfel habe es einen großen Fortschritt gegeben, "dass wir sagen, wir brauchen die Generalüberholung, wir müssen die Bevölkerung während dieses Prozesses voll mitnehmen", sagte der Minister am Sonntag. So sei etwa mit "Town-Hall-Meetings" begonnen worden. Diese heiße es fortzusetzen, solange bis es einen neuen Vertragstext gebe, so der Vizekanzler. Viele Bürger würden Begriffe wie ESM und Fiskalpakt nicht mehr verstehen.

"Die Bevölkerung sollte in Konvent eingebunden werden, am Schluss bin ich für eine Volksabstimmung, ich glaube, dass können wir sonst nicht verantworten." Eine europäische Volksabstimmung "wäre wünschenswert", sei aber erst nach einer Vertragsänderung machbar.

"Ich bin immer noch ein Merkel-Fan"

Spindelegger outete sich übrigens klar als Anhänger der deutschen Kanzlerin Angela Merkel: "Ich bin immer noch ein Merkel-Fan". Es könne keine Rede davon sein, dass ihm Frankreichs neuer Präsident Francois Hollande wirtschaftspolitisch näher stehen könnte als die
konservative deutsche Bundeskanzlerin. "Ich glaube, sie ist nach wie vor nicht nur eine toughe, sondern auch eine sehr kluge Politikerin und ich bin froh, dass sie auch die österreichischen Steuerzahler am Tisch in Brüssel ordentlich vertritt."

"Die Finanztransaktionssteuer ist nicht nur eine linke Position", sagte Spindelegger. Es sei eine Fehlentwicklung, wenn die Wirtschaft nicht mehr genug Geld bekomme, weil stattdessen in einträglichere Finanzprodukte investiert werde, so der Minister. Die Finanztransaktionssteuer, die laut Plan im Jahr 2014 wirksam werden soll, werde einen Lenkungseffekt bewirken, hofft Spindelegger. Es sei daher schwer abzuschätzen, wie viel sie einbringen werde, ob 50 oder 100 Mrd. Euro.

"Rettungsschirm für alle Problemkinder"

Der ÖVP-Chef hofft, dass der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) am kommenden Mittwoch im Nationalrat beschlossen werden kann. Der ESM sei ein "europäischer Währungsfonds", so Spindelegger, "de facto ist das ein Rettungsschirm für alle Problemkinder".

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715 Kommentare
 
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Gast: Warth
02.07.2012 17:05
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traurige Zukunft

Diese dumme Geschwätz der Politiker wird die Grundlage für den nächsten Waffengang in Europa bilden. Die jetzt entschiedenen Maßnahmen bilden die Grundlagen zu einem Krieg. Haben wir einfachen Menschen nicht ein wenig Recht auf Frieden. Ich will die Party in Südeuropa nicht bezahlen. Die Süddeuropaer ziehen uns das Fell über die Ohren.

Gast: Schwarze Bretter
02.07.2012 14:59
3 0

Außenminister Spindelegger will Kompetenzen an Brüssel abgeben

Mir persönlich wäre ein Außenminister der mehr Kompetenzen (Eigenständigkeit) für Österreich einfordert, vertrauenswürdiger.
Verantwortung geben Führungspersönlichkeiten in der Regel nur dann ab, wenn sie mit ihrer Aufgabe ( Situation) heillos überfordert sind.

Gast: xanthipe
02.07.2012 14:06
1 0

Selig, selig, selig


sind die Unwissenden (Politiker), denn sie kennen nicht die wahren Beweggründe, sondern nur das als Vorwand Forgegebene .

Die freimaurerische Hochfinanz unter der Leitung der 13 satanischen Familien haben die USA und die EU fest im Griff.


Gast: pan-tora
02.07.2012 13:55
1 0

aber jetzt!

ich denke seit kurzem ernsthaft darueber nach das land zu verlassen (ist mit familie nicht so einfach) - die frage ist nur wohin?

Gast: Typisch für die ÖVP:
02.07.2012 13:37
3 0

Man will mit einem A auf zwei Hochzeiten tanzen!

Lieber Spindelegger!

Du wirst mir und Millionen Österreichern nicht ernsthaft erzählen, daß wir "Kompetenzen" abgeben und trotzdem selbständig handeln?!

Für wie dumm hältst Du die Leute?

Genauso wie die ÖVP auf der einen Seite Wirtschaftspolitik für die Großen betreibt und bei jeder Wahl so tut, als hätte man etwas für die Familie übrig. Deshalb auch ein superchristlicher Häuptling. Die Fäden ziehen aber andere...

Diese ganzen Märchen glaubt doch kein Mensch mehr!!!

der lenkungseffekt wird der sein, dass

alle transaktionen mit x% besteuert werden. dh auch die die wir alle machen, wenn wir anleihen oder fonds kaufen oder verkaufen. diese lenkung ist eine umlenkung vom vermögen der bürger in die taschen derer die die steuergelder verschleudern: lobbyisten, skandalbauer und politiker.

Gast: xanthipe
02.07.2012 12:30
0 0

Posten


Die überbezahlten Posten wollen wir doch nicht hergeben, oder !!!

Gast: Ausguck
02.07.2012 12:28
1 0

Wenn die ÖVP

kein ordentliches Personal mehr in die 1. Reihe bringt soll sie sich auflösen!

Unfähige stammeln Unsinn vor sich hin, ...

Spindelegger das Nachtlicht der ÖVP!

Gast: Eleonora K.
02.07.2012 11:43
2 0

Stabilitätsunion

Es heisst doch, wer zahlt schafft an. Und wie wäre es, wenn man die zahlenden Bürger fragen würde, ob sie damit einverstanden sind?
Es ist schmerzhaft, zusehen zu müssen, wie die Leistungsträger in Österreich ausgesaugt werden von einer Gruppe von Leuten, die sich Volksverteter nennen aber Volksvernichter sind.Pfui Deibel.

Gast: anleger
02.07.2012 09:52
2 0

tuts doch die leute nicht für dumm verkaufen ..

"Die Finanztransaktionssteuer ist nicht nur eine linke Position", sagte Spindelegger. Es sei eine Fehlentwicklung, wenn die Wirtschaft nicht mehr genug Geld bekomme, weil stattdessen in einträglichere Finanzprodukte investiert werde, so der Minister.

also ich gebe mein geld einem österreichischen unternehmen, sagen wir mal der EVN, der KAPSCH und soll dafür zusätzlich ein prozent steuer zahlen. und wenn das österreichische unternehmen einen verlust hat, und ich verkaufe mit verlust, soll ich wieder ein prozent steuer zahlen ..... das ist ÖVP-Position ????, eine vermögenssteuer von 2% ?, dabei hat es noch vor monaten von euch geheisen , keine vermögenssteuern .. sorry .. ihr seid nicht mehr glaubwürdig ..

a

Kompetenzen an Brüssel abgeben

Herr Dr. Spindelegger, Sie sind soeben dabei , mit den Handlangern aus SPÖ und Grünen, Österreich einer anonymen Oligarchie auszuliefern.

Wer die Finanzhoheit an nicht demokratisch gewählte Mächte abgibt, begeht Hochverrat am eigenen Volk. Das erinnert fatal an das Ermächtigungsgesetz vom März 1933. Wollen Sie, Herr Spindelegger, als der Vizekanzler in die Geschichte eingehen, der Österreich an eine EU Diktatur ausgeliefert hat?

Haben Sie vielleicht den ESM Vertrag gar nicht gelesen um nicht in die Verlegenheit zu kommen, sich dagegen stellen zu müssen?

Hier eine kleine Erinnerung an die Punkte 3, 5, und 6 dieses Vertrages:

3. Der ESM, sein Eigentum, seine Finanzmittel und Vermögenswerte genießen unabhängig von ihrem Standort und Besitzer umfassende gerichtliche Immunität ...
5. Die Archive des ESM und alle ihm gehörenden oder in seinem Besitz befindlichen Dokumente im Allgemeinen sind unverletzlich.
6. Die Räumlichkeiten des ESM sind unverletzlich.

Auch die Organe des ESM, die nicht durch demokratische Wahl legitimiert sind, sind unverletzlich. Das heißt, niemand darf den ESM kontrollieren und bei Missbrauch Anklage erheben.

Herr Spindelgger, Sie und Ihre Politkumpane führen Österreich sehenden Auges in die Diktatur. Allerdings ist das nichts Neues, denn Ihr Parteikollege Mock hat seinerzeit die Weichen dafür gestellt. Sie sind nur sein Exekutor mit Unterstützung von Rot und Grün.

Gast: mysterium
02.07.2012 09:22
3 0

Da kommt er sich groß vor, unser Herr Spindelegger.

Bereits viele kam sich groß vor und sind dann als Verbrecher in die Geschichte eingegangen.

Gast: gast45
02.07.2012 09:19
1 0

ach ja ?

Aber "Österreich bleibt ein Land, das von Wien aus regiert wird".

und drum dürfen die österreichischen gesetze, die fordern, das leute die sich bei uns niederlassen deutsch lernen sollen, das importbräute zumindestens volljährig sein muessen auf anordnung brüssels nicht mehr vollzogen werden ?

Gast: mysterium
02.07.2012 09:01
5 0

Einer der sein ganzes Leben von Steuergeldern bezahlt wurde,

verkauft Österreich. Dasselbe gilt für Faymann & Co.

Was die europäische Politik hier betreibt ist das schürren von Terrorismus wie seinerzeit RAF!

man hat für die einfachen Bürger nichts mehr übrig, es wird nur mehr für die sogenannte "Elite" Politik betrieben. Es geht umm Milliardenbeträge aber nichts kommt beim Bürger an, siehe Arbeitslosen in den Südstaaten, auch bei uns ist ja kein Geld vorhanden-siehe Bericht zB. Pflege, aber Haftungen über Milliarden können wir übernehmen!

zum Demokratiedefizit:

exkurs: welche Legitimation hat das Europaparlament für mich, wenn ich über 19 von 754 Sitzen mitbestimmen kann? Nicht mal die Abgeordneten selber kann ich wählen, sondern nur die ewig gleichen Parteien. und eine europaweite Parlamentswahl? wie soll die aussehen? wen bzw was darf ich dann wählen? Personen oder Parteien? und wie soll ich mich vernünftig über deren Positionen informieren können?
beim Kommissions- oder ratspräsidenten wäre es genau das gleiche. ein demokratiemäntelchen umgehängt, dort wo es keine demokratie gibt, reicht leider nicht!!

Gast: Hastalavista
02.07.2012 08:26
1 0

Ungleichgewichten werden verstärkt, Regulierungen sind dringend notwendig!

Joseph Stiglitz (Demokratie wird beschädigt, Wirtschaft wird beschädigt, Ungleichgewichte werden größer, ...):

http://video.cnbc.com/gallery/?video=3000099914&play=1

Ich bin nicht immer der Meinung von Hr. Stiglitz, aber in diesem Video trifft er den Kern!

Gast: Hastalavista
02.07.2012 08:18
4 0

Nein zu mehr EU! Nein zur Plünderung Österreichs!

Spindelegger will Finanzkompetenzen nach Brüssel abgeben und will uns trotzdem glaubhaft machen "Österreich bleibt ein Land, das von Wien aus regiert wird".

Ohne Budgethoheit gibt es aber keine eigenständigen Entscheidungen mehr, Herr Spindelegger! Die freie Entscheidung über die Bugetmittel ist das urgeigenste Instrument einer eigenständigen Politik. Gibt man das auf, hat man nichts mehr zu sagen! Wenn in Brüssel entschieden wird, wieviel Budget Österreich wofür verwenden darf, ist der Ofen aus! Hinter der EU-Zentralisierung (und auch hinter dem Fiskalpakt) steckt in Wahrheit eine neoliberale Ideologie. Denn von Brüssel kann dann beinhart Soziallabbau, Lohn-, Pensionskürzungen, Arbeiten bis zum Umfallen und bis ans Lebensende. Man kann schon jetzt sehr anschaulich an Griechenland, Spanien, Irland, ... erkennen, welche desaströsen Auswirkungen das hat.

Nein zu so einer Politik! Nein zu Zentralisierung und Abbabe der Kompetenzen nach Brüssel!

Nein zu ESM und Fiskalpakt. Der ESM ist der größte Raubzug der Geschichte. Wenn SPÖ, ÖVP mit Hilfe der Grünen kommende Woche den ESM (und Fiskalpakt) beschließen, dann Öffnen sie die Schleusen für eine hemmungslose Plünderung Österreichs. Gerettet werden die Spekulanten. Die Ungleichgewichte werden noch stärker. Der ESM ist eine riesige Umverteilungsmaschine: der Bevölkerung und der realen Wirtschaft wird das Geld entzogen und in die Taschen der Supermilliardäre und Spekulaten verschoben!


Wenn SPÖ, ÖVP mit Hilfe der Grünen kommende Woche den ESM (und Fiskalpakt) beschließen

gibts da Zweifel, ich glaub nicht. Was aber noch schlimmer ist, wie der ESM in allen österreichischen Medien nichtmal erwähnt wird. Man will den Bürger gar nicht aufklären, und die meisten haben wirklich keine Ahnung, hab in meinen Bekanntenkreis mal so rumgefragt, schlimm das Ergebnis!

Antworten Antworten Gast: Hastalavista
02.07.2012 08:54
1 0

Re: Wenn SPÖ, ÖVP mit Hilfe der Grünen kommende Woche den ESM (und Fiskalpakt) beschließen

Es ist empörend, was gemacht wird! Skandalös, wie die Bevölkerung im Dunkeln gelassen wird.

Ich bedanke mich für die Zensur. Soweit ist Österreich schon gekommen?


was wir brauchen und was wir nicht brauchen

liebes presse team, lieber hr. spindelegger!

wir reden immer nur über euro, über wachstum, über positionen gegenüber china und co. wieso reden wir immer um den brei herum?

wie soll ein gemeinsamer euro funktionieren, wenn die menschen, die ihn verwalten sollen immer nur an ihren persönlichen vorteil denken? - siehe die ganzen polit-affairen, die nur die spitze des eisberges sind.

wieso reden wir immer von "demokratie", wir haben eine verkrustete parteienpolitik, die nun ausgelagert werden sollen nach brüssel - und wie soll das besser werden? nur weil man neue namen erfindet? dann reden wir halt nicht mehr von den kommissaren in moskau, von planwirtschaft, sondern halt von "stabilitätsunion in europa."

wieso reden wir nicht offen darüber was ist - solange wir nicht unser denken ändern, ändert sich nix, denn von oben herab kann man nichts ändern, dass hat uns ja die geschichte schon gezeigt. jeder kann nur für sich was ändern - was wäre das z.b. bei presse und bei der övp im detail?

die övp soll so wie all die anderen parteien aufhören an ihre vorteile zu denken und wirklich für die menschen was tun, das würde bedeuten, dass sie sich als partei auflöst und eine tatsächliche demokratie ermöglicht - digital umsetzbar und möglich.

die presse sollte so wie alle anderen medien die dinge offen anreden und nicht an schwarze zahlen denken ...

so wäre vieles möglich - dinge, die man nicht in geld messen kann!

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ich glaub ihm nicht,

schon gar nicht, dass er gescheiter ist als die Mehrheit

Lieber Steuerbürger!

Für den bald zum Abschluss kommenden ESM wird Österreich mit

mind. 20 Mrd. Euro haften, im Worst Case mit 386 Mrd. Euro, bei einer heutigen Staatsverschuldung von 210 Mrd. würde Österreich schlagartig zahlungsunfähig.

 
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