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Cameron will Referendum über Verhältnis zur EU

01.07.2012 | 18:09 |   (Die Presse)

Premierminister wünscht sich flexiblere Beziehungen zur EU, aber keinen Austritt. Euroskeptische Abgeordnete hatten bereits mehrfach versucht, ein Referendum zu erzwingen, waren damit aber gescheitert.

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Der konservative britische Premierminister David Cameron will dem Druck der euroskeptischen Abgeordneten in seiner Partei zumindest zum Teil nachgeben. Er erwägt die Abhaltung eines Referendums über das künftige Verhältnis zur Europäischen Union. Das kündigte er in einem Artikel des „Sunday Telegraph“ an. Allerdings will er die Bevölkerung nicht über einen Austritt aus der Gemeinschaft abstimmen lassen, obwohl dieses von großen Teilen seiner Partei gefordert wird.

Er sei für eine „andere, flexiblere und weniger beschwerliche“ Position Großbritanniens in der EU als bisher, schrieb Cameron. Die Ausführung, was er damit konkret meinte, blieb er aber schuldig. Es gebe nicht „zu wenig Europa, sondern zu viel davon“, heißt es in seinem Beitrag. „Zu hohe Kosten, zu viel Bürokratie, zu viel Einmischung in Angelegenheiten, die den Nationalstaaten oder der Zivilgesellschaft oder dem Einzelnen überlassen werden müssen.“ Das britische Volk sei nicht glücklich mit dem, was es da habe, „und ich auch nicht“, so der Premier.

Euroskeptische Abgeordnete hatten bereits mehrfach versucht, ein Referendum zu erzwingen, waren damit aber gescheitert. Sie treten für einen Austritt Großbritanniens ein und wollen die Zusammenarbeit mit den anderen EU-Staaten allein auf den freien Handel begrenzen. Das geht Cameron zu weit. Ein Austritt, schreibt er nun, sei nicht im Interesse des Landes. Als Handelsnation brauche Großbritannien „uneingeschränkten“ Zugang zu den europäischen Märkten und ein Mitspracherecht beim Zustandekommen der Regeln dieses Marktes.

 

Warnung vor Auswirkungen

Zuletzt hatte ein Bericht des europaskeptischen britischen Thinktanks „Open Europe“ ebenfalls vor einem Austritt aus der EU gewarnt. „Alle Alternativen würden große Nachteile für Großbritannien bedeuten und unabsehbare politische und ökonomische Risken bergen“, hieß es in diesem kürzlich veröffentlichten Papier. Jegliche bisher in Betracht gezogenen Möglichkeiten – von einem „Norwegen-Modell“ bis zu einem Austritt ohne bilaterale Verträge – wären für das Land schlechter als der Status quo, hieß es weiter. Was „Open Europe“ allerdings vorschlug, war ein neues Vertragsmodell für Großbritannien im Rahmen der eben erst begonnenen Gespräche über eine Ausweitung der Kompetenzen der EU.

 

Angespanntes Verhältnis

Das Verhältnis zwischen Großbritannien und der EU ist seit dem Veto des britischen Premierministers gegen den Fiskalpakt im vergangenen Dezember angespannt. Cameron hatte damit erzwungen, dass die strengeren Regeln für nationale Haushalte nicht direkt in den EU-Verträgen festgeschrieben werden, sondern durch einen abseits stehenden Vertrag. Dies hat den Nachteil, dass die EU-Institutionen nicht ausreichend in das Regelwerk eingebunden sind. Für Großbritannien hätte sich durch eine Unterstützung des Fiskalpakts nichts geändert, weil dieser nur für Euroländer gilt. Cameron, der stets betont, dass er nicht gegen eine stärkere Zusammenarbeit der Euroländer sei, fürchtete aber innenpolitische Probleme, hätte er den Pakt mitunterzeichnet.

Bereits mehrfach geriet London in Konflikt mit den EU-Partnern, weil es selbst jegliche Verbindlichkeiten ablehnte, diese aber von den restlichen Mitgliedstaaten fordert. So sagte beispielsweise Simon Smith, der britische Botschafter in Österreich, zuletzt, dass eine Bankenunion zur „Logik einer gemeinsamen Währung“ gehöre. Gleichzeitig stellte er aber klar, dass es für Nicht-Euroländer derzeit nicht infrage komme, sich einer gemeinsamen, strengeren Bankenaufsicht zu unterstellen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.07.2012)

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7 Kommentare

Großbritanien

Nun, bei der EG waren sie sich bereits einig, wir sahnen kräftig ab, und heute ist es nicht anders , sie wollen nur Vorteile, alles andere interessiert sie nicht, aber das Sagen ,das wollen sie haben ! Hatten die Engländer nicht ein "illigalles Landfahrerlager" von mehreren 100 Roma unter Polizeieinsatz geräumt ? " Da sie das Schengener Abkommen ja nicht interessiert ! In der BRD müssen alle herzlich wilkommen sein, und wer etwas dagegen sagt,wird sofort als rassist, Nazi und ausländerfeindlich eingestuft, und bei dem Wort Holocaust, knickt diese Regierung sofort ein , sie interessiert nicht einmal ein Gerichtsurteil ! Kein Volk in der EU ist Rückgradloser als die Deutschen !

Gast: E.T.
02.07.2012 16:00
0 0

Grossbritannien und die EU

Auf den Britenrabatt pochen wir weiterhin. Den Euro möchten wir keinesfalls haben. Schengen, auf das möchten wir uns nicht einlassen. Transaktionssteuer kommt für den guten Börsenplatz London nicht in Frage.
Orientieren möchten wir uns weiterhin mehr an den USA als an Europa.
An irgendwelchen Schutzschirmen, gemeinsamen Regelungen etc. nehmen wir sicher nicht teil.
Aber wie Europa Politik machen soll, das Geld aufteilen, da möchten wir schon mitreden und gute Tipps geben.
Austreten aus der EU, nein, auch lieber nicht, vielleicht können wir den Schutzschirm ja auch mal brauchen.
So sehe ich Grossbritannien.

Gast: almöhi
02.07.2012 11:20
0 1

kann man diese

Stänkerer und Grossmachtträumer nicht einfach rausschmeissen ?

Antworten Gast: K.E.N.
05.07.2012 10:15
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Re: kann man diese

Herr Cameron täte gut daran, mit seinem Land aus der EU auszutreten.
Ehrlich gesagt weiß eh kein Mensch, warum die in die EU eingetreten sind.

Wahrscheinlich nur deswegen, weil De Gaulle einst gesagt hat, solange er lebt, kommen die Briten nicht in die EU - und kaum war er tot, schwupp, sind sie schnell rein in die von De Gaulle für sie deklarierte Verbotszone.

das von gb gewünschte rosinenpicken

funktioniert nur dann, wenn im kuchen genügend rosinen drinnen sind und sich genügend blöde finden, die sich um die weniger schmackhaften teile kümmern.

Gast: 51.bundesstaat der USA
02.07.2012 05:10
0 2

england ist teil der EU ?!


Gast: b754
01.07.2012 20:01
2 4

die briten haben in der eu ohnehin nichts verloren