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Ungarn erwartet zähe Verhandlungen um IWF-Milliarden

17.07.2012 | 11:06 |   (DiePresse.com)

Eine Delegation des Weltwährungsfonds ist nach Ungarn gereist, um mit der Regierung über Hilfskredite von bis zu 20 Milliarden Euro zu verhandeln.

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Die Verhandlungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU mit Ungarn über die Gewährung einer neuen Kreditlinie beginnen am heutigen Dienstag. Dabei rechnet der ungarische Chefverhandler und Minister ohne Portefeuille Mihaly Varga mit "harten Verhandlungen", bei denen auch die Transaktions-, Vermögens- und Einkommensteuer angesprochen werden könnten. Wie der ungarische Analyst Istvan Madar am Montag im InfoRadio betonte, könnte Ungarn sich vom IWF nur einen Kredit erhoffen, wie er 2008 gewährt wurde: Das heißt, das Land müsste dann mit vierteljährlichen Kontrollen der Wirtschaftslage und -politik durch den Währungsfonds rechnen.

Regierung besteht auf Wirtschaftspolitik

Bei den Verhandlungen mit dem IWF soll es um eine Kreditlinie in Höhe von bis zu 20 Milliarden Euro gehen. Varga warnte aber davor, bei den Gesprächen die Grundelemente der ungarischen Wirtschaftspolitik zu berühren, denn die Regierung werde auf ihnen bestehen. Es werde sich zeigen, inwieweit Kompromisse geschlossen werden können, so der Minister im Vorfeld der Ankunft der IWF-Delegation. Er rechnet mit einer Kreditvereinbarung im Herbst.

Analyst Madar meint, dass sich die Verhandlungen auch wesentlich länger dauern könnte. Er habe das Gefühl, dass selbst innerhalb der ungarischen Regierung "keinen einheitlicher Standpunkt" gebe. Seitens der Regierung wird die am Dienstag beginnende Verhandlungsrunde als "Abtasten" interpretiert. Dabei würden allerdings "zwei Dutzend IWF-Vertreter in Budapest eintreffen, die andere Ziele hätten als nur ein "Abtasten", sagt Madar. Zentrales Thema werde das Gleichgewicht des Budgets sein. Denn die ungarische Regierung hätte jüngst solche Maßnahmen getroffen, die das Budget "sehr auffällig auflockern".

Notenbankgesetz modifiziert

Der Weg zu Verhandlungen mit dem IWF und der EU wurde frei, nachdem das ungarische Parlament nach monatlicher Debatte das Notenbankgesetz modifizierte und damit die Unabhängigkeit der Notenbank garantierte (mehr dazu ...). Letztlich akzeptierte die rechtskonservative Regierung von Premier Viktor Orban die Änderungsvorschläge des IWF und der EU. Orban hatte mehrfach betont, dass Ungarn die Finanzhilfe nicht dringend benötige. Mit dem IWF-Kredit solle vielmehr die finanzielle Position Ungarns gestärkt werden, doch könne das Land auch ohne diese Mittel überleben, betonte der ungarische Premier.

(APA)

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6 Kommentare
Gast: Nemesis
17.07.2012 15:42
0 1

Eiserner Vorhang bitte wieder her!

Abder diesmal doppelt o hoch, doppelt so breit, doppelt so viele Wachtürme und Minen.
Danke!
Und Österreich ist wieder glücklicher.

Re: Eiserner Vorhang bitte wieder her!

Da würden sich die Ungarn freuen, denn dann gehören ihnen die ganzen Investitionen der Ausländer.

Z.B Das Audi Werk in Györ, oder die Immobilien der STRABAG gehören dann dem Orban.

Oder haben sie gar einen Deal mit ihm, da sie förmlich seine Gedanken lesen können?

Wie soll die EU ein Machtzentrum sein,

wenn die haelfte der Mitglieder von
der IWF anhanegen?

Der ungarische Chefverhandler Mihaly Varga hat es selbst zu entscheiden

Er muss nicht auf alle Forderungen eingehen. Es gibt eine Möglichkeit den ungarischen Bürgern einen Bonus auszubezahlen, wenn sie im gegenzug Anleihen kaufen - DAMIT WÄRE DIE KRISE BEENDET UND UNGARN PROFITIERT.

Bevor der Bürger eine Anleihe kauft, muss er dafür einen "Notenbankkredit" in der Höhe der pro-Kopf-Verschuldung (von seiner Staatsbürgerbank) bekommen - wobei die Zinsen für den NB-Kredit niedriger sein müssen wie die Anleihezinsen!

NUR SO MACHT EIN BÜRGER-BAILOUT SINN.

http://oekonetik.info/buerger-bailout

PS: Bitte liebe Ungarn übersetzen das Konzept und legt es Mihaly Varga vor ;-)

Antworten Gast: Krögmann
17.07.2012 15:20
0 0

Naja,

da Ungarn wirtschaftlich de fakto tot ist und langfristig keine Chance auf Erholung hat, geht das nicht. Woher sollen die verarmten Ungarn soviel Geld nehmen? Da bleibt nur das Betteln bei der internationalen Gemeinschaft - und nichts anderes als betteln tut die ungarische Regierung zurzeit.

Re: Naja,

Dieses Konzept funktioniert eben deswegen, weil auch Mittelose einen Kredit bekommen um Anleihen zu kaufen.