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EU-Abgeordnete scheuen Transparenz

20.07.2012 | 08:15 |  ANNA GABRIEL (Die Presse)

Ein Verhaltenskodex sollte die Nebeneinkünfte der Mandatare für die Öffentlichkeit einsehbar machen. Viele Parlamentarier nehmen die Regeln aber nicht ernst.

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Wien/Brüssel. Schlampige, teils unseriöse Angaben, unleserliches Gekritzel, leer gelassene Felder – der Versuch des EU-Parlaments, Nebentätigkeiten und -einkünfte der Abgeordneten transparenter zu machen, muss fürs Erste als gescheitert betrachtet werden.

Dabei klingt das neue Regelwerk für die Mandatare vielversprechend: Seit Jänner müssen die Abgeordneten im Rahmen eines strengen Verhaltenskodex sämtliche Tätigkeiten und daraus resultierende Verdienste in einer „Deklaration finanzieller Interessen“ angeben, die auf der Parlaments-Homepage öffentlich zugänglich ist. Beweggrund für die neuen Leitlinien war die so genannte „Lobbyingaffäre“ im März 2011, als Ex-ÖVP-Delegationsleiter Ernst Strasser und zwei weitere EU-Mandatare von Journalisten der „Sunday Times“ in eine Falle gelockt wurden, um ihre mögliche Bestechlichkeit zu testen.

Doch auch heute – ein halbes Jahr nach Inkrafttreten des Verhaltenskodex – liegt noch einiges im Argen, was die Transparenzregeln für Abgeordnete betrifft. Das hat die NGO „Friends of the Earth Europe“ in einer detaillierten Untersuchung der Offenlegung aller 754 Abgeordneten festgestellt. So bietet sich dem interessierten Leser bereits auf den ersten Blick ein ernüchterndes Bild: Denn 65 Prozent der abgegebenen Dokumente sind handschriftlich ausgefüllt und folglich schlecht bis gar nicht zu entziffern – ein Problem, das sich durch die Anweisung, die Fragen ausschließlich per Computer zu beantworten, leicht lösen ließe.

Viel kritischer ist da schon, dass 11,7 Prozent der Deklarationen völlig „leer“ sind, wie die NGO bemängelt – 88 Abgeordnete also bis auf Namen und ein Datum keine weiteren Angaben zu ihrer Person gemacht haben. Ausgefüllt sind nicht einmal einfache Fragen zur Beschäftigung in der Zeit vor der Wahl zum Europaabgeordneten. Andere Mandatare ließen beim Ausfüllen ihrer Fantasie freien Lauf: So gibt etwa der dänische Liberale Jens Rohde an, einst als „master of the universe“ über 10.000 Euro monatlich verdient zu haben. Der konservative Brice Hortefeux von der Europäischen Volkspartei vergisst dagegen in seiner Deklaration gleich völlig darauf, dass er bis Februar 2011 unter Staatspräsident Nicolas Sarkozy Innenminister war.

Lediglich 15,7 Prozent aller Abgeordneten räumen ein, eine finanzielle Nebentätigkeit zu haben. Der Großteil – 51,5 Prozent – gibt an, Mitglied in Aufsichtsräten oder sonstigen Gremien zu sein – dies aber großteils unbezahlt. Nur sechs Prozent wollen außerhalb des Parlaments einer Tätigkeit nachgehen, die einer Entlohnung von mehr als 5000 Euro pro Jahr entspricht.

Das Problem: Einzig ein parlamentarischer Beratungsausschuss ist für die Richtigkeit dieser Angaben zuständig – doch auch dieser darf sich nur einschalten, wenn ein Abgeordneter um Hilfe beim Ausfüllen des Fragebogens ansucht oder Parlamentspräsident Martin Schulz es anweist. „Friends of the Earth Europe“ legt Schulz daher nahe, das Mandat des Ausschusses dahingehend auszuweiten, dass eine regelmäßige Überprüfung der Offenlegungen möglich wird.

 

Neue Datenbank gefordert

Zudem müsse sicher gestellt sein, dass kein Mandatar einer Nebentätigkeit nachgeht, die für ihn einen Interessenkonflikt bedeutet oder der eine Entscheidungen im Parlament beeinflussen könnte. Die bessere Zugänglichkeit der Deklarationen für die Öffentlichkeit müsse künftig durch eine leicht einsehbare Datenbank und die Übersetzung aller Dokumente in Deutsch, Englisch und Französisch sichergestellt werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.07.2012)

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13 Kommentare

EU-Transparenz

Da niemand seine "Nebeneinkünfte" offenbaren will und Normaleinkünfte , könnte man folgendes annehmen : " Viele dieser "Politiker" entscheiden oft zu Gunsten der USA, ob da nicht ein "wenig" Überzeugungsgeld im Spiel ist ?" Vorratsdatenspeicherung , Baqnkenauskunft ,usw. ! Und wo wohl bleiben 1000 Milliarden , die benötigt werden ? Nun ja, dortz gibt es ja auch Behörden , die entscheiden, wie Krumm Bananen und Gurken sein dürfen , oder die in den 60'er Jahren verbotenen Quecksilber-Lampen in der EU zwangseingeführt wurden , ohne an die Entsorgung zu Denken ! Oder der Gedanke,das Putzfrauen eine 3 jährige Ausbildung benötigen , und dann keinen Job finden, da alle mit Auszubildende besetzt sind ! Das zur Transparenz !

Transparenz bei der EU ?

Man stelle sich vor,es gäbe in der EU Buchprüfer, oh , wo sind denn die Milliarden hin ? Da kann man doch keine Transparenz gebrauchen !

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Berichte

Sehr aussagekräftig ab 37:31 nach dem Motto wie belügen wir die Menschen.
http://www.yoice.net/blog/2012/07/20/prof-dr-michael-vogt-die-medien-manipulieren-und-tauschen-uns/


Gast: Der Volkswurm
20.07.2012 20:10
2 0

EU-Abgeordnete scheuen Transparenz

Ein typisches Verhalten für diese offensichtlich mafiose Struktur.

1 0

Die ganze EU Verwaltung/ Lenkung ist ja einen Anhäufung

Von korrupten abgehalfterten Politikern welche sich nur die Taschen füllen.
Eine Zentrale von Falotten und Dieben die wie Judas käuflich sind.

die fortführung des österreichischen übels

darum will der spindelegger mehr "europäische" kompetenzen!!!
als europäerin der ersten stunde kommt mir hier das kotzen über solche misstände

Gast: gerd mueller
20.07.2012 07:43
5 0

Scheindemokratie - gut bezahlte Marionetten

Dass Island in der Finanzkrise andere Wege als seine Nachbarn in der Europäischen Union geht, zeigt sich nicht nur daran, dass man die Großbanken des Landes einfach kollabieren ließ. Wer in der Bankenwelt an dem vor dem Zusammenbruch aufgeblasenen Ponzi-System beteiligt war, hat nun sicherlich Grund, den Kopf einzuziehen oder schlichtweg abzuhauen. Denn die Regierung hat nun einen Kopfgeldjäger auf die betreffenden Bankster angesetzt, die das Land in seine schlimmste Wirtschaftskrise in der Historie hinein manövrierten.

Anstatt die Zerstörer von Weltwirtschaft und Gesellschaften mit Samdhandschuhen anzufassen und ihnen die Milliarden hinterher zu werfen, geht man in Island einen komplett anderen Weg. Dort hat man Großbanken wie Kaupthing, Glitnir und Landsbanki auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise zusammenbrechen lassen und urteilt deren Manager nun für ihre fehlgeschlagenen Spekulationen vor Gericht ab.

Gast: blödmann
19.07.2012 22:59
1 0

eu heinis

Die EU vollpfosten von öszerreich sitzen wahrscheinlich im Keller,haben nichts zu melden

Gast: ausdemff
19.07.2012 22:34
1 0

Das Bild!

Die Frage, als dieses Bild gemacht wurde, war, WER will eine Lohnerhöhung! Der links unten, ist sich bei der Frage so selbstsicher, dass er die Hand schon aufgestützt auf den Ellbogen, selbstverständlich stehen lässt....der rechts unten, ist sich noch nicht ganz sicher, der überlegt noch, er weiß noch nicht genau ob er schon dazugehört, aber die Anderen, wie aus dem ff!

Gast: pferdeschwanz
19.07.2012 21:43
8 0

für das volk

wie hat stronach in seinem "legendären interview" vor kurzem beim orf gesagt; die politiker dienen nicht dem volk,sie verdienen am volk!!
mehr ist dazu nicht zu sagen

2 0

Was denn?

Jetzt schiebt man die Unhaltbarsten schon nach Brüssel ab, und dort schaut man ihnen immer noch auf die Finger? Wozu dann noch Politiker sein?

Gast: Vogel Strauss
19.07.2012 20:41
4 0

EU-Parlament = Kasperltheater

Wenn sie sich schon selber nicht ernst nehmen, wie sollen dann wir die ernst nehmen? Es hat schon seine Berechtigung, dass die Bürger 'ihre' EU-Parlamentarier kaum kennen ...