20.06.2013 13:47 Merkliste 0

EU-Bevölkerung für Tobin-Steuer und Eurobonds

27.07.2012 | 18:25 |   (Die Presse)

Die EU-Stimmung bleibt auf dem Tiefpunkt, aber die Bevölkerung erwartet laut der neuesten Eurobarometer-Umfrage gemeinsame europäische Antworten auf die Krise.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Brüssel/Wb. Die Schuldenkrise lässt die EU-Stimmung in der Bevölkerung auf einem Tiefpunkt verharren. Lediglich 31 Prozent der EU-Bürger sehen die EU derzeit, „ganz allgemein gesprochen“, positiv. Das sind ebenso wenige wie im vergangenen Herbst. 28 Prozent bewerten sie negativ, der Rest sieht sie neutral. In Österreich, das zeigen die ersten Ergebnisse der neuesten Eurobarometer-Umfrage, ist die Stimmung noch schlechter. Nur 23 Prozent schätzen hier die derzeitige Situation der EU positiv ein, 36 Prozent bewerten sie negativ.

Trotz dieser Einschätzung erwartet die EU-Bevölkerung gemeinsame europäische Antworten auf die Krise. Eine deutliche Mehrheit von 84 Prozent rechnet mit einer noch engeren Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten. Nur 11 Prozent bewerten dies nicht als Notwendigkeit (5% „weiß nicht“). So befürworten denn auch 76 Prozent der EU-Bürger eine stärkere Abstimmung der Wirtschafts- und Finanzpolitik. 63 Prozent der Befragten treten für die gemeinsame Einführung einer Finanztransaktionssteuer ein. In Österreich liegt die Zustimmung zu einer solchen Tobin-Steuer sogar bei 80 Prozent. Das einzige Land, in dem eine relative Mehrheit der Bevölkerung diese Steuer ablehnt, ist Großbritannien (38% dafür, 47% dagegen). Auch die Vergemeinschaftung von Schulden über Eurobonds wird mehrheitlich positiv bewertet. 41 Prozent sind EU-weit dafür, 29 dagegen (Rest: „weiß nicht“). Auch in Österreich ist eine Mehrheit (48% dafür, 36% dagegen) für das Auflegen gemeinsamer Schuldtitel. Eine klare Ablehnung gibt es dazu in Deutschland (25% dafür, 57% dagegen).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.07.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
24 Kommentare
Gast: Umsonst
20.08.2012 18:55
0 0

Sieht Demokratie so aus?

So eine schwachbrüstige Suggestiv-Umfrage als Meinung der Bevölkerung darzustellen ist gelinde gesagt, eine Frechheit!

Ich würde es eher eine versuchte Manipulation nennen!

Wenn solche Meldungen aus Brüssel kommen, brauchen wir uns nicht zu wundern, den finanziellen Ruin bald erleben zu dürfen.

Antworten Gast: Messalina-X
10.09.2012 16:43
0 0

Re: Sieht Demokratie so aus?

ich würde sagen, daß max. 25% für Euro-Bonds stehen und das ist hoch gegriffen

Demokratie entwickelt sich immer mehr ...

... zu einer Unterstützungsphilosophie für Straßenräuber.
Klar ist eine Mehrheit in Europa dafür, wenn die Frage lautet: "Soll Deutschland zahlen?".

1 0

Re.: "Auch in Österreich ist eine Mehrheit (48% dafür, 36% dagegen) für das Auflegen gemeinsamer Schuldtitel."


Das ist völliger Schwachsinn. Einzig und allein eine manipulative Änderung der entsprechenden Frage konnte so ein Ergebnis hervorbringen:

"QC7.4 Bitte sagen Sie mir in Bezug auf die Reform der weltweiten Finanzmärkte, ob Sie dafür oder dagegen sind, dass die EU die folgenden Maßnahmen ergreift. Einführung von Eurobonds (europäische Anleihen)"

Sowohl der Kontext ist reiner Betrug ("Reform der Finanzmärkte"?!), wie auch das Faktum, obige Frage im Gegensatz zu früher nun auch jenen zu stellen, die noch nie von Eurobonds gehört haben und deshalb mit einem Wischiwaschi-Beipacktext in Klammern aufgeklärt werden müssen.

Gast: Karl Karl
31.07.2012 21:55
3 0

Woher stammen diese Zahlen?

Hat irgendjemand eine Quellenangabe gesehen? Oder sind das romatische Bauchgefühle der Presseredaktion?

Natürlich stimmen die Zahlen!

Schauen Sie sich die Bevölkerungsverteilung in der EURO-Zone an. Wenn die Frage dann lautet "Sollen die Deutschen zahlen?" ergibt sich eine massive Mehrheit für JA.
So funktioniert Demokratie.

Antworten Antworten Gast: gast45
08.08.2012 22:40
0 0

Re: Natürlich stimmen die Zahlen!

und was werden die deutschen dann tun ? .. die türen zumachen, die alamanlage scharf machen und halt alle anderen notwendigen vorkehrungen treffen ...
... es ist ein irrtum zu glauben, dass die deutschen sich ewig alles gefallen lassen

1 0

Re: Woher stammen diese Zahlen?


Aus der EU-Propaganda-Abteilung:

"QC7.4 Bitte sagen Sie mir in Bezug auf die Reform der weltweiten Finanzmärkte, ob Sie dafür oder dagegen sind, dass die EU die folgenden Maßnahmen ergreift. Einführung von Eurobonds (europäische Anleihen)"

http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/eb/eb77/eb77_anx_en.pdf

Gast: Austrianer
31.07.2012 12:16
3 0

Quelle?

Haben diesen Artikel im Unternehmen ausgehängt und eine Liste dazu mit der Fragestellung sind sie für oder gegen Eurobonds.
Bei derzeit 80!!!!! Meldungen ist keine einzige für Eurobonds.

Also hört auf zu lügen.

Naja ...

... Wenn man die Griechen fragt, ob die Deutschen zahlen sollen, erhält man sicher eine satte Mehrheit von über 95%.

Gast: gast45
30.07.2012 11:50
2 0

seltsam ..

ihr bezieht euch offensichtlich auf den letzten standard eruobarometer survey (springwave) "die öffentliche meinung in der europäischen union, erste ergebnisse" ..
dort wurde allerdings weder über tobintax noch eurobonds berichtet, die anderen ergebnisse habe ich dort gefunden ..
also bittte quellenangabe zu diesen prozentsätzen ?

UND ICH FRAGE EUCH HIER UND JETZT

WOLLT IHR DEN TOTALEN EURO?????????????? Hatten wir das nicht schon einmal? Aufpassen lieber Redakteur das sie da in Ihrer Eu(r)phorie nicht was verwechseln! Denn 80% der Österreicher haben bereits eine EURO PHOBIE.......

Gast: Hans Berreiter
29.07.2012 05:14
5 0

Auch die Vergemeinschaftung von Schulden über Eurobonds wird mehrheitlich positiv bewertet. 41 Prozent sind EU-weit dafür, 29 dagegen (Rest: „weiß nicht“). Auch in Österreich ist eine Mehrheit (48% dafür, 36% dagegen) für das Auflegen gemeinsamer Schuldtitel.

MÄRCHEN AUS 1000 und 1er Nacht ....
DAS GLAUBEN SIE JA SELBER NED!

Wer - verehrte Redaktion - hat dem Verfasser dieses Artikel die Hand geführt?

Ein
- Grieche?
- Spanier?
- Der EZB-Präsi Draghi?
- Juncker?


Gast: Hubertus
29.07.2012 01:01
4 0

Wer das glaubt

Wer glaubt, daß in Österreich eine mehrheit dafür ist für die Schulden anderer Länder zu bürgen? Da haben sie wahrscheinlich Bobos befragt und ein paar Jungsozialisten, die natürlich dafür sind. Denn: Jusos bestreiten alles außer ihren lebensunterhalt.

Umfrage

"Eine deutliche Mehrheit von 84 Prozent rechnet mit einer noch engeren Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten".

Fehlt nur noch:
Und 99% sprechen sich sogar für einen Zentralstaat aus.

Kommt sicher bei der nächsten "Umfrage".

Antworten Gast: Dramaturg
28.07.2012 22:45
4 0

Re: Umfrage

Passen Sie ja auf!
Wenn Sie Interna ausplaudern, könnten Sie mal sehr früh geweckt werden, ...

Aber da schon so viel bekannt zu sein scheint, mal ne formale Frage:
Sind die Aufträge zur Fälschung von Stimmzetteln eigentlich auch regelmäßig EU-weit auszuschreiben?

Welche Vollversagerinnen sind denn für Eurobonds -

wer privat massenhaft für die Schulden anderer bürgt, gehört enmündigt.

Die EU-Bevölkerung

gibt es nicht und wird es hoffentlich nie geben. Die Bemühungen der angepaßten Medien die Bevölkerungen zu belügen wird daran auch nichts ändern!

Erst haben sie den Leuten die Montanunion eingeredet.

Dann Euratom.
Dann die EWG.
Dann die EFTA.
Dann die EG.
Dann die EU (alles beitreten bitte!)
Dann den EWR (keiner darf draussen bleiben!)
Dann den Wegfall der Grenzkontrollen (Vertrag von Schengen).
Dann den Wegfall der eigenen Währung (Vertrag von Maastricht).
Dann den Wegfall des Vetorechts (Vertrag von Nizza).
Dann den Wegfall der Neutralität (Vertrag von Lissabon).
Dann den Wegfall der No-Bailout-Klausel ("EFSF")
Dann den Wegfall der Budget-Souveränität ("ESM").
Dann den Wegfall des Staatsvermögens (Eurobonds, Transferunion).
Dann den Wegfall des Privatvermögens ("Transaktionssteuer").
Dann den Wegfall des Geldwerts (Inflation ist doch gut!).

Nachdem die weitgehend gleichgeschalteten Medien immer die "unwiderlegbare" Parole ausgeben "Fresst S.c.h.e.i.s.s.e, Milliarden Fliegen können nicht irren!", hat die Einrederei so weit bestens geklappt. Aber was fällt als nächstes weg, wenn man vorausschauen darf?

Der soziale Friede?
Eine Regierung nach der anderen?
Das tägliche Leben wie wir es kennen?
Das Recht, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen?

Gast: Wirtschaftslexikon
27.07.2012 20:57
5 0

In Österreich liegt die Zustimmung zu einer solchen Tobin-Steuer sogar bei 80 Prozent.

Von James Tobin (1918 - 2002), Ökonomie- Nobelpreisträger des Jahres 1981, vorgeschlagene Steuer auf Devisenumsätze. Da starke internationale Kapitalbewegungen (Devisenspekulation, Kapitalflucht etc.) immer wieder ökonomische und gesellschaftliche Krisen verstärken oder gar auslösen, wird die Tobin-Steuer bis heute als Mittel zur Beschränkung von Devisenmarktaktivitäten diskutiert. Mit ihrer Hilfe sollen in erster Linie Währungsspekulationen verringert werden, die häufig negative Auswirkungen auf die Realwirtschaft haben. Ein einheitlicher Steuersatz auf alle Devisentransaktionen hätte eine degressive Wirkung, die relative steuerliche Belastung sinkt, falls die Finanzaktiva länger gehalten werden. Damit trifft sie diejenigen am härtesten, die am häufigsten mit Devisen handeln. Um Schlupflöcher zu vermeiden, müsste diese Steuer von allen Staaten eingeführt werden, was sehr unwahrscheinlich ist. Außerdem dürften die Kosten der Steuer in vielen Fällen erheblich von den Spekulationsgewinnen übertroffen werden, womit ihr Zweck, Devisentransaktionen zu reduzieren, nicht erreicht würde.

3 0

Re: In Österreich liegt die Zustimmung zu einer solchen Tobin-Steuer sogar bei 80 Prozent.

Da, wie Sie anmerkten, diese Steuer nicht weltweit eingeführt werden kann, wird man kaum die wirklichen Börsenzocker und Finanzjongleure treffen.
Ich befürchte eher, daß diese Steuer so ausgelegt wird, daß quasi auf jede Transaktion im Geldgeschäft gezielt wird. Das heißt aber dann auch, daß jede Überweisung mit Steuer belegt ist. Bin neugierig ob dann die 80% auch dafür sind, wenn sie für die Überweisung des Gehalts auf ihr Konto nochmals Steuern blechen können!

Vor allem ist es bemerkenswert...

dass derselbe Staat, der auf der einen Seite unter der Bezeichnung "Transaktionssteuer" eine Zahlungsverkehrssteuer eintreibt, auf der anderen Seite den Unternehmen z.B. eine Zahlscheingebühr verbietet mit der Begründung, beim Zahlungsverkehr dürfe nicht abgezockt werden.

Antworten Antworten Antworten Gast: Dramaturg
28.07.2012 14:58
2 0

Re: Vor allem ist es bemerkenswert...

Dann wird eben die Meinung geändert!

Gleichzeitig gibts Post: "Nach aktuellem Recht werden für Ihre Überweisungen ans Finanzamt werden für den Zeitraum vom 01.01.2008 bis heute Gebühren von 56.056,23 € erhoben. Da uns Ihre finanzielle Situation überaus transparent ist, wurden Ihre Guthaben eingezogen. Bitte beachten Sie, dass Ihre Konten gesperrt sind, fallen derzeit keine weiteren Transaktionskosten an.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, denn es fehlt Ihnen ab jetzt an Geld, Nahrung und einer Dusche.

Gewinn Ganz!
gez. EU-Söldner"

Ok, vielleicht leicht überzeichnet, aber das Prinzip ist doch so.

0 0

Re: Re: Vor allem ist es bemerkenswert...

Ich bin eher in punkto Politik ein Pessimist. Aber ich muß gestehen, daß beim Euro meine schlimmsten Befürchtungen weit übertroffen wurden.

So besehen, sind Ihre Ausführungen nicht mehr ganz von der Hand zu weisen. Am meisten beängstigt mich diese Herumprobiererei, ohne recht zu wissen was man eigentlich tut. Diesen Fachidioten mit den Traumgagen traue ich schön langsam alles zu. Auch, daß sie zu solchen Mitteln greifen, wie Sie sie in Ihrem Beitrag beschrieben haben!