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Attac: 80 Prozent Vermögenssteuer für Superreiche

09.08.2012 | 15:45 |   (DiePresse.com)

Um die Euro-Krise zu überwinden schlägt das Netzwerk vor, dass "einfache Millionäre" 20 Prozent, Mehrfach-Milliardäre bis zu 80 Prozent ihres Vermögens abgeben sollen. Immerhin täte dies "niemandem weh".

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Superreiche in ganz Europa sollen nach dem Willen des globalisierungskritischen Netzwerks Attac bis zu 80 Prozent ihres Vermögens abgeben und so zur Bewältigung der Euro-Krise beitragen. "Die Krise lässt sich nur überwinden, wenn die großen Privatvermögen umfassend beteiligt werden", begründete Attac am Donnerstag das Konzept für eine Vermögensabgabe. Weiters kritisierte das Netzwerk die "zerstörerische" Krisenpolitik der deutschen Bundesregierung. Sie würde die Kosten der bisher etablierten Mittel wie den Fiskalpakt und die Euro-Rettungsschirme "nach unten" abwälzen. 

Das Attac-Konzept sieht eine einmalige, europaweit erhobene Abgabe für die oberste Reichtumsschicht vor, die ein Prozent der Gesellschaft ausmache. Durchschnittlich sollen die Vermögen mit 50 Prozent belastet werden. Die Abgabe soll nach Angaben von Attac sowohl Geld- als auch Sachvermögen umfassen und progressiv gestaffelt sein: Ein "einfacher Millionär" müsste demnach 20 Prozent seines Vermögens abgeben, Mehrfach-Milliardäre würden mit bis zu 80 Prozent belastet. "Das täte niemandem weh und wäre ein Beitrag zu größerer Verteilungsgerechtigkeit", erklärte Attac.

Vier Billionen Euro zur Umverteilung

Die Einnahmen aus dieser Abgabe taxiert Attac auf etwa vier Billionen Euro. Das Geld soll aber nicht allein in den Schuldenabbau fließen, sondern "zu einem größtmöglichen Teil in den öffentlichen Sektor umverteilt werden". Attac zufolge sind außerdem dauerhafte Einnahmequellen wie eine Vermögensteuer, die stärkere Besteuerung hoher Einkommen und Gewinne sowie der Kampf gegen Steuerflucht nötig.

Attac hatte vor einer Woche zusammen mit Sozialverbänden, Bürgerinitiativen und Gewerkschaften zu einer stärkeren Besteuerung von Reichen aufgerufen. Der Initiative hatte sich auch die SPD-Spitze angeschlossen. Die deutschen Sozialdemokraten erwägen im Zuge der von ihr geforderten Wiedereinführung der Vermögensteuer eine Besteuerung von Großvermögen ab zwei Millionen Euro. Bei einem Steuersatz von einem Prozent brächte dies jährlich rund 11,5 Milliarden Euro für die Länderetats, hatte Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) am Mittwoch mitgeteilt.

(APA/AFP)

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77 Kommentare
 
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Fass ohne Boden

Solange weiterhin Milliarden in diversen Löchern ohne Gegenleistung versickern, sind neue Abgaben absolut nicht gerechtfertigt.

Strukturreform. Danach reden wir weiter, weil dann wissen wir eher, wie viel dieser Staat wirklich zum Funktionieren braucht und wie viel als politisches Schmiermittel dient.

Antworten Gast: dasgibtsdochnicht
09.08.2012 17:16
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Es reicht

Wenn der Stöpsel aus der Badewanne raus ist, kann man endlos Wasser nachfüllen. Bevor jemand über noch mehr Steuern und Abgaben jedweder Art redet, sollten erst mal die undichten Stellen professionell verschlossen und nicht nur geflickt werden. Derivate, Hochfrequenzhandel sind da nur ein paar Beispiele für Schäden durch Steuerverlust in Milliardenhöhe.

Das Faß ohne Boden ist so langsam unerträglich. Eine Unverteilung von reich zu arm ist kein Problem und wünschenswert, aber die Zwangsumverteilung von reich zu noch reicher ist eine Frechheit sondergleichen. Laßt die Banken, Versicherungen und andere aktiv an der Krise Beteiligten doch Insolvenz anmelden, schließlich haben sie sich doch zum Teil auf betrügerische oder unkluge Art und Weise selber in die jetzige Position gebracht. Jetzt soll der Steuerzahler wieder dafür haften, während oben genannte Kreise ihr Vermögen auf den Kanalinseln in Sicherheit bringen und vorgeben, sie müssen gerettet werden?

Personelle Folgen und persönliche Haftung für Steuerverschwender, Gesetzesbrecher (auch Politiker und Banker u.a.). Die Korruption und Manipulation gehört endgültig abgeschafft. Ab vor den Strafrichter mit Gesetzesbrechern, gerade denen die das steuerzahlende und fleißige Volk aussaugen und sie geradewegs in die Diktatur führen.

Wir müssen keine Stimme abgeben, sondern vielmehr unsere Stimmen erheben, das ist ein riesiger Unterschied. Schreibt an Eure Abgeordneten und sagt ihnen, wo der Hase läuft.

 
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