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Hollands virtuelle Grenzmauer

29.08.2012 | 19:29 |   (DiePresse.com)

Die Niederlande haben das Schengener Abkommen durch ein nicht permanentes Grenzkontrollsystem ausgehebelt.

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Den Haag. Geert Leers ist zufrieden. Der niederländische Minister für Immigration, Integration und Asyl sieht mit eigenen Augen, dass das von ihm durchgesetzte Kameraüberwachungssystem an der niederländischen Grenze perfekt funktioniert. Leers begutachtet es im neuen Grenzkontrollzentrum bei Venlo. Er blickt gespannt auf einen Bildschirm und sieht, wie ein weißer VW-Bus die deutsch-niederländische Grenze passiert. Das Nummernschild zeigt: Es ist ein Georgier. Zwei mobile Grenzpolizisten fangen den weißen VW-Bus ab und dirigieren ihn auf einen Parkplatz. Dann die obligatorischen Fragen: Führerschein, Kfz-Zulassung, Frachtpapiere. Die Papiere werden überprüft, die Ladung des Lieferwagens untersucht. Es scheint alles in Ordnung zu sein. Doch dann kommt einer der Grenzbeamten, der die Papiere mit einem Scanner und im internationalen Fahndungssystem von Euro- und Interpol hat checken lassen, mit der Nachricht: „Der Führerschein ist gefälscht." Der Georgier muss aussteigen und wird mitgenommen zum Verhör.

Autofahrer merken Kontrollen meist nicht

So geht es jetzt zu an allen großen Grenzübergängen zwischen den Niederlanden, Deutschland und Belgien. Überall hängen dort seit dem 1. August Überwachungskameras. Überall werden systematisch verdächtige Autos von niederländischen Grenzbeamten gestoppt. De facto haben die Niederlande also wieder Grenzkontrollen eingeführt. Nur merken viele Autofahrer das nicht, weil sie nicht angehalten werden und - wie im Schengener Abkommen der EU garantiert - ohne Grenzkontrolle aus Deutschland oder Belgien kommend in die Niederlande einreisen können. Doch die Niederländer haben das Schengener Abkommen, das den freien Personen- und Güterverkehr innerhalb der EU garantiert, elegant ausgehebelt. Nachdem die EU-Kommission in Brüssel gegen die geplante totale Kameraüberwachung protestiert und ein niederländisches Gericht sie wegen des Verstoßes gegen Schengen erstinstanzlich untersagt hatte, griff Leers in die Trickkiste. Er und die niederländische Regierung legten Berufung ein - mit Erfolg: Die nächsthöhere Gerichtsinstanz sprach ein salomonisches Urteil, das den Aufbau der virtuellen Kameramauer an allen Binnengrenzen der Niederlande doch noch möglich machte.

Mit einer Einschränkung: Die Grenzkontrollen mit Hilfe des avancierten Kameraüberwachungssystems dürfen nur sechs Stunden täglich und 90 Stunden im Monat stattfinden. Der Trick dabei: Durch den Richterspruch sind es plötzlich keine permanenten Grenzkontrollen mehr, sondern nur noch sogenannte „Stichproben". Und die sind nach dem Schengener Abkommen zulässig. Nach dem zweiten Gerichtsurteil stimmte die EU-Kommission dem Inkrafttreten der virtuellen Mauer um die Niederlande im Juli zähneknirschend zu. Die Holländer warteten nicht lange. Am 1. August warfen sie ihr Orwellsches Überwachungssystem an. Seither wird sechs Stunden täglich kontrolliert. Das digitale Überwachungssystem enthält eine automatische Nummernschild-Erkennung, sodass die niederländische Grenzpolizei automatisch weiß, wo die Fahrzeuge zugelassen sind. So kann auch der Halter des Fahrzeugs schnell ermittelt werden.

„Andere werden System kopieren"

Ziel der fast ständigen virtuellen Grenzbewachung ist es, „den Menschenschmuggel, den Drogenhandel und die grenzüberschreitende Kriminalität besser bekämpfen zu können", sagt Leers. Rund 20 Millionen Euro kostete das System; die jährlichen Kosten betragen etwa zwei Millionen Euro. Der Minister beteuert, dass die gefilmten Bilder der Autos nicht gespeichert werden.
Und er ist überzeugt: „In ein paar Jahren werden alle EU-Länder unser Kameraüberwachungssystem an ihren Grenzen eingeführt haben." Aus Deutschland, Dänemark und Belgien gebe es bereits Anfragen. „Die wollen sich unser System anschauen und werden es wohl auch kopieren."

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37 Kommentare
 
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Gast: Das dritte Auge
04.09.2012 10:09
0 0

Die EU braucht

nur ihre Hausaufgaben an den Grenzen der EU (Bsp: Griechenland) ernst nehmen. Und GEMEINSAM die Grenze bewachen. Dann könnten sich einzelne Mitgliedländer sehr viel Geld sparen und wo anders investieren.

Und zur Überwachung selbst. Bahnhöfe, Einkaufszentren, Flughäfen, Fußgängerzonen, Autobahnen usw.. überall wird permanent rund um die Uhr überwacht.
Aber die Grenze soll man nur 6 Stunden am Tag überwachen dürfen so das eventuelle Verbrecher 18 Stunden Tag der offenen Tür feiern können. Also manche zu Papier gebrachte Beschlüssen der EU gehören wirklich in den Reißwolf.

Gast: otto100
02.09.2012 11:33
1 0

Wir haben eh nur zwei Möglichkeiten

Entweder wird alles getan um den Verbrechern das Handwerk zu legen,
oder man wartet ab und sieht zu wie Europa von Verbrechen überflutet ist.

Dann sollte man aber darauf vorbereitet sein
dass wir noch schlimmere Zustände wie z.b. in Mexiko haben.


Gast: Be-obachter
01.09.2012 20:47
0 0

Das sollten wir in Österreich auch machen!

Es wird ohnehin schon zuviel gestohlen und geplündert hierzulande.

Gast: Hausverstand müsste man haben (nicht den von Billa)
30.08.2012 17:20
7 0

Ein Hoch den Niederlanden

Die Niederlande sind übrigens auch das einzige Land, bei dem wir uns bedanken können, dass die Schengen-Aussengrenzen nicht nach Bulgarien und Rumänien verlegt werden. Offenbar haben die Politker in den Niederlanden den Hausverstand, den die unsrigen vermissen lassen!

Antworten Gast: Herbert Fanta
02.09.2012 21:59
0 0

Re: Ein Hoch den Niederlanden

die Idee einer elektronischen Grenzüberwachung wurde hier schon öfter vorgeschlagen..
wenn sich die Bürger an die permanente Aufzeichnung ihrer Handy-mail-internet-etc Daten gewöhnt haben,dann ist das der logische nächste Schriit!
nur: wenn schon dann lückenlos(24h) -auch wenn der Österreicher raunzt ..
es ist nur zum Wohle Aller
p.s. auch die Anzahl der videocam im öffentlichen Raum wird kaum mehr registriert..U-Bahn,geschäftsstrassen,usw..
und bitte alles aufzeichnen..sonst ist das Ganze sinnlos

Antworten Gast: Werner F.
31.08.2012 06:56
0 4

Re: Ein Hoch den Niederlanden

Bitte was meinen Sie mit Hausverstand?
Hat das was mit Gerechtigkeit zu tun?

2 0

Re: Re: Ein Hoch den Niederlanden

Ist es gerecht, wenn Horden von Diebesbanden ins Land einfallen und Österreicher zu Opfern machen?

Gast: Everybody
30.08.2012 13:36
1 4

Schön

Und was bringt dieses System wirklich?

Die Kriminalitätsrate hat sich weder nach dem Start des Schengenabkommens noch nach der Ostöffnung drastisch gesteigert...

Ausserdem sind die Kriminellen auch nicht dumm, dann fährt man halt mit einem Mercdes Sprinter und deutschen Kennzeichen...

Also, was bringt dieses System wirklich?


Antworten Gast: wer lesen kann ist im vorteil ...
30.08.2012 20:12
3 0

Re: Schön

na z.b. einen georgier mit einem gefälschten führerschein auf die seiten geholt .. oder sind sie dafür dass sich jetzt jeder seinen führerschein selber am kopierer zusammenschnitzt ? .. vielleicht wenn schon denn schon gleich auch einen pilotenschein für einen airbus dazu ?

Antworten Gast: KoalHeinz
30.08.2012 14:34
1 6

Re: Schön

Tja... Das kommt davon wenn vor solchen Ereignissen riesen Panik gemacht wird, nach dem sich die Prognosen nicht bewahrheitet haben, aber nicht darauf hingewiesen wird!

Man schafft Ängste in der Bevölkerung die unbegründet sind, nur um davon zu profitieren, aber hey, das ist Politik, vorwerfen muss man dem Bürger dass er sich nicht informiert und alles glaubt was ihm so erzählt wird!

4 0

Re: Re: Schön

Prognosen nicht bewahrheitet? Woher kamen den die Ausführenden der schwereren Eigentumsdelikte, von Messerstechereien und Morden in den letzten Jahren? Was war mit Wohnungs- und KFZ-Einbrüchen?

Schon wieder so ein Widerling, der alles schönreden wil,l während man mitten im Dreck steht. Arbeiten Sie im Rothaus?

Gast: Fliegender Holländer
30.08.2012 12:59
4 0

Tja,

manche Regierungen denken noch, das ist uns eben fremd geworden.

Gast: Fliegenderhollander
30.08.2012 12:25
4 0

6x4 System

die Holländer haben wahrscheinlich die Systeme 4-fach installiert. Jedes hat eine 6-Stunden Schicht und somit ist die Auflage erfüllt.

Es würde auch bei uns, vorallem zu den Ostgrenzen hin, sehr sinnvoll sein und den Kriminalitästourismus eindämmen.


Gast: prison planet
30.08.2012 11:05
2 0

Verlogene EU


Im Dienste der Freiheit wurden die Grenzkontrollen abgeschafft, um im Gegenzug via Datenvorratsspeicherung die Bürger zu bespitzeln.

http://de.wikipedia.org/wiki/INDECT

Man erkennt die Absicht. Die Reisefreiheit wird als "Gewinn" von mehr Freiheit in die Auslage gestellt, und hintenrum wird die Totalüberwachung eingerichtet.

Gast: Sand1
30.08.2012 10:35
1 0

Wieso keine Anfragen aus Österreich?

Was hindert Österreich dieses Überwachungssystem einzuführen? - Natürlich mit üblichen Ausnahmeregeln und jahrelangen Übergangslösungen.

Antworten Gast: Everbody
30.08.2012 12:35
0 5

Re: Wieso keine Anfragen aus Österreich?

Hoffentlich die Erkentnis, dass dieses System auch nichts bringt!

Würd i bei uns sofort einführen


3 0

Wobei, was will Holland noch verhindern?

Die haben sich ohnehin schon jahrelang erfolgreich bemüht, den ärgsten Ruß zu importieren. Da helfen die Grenzkontrollen jetzt auch nicht mehr.

Gast: Bittebittebitte
30.08.2012 09:18
10 0

Bundeskanzler HC

Herr Bundeskanzler HC! Führen Sie dieses System bitte in der ersten Stunde nach Ihrem Amtsantritt ein! Hunderttausende anständige Österreicher, die hart für die Dinge, die ihnen jetzt von den Ostbanditen gestohlen und geraubt werden, werden es Ihnen danken !

Gast: Humerus
30.08.2012 09:06
6 0

recht so!

Vielleicht werden dann weniger Häuser in Niederösterreich/Wien/Burgenland ausgeräumt (bitte deshalb auch beim Ausreisen kontrollieren)

Gast: Robin H.
30.08.2012 08:37
16 0

Brüsseler Murks korrigiert

Die EU-Kommission kann sich ihr “Zähneknirschen“ sparen, wir Bürger sind es, die unter den Träumereien eines völlig freien Partienverkehrs leiden. Die Niederländer haben daher nichts “ausgehebelt “ sondern dem Brüsseler Murks die überfällige Korrektur verpasst. Für Osterreich dringend ebenfalls zu empfehlen.

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„Andere werden System kopieren"

Bitte auch an Österreichs Grenzen einführen!

3 0

Re: „Andere werden System kopieren"

Schon wahr, aber: Das werden der dicke Weinliebhaber und sseine Hassgriechin schon zu verhindern wissen ...

19 0

Zur Nachahmung empfohlen

Aber wie ich unsere EU-Kriecher kenne werden wir die letzten sein die sich durch diese sinnvolle Maßnahme vor dem Schengen-Kriminalitätstourismus schützen.

Gast: Halten Bürger für dumm
30.08.2012 06:41
0 16

Wer kontrolliert die 6 Stunden?



Vermutlich nur eine unüberprüfbare Behauptung.

Die Kontrolle ist zwar gut - die Rechtfertigung eine rechtsstaatliche Sauerei.

wir werden sicher nicht kopieren...

...bei uns wird das der waffengraf installieren und unzählige politiker werden kassieren.
Funktionieren reimt sichauch noch, aber das wird es nie...

 
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