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EU: Barroso drängt auf "europäische Föderation"

12.09.2012 | 12:05 |   (DiePresse.com)

"Europa braucht eine neue Richtung", sagt der Kommissionschef in seiner Rede zur Lage der EU. Die Bankenaufsicht hat für ihn "oberste Priorität".

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EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hat für die Weiterentwicklung der EU zu einer Föderation von Nationalstaaten plädiert. "Wir werden uns auf eine Föderation von Nationalstaaten hinentwicklen müssen", sagte Barroso am Mittwoch in seiner "Rede zur Lage der Union" vor dem Europaparlament in Straßburg.

Barroso präsentierte den Abgeordneten auch den Vorschlag der EU-Kommission für eine einheitliche europäische Bankenaufsicht im Euroraum. Die Schaffung der europäischen Aufsicht habe für ihn jedenfalls oberste Priorität, so Barroso. Es sei der erste Schritt zu einer Banken-Union, die Vorbedingung für eine europäische Einlagensicherung und für die Banken-Abwicklung.

"Politische Union" als Ziel

Barroso forderte aber auch einen Schritt zur Fiskalunion ein. Langfristig seien Schritte für die Vergemeinschaftung der Schulden erforderlich. Die EU-Kommission werde noch im Herbst einen Plan für eine vertiefte Wirtschafts- und Währungsunion vorlegen. Im Dezember werde er mit EZB-Chef Mario Draghi den EU-Gipfel vorbereiten, der verschiedene "Optionen" beschließen soll, sagte Barroso. "Teilweise werden Vertragsänderungen erforderlich sein", sagte der EU-Kommissionschef. Eine politische Union sei das langfristiges Ziel. "Dies wird einen neuen Vertrag erfordern." Es gehe nicht um die Schaffung eines europäischen Superstaates. "Ist es realistisch weiterzumachen so wie bisher?", fragte der Kommissionschef.

"Europa braucht eine neue Richtung"

Die EU habe in den vergangenen Jahren zwar kühne Entscheidungen getroffen, aber nicht die Bürger, Märkte und internationale Partner überzeugt, "weil wir Zweifel zugelassen haben, ob wir wirklich zusammenstehen, sodass das europäische Projekt unumkehrbar ist", sagte Barroso. "Europa braucht eine neue Richtung, diese kann sich nicht auf alte Ideen stützen. Europa braucht ein neues Denken", sagte Barroso. "Die Realität ist, dass in einer interdependenten Welt die Mitgliedstaaten nicht mehr in der Lage sind, den Kurs der Dinge alleine zu steuern". Aber gleichzeitig habe die EU noch nicht die erforderlichen neuen Instrumente, "wir sind in einer Übergangzeit", sagte der portugiesische Konservative. Barroso forderte auch, dass die europäischen Parteien bei den Europawahlen 2014 einen Kandidaten für den nächsten Kommissionspräsidenten aufstellen.

Schulz warnt vor "Entparlamentarisierung"

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz warnte, es gebe eine Besorgnis erregende "Tendenz zur Entparlamentarisierung" in der EU. Wer aber den Parlamentarismus als zu langsam bezeichne und glaube, das EU-Parlament nicht einbeziehen zu müssen, "wird auf den energischen Widerstand des Parlaments stoßen". Dies gelte auch für die Pläne zur Schaffung einer Bankenunion. "Der Euro ist die Währung der Union, das Europaparlament ist das Parlament der Union", betonte Schulz.

Der sozialdemokratische Fraktionschef Hannes Swoboda und Liberalen-Chef Guy Verhofstadt attestierten Barroso,  eine gute Rede gehalten zu haben. Gleichzeitig forderten sie aber mehr Integrationsschritte. "Wir brauchen eine europäische Verfassung, nicht eine Vertragsänderung", sagte Swoboda. Zuerst müsse es eine Debatte über die Ziele der EU geben. Die sozialen Fragen würden derzeit nicht einmal erwähnt.

"Brauchen föderale Union"

Verhofstadt erteilte der Idee einer Föderation von Nationalstaaten eine Absage. "Wir möchten keinen nationalistischen, sondern einen post-nationalistischen Ansatz, wir brauchen eine föderale Union", verlangte er. Die gegenwärtige Krise habe ihre Ursache im "Unvermögen der politischen Elite, den Sprung hin zu einer föderalen Union zu wagen". Die EZB allein könne die Krise nicht lösen.

"Monster-Mario"

"Wenn wir eine neue Richtung wollen, brauchen wir einen Kompass", verlangte Grünen-Fraktionschef Daniel Cohn-Bendit. Die EU-Regierungen seien nicht in der Lage gewesen, auf die Krise zu reagieren.  Aber auch dem EU-Parlament sei es nicht gelungen, grenzüberschreitende Listen für die nächste Europawahlen zu verabschieden. Der britische EU-Gegner von der UKIP-Partei, Nigel Farage, schlug vor, EZB-Chef Draghi wegen der neuen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank zum Kauf von Staatsanleihen "Monster-Mario" zu nennen - eine Anspielung an Draghis Spitznamen "Supermario". In Großbritannien werde der Ruf nach einem EU-Referendum immer stärker.

Der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Othmar Karas, begrüßt die Gesetzesvorschläge zur Schaffung einer Bankenunion in der EU. "Mittelfristig muss die Fiskalunion folgen. Langfristig müssen wir die politische Union vorbereiten", erklärte Karas. SPÖ-Delegationsleiter Jörg Leichtfried kritisierte die ungerechte Verteilung des Reichtums in Europa. Insgesamt würden sich die Millionen- und Milliardenvermögen in etwa der Gesamtverschuldung der Mitgliedstaaten der EU die Waage halten.

 

 

(APA)

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50 Kommentare
 
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Antworten Gast: Gegen Ewiggestriges
12.09.2012 21:15
0 1

Re: eu

Ihre Idee einer Weltordnung überhaupt finde ich noch besser. Da würden die EU-Förderation umgehen und wären schneller am Ziel. Die Zeit drängt, man sollte daher diesen direkten Schritt forcieren frei nach dem Motto: Nicht kleckern, sonder klotzen!
Bin voll dafür.

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die EU braucht eine neue Richtung

RICHTIG, aber in die entgegengesetzte als Barroso vorschwebt.

Nicht mit mir!

Über diesen Vorschlag des Herrn B. wird ja wohl abzustimmen sein. Mein "NEIN" sage ich ihm schon jetzt.

Die einzig vernünftigen Politiker, die sich gegen diesen EU-Wahnsinn stemmen...


....haben die Briten.

Historisch waren die Briten immer auf der Seite der Sieger.

Re: Die einzig vernünftigen Politiker, die sich gegen diesen EU-Wahnsinn stemmen...

historisch gesehen haben die engländer (nicht briten..politik wird in london gemacht) die europäer immer gegeneinander ausgespielt und von ihrer insel zugesehen. das hat nicht immer funktioniert....aber doch meistens

Gast: Gegen globale Ausbeutung
12.09.2012 12:44
9 0

EU-MAFIA im Vormarsch

Es geht bergab...

zu wenig

ich möchte die vereinigten staaten von europa und kein lockeres gebilde das nur bei schönwetter hält ...
barosso scheint der meinung zu sein, dass man nur mögliches verlangen soll und die USE utopie ist...das war die mondlandung auch einmal

...

Schritte für gemeinschaftung der Schulden erforderlich????
langsam aber doch, bin ich für einen Austritt aus der Eu...
wofür steh ich denn jeden Tag auf und arbeite den ganzen Tag??
damit ich mit meinen steuern irgendeinen anderen Staat finanziere?!?
wir bewegen uns in Richtung Schrecken ohne Ende...
tja ich weiß zumindest schon mal, wen ich bei der nächsten wahl nicht wähle

Gast: Blipvert3
12.09.2012 12:23
4 0

"kühne Entscheidungen"

sind wohl
-) Verbot der Glühbirne
-) Standard, wie eine Gurke auszusehen hat
-) Zimt ist schädlich

Was ich vermisse:
-) europaweite Regelungen für Anbieter von eBook/Video/Musikdiensten
-) Abschaffung der Importzölle aus Nicht-EU Ländern. Es gibt keine heimische Wirtschaft mehr, die geschützt werden muss.
-) Verschlankung des EU Parlaments. Schließlich zahlen wir alle zusätzlich zu unserem eigenen Verwaltungsapparat dafür, Sparsamkeit ist ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Bürgern.
-) Sachhilfe statt finanzieller Hilfe. Zum Beispiel durch Schaffung von Arbeitsplätzen, Bildungseinrichtungen, Förderung des Tourismus in wirtschaftlich schwächere Länder.

1 0

Re: "kühne Entscheidungen" sind wohl auch

Fischereibashing gegenüber der kleinen welceh davon leben müssen und bisher konnten, wie auch das man dafür genmanipulierte Lebensmittel endlich zugunsten der Industrie einführen möchte !

Brüssel ist bereits seit langem schon zu einem Bürokratiemonster verkommen, welchem die Anliegen der Bürger samt der Kmu s völlig egal sind, dafür aber Banken und die Grossindustrie wichtiger erscheinen weil man sich nach der Zeit, einen lukrativen Posten (siehe Josef P.) erhofft, und erwarten darf .

Mit (persönlicher und/oder wirtschaftlicher) Freiheit hat also dieses Projekt gar nichts gemein, sondern dient allein dem Zweck, sich selbst nach weiter oben hangeln zu wollen.

Das Ziel einer SowjetEU hatten sie ja schon immer!


Der Euro und der ESM sind nur ein weiterer Schritt in diese Richtung!

Das schaffen sie aber nur, solange sich die Bevölkerung nicht wehrt!

Bei einer Volkabstimmung hätten diese Figuren keine Chance!

Deshalb brauchen sie ihre gekauften Parlamentarier, wie man z.B. auch schon beim ESM gesehen hat.


1 0

Re: Bei einer Volkabstimmung hätten diese Figuren keine Chance!

darum werden solche auch weiterhin, selbst bei lokalen einfachsten Fragen wie Parkraumbewirtschaftung und Missbrauch der selben, bewusst verhindert !

Her mit einem Personenwahlrecht und der direkten Demokratie, statt weiterhin Parteienwillkür ertragen zu müssen !!!

Dies würde aber einen Barosso wie auch Schulz und Konsorten völlig widersprechen, weshalb damit bis eines nahen Jahres nicht damit gerechnet werden darf.

Gast: kulpaniveau
12.09.2012 12:14
3 2

Irgendwie drängt sich mir der Eindruck

auf dass die Finanzmafie über ihre Systemmedien jetzt einen neuen Frontalangriff auf die "Täterstaaten" AUT und schland starten werden;

vermutilch werden wir einen nie gekannten 2. WK-Tsunami in den Sytemmedien erleben:

"WIr sind schuld", "wir haben das grösste Verbrechen der Weltgeschichte begangen", "Tätervolk", "Wir sind schuld am Krieg, am MOrd und am Klimawandel, etc.

Das Regime wird vermutlich in Zukunft mit allen MItten arbeiten das ihm zur Verfügung steht, Manipulieren, Verdrehen, Einschüchtern, Beschuldigen, usw., usf.!

Nur so können die Zahler bei Zahllaune gehalten werden - "Kulpa" ist das Stichwort...


Gast: Barrorscho
12.09.2012 12:07
4 0

kann die EUdSSR nicht mehr erwarten.

Deutschland ist ja ab heute verraten und verkauft worden (ESM-Zustimmung der Richter).

Der Portugiese hat leicht reden....

...sein Ziel ist es jedenfalls, den "reichen" Norden auszuplündern und dafür schreit er nach den dazu geeigneten Instrumenten....

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nein, nein, nein, nein

mit leeren phrasen wie 'neue richtung' und aufgrund der schieren meinung von profi-machtausbauern wie baroso sollen sich die europaeer dem diktat bruessels ergeben. Nochmals nein! 'Nationalstaat' ist weder etwas unanstaendiges noch ueberholtes sondern ein zustand der unabhaengikeit und selbstbestimmung, somit erzfein der bureaukreaturen wie dragi, baroso und dem gnomisch vetwachsenen rumpelboy. Zurueck zur urspruenglichen idee der freihandelszone...DAS ist die neue richtung die europa braucht.

Antworten Gast: ITT
12.09.2012 12:16
1 0

Re: nein, nein, nein, nein

Eigentlich steigt in Europa stets die Zahl der 'Nationalstaaten'. Weiterer Kandidaten gibt es genug: Norditalien, Katalonien, Schottland....

Die Frage ist nur: Was versteht man darunter, da in der EU eine Migrationskontrolle nicht möglich ist und die Staaten bereits viele 'Ausländer' haben? Zudem wollen ja alle in die EU...

Geht es ums Geld vielleicht?


Vorschlag

Normalerweise heißt der Spruch: "Wer zahlt schafft an".
Wurde bedeuten, dass die Länder die ihren Haushalt in Ordnung halten, den Takt in der EU vorgeben und auch die wichtigen Positionen besetzen (Svoboda und ähnliche Parasiten gehören natürlich durch Wissende ersetzt).
Die Portugiesen gehören sich nicht dazu.

Gast: Gast 1000
12.09.2012 11:42
6 3

EU Totalitarismus

Der Rat ( = Minister) macht Gesetzte = höflich genannt EU-Richtlinien, die die nationalen Parlamente durchzuwinken haben=gezwungen sind ins nationale Recht zu übernehmen. Und deshalb mußten wir zum EU-Beitritt abstimmen und nicht wegen Gitti Ederers 1000 Schilling-Schmäh.

Und jetzt wollen sie den Totalitarismus noch vervollständigen.

Warum erinnert mich das an die Szenen

aus "Star Wars" als der Kanzler wegen der Krisensituation dem Senat das Ende der Republik erklärt? :-)

Parlamentspräsident Schulz

Lediglich zum letzten Abschnitt eine Bemerkung:

Das (doch in lästigen Zyklen) wiederkehrende, unsinnige Palaver des EU-Parlamentspräsidenten Schulz ist auch an dieser Stelle wieder zu erkennen. Da spricht er - in der heutigen, von demokratisch völlig unlegitimierten Entscheidungen und von politischer Willkür geprägten Zeit - doch tatsächlich von "Tendenz zur Entparlamentarisierung". Ich würde gegenteilig von "Tendenz zur Entdemokratisierung und völkischen Entmachtung" sprechen.

Herr Barroso, irrelevant wird der, der eine Volkswirtschaft auf Schulden baut und keine guten Produkte hat.

Da ist es egal, ob man klein oder groß ist.

Doch wenn man, wie jetzt der Fall, glaubt, Schulden durch Geldmengenausweitung der EZB zu beherrschen und geringe Wettbewerbsfähgigkeit durch Größe zu erreichen, dann sind wir nicht mehr weit von der Unterdrückung entfernt.

Die Bankenunion hat oberste Priorität, natürlich mit einem Portugiesen an der Spitze.

Wenn die Schuldner über die Zahler und Gläubiger herrschen, kann Europa nur verlieren.

Gast: gast45
12.09.2012 11:20
4 2

immer die lebensläufe lesen :-)

barosso war ministerpräsident portugals von 2002 bis 2004. in der zeit hat er die zukünftigen steuereinnahmen an der börse verkaufen lassen.
davor war er parteigründer einer kommunistischen partei in portugal, und gleichzeitig ist er träger des malteser und des christusordens :-):-)
noch fragen .. ob der glaubwürdig ist :-)?


 
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