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Türkischer Minister: "EU wird uns anflehen beizutreten"

19.09.2012 | 06:26 |   (DiePresse.com)

"Die Türkei hat ein Recht auf einen EU-Beitritt und wird auf dieses Recht nicht verzichten", sagt der türkische Wirtschaftsminister Zafer Caglayan.

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"Die EU ist seit 50 Jahren uns gegenüber unaufrichtig und heuchlerisch", klagte der türkische Wirtschaftsminister Zafer Caglayan am Dienstagabend im Gespräch mit der APA. Die Union zeige seinem Land immer noch die kalte Schulter, obwohl die Türkei im Gegensatz zu den meisten EU-Staaten die Maastricht-Kriterien erfülle. Aber "der Tag wird kommen, da wird man uns anflehen beizutreten". Doch "am Ende des Tages werden wir entscheiden, ob wir beitreten wollen oder nicht".

"Die Türkei hat ein Recht auf einen EU-Beitritt und wird auf dieses Recht nicht verzichten" stellte er klar, dass die Türkei nicht daran denke, ihr Beitrittsgesuch zurückzuziehen. Offen sei aber, ob es bis zur Verwirklichung des Beitritts die EU und den Euro überhaupt noch geben wird. Man sehe ja, in welcher Lage die EU jetzt ist. "Die EU erntet, was sie gesät hat". Die Schuldenkrise in Griechenland sei ja nicht über Nacht gekommen. "Wo war die EU, als Griechenland dieses Geld ausgegeben hat? Waren die auf Urlaub? Sonnenbaden?" Hätte sich die EU doch lieber um Griechenland gekümmert als um die Türkei. Türkei-kritische Politiker wie Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy "sind inzwischen in Pension und gehen fischen."

Verschuldung auf 39 Prozent reduziert

Die Türkei habe ihre Verschuldung im abgelaufenen Jahrzehnt von 73 Prozent auf 39 Prozent reduziert. In der Krise sei keine Bank ins Strudeln geraten, die Schulden beim IWF seien auf 1,5 Milliarden Dollar (1,15 Mrd. Euro) reduziert worden. Schließlich sei das Land im Vorjahr um 8,5 Prozent gewachsen, während Europas Wirtschaft nur um 1,5 Prozent zugelegt habe. Wäre die Türkei Mitglied gewesen, wäre Europas Wirtschaft um 1,8 Prozent gewachsen, rechnete Caglayan vor. Warum dann die Türkei überhaupt noch beitreten wolle? "Wir werden die Europäer weiterhin ärgern. Es gibt Menschen, die wollen die EU in einen Christen-Club verwandeln und die Türkei draußen halten. Das lassen wir uns nicht gefallen."

Die Türkei bleibe als Handelspartner attraktiv, auch für Österreich. Im Vorjahr waren die Österreicher mit 2,3 Milliarden Euro stärkster Auslandsinvestor. Heuer lagen im Halbjahr nur die Briten voran. "Österreicher investieren, weil sie äußerst gescheit und vorausblickend sind", so Caglayan. Sie sehen die politische Verlässlichkeit und haben Vertrauen. So sicher wie das Amen im Gebet würden weitere Investitionen folgen. Vor einer Unterschrift könne man jedoch nichts Fixes sagen. Aber Investoren hätten keine Alternative zur Türkei. Im Zuge seines Wien Besuchs hat der Minister Gespräche mit den Chefs von voestalpine, OMV und Magna geführt.

Kurden-Konflikt "Spiel von externen Kräften"

Caglayan sieht die jüngst wieder aufgeflammten Kämpfe mit kurdischen Rebellen im Süd-Osten der Türkei als "Spiel von externen Kräften, die sich Sorgen machen, weil die Türkei so wächst und sich entwickelt. Die PKK ist deren Handlanger. Aber nichts, keine Gruppe von Banditen ist stärker als der türkische Staat". Er selber komme aus dieser Region. "Ich bin kurdischer Herkunft. Ich bin der beste Beweis dafür, dass mein Land kurdische Bürger nicht anders behandelt. Der Staat hat nicht verhindert, dass ich Minister geworden bin."

(APA)

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342 Kommentare
 
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Antworten Antworten Gast: Ausguck
19.09.2012 09:10
3 0

Re: Re: Mit der Arroganz der Aussagen in seinem Interview

Australien spielt Fußball in der Asiengruppe - ist Australien deshalb kein Kontinent mehr?

So sehr Sie sich auch darum bemühen Scheinargumente an den Haaren herbeizuziehen es kommt nichts dabei heraus!

Sagen Sie doch ehrlich, wir nehmen alles und jeden auf ohne uns Gedanken über Folgen und Kosten zu machen, weil wir einfach nicht im Stande sind klare Worte mit unseren Partnern zu sprechen (von der Entwicklung und Sicherung von Konzepten ganz zu schweigen).

Antworten Antworten Gast: glaubschongarnix
19.09.2012 08:41
5 0

Re: Re: Mit der Arroganz der Aussagen in seinem Interview

Russland ist wenigstens noch halbwegs Europa. Die Türkei ist Asien, sonst nichts. Sie hat in Europa nicht das Geringste verloren.
Und mit Arroganz und Frechheit macht man sich keine Freunde. Der Herr Wirtschaftsminister muss noch viel lernen!
Aber solange er und seine Freunde so von Europa denken, kann es uns recht sein. Die Türkei kann dann noch weitere tausend Jahre warten auf einen Beitritt, den es nicht geben wird.

Antworten Gast: hoffnungsvolle träumereien
19.09.2012 07:57
2 0

Re: Mit der Arroganz der Aussagen in seinem Interview

Das wird schon längst hinterrücks ausgeschnapst. Die Wirtschaft diktiert, egal was gesellschaftspolitisch dadurch angerichtet wird.

Antworten Gast: Ausguck
19.09.2012 07:37
2 0

Re: Mit der Arroganz der Aussagen in seinem Interview

völlige Zustimmung

"So sicher wie das Amen im Gebet" - Wurde Herr Caglayans Aussage falsch übersetzt?

25 0

recht auf beitritt??

sicher nicht!!!!

das heisst..

die EU wird der Türkei beitreten?

...

recht hat er mit manchen aussagen...
Türkei als 2 größte Volkswirtschaft in der Eu?!

Antworten Gast: geringgest st.
19.09.2012 08:44
4 1

Re: ...

" . . . recht hat er mit manchen aussagen...
Türkei als 2 größte Volkswirtschaft in der Eu?!"

Ja, zweite nach Ruanda-Burundi und dem Jemen, aber noch vor der inneren Mongolei!

Ein Entwicklungsland will uns was vorschreiben - einfach grotesk.

Gast: Eusebius
19.09.2012 06:52
4 0

Unglaublich

der Ton des türkischen Wirtschaftsministers!

Gast: colonel must
19.09.2012 06:44
4 0

Reine Selbstbespiegelung, sonst nichts. Zum Lachen, sonst nichts.


Gast: gustav3
19.09.2012 06:43
6 0

Das ich nicht lache

Die EU steht kurz vor einem Bürgerkrieg mit dem Islam,und der schwafelt noch von einem Türkeibeitritt.
Außerdem entscheiden dass die Menschen der EU und nicht mehr die Politiker.
Gestern bei Maischberger wurde klar gesagt dass Erdogan gerade dabei ist die ganze Türkei zu Islamisieren.Da müssen doch spätestens jetzt bei jeden Politiker die Alarmglocken läuten.

Gast: sid
19.09.2012 06:43
1 0

die EU ist seit 50 Jahren unaufrichtig, darum hat die Türkei das Recht auf einen Beitritt?

Etwas unglücklich formuliert, oder?^^

Gast: Glaser F
19.09.2012 06:42
3 0

Türkei: "EU wird uns anflehen beizutreten"

Sein Land habe das Recht auf einen EU-Beitritt.

Kommt mir irgendwie bekannt vor, die Tonart!

Gast: Glaser F
19.09.2012 06:41
2 0

Türkei: "EU wird uns anflehen beizutreten"

Sein Land habe das Recht auf einen EU-Beitritt.

Kommt mir irgendwie bekannt vor, die Tonart!

Gast: Maximilian Huber
19.09.2012 06:41
5 0

Unwahrscheinlich

Die Rettung Europas vor dem Islam wird absehbar eine wehrhafte Re-Christianisierung Europas bringen.
Die EU wird deshalb keinen muslimischen Staat aufnehmen, aber möglicherweise in nicht allzu ferner Zukunft die Türkei bitten, ihre in der EU lebenden Türken zurückzunehmen.

Antworten Gast: 5565656
19.09.2012 08:48
5 0

Re: Unwahrscheinlich

Die EU wird deshalb keinen muslimischen Staat aufnehmen, aber möglicherweise in nicht allzu ferner Zukunft die Türkei bitten, ihre in der EU lebenden Türken zurückzunehmen.

Sehr gut gesagt. Am besten sie gehen gleich (sofern sie sich ihrer alten Heimat mehr verpflichtet sehen als ihrer neuen "Heimat"). Man kann nicht Diener zweier Herren sein, nicht dem Islam und Europa gehorchen!

 
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