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Österreich und das EU-Budget: Mach mich nicht nass

24.09.2012 | 18:25 |  Von unserem Korrespondenten OLIVER GRIMM (Die Presse)

Die Bundesregierung will den Unionshaushalt um ein Zehntel kürzen. Für die Zuwendungen an österreichische Nutznießer – vor allem die Bauern – soll das nicht gelten.

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Brüssel. Am Montag lieferte die Bundesregierung ein anschauliches Beispiel für ihre widersprüchliche Haltung zum EU-Budget. Zuerst beklagte sich Agrarminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) am Rande des Agrarministertreffens in Brüssel lauthals über die geplante Kürzung der Agrarsubventionen. Dann forderte sein Parteikollege und Staatssekretär im Außenministerium, Reinhold Lopatka, ebenda „eine deutliche Reduktion des gesamten Kommissionsvorschlages“ für die EU-Budgets der Jahre 2014 bis 2020.

Ja zu Budgetkürzungen, aber bitte nur für die anderen: Diese offizielle österreichische Regierungsposition fußt einerseits auf der Forderung, den nächsten siebenjährigen Finanzrahmen um 100 Milliarden Euro beziehungsweise rund zehn Prozent zu kürzen. Andererseits beharren die Österreicher darauf, dass jene Subventionen, von denen sie besonders stark profitieren, nicht gekürzt werden. Wobei im reichen Nettozahlerland Österreich vor allem eine gesellschaftliche Gruppe viel Geld aus Brüsseler Töpfen erhält: die Landwirte. Sie haben in den für die Budgetverhandlungen zuständigen ÖVP-geführten Ministerien Finanz, Außen und Landwirtschaft besonders beharrliche Fürsprecher. Ein Umstand übrigens, der auch dem Regierungspartner SPÖ nicht verborgen geblieben ist; die Sozialdemokraten kommentieren die Europapolitik der Volkspartei genüsslich als „Lobbying für die Agrarindustrie in Brüssel“.

Ein Blick auf die jährlichen Finanzberichte der Europäischen Kommission zeigt, wer in Österreich besonders viel Nutzen aus den EU-Förderungen zieht. So wurden im Jahr 2011 rund 1,876 Milliarden Euro aus dem Unionsbudget nach Österreich zurücküberwiesen. 714 Millionen Euro davon waren Direktzahlungen an die Bauern. Mehr als ein Drittel dessen also, was Österreich aus dem EU-Budget „herausholt“, geht in die älteste und am heftigsten kritisierte Form der Subventionierung. Zumal dieses Geld mitnichten bei den kleinen, nach biologisch Grundsätzen produzierenden Landwirten ankommt, wie es das „Lebensministerium“ von Berlakovich stets zu insinuieren versucht. Von den Direktzahlungen profitieren die großen Betriebe am meisten.

(c) DiePresse

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Acht von zehn Euro für Landbewohner

Weitere 560 Millionen Euro gingen im vergangenen Jahr in den Bereich „Ländliche Entwicklung“. Darunter fallen alle Maßnahmen, die der Entvölkerung der agrarisch geprägten Landstriche entgegenwirken sollen. Vieles davon ist unstreitig sinnvoll, wie das Erblühen von Agrotourismus in zahlreichen Regionen Österreichs zeigt. Außer Streit steht aber auch, wer von diesen Förderungen besonders profitiert.

Dazu kamen weitere 218 Millionen Euro aus den Strukturfonds, die EU-Regionalkommissar Johannes Hahn unterstellt sind. Auch dieses Geld fließt in erster Linie in ländliche Regionen, die nun einmal besonders schwache Verkehrs-, Energie- und Telekommunikationsstrukturen haben.

Auf den Punkt gebracht, flossen im Jahr 2011 also rund 80 Prozent der EU-Förderungen, die für Österreich bestimmt waren, an ländliche und bäuerliche Nutznießer. Das restliche Geld ging an Forschungsprojekte und in den Ausbau grenzübergreifender Verkehrswege wie diverse Tunnelbauten.

 

Rabatte und eine Nebelwand aus Zahlen

Der Wunsch, diese Förderungen nicht verlieren zu wollen, ist verständlich: Alle 27 nationalen Regierungen haben ihre jeweiligen Steckenpferde. Österreichs Haltung wird aber dort schwer zu verteidigen sein, wo sie sich so manifestiert wie bei der Argumentation für die ländliche Entwicklung: „Die EU ist dann erfolgreich, wenn ihre Programme erfolgreich sind. In Österreich ist die ländliche Entwicklung erfolgreich. Also wollen wir gleich viel wie bisher erhalten.“

Schwierig wird es vor diesem Hintergrund auch, den bisherigen Rabatt vom Mitgliedsbeitrag zu bewahren. Die Kommission schlägt vor, das intransparente System diverser einzelstaatlicher Ermäßigungen auf ein System von Pauschalsummen umzustellen. Wenn der gesamte EU-Etat nicht um 100 Milliarden Euro gekürzt wird, würde Österreichs Bruttobeitrag laut Finanzministerium um ein Viertel steigen. 2011 betrug er rund 2,7 Milliarden Euro, ein Viertel davon wären rund 670 Millionen Euro.

Doch diese Zahl sagt so gut wie nichts aus. Denn das EU-Budget wird ab 2014 gekürzt werden, wenn auch wohl nicht so stark wie von Österreich und den anderen Nettozahlern gewünscht. Und es wird auch dort gekürzt werden, wo Österreich profitiert: in der Landwirtschaft und der Regionalpolitik.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.09.2012)

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74 Kommentare
 
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Gast: Baur4
01.10.2012 18:17
0 0

Raab, Figl bis Kreisky....

Haben die Mrd. im eigenen Land investiert und damit Wohlstand und Arbeitsplätze geschaffen.

Heute schicken wir sie nach Brüssel Griechenland & Co, mit dem Ergebnis:

Ganz Europa hat Rekordarbeitslosigkeit, Not und Armut mit hochen Staatsschulden.

Gast: globetrotterneu
27.09.2012 13:29
1 0

lügenkanzler

einen lügner glaubt man nichts mehr.

Wie man sieht

ist seine Meinung überhaupt nicht gefragt.
Er darf nur schweigend alles abnicken.
Widerstand kennt er nur aus dem Bilderbuch.
Und überhaupt entspricht die geringste Form von Einwand gar nicht den Plänen seiner Bilderberger Freunde, die sich mit grandiosem Einsatz für die NWO stark machen.

Der Mann soll weniger glauben

und mehr an die Österreicher denken! Es ist nämlich ihr Geld das er so großzügig verschenkt!

Korrupt, unfähig, peinlich...

... dass wir nicht zu erwarten haben, dass hat ihm die Merkel beim letzten Besuch klar gemacht...

Der Wendehals schafft es nicht einmal, dass wir als Netto-Zahler ein kräftiges Wörtchen mitreden!

Früher hat man gesagt, wer zahlt schafft an..
Das gilt bei Faymann nur bei den Medien.
Anderswo zieht er seinen Schw*nz ein...

So sieht er aus, der ganze Stolz der Sozn....

Kotz, Würg...

Gast: stopptdieplünderung
25.09.2012 10:40
2 0

wem noch nicht schlecht ist

der kann ja hier https://www.facebook.com/pages/Stoppt-die-Pl%C3%BCnderung/516967501651124 weiterlesen, wie die Kohle verbrannt wird...

Ich glaube jedem logisch denkenden Menschen ist eines klar,

wenn wir die 2,7 Mrd. Euro direkt in Österreich investieren würden, dann wären sie auch in Österreich.
Offenbar werden auf dem Umweg über Brüssel aber viel lieber 800 Mio. irgendwo am Weg liegen gelassen.

Na wir habens ja!

Das trauen sich

unsere Traummännleins und Weibleins nie, aufzubegehren gegen das Diktat aus Brüssel. Die werden beim ersten Sch..... aus Brüssel wie Zinnsoldaten umfallen.

"Lobbying für die Agrarindustrie in Brüssel" ....

.... unsere Sozis sind fast die witzigsten in Europa !!!

Gast: Baur4
24.09.2012 21:10
2 0

Es hat sich nichts geändert!

Wir schließen uns der Meinung Deutschlands an meinten in einer Debatte Fischler (ÖVP) und Scholten (SPÖ) über die Tätigkeit von Faymann und Außenminister Spindelegger. Merkel macht das schon für uns...


Gast: steff8787
24.09.2012 20:43
1 2

Unter Schwarz-Blau war der österreichische Nettobeitrag nie höher als 0,15 des BIP


Gast: Vogel Strauss
24.09.2012 20:20
5 1

Lopatka ...

... wird die Herrschaften in der Kommission sicher tief beeindrucken! Mitgehangen, mitgefangen heisst es da ... wir sind und bleiben die Dummen in der EU, dank unserer glorreichen Regierung!

Gast: ehschowurscht
24.09.2012 20:09
3 0

EU-Budget

Die Bundesregierung will den Unionshaushalt um ein Zehntel kürzen...

Da hab ich aufgehört zu lesen und herzhaft gelacht und es ging mir dann besser...dann...bin ich aufgewacht und sah, daß die es ernst meinen mit dem was sie Tag für Tag verzapfen...dann...wollte ich wieder einschlafen, ging aber nicht, weil mich daß was die verzapfen in den Ruin treibt!

Gute Nacht Österreich!!


Gast: NocheinParteiloser
24.09.2012 19:21
12 1

Freies Europa für freie Bürger, oder ein korrupter Beamtenhaufen im Umverteilungswahnsinn?

Etwa 130.000.000.000.- Euro pro Jahr ohne jeden Sinn / Nutzen für die Büger Europas!

Der meiste Teil geht für die kranke Umverteilung an die Lobbyistengruppen drauf.

Mit den Agrarförderungen dient man den Lebensmittelverarbeitern und den Großgrundbesitzern. Ein kleiner Teil geht dann an Kleinbauern, welche dadurch eher nur entmündigt werden.

Die Förderungen der Regionen bekommen doch fast nur öff. Organisationen. Da geht es nur ums Abkassieren der Förderungen um selber gut Leben zu können, der Nutzen für die Gesellschaft kann kaum mehr nachvollzogen werden.

Natürlich geht auch eine Menge für den Beamtenhaufen in Brüssel, und sonst wo, drauf.

Auch über die EIB laufen riesige Summe an Parteibonzenhochburgen.

Diese EU ist zu einem korrupten Umverteilungshaufen mutiert!

Freies Europa für freie Bürger?

Gast: walter 3
24.09.2012 19:19
1 5

8 von 10 Euro für die Landbewohner

Ich habe noch keinen Euro von der EU bekommen.Die Bauern zahlen keine Steuern und subventioniert werde sie auch noch.

Gast: Karli Kraus
24.09.2012 18:50
5 1

BKWF

unser Bundeskanzler hatte doch gemeinsam mit dem damaligen Bundeskanzler (beide SPÖ) dem Herrn Dichand (+) versprochen, bei Änderungen der EU das Volk zu befragen bzw. abstimmen zu lassen!
Warum fordert die KRONE dies nicht lautstark ein?
Sie könnten das ungefährdet, denn die goldenen (Inseraten) Zeiten sind auch für die KRONE vorbei (vielleicht wissen sie es noch nicht?).
Aber ich weiss, was "wesentlich" ist, wird immer noch von der SPÖ Zentrale bestimmt.
Und die Querverbindungen zwischen Muthgasse und Löwelstrasse sind ja sattsam bekannt?

Lachnummer

habe noch nie erlebt, dass unsere Politiker irgendetwas, das die EU vorschreibt, nicht augenblicklich mit großer Freude erfüllen. Das wäre das erste Mal und ist so glaubwürdig wie der Faymann.

1 0

Re: Lachnummer

Aber nicht,wenn die EU was für den Bürger tut, und das ist gar net so wenig. Nur wird's halt von AT blockiert.

Re: Re: Lachnummer

AT hat noch nie blockiert, im Gegenteil, alles was aus Brüssel kommt wird sofort und unverzüglich umgesetzt, sogar ohne, die versprochenen Volksabstimmungen. Es könnte nämlich sein, dass das Volk etwas gar nicht will.

Re: Re: Lachnummer

AT blockiert nicht, sondern erfüllt alle Forderungen aus Brüssel sofort und ohne nachzudenken, siehe Lissabonvertrag, ESM-Vertrag.

gebt ihm einen Kuli

der ist achso integeger, dass er promt unterschreibt.

Re: gebt ihm einen Kuli

Kuli? Was denken sie, eine goldene Füllfeder, für derart wichtige Verträge, muß es schon sein.

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Fiskalunion

Beim europäischen Bankenkongress in Frankfurt letzten Jahre sprach Wolfgang Schäuble davon, dass binnen weniger als 24 Monaten die Fiskalunion geschaffen werden könnte.
In einer Diskussion mit Helmut Schmidt meinte er, dass Krisenzeiten nicht schlecht wären, da in diesen Umstürze umso leichter durchführbar wären.(Für Interessierte googeln unter: Schäuble sagt was er wirklich denkt bzw. Schäuble unzensiert.)
Bei einer Fiskalunion brauchen wir uns gar nicht mehr aufregen, da wir nicht mehr bestimmen können.

Wer noch SPÖ, ÖVP, Grün wählt, dem kann man wirklich nicht mehr helfen.


Gast: Männer von Flake
24.09.2012 17:36
1 3

Ja, wenn man die verrückten Subventionen für

die Bauern will, irgendwo muss das Geld herkommen.

Gast: inot
24.09.2012 17:04
9 1

Fortsetzung:

Der ESM wird (und wurde) in allen Ländern ohne Volksbefragungen beschlossen. Das muss man sich einmal vorstellen, Europas Bürger und damit auch wir Österreicher, die brav ihre Steuern zahlen, werden durch ihre eigenen Politiker dazu genötigt, anderen Ländern, die angeblich keine Steuern zahlen, aber dadurch ihren „Reichtum“ vergrößern können, die Schulden zu begleichen oder sie ihnen zu streichen. Dazu muss man wissen, dass der ESM von den Euro-Staaten mit mehr als 600 Milliarden Euro ausgestattet wurde. Nun wurde aber bekannt, dass die Lücken z.B. im griechischen Staatshaushalt viel größer sind, als bisher angenommen. Der dauerhafte Rettungsschirm ESM soll durch „einen Hebel“ auf mehr als zwei Billionen Euro vervierfacht werden, damit man auch andere PIIGS-Staaten „bedienen“ kann! Die Pleiteländer der EU lügen und betrügen also weiter wie bisher, trotzdem wollen aber die regierenden Politiker der „Nettozahler“ (also auch mit Zustimmung unserer SPÖVP und den Grünen) weiter die Steuergelder ihrer anständigen Bürger in die südeuropäische „Rettungsgasse“ stopfen und damit eine „kommunistische Umverteilung“ betreiben. Mit einer Art Banklizenz kann nun dieser Fonds bei der EZB praktisch unbegrenzt Geld (Kredite) aufnehmen oder drucken lassen. Die Hauptaufgabe unseres Kanzlers und unserer Finanzministerin wäre es jetzt – es ist so und so bereits fünf nach zwölf - uns, dem für Volksabstimmungen zu dummen, aber ständig zahlenden und haftenden Volk, das ganze Schlamassel des ESM und Fiskalpaktes zu erklären, aber da warten wir wohl vergeblich! Vielen Leuten ist noch in Erinnerung, dass der Kanzler sich vom EU-Kritiker zu einem sturen „EU-Hörigen“ - jedoch ohne jeden Einfluss in diesem diktatorischen Verein - gewandelt hat! Ich hoffe nur, dass die Wähler die „Überheblichkeit“ all unserer am-tierenden Politiker bis zur nächsten Wahl nicht vergessen werden!

Jaja, das immer so toll beschrieben EU-Friedensobjekt wird nicht mehr lange sein!

Hab schon sowas die Schnauze voll, werd bald in Brüssel einmaschieren!

 
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