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Cohn-Bendit & Verhofstadt: Vier Fäuste für Europa

01.10.2012 | 18:34 |  Von unserem Korrespondenten OLIVER GRIMM (Die Presse)

Daniel Cohn-Bendit und Guy Verhofstadt haben ein Plädoyer für die Vereinigten Staaten von Europa geschrieben. Dabei verwickeln sie sich aber in Widersprüche und Gemeinplätze.

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Brüssel. Wenn Daniel Cohn-Bendit und Guy Verhofstadt im Europaparlament die Stimme erheben, tut man gut daran, die Lautstärke der Mikrofone herunterzudrehen. Leidenschaftlich, bissig und mit dem dröhnenden Brustton der Überzeugung schwingen der Grüne und der Liberale ihre Reden. Eines eint den früheren Kopf der Pariser Studentenrevolte und Belgiens einstigen Ministerpräsidenten: das Bekenntnis zu einer Überwindung der Nationalstaaten, verbunden mit der Forderung, das europäische Einigungswerk auf den Fluchtpunkt der Vereinigten Staaten von Europa zulaufen zu lassen. Und so haben sich Cohn-Bendit und Verhofstadt zusammengefunden, um das Manifest „Für Europa!“ in neun Sprachen herauszubringen.

Manifeste sollen etwas handgreiflich machen. Und so beginnt es handfest: „Angriff ist die beste Verteidigung.“ Rabiat bleibt es bis zum Schluss, wo europaskeptische EU-Abgeordnete als „Quertreiber, die, um es klar zu sagen, auf Europa scheißen“ verunglimpft werden. Davor bekommen seitenweise die nationalen Regierungen ihr Fett ab. Die Frage, wie diese offenbar so bornierten Nationaldeppen die EU schaffen konnten, wird ausgeblendet. Die Ideen für das föderale Europa hat man dafür bereits x-mal gehört: EU-Kommissare zu EU-Ministern, Initiativrecht fürs Europaparlament, der Rat dafür ins zweite Glied. Doch Widersprüche auch hier, wenn die Autoren „unabhängige europäische Institutionen“ wie die Zentralbank fordern, die aber „unter der direkten Kontrolle einer demokratischen Volksvertretung“ stehen sollen. Politiker, die in die Geldpolitik hineinpfuschen: wohl keine gute Idee. Dazwischen Stilblüten (Europa als „facettenreicher Bienenkorb“, der Appell, nicht „vor Schreck die Hörner einzuziehen“) und Redigierfehler: Man mag von schottischen Nationalisten halten, was man will, aber die Schlacht von Bannockburn fand 1314 statt, nicht 1913 (sic!). Schade: Von diesen klugen Männern hätte man sich mehr erwartet als eine hastig hingekritzelte Handgreiflichkeit.

Daniel Cohn-Bendit
Guy Verhofstadt
Für Europa!
Ein Manifest
Deutsch von Philipp Blom. Hanser, 144 Seiten, 8,30 Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.10.2012)

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11 Kommentare
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Eher

Zwei Armleuchter mit vier Linken.

Gast: hk1190
05.10.2012 13:40
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Kritisch

Kritisch ist der Zustand der Union und ich stimme dem englischen Politiker Nigel Farage zu, wenn er sagt, dass wir für den Handel und die politischen Beziehungen keine europäische Union brauchen.
Alles was wir in den letzten 15 Jahren erleben mussten, ist die Zentralisierung von Befugnissen nebst keinen Einspruchs- und Mitsprachemöglichkeiten der – durch die nationalen Politiker verkauften – (Rechts-)Unterworfenen bzw. Nationalstaaten. Die Mitglieder der Union liefern aber gern weiterhin Netto an diese zur Diktatur tendierende supranationale Organisation ab.
Diese sich entwickelnde sogenannte Integration ist der Preis dafür, dass wir den Euro halten können und die Profiteure daraus werden mit Zähnen und Klauen den im Entstehen begriffenen europäischen Zentralstaat verteidigen und - wie es gerade aktuell in Syrien geschieht - auch gegen die Bürger mit Gewalt vorgehen, wenn diese es sich erlauben, zu Recht zu revoltieren.
Als ehemaliger Beitrittsbefürworter Österreichs, getragen von rationalen Leitlinien, muss ich allerdings heute zugeben, dass ich mit meiner Idee (gestärkt durch die Versprechen der österr. und europ. Politiker) total danebengelegen bin.
Es wird die europäische Form der UdSSR kommen und angesichts dieser Perspektive kann man dem Satz, dass man jeden Tag so leben sollte, als wäre es sein letzter, durchaus was abgewinnen.

Gast: Demokrit
02.10.2012 20:51
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Duo infernale

Es lebe die Diktatur dieser EU - Proleten! Diese beiden 1968 - Veteranen gleichen sich wie ein faules Ei dem anderen. Damals haben diese "Helden der Arbeit" das Establishment gegeißelt, dem sie jetzt selbst angehören und fette Gagen einstreifen. Das nennt man Prinzipientreue. Wer will diese Bagage noch ernst nehmen und erst recht ihr Buch, wo sie ihren "intellektuellen" Müll abladen? Ich habe schon genug von dieser E -UdSSR und genug von solchen linkspopulistischen Sumpfblüten. Schafft diese duo infernale fort.

schon gesehn?

http://goo.gl/Q3CRj

Gast: vierfäustefürdiebanken
02.10.2012 19:39
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der linke grüne cohn bendit und die sozialisten wollen entgegen den willen der völker die unsoziale banken- und schuldenunion durchdrücken- und haben es fast geschafft; ESM Bankenmrd. keine volksabstimmungen mehr; faymann,SPÖ; cohn bendit und co. wollen europas freie demokratische länder nicht mehr.


Alleine die Tatsache, dass solche Gestalten in so hohen Positionen sitzen können ...

... zeigt den konsequenten geistigen und kulturellen Niedergang Europas seit 1968.

Erschütternd.

GRAUENHAFT, what else?


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Was soll das bedeuten?

Rabiat mit großem "R" mitten im Satz. Im Sinne des Manifestes.

Gast: Brüsseler Diktatur
02.10.2012 02:04
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Als Verräter der Interessen der europäischen Bevölkerung mit Affinität zur Diktatur sollten Daniel Cohn-Bendit und Guy Verhofstadt in ihre geliebten Vereinigten Staaten von Amerika auswandern, besser aber nach Nordkorea wo sie hinpassen würden. und uns von ihren wenig durchdachten Spontanergüssen verschonen!

Der Cohn-Bendit soll sich endlich vertschüssen und nicht immer nur die Klappe lautstark aufreißen. Daß er der Sowjetunion nachtrauert, wissen wir schon.

Antworten Gast: N.N.N.
02.10.2012 15:10
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Re: Als Verräter der Interessen der europäischen Bevölkerung mit Affinität zur Diktatur sollten Daniel Cohn-Bendit und Guy Verhofstadt in ihre geliebten Vereinigten Staaten von Amerika auswandern, besser aber nach Nordkorea wo sie hinpassen würden. und uns von ihren wenig durchdachten Spontanergüssen verschonen!

Der rote Daniel und seine Freunde müssen sich mitnichten vertschüssen, wir sind doch schon fast dort angelangt, es will nur keiner merken.Dafür ist unser Wohlstand auf Pump noch zu üppig, nicht mehr lange, dann dann gehen auch dem Dümmsten die Augen auf was da so gespielt wird. vrh

Antworten Antworten Gast: Dummer
03.10.2012 02:48
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Re: Re: Als Verräter der Interessen der europäischen Bevölkerung mit Affinität zur Diktatur sollten Daniel Cohn-Bendit und Guy Verhofstadt in ihre geliebten Vereinigten Staaten von Amerika auswandern, besser aber nach Nordkorea wo sie hinpassen würden. und uns von ihren wenig durchdachten Spontanergüssen verschonen!

Und was wird gespielt?
Bitte um leichtverständliche Aufklärung!