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"Eurobonds sind eine Schimäre"

11.10.2012 | 18:22 |  ANNA GABRIEL (Die Presse)

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz ist derzeit zu Besuch in Wien. Der Sozialdemokrat kritisiert Angela Merkel und lehnt ein eigenes Eurobudget nicht grundsätzlich ab.

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Wien. Am Verhandlungstisch der Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfel kommende Woche wird Martin Schulz zwar wieder nicht sitzen – und das, obwohl der Präsident des Europaparlaments noch bei seinem Amtsantritt im Jänner vehement auf eine Teilnahme bei allen Tagungen des Europäischen Rates gepocht hatte. Dafür ist Schulz Neu-Mitglied in der Gruppe jener vier Präsidenten (Ratspräsident Herman Van Rompuy, Kommissionspräsident José Manuel Barroso, Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker und Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank), die im Auftrag der Regierungen ein Papier zur Neuordnung der europäischen Währungsunion erarbeiten soll. Van Rompuy wird beim Gipfel einen Zwischenbericht der Verhandlungen präsentieren.

Schulz, der seit Donnerstag auf offizieller Wien-Visite ist, hält in der akuten Krisenphase jedoch weniger die Frage eines großen Umbaus der Eurozone oder der EU insgesamt für dringlich. Vielmehr müssten jetzt die „kurzfristigen sozialen, finanz- und währungspolitischen Probleme“ gelöst werden, wie er im Gespräch mit der „Presse“ erklärt. „Alleine mit dem Bekenntnis der EZB, Staatsanleihen aufzukaufen, wird man die Krise nicht lösen können,“ warnt Schulz.

 

„Eurobonds sind eine Schimäre“

Der Sozialdemokrat plädiert daher seit jeher für eine Vergemeinschaftung von Schulden in der Eurozone. Die ewige Forderung seiner Parteienfamilie nach gemeinsamen Staatsanleihen – sogenannten Eurobonds – hält er inzwischen jedoch für unrealistisch. „Es hat keinen Sinn, einer Schimäre hinterherzulaufen“, so Schulz. Ein Schuldentilgungsfonds oder eine Bankenlizenz für den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) seien sinnvolle Alternativen. Doch auch gegen diese Pläne gibt es – unter anderem in Deutschland – weiter großen Widerstand. Van Rompuy wird daher beim Gipfel kommende Woche einen neuen Vorschlag unterbreiten: Ein eigener Geldtopf für die Eurozone im Rahmen des EU-Budgets soll unhaltbare Haushaltsentwicklungen besonders in südlichen Krisenstaaten künftig verhindern. Für ein sogenanntes Eurobudget signalisiert vor allem Deutschland große Zustimmung. Und auch Schulz zeigt sich vorsichtig zuversichtlich: „Auf der Suche nach weiteren Instrumenten zur Verbesserung der Finanzsituation ist die Initiative, eine Kapazität im Rahmen des EU-Haushalts zu schaffen, ein diskutabler Vorschlag“, so der Parlamentspräsident. Dieser Topf müsse aber im Rahmen des Haushaltsverfahrens abgewickelt werden.

Wachstumsstimulierende Maßnahmen aus dem großen EU-Haushalt fordert Schulz schon jetzt für jene Länder, in denen die Jugendarbeitslosigkeit besonders hoch ist. Eine sinnvolle Initiative könnten etwa sofortige „Mikrokredite“ für Klein- und Mittelunternehmen sein, so der Deutsche. „Diese könnten unmittelbar und ortsnah in verschiedene Projekte investieren.“ Besonders in Griechenland, wo die Wirtschaft durch mehrere Sparprogramme dramatisch eingebrochen ist, müssten solche Maßnahmen endlich vorangetrieben werden. Kritik lässt Schulz auch an dem „verspäteten“ Besuch der deutschen Kanzlerin, Angela Merkel, in Athen diese Woche laut werden. „Es wäre ein wichtiges Signal gewesen, schon früher nach Griechenland zu fahren“, meint er.

 

Treffen mit Faymann und Leitl

Bei seinem Wien-Besuch traf Schulz gestern mit Bundeskanzler Werner Faymann (SP) und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl (VP) zusammen. Am Freitag folgt unter anderem ein Termin mit Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SP).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.10.2012)

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54 Kommentare
 
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Gast: Wahrheit statt Propaganda
12.10.2012 22:12
0 0

Interessant dass für diesen Typen soviel Propaganda betrieben wird!

Kein Wunder: da braucht man einige Anstrengungen um die traurige Realität wegzuwischen...

Gast: Sueton
12.10.2012 18:57
0 0

Da haben sich die zwei Richtigen getroffen:

Sanktionen-Schulz und Sprechpuppen-Werner! Eine "Schimäre" ist bekanntlich ein Mischwesen!Wahrscheinlich haben sie versucht, eines zu bilden!

Gast: Vogel Strauss
12.10.2012 13:26
1 0

Heißt das nicht 'Chimäre'?

Oder neue Rechtschreibung?? Ansonsten: einen solchen Ideologen in die Neuordnung der Währungsunion einzubinden, ist Wahnsinn! Da hätte man gleich den Cohn-Bendit nehmen können ... und wir sind diesem Treiben hilflos ausgeliefert!

Antworten Gast: Montana
12.10.2012 15:55
1 0

Re: Heißt das nicht 'Chimäre'?

Was richtig ist, ist eine Sache, was Schulz sagt ist eine andere.

Gast: Guckst du
12.10.2012 11:27
6 2

Der gute Schulz ist einfach Spitze

Gäbe es Martin Schulz nicht, müsst er glatt erfunden werden. Denn er ist einer der Wenigen, von denen aber der Beste, der der EU-Kommission immer wieder die Stirn bietet und sich nicht vom EU-Rat herumkommandieren lässt.
Zur Information:

Der Europäische Rat wurde 1974 in der Absicht geschaffen, ein informelles Gesprächsforum für die Staats- und Regierungschefs der EU einzurichten. Er hat sich schnell zu dem Gremium entwickelt, das die Ziele und Prioritäten für die EU festlegt.
Die Tagungen des Europäischen Rates sind Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der EU-Länder, bei denen über allgemeine politische Zielvorstellungen und wichtige Initiativen entschieden wird. In der Regel finden jedes Jahr etwa vier Gipfeltreffen statt, die von einem ständigen Präsidenten geleitet werden."

Antworten Gast: Menschenrechte
12.10.2012 12:39
1 2

Re: Der gute Schulz ist einfach Spitze

Er gehört vielmehr zu den Menschen die als gefährlich einzustufen ist - bei seinem Demokratie- und Menschenrechtsverständnis.
Er handelt für die schädliche herrschende Schicht in der EU.

Antworten Gast: Kleopatra
12.10.2012 12:13
2 2

Re: Der gute Schulz ist einfach Spitze

So ein Schwachsinn was Sie da schreiben: der Typ ist geistig in der DDR!

Gast: Pips
12.10.2012 11:19
2 6

Das

Bild spricht mehr als tausend Worte....
Die blanke Unintelligenz gibt eine Party auf Kosten anderer in Wien. Wie immer.

Antworten Gast: Paps
12.10.2012 11:51
6 1

Re: Das

Ich denke mal, das trifft eher auf dich selber zu, das mit der blanken Unintelligenz. Ansonsten wärest du ja auch nie auf die Idee gekommen, so einen Kommentar zu schreiben.

Gast: Humpelstilzchen
12.10.2012 10:14
4 6

Da hat sich ja die geistige Elite getroffen...

Ein Jammer welche Leute Führungspositionen haben.

Antworten Gast: Gumpelstilzchen
12.10.2012 11:05
6 0

Re: Da hat sich ja die geistige Elite getroffen...

Wieso? In welcher Position sind Sie denn? Und warum erst jetzt Ihr Eingeständnis? Hätten Sie doch schon vor her sagen müssen!

Gast: Junger Europäer 2012
12.10.2012 10:12
6 3

Preisverleihung der Schwarzkopf-Stiftung in Berlin

"Für Robin May war es ein besonderer Auftritt. Als der 24-jährige Wittenberger ans Podium schritt, um im Festsaal der Hamburger Vertretung in Berlin seine Ehrung entgegenzunehmen und den mehr als 200 geladenen Gästen einen Einblick in seine von Projekten reich gespickte Vita zu geben, hörte einer in der ersten Reihe ganz besonders gut zu: Martin Schulz, der Präsident des Europäischen Parlaments.

Ihm sei nicht bange um Europa, sagte Schulz später, solange es junge Menschen wie Robin gäbe, die immer wieder diesen Anspruch verspürten, Menschen für Mut machende Projekte zu begeistern und Dinge in der Welt zu verändern. Das saß. Der Engagement-politische Ritterschlag eines europäischen Spitzenpolitikers...".

Was man von den vielen "alten Europäern" unter den Kommentareschreibern nicht behaupten kann. Weil nur vom Nabelgucken, Raunzen, Sudern usw. kommt nicht.

der buchhändler der nicht mal die matura gepackt hat und der studienabbrechende taxler erklären uns die wirtschaft...

na da wird was rauskommen!

echt erbärmlich, wie es um die personellen reserven der europäischen sozialisten bestellt ist, das ist ja allesamt nur noch B waare!

völlig unwählbar, diese steuererhöhenden schuldenkaiser!

Antworten Gast: G. D.
12.10.2012 11:33
6 2

Re: der buchhändler der nicht mal die matura gepackt hat und der studienabbrechende taxler erklären uns die wirtschaft...

Abgesehen von der Groß-/Kleinschreibung:

studienabbrechende = falsch
die Studien abgebrochen habende = richtig

B waare = falsch
B-Ware = richtig

steuererhöhenden = falsch
die Steuer erhöhenden = richtig

Meine Empfehlung:

Noch mal die Schulbank drücken, damit wenigstens Hauptschulabschlussniveau erreicht werden kann. Matura muss ja nicht sein. Denke auch, dass Sie die eh nicht mal in Ansätzen schaffen würden.

Antworten Antworten Gast: GastGastGast
12.10.2012 11:56
1 6

meine Empfälung: Werdn si lehrerr!

Tamid Du niecht faad, wierd, ein Paar Reechtschreipfäller. Pitte um Korrrek... äh Verpessrung. Tanke!

Antworten Antworten Antworten Gast: GastGastGast
12.10.2012 15:10
0 0

Hihi. Die Grammatik-Gestapo ohne Argumente hat

also genau 6 Mitstreiter.

Antworten Gast: Dudelsackbeobachter
12.10.2012 09:58
6 7

Re: der buchhändler der nicht mal die matura gepackt hat und der studienabbrechende taxler erklären uns die wirtschaft...

Und du als Kommentareschreiber hast dich als C-Ware geoutet. Gratuliere! Selber ein Nichts und null Ahnung, aber über andere urteilen wollen.

Antworten Antworten Gast: Papa Schlumpf
12.10.2012 10:58
4 6

Re: Re: der buchhändler der nicht mal die matura gepackt hat und der studienabbrechende taxler erklären uns die wirtschaft...

Oh - die Propaganda Abteilung hat eine neue Strategie: Kritiker beschimpfen.

Re: Re: Re: der buchhändler der nicht mal die matura gepackt hat und der studienabbrechende taxler erklären uns die wirtschaft...

das hier ist Kroneniveau.

Antworten Antworten Antworten Gast: Dudelsackbeobachter
12.10.2012 11:09
6 2

Re: Re: Re: der buchhändler der nicht mal die matura gepackt hat und der studienabbrechende taxler erklären uns die wirtschaft...

Ja, genau. Die "Propaganda-Abteilung" (wäre korrektes Deutsch), wie du das benennst, schlägt mit gleicher Waffe zurück. Frei nach dem Motto: "Wer austeilt, muss auch Gleiches einstecken können." Wer das nicht kann, sollte besser die Klappe halten :-)

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: GastGastGast
12.10.2012 11:40
1 6

'... Gleiches einstecken ...'

B-Ware != C-Ware
Tatsachen über Ausbildung != "... ein Nichts und null Ahnung ...."

('!=' = 'ungleich')

Gast: Rechnung für Europa
12.10.2012 09:14
12 0

TEIL I

10 Männer – ein Grieche, ein Italiener, ein Franzose, ein Portugiese, ein Spanier, ein Zypriot,
ein Finne, ein Österreicher, ein Holländer und ein Deutscher – treffen sich regelmäßig zum
Essen. So war es auch wieder in der letzten Woche. Die Rechnung für alle zusammen betrug
genau 500,- €, denn man speiste schon sehr gern auf hohem Niveau. Die Gäste zahlten ihre
Rechnung wie wir unsere Steuern und das sah ungefähr so aus:
- Vier Gäste (der Grieche, der Portugiese, der Spanier und der Italiener) zahlten nichts.
- Der Zypriot zahlte 1 €. Der Franzose 5 €.
- Der Österreicher 50 €. Der Finne 80 €.- Der Holländer 100 €.
- Der Zehnte (der Deutsche) zahlte 264 €.
Das ging schon eine ganze Weile. Immer wieder trafen sie sich zum Essen und alle waren
zufrieden. Bis der Wirt Unruhe in das Arrangement brachte in dem er vorschlug, den Preis für
das Essen um 50 € zu reduzieren. “Weil Sie alle so gute Gäste sind!”
Wie nett von ihm! Jetzt kostete das Essen für die 10 nur noch 450 €, aber die Gruppe
wollte unbedingt beibehalten so zu bezahlen, wie das bisher üblich war. Dabei änderte sich...

Antworten Gast: Montana
12.10.2012 16:24
0 0

Re: TEIL I

Ja und wegen dieser Irreführung glaubt jeder Deutsche, er ist 10x so reich wie ein Österreicher und zahlt 5x so viel wie ein jeder Österreicher.
Stimmt aber nicht.

Gast: Rechnung für Europa
12.10.2012 09:13
12 0

TEIL II

...für die ersten vier nichts, sie aßen weiterhin kostenlos. Wie sah es aber mit den restlichen
sechs aus? Wie konnten sie die 50 € Ersparnis so aufteilen, dass jeder etwas davon hatte?
Die sechs stellten schnell fest, dass 50 € geteilt durch sechs Zahler 8,33 € ergibt. Aber
wenn sie das von den einzelnen Teilen abziehen würden, bekämen der fünfte und der sechste
Gast noch Geld dafür, dass sie überhaupt zum Essen gehen. Also schlug der Wirt den Gästen
vor, dass jeder ungefähr prozentual so viel weniger zahlen sollte wie er insgesamt beisteuere.
Er setzte sich also hin und begann das für seine Gäste auszurechnen. Heraus kam folgendes:
- der Zypriot, ebenso wie die ersten vier, zahlte ab sofort nichts mehr (100% Ersparnis).
- Der Franzose zahlte 3 € statt 5 € (40% Ersparnis).
- Der Österreicher zahlte 45 € statt 50 € (10% Ersparnis).
- Der Finne zahlte 72 € statt 80 € (10% Ersparnis).
- Der Holländer zahlte 90 € statt 100 € (10% Ersparnis).
- Der Deutsche zahlte 239 € statt 264 € (11% Ersparnis). Jeder der sechs kam bei dieser
Lösung günstiger weg als vorher und die ersten vier aßen immer noch kostenlos....

Gast: Rechnung für Europa
12.10.2012 09:13
12 0

TEIL III

...Aber als sie vor der Wirtschaft noch mal nachrechneten, war das alles doch nicht so
ideal wie sie dachten. “Ich hab’ nur 2 € von den 50 € bekommen!” sagte der Franzose und
zeigte auf den Deutschen, “Aber er kriegt 25 €!”.
“Stimmt!”, rief der Zypriot, “Ich hab’ nur 1 Euro gespart und er spart mehr als zwanzigmal
so viel wie ich”. “Wie wahr!”, rief der Österreicher, “Warum kriegt er 25 € zurück und
ich nur 5 €? Alles kriegen mal wieder die reichen Deutschen!”.
“Moment mal” riefen da der Grieche, der Portugiese, der Spanier und der Italiener aus
einem Munde, “Wir haben überhaupt nichts bekommen. Das System beutet die Ärmsten aus!”
Und wie aus heiterem Himmel gingen die neun gemeinsam auf den Deutschen los und verprügelten
ihn. Am nächsten Abend tauchte der Deutsche nicht zum Essen auf. Also setzten
sich die übrigen 9 zusammen und aßen ohne ihn. Aber als es an der Zeit war die Rechnung zu
bezahlen, stellten sie etwas Außerordentliches fest:
Alle zusammen hatten nicht genügend Geld um auch nur die Hälfte der Rechnung bezahlen
zu können! Und wenn sie nicht verhungert sind, wundern sie sich noch heute.

Das Bild ist mehr als bezeichnend.


 
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