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Hahn warnt vor Stronach und Strache

16.10.2012 | 18:09 |  WOLFGANG BÖHM (Die Presse)

EU-Kommissar Johannes Hahn will sich einen Erfolg der Euroskeptiker nicht ausmalen, sieht Europa auf dem Weg zu einem Staatenbund und verteidigt Pläne für ein größeres EU-Budget.

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Die Presse: Die EU hat den Nobelpreis erhalten. Hätten den nicht eher die Gründungsväter verdient als die heutige politische Führung der EU-27?

Johannes Hahn: Die Auszeichnung gebührt allen: sowohl den Gründungsvätern, die die Vision von einem in Frieden vereinten Europa hatten, als auch jenen, die in den letzten 60 Jahren daran gearbeitet haben, diese Vision zu verwirklichen. Wir stehen heute vor Herausforderungen, die ohne Weiterentwicklung der ursprünglichen Union nicht bewältigt werden können. In diesem Sinne verstehe ich die Auszeichnung als Auftrag.

Die Schuldenkrise hat dazu geführt, dass viele Regierungen derzeit sparen müssen. Nun fordern die Regierungen – darunter auch die österreichische –, dass auch die EU 100 Milliarden in der nächsten siebenjährigen Finanzperiode einsparen soll. Die EU-Kommission wehrt sich dagegen, warum?

Weil die Gleichen, die sagen, wir sollen mit dem Budget herunterfahren, Beschlüsse fassen, die etwas kosten. Es wird von uns verlangt, dass wir etwas für das Wachstum, für Jobs in Europa tun. Das EU-Budget ist ein ausgesprochenes Investitionsbudget, von dem circa 95 Prozent wieder an die Mitgliedstaaten in Form von Aktionen und Projekten zurückgegeben werden. Die reinen Overheadkosten für Infrastruktur, Personal aller EU-Institutionen machen gerade fünf bis sechs Prozent aus. Da können wir es mit jeder Administration der Welt aufnehmen. Wir bieten einen Budgetrahmen bis 2020. Das bringt auch eine Verlässlichkeit, dass Geld für Investitionen da ist – für Infrastruktur, Forschung, Energieeffizienz. Das löst in Folge auch private Investitionen aus.

 

Vergangene Woche fanden in Brüssel die Open Days statt. Eine Veranstaltung, bei der die Erfolge der Regionalpolitik präsentiert wurden. Wenn es diese Erfolge tatsächlich gibt: Warum kann dann das Budget nicht nach und nach gesenkt werden?

Die Arbeit ist ja noch nicht abgeschlossen. Um eine nachhaltige Wirkung zu erreichen, müssen innovative regionale Entwicklungen weiterhin gefördert werden. Dies geschieht in der neuen Förderperiode durch eine Fokussierung auf die Ziele der Europa-2020-Strategie, wie etwa die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energiequellen, die Armutsbekämpfung und Investitionen in Bildung. Ich war kürzlich in Polen, dort machen die EU-Förderungen 55 Prozent der öffentlichen Investitionen aus.

 

Bei den Budgetverhandlungen geht es ja auch darum, dass einige Länder – etwa Großbritannien – künftig weniger EU-Kompetenzen haben wollen.

Ein Budget ist eine in Zahlen gegossene Politik. Früher musste das Geld lediglich finanziell korrekt verwendet werden. Jetzt geht es zusätzlich darum, gemeinsam vereinbarte Ziele zu erreichen. Meine oberste Priorität ist es deshalb, mit jedem Land eine Vereinbarung über quantifizierbare Ziele abzuschließen. Die Länder können im Rahmen der Europa-2020-Strategie eigene Schwerpunkte setzen. Dann müssen sie aber klotzen und nicht kleckern.

 

Wenn Sie sagen, dass ein Budget eine in Zahlen gegossene Politik ist, dann möchte Österreich offenbar weniger EU-Politik.

Ich weiß nicht, wie das funktionieren soll. Denn die Regierung will ja, dass es in den wesentlichen Bereichen keine Kürzungen gibt – etwa in der Landwirtschaft, in der Strukturpolitik, in der Forschung. Das macht insgesamt etwa 85 Prozent des Budgets aus. Das wird nicht ganz zusammengehen.

 

Neben dem Sparen muss Ihrer Ansicht nach also auch investiert werden. Gilt das auch für Länder wie Griechenland?

Unser Ansatz ist zweigleisig: Konsolidierung und Wachstum. Im Memorandum of Understanding zwischen Athen und der Troika wurde vereinbart, dass in den Jahren 2010 bis 2012 im Durchschnitt 3,5 Milliarden Euro EU-Strukturhilfen verwendet werden müssen, um in Projekte zu investieren, die Arbeitsplätze schaffen. Das geschieht auch.

 

In der derzeitigen Krise gibt es zwei Strömungen: Die eine verlangt mehr Europa, die andere sieht die Währungsunion als gescheitert und fordert nun weniger gemeinsame Politik. In Österreich versuchen FPÖ, BZÖ und nun Frank Stronach in diese Richtung zu mobilisieren. Glauben Sie, dass sich diese Strömung durchsetzen wird?

Nein, und ich will mir das auch nicht ausmalen. Wir können ja nicht ins Mittelalter zurückfallen. Es gibt einen unumkehrbaren Weg zu einer weiteren Integration. Das heißt aber nicht, dass wir nationale Selbstständigkeiten, gewachsene Traditionen über Bord werfen müssen. Wir müssen ein vernünftiges Miteinander entwickeln. In den Krisenjahren ist etwa völlig untergegangen, dass wir eine gemeinsame Außenpolitik brauchen.

 

Was halten Sie vom Vorschlag des Schriftstellers Robert Menasse, die Nationalstaaten überhaupt aufzulösen?

Ich bin froh, dass es solche radikalen Denker gibt. Es ist die Aufgabe der Kunst, eine solche bedingungslose Radikalität aufzuzeigen. Ich hoffe, dass sein Buch eine Diskussion auslöst. Derzeit überlagert ja der ökonomische Diskurs die Debatte über die Zukunft Europas.

 

Sie haben jetzt aber nicht gesagt, wie Sie zu solchen Vorschlägen stehen.

Ich halte die Auflösung von Nationalstaaten momentan nicht für aktuell. Wichtig ist jetzt, dass wir die Errungenschaften des Lissabon-Vertrags gut umsetzen. Viele Instrumente der gestärkten Demokratie werden bisher überhaupt nicht wahrgenommen.

 

Wie ist denn Ihre eigene Vision?

Am Ende des Tages steht so etwas wie ein Staatenbund. Wir müssen uns da konsequent heranarbeiten. Es geht darum, dass auch die großen europäischen Staaten erkennen, dass es für uns alle besser ist, wenn wir gemeinsam agieren. Wir haben 500 Millionen Einwohner, das sind gerade einmal sieben Prozent der Weltbevölkerung.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.10.2012)

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140 Kommentare
 
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Alte Bauernregel

Kräht der "Hahn" am Mist ändert sich das Wetter ,oder es bleibt wie es ist.

plagiatsjäger

nur so am rande herr dokta hahn, wie schauts denn mit den plagiatszorres in der zwischenzeit aus, schon länger nix mehr gehört seit der vertschüssung nach brüxelles

Gast: Hr.Ziegel-Böhm
17.10.2012 20:15
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Staatenbund?

So wie die Sowjetunion?

Ich habe Angst vor Hahn! (und nicht vor Stronach oder Strache)

Auflösung der Nationalstaaten angepeilt.

Zwar "momentan noch nicht", aber die Richtung ist jedenfalls vorgegeben.
Damit jeder weiß, was er mit den Schwarzen wählt.

Bei soviel heißer Luft und Reformeifer (Schulden machen heißt jetzt "Investitionsbudget") muß man Angst vor Frankie haben, verstehe ich!


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Vorprogrammierter

Weg. Der Euro wird durchgeboxt auch mit allen nicht demokratischen Mitteln, das dürfte jedem klar sein. Der Weg zur Vollendung des Betruges an die Europäer ist die Umbenennung Europas in die Vereinigten Staaten von Europa.( Oder so ähnlich) das heißt, wir wählen nach unserem Vorbild USA mit einem Präsidenten für ganz Europa, der das Sagen hat und auf Vorschläge der Geldmacht agiert, die ihre Gewinne maximieren wollen. Goldmann-Sachs und so weiter. Wer aber glaubt das wäre alles, liegt falsch. es werden immer mehr Länder freiwillig oder auch nicht in die Vereinigten Staaten Europas intrigiert. Frage Krieg oder Frieden?

Gast: Gast 2012
17.10.2012 16:34
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vielleicht sollte der Herr Hahn einmal fragen

ob seine Hühner, pardon Bürger, einen Staatenbund überhaupt wollen...???

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Re: vielleicht sollte der Herr Hahn einmal fragen

Warum sollten sich längst fanatisch gewordene EU-ler plötzlich für die Meinung der Bevölkerung interessieren. Die sitzen sicher und hochbezahlt in ihrem Kukucksnest.

Elitäres warnen wie eine Glocke vor Abschaum

Hurican Katharina - als sie gekommen ist haben die Wetterstationen bei den Wettermoderatorinnen angerufen damit sie warnen können.

Wenn es in einem Dorf lichterloh brennt, so heult die Sirene wie Hunde auf. Manchmal läuten auch die Glocken. Sie warnt uns. Oder der Hund der bellt, wenn böses in Visir ist. Doch wer warnt uns in der Politik, wenn Zwietracht und Abschaum so nahe gekommen ist, dass wir bereits den Atem spüren?

Es sind Elitäre Personen, die wir wie einen guten Freund vertrauen. Sie schlagen dann Alarm, wenn es wirklich schon prenzlich ist. Sie tun es, damit wir uns schützen können. Damit wir in Sicherheit sind. Gemeinsam mit unseren liebsten. Damit uns nichts böses wiederkehrt.

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Der Hahn kräht auf seinem Misthaufen

genau bis zu den nächsten Wahlen, dann gehts ab on die Suppe!

2 0

Re: Der Hahn kräht auf seinem Misthaufen

Aus miesen Zutaten wird es nie eine gute Suppe geben !

Elitäres warnen wie eine Glocke vor Abschaum

Hurican Katharina - als sie gekommen ist haben die Wetterstationen bei den Wettermoderatorinnen angerufen damit sie warnen können.

Wenn es in einem Dorf lichterloh brennt, so heult die Sirene wie ein Rudel von Hunden auf. Manchmal Leuten auch die Glocken. Sie warnt uns. Oder der Hund der bellt, wenn böses in Anmarsch ist. Doch wer warnt uns in der Politik, wenn Zwietracht und Abschaum so nahe gekommen ist, dass wir bereits den Atem spüren?

Es sind unsere geschätzten und hochgeachteten Elitären Personen, die wir wie einen guten Freund vertrauen. Sie schlagen dann Alarm, wenn es wirklich schon prenzlich ist. Sie tun es, damit wir uns schützen können. Damit wir in Sicherheit sind. Gemeinsam mit unseren liebsten. Damit uns nichts böses wiederkehrt.

Eliten wie Herr Hahn sind es, die schützend uns die Hand reichen. Sie evaruieren jeden Tag die Gefahren von neuen. Sie Bewerten jeden Tag erneut. Oftmals diskutieren sie stundenlang, um die Situation auch richtig einzuschätzen. Manche haben zusätzlich noch Expertinnen, die ihnen zu jeder Tages und Nachtzeit beiseite stehen. Anhand Ihrer Entscheidung hängt unser Wohlergehen ab. Ob wir glücklich oder unglücklich sind, hängt an ihren Entscheidungen ab.

Dieser großen Verantwortung sind sich unsere Elitären Kräften bewusst. Sie geben jeden Tag ihr Bestes. Für uns.

Gast: Gast: Angela
17.10.2012 15:34
3 0

Drinnen oder draußen

Bleiben wir drinnen - sind wir pleite, gehen wir heraus - sind wir "angeblich" auch pleite - bitte kann mir jemand sagen, was wir tun sollen?

Antworten Gast: A.B.C.
17.10.2012 16:09
10 0

Re: Drinnen oder draußen

Solange wir drinnen sind, erzählt man uns, wir wären gar nicht pleite.
Sobald wir draußen wären, hätten wir keine EU, die uns das suggerieren könnte und wir müssten ohne Gehirnwäsche damit fertig werden.

Hahn

wer ist dennn das?

Re: Hahn

der, der es nicht geschafft hat, seine Doktorarbeit ohne Schummeln zu schreiben. Kurzum: Ein verlogener Saftsack!

Re: Hahn wer ist dennn das?

nun das männchen vom henderl!

den (pleite) hahn haben wir seit jahren über uns schwebend



und es wurde nicht besser.
jetzt geht die stronach furcht durch die parteien. das ist gut!
:-)

Antworten Gast: pkj
17.10.2012 15:39
0 4

Re: den (pleite) hahn haben wir seit jahren über uns schwebend

Stronach-Furcht? I hau mi o. Poltern kann jeder.

Gast: machen wir es transparent ..
17.10.2012 14:35
19 0

blöd, wenn es aus wäre mit 24000 euro im monat

Astronomischer Gehaltswucher bei der EU: 37 Top-Beamte verdienen mehr als die deutsche Bundeskanzlerin. 5461 EU-Diener erhalten mehr als 10000 Euro im Monat. 100000 Tage „Sonderurlaub“. Üppige Zulagen und attraktive Steuerprivilegien. Arbeiten bis 61, dann ab in Luxusrente mit 12600 Euro.

Antworten Gast: oooooooooooooooooooooooh
17.10.2012 15:40
0 8

Re: blöd, wenn es aus wäre mit 24000 euro im monat

Nicht reingekommen? Das tut uns aber leid...

Antworten Antworten Gast: machen wir es transparent
17.10.2012 16:11
7 0

Re: Re: blöd, wenn es aus wäre mit 24000 euro im monat

wie wäre es .. wenn sie ein bisserl erzählen wie es so ist (unocity oder doch im ein bisserl faden brüssel ?)
wird das taxi nach hause noch immer jeden tag bezahlt ? ... was sind so die derzeit aktuellen zulagen ? noch immer so wenig los im hauseigenen fitnesscenter ? :-)

Antworten Gast: machen wir es noch transparenter
17.10.2012 15:30
10 0

Re: blöd, wenn es aus wäre mit 24000 euro im monat

jeder zweite eu-beamte verdient mehr als 10000 euro im monat...
klar das die aber auch wirklich alles tun, um sich auszubreiten, und am liebsten auch noch die stärke des häuselpapiers regulieren würden, nur damit die ganze familie und nicht nur der papa unter dem goldenen gehaltsrettungsschirm schlafen kann ?

haben die aber Angst

jetzt hat der stronach nicht mal sein komplettes Programm veröffentlicht und schon beginnt in der Löwstrasse das bange Zittern.
Das weniger eas er bis jetzt sagt war scheinbar schon was ähnliches wie eine Breitseite in die Löwingerstrasse.
Schon bald wird aus der Breitseite ein harter Spitz.

Wir wollen wieder Werte in Österreich.

Antworten Gast: hahahaaaa
17.10.2012 15:41
1 6

Re: haben die aber Angst

hahaha, der und seine Werte. Der meint wohl Immo und co.

Gast: Desillisioniert
17.10.2012 14:15
1 17

..

..

also wenn die Postings hier die österreichische Intelligenz darstellt, dann ist es um dieses Land wohl sehr schlecht bestellt.

Hat dich wenigstens einer der Psoter schon mal überlegt, was die Konsequenz eines alleinigen Österreichs für uns selbst (für den Rest macht es keinen Unterschied, ob 8 MIo mehr oder weniger da sind 1,6 % von 500) darstellen würde?

Ein einsames kleines Land, das fast zu 100 % in die EU exportiert (wenn exportiert).

Da werden sich viele weitere Firmen in Ö ansiedel bzw in Österreich investieren. ...Ganz sicher...

Ich frage mich welche Firmen, die sich in Wien als CEE Zentralen angesiedelt haben, dann noch in Ö sein werden? Mit allen Konsequenzen.

Was macht ihr dann mit der grössten Gastarbeitergruppe in Ö? Das sind übrigens die Piefkes. Über 200 000.

Schmeißt ihr diese da raus?

Wacht doch auf und denkt etwas nach.

Österreich aus der EU heißt der Kampf ums eingene Überleben hat begonnen. Viel Spass dabei....

..und kommt mir nicht mit der Schweiz, das ist billig. Die Schweiz hat allein heuer schon 360 Mrd Euro zur Stützung des CHF ausgegeben. Wenn der Euro scheitert ist die Schweiz wohl auf der Stelle bankrott.

 
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