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EU-Gipfel: Solidarität oder Sparen - die Kluft wird tiefer

17.10.2012 | 18:20 |  MICHAEL LACZYNSKI (Die Presse)

Paris fordert finanziellen Beistand. Berlin wünscht sich eine fiskale Kontrolle. Am heute beginnenden EU-Gipfel werden die Auffassungsunterschiede zwischen den beiden Schwergewichten offen zutage treten.

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Brüssel. Für François Hollande geht es bei dem am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel nicht nur um Krisenmanagement. Die größte Gefahr für Europa sei nicht der Zerfall der Währungsunion oder die Zahlungsunfähigkeit eines ihrer Mitglieder, sondern, „nicht mehr geliebt zu werden“, sagte Frankreichs Staatschef zu Wochenbeginn zur „Süddeutschen Zeitung“. Denn „Europa ist das schönste Abenteuer unseres Kontinents“. Dass dieses emotionale Vokabular im Gespräch mit einem deutschen Medium auftaucht, ist wohl kein Zufall. Denn wenn es um die Suche nach Auswegen aus der Schuldenkrise geht, bevorzugt Kanzlerin Angela Merkel einen betont pragmatischen Zugang. Auch von Abenteuerlust spürt man in Berlin wenig – von einem ausgeprägten Liebesbedürfnis ganz zu schweigen.

In Brüssel werden die Auffassungsunterschiede zwischen den beiden Schwergewichten der Union am Donnerstag und Freitag offen zutage treten. Und das, obwohl es dieses Mal wohl nicht um Konkretes gehen wird – der momentane Zustand der südeuropäischen Patienten steht ebenso wenig auf der Agenda wie ein Zwischenbericht der Troika (EU, EZB und IWF) zur Lage in Griechenland; auch was verstärkte Kooperation innerhalb der Eurozone betrifft, ist mit keinen Weichenstellungen zu rechnen, und die Diskussion über den neuen Finanzrahmen der EU hat man auf November verschoben.

 

Eine Frage der Reihenfolge

Die Differenzen zwischen Frankreich und Deutschland lassen sich anhand von zwei revolutionären Leitmotiven ausdrücken: Während Paris auf „Liberté, Égalité, Fraternité“ Wert legt – mit Betonung auf Freiheit (der einzelnen Regierungen in Budgetfragen) und Brüderlichkeit (also einer Vergemeinschaftung der Schulden) –, hält sich Berlin an das Motto „No taxation without representation“ – eine deutsche Teilhaftung für französische oder italienische Staatsschulden bzw. Bankeinlagen soll es erst geben, wenn ein Mitspracherecht auf europäischer Ebene garantiert ist. In Paris sieht man es genau umgekehrt: Die finanzielle Solidarität kommt zuerst, politische Reformen zu einem späteren Zeitpunkt.

Exemplarisch für diese Differenz ist die Debatte rund um die Bankenunion. Frankreich will, dass der europäische Rettungsfonds ESM marode Banken möglichst rasch refinanziert – damit soll der Teufelskreis aus faulen Krediten und ruinösen staatlichen Anleiherenditen unterbrochen werden. Deutschland wiederum will zunächst eine europäische Bankenaufsicht konstruieren, bevor es beim ESM zur Sache geht.

Abgewinkt wird ebenfalls bei einem Budget für die Eurozone, das sich François Hollande wünscht – in Berlin kann man sich lediglich ein zeitlich begrenztes „Anreizsystem“ etwa für Arbeitsmarktreformen vorstellen. Und wie steht es um einen Fonds zur solidarischen Schuldentilgung? „Wir lehnen ihn ab“, so die Antwort aus deutschen Regierungskreisen – knapper als die Ausführungen von Hollande. Dafür aber unmissverständlicher.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.10.2012)

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106 Kommentare
 
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Raus us der EU!

Oder glaubt da wirklich jemand, saß 9 Geberländer auf Dauer die 18 Nehmerländer durchfüttern können!?

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Volksabstimmung,aber rasch.

Raus aus dem EURO, so rasch als moeglich.Sonst zahlen noch unser Enkelkinder fuer die Schulden der Anderen.
Unsere Regierung hat uns verkauft, darum folgendes Urteil fuer diese Volksverraeter:
Aberkennung der Staatsbuergerschaft und sofortige Landesverweisung.Beschlagnahme des Vermoegens, zu gunsten des Staates.
Sofort handeln, sost ist es zu Spaet. Befreit euch von des Raubkaptialisten

Gast: grieche11111
18.10.2012 16:40
0 1

Informationen aus Griechenland

http://www.livestream.com/stopcarteltvgr
" target="_blank">http://www.livestream.com/stopcarteltvgr


Bitte ansehen um diesen abstrakten Diskurs ein bisschen seine Fiktion zu nehmen

Hollande spricht ein wahres Wort gelassen aus

Die größte Gefahr für Europa sei nicht der Zerfall der Währungsunion oder die Zahlungsunfähigkeit eines ihrer Mitglieder, sondern, „nicht mehr geliebt zu werden“, sagte Frankreichs Staatschef zu Wochenbeginn zur „Süddeutschen Zeitung“. So wie die EU, Europäischer Rat, Ministerräte, Kommission und EZB, in der Staatsschuldenkrise agieren ist Liebesentzug der Bürger die logische Konsequenz. Seit Jahren werden die in den EU-Verträgen festgelegten Regeln mißachtet und ohne Erfolg Milliarden in die maroden Volkswirtschaften gesteckt. Immer monströsere Werkzeuge wie der ESM oder Eurobonds werden geschaffen oder gefordert. Genannt wird es Solidarität. Unter Solidarität verstehe ich etwas anderes. Solidarisch waren die vielen Milliarden Entwicklungshilfe die die jetzigen Wackelkandidaten seit ihrem EU-Beitritt erhalten haben. Solidarisch wäre auch nach der Staatspleite ein echter Marshallplan um den Völkern wieder auf die Beine zu helfen. Der von den Politiker nunmehr herbeigeführte Zustand ist für die Griechen, Portugiesen und Spanier ein Schrecken ohne Ende.

Die Reichen dieser Welt haben die Weltfinanzkrise gebaut

Und jetzt sollen sie dafuer zahlen.
Auch das in Steuerparadise verschobene Geld laesst sich finden, und die Steuern werden nachgezahlt, und zwar auf Euro und Cent genau.
Schluss mit der scheinheiligen "Sparpolitik".

Gast: Wahres Ziel 111
18.10.2012 12:40
0 0

HER mit dem ZASTER

HER mit der MARIE

HER mit den Millionen

so sprach eine österreichische GEWERKSCHAFTERIN des ÖAAB
und MINISTERIN der ÖVP !!!

Sie streiten sinnlos herum und sind allesamt völlig Inkompetent.

Dafür allerdings hoch bezahlt. Im Übrigen möchte ich gerne einmal die Reisekosten der Frau Merkel erfahren.

Antworten Gast: Merkelfan
18.10.2012 11:34
6 1

Sehe ich anders...

Merkel hat versucht, die Pleitestaaten zum Sparen zu bringen. Allen voran Griechenland.

Prompt haben Gewerkschaften, Parteien und Medien zu Streiks aufgerufen. Jeder andere war schuld an den Schulden, nur nicht man selber.

Zurzeit pocht man auf "Freundschaft" und "Solidarität" der Zahler. Oder man unterstellt den Deutschen, ein Großreich dank EU und Geldpolitik errichten zu wollen.

Merkel selber ist nur vorzuwerfen, daß sie immer wieder nachgibt. Sie hat halt Angst vor einem Wirtschaftskrieg gegen die BRD. Oder vor noch ganz anderen Dingen...

Erfolg hat man nur, wenn man mit denen solidarisch ist, die alles richtig machen, und nicht mit denen, die darauf vertrauen, dass schon jemand für den Unfug, den sie anstellen, gerade stehen wird!

Wenn Hollande "geliebt" werden will, soll er sich an seine Frau wenden, in der Wirtschaftspolitik haben solche Wörter nichts verloren!

Diese "alternativlosen" Marionetten heizen die Inflation an und agieren massiv gegen die eigene Bevölkerung

die Demokratie wird mit Füssen getreten - Hauptsache die banken werden massiv gestützt. Die Bevölkerung darf dann dafür bluten. Die Lunte brennt bereits....

Die Franzosen wollen dass wir für ihr Schulden haften aber nicht mitbestimmen können

weil das wäre eine Einmischung in franz Politik.

Und Faymann hat schon ja gesagt, weild er vertritt uns DANK ÖVP

???

Über den "Umweg" der EU-Solidarität wird der Norden finanziell und wirtschaftlich zu Gunsten des Südens ausgeplündert. Dieser "Umweg" wird zum Nachteil der deutschsprachigen Länder dann noch mit der ewigen historischen Schuld" verquickt.

Jeder möge selbst entscheiden, ob das auf Dauer gut gehen kann - das "Maß ist nämlich schon lange voll"!

Gast: Novaris
18.10.2012 09:36
8 0

Der Wegweiser zeigt doch die einzige Richtung an

Zur Schuldenunion !

Gast: Hemingway
18.10.2012 09:27
11 0

Das haben wir alles den Menschen zu 'verdanken', die uns in diese verhängnisvolle Union gewählt und die Warner ausgelacht haben.


Irreführung Nichtsparen als Solidarität zu verkaufen.

Solidarität im Sinne dieser EU bedeutet:
Nehmt bei denen, die gut gewirtschaftet haben. Das ist Diebstahl! Solidariät wird NIEMALS eine Einbahnstraße ist.

Ich nehme an, dass der Friedensnobelpreis das letzte Zeichen für Frieden in Europa ist.
Einfach lächerlich. Allein schon die Lächerlichkeit, wer von den Dreien den Preis entgegennimmt, wer die Ansprache hält.

Da kann der Kollege Patterer 100mal die Menschen als rückständig, provinzell und als Gartenzwerge beschimpfen.
Die Medienvertreter sollten sich merken, dass immer 4 Finger zurückzeigen.

Gast: Merkelfan
18.10.2012 08:51
8 0

Zum Thema Hollande:

ER ist der Erzfeind der Deutschen und der EU!!!

Unvergessen, wie er mit Italien und Griechenland Anfang des Jahres die Deutschen erpresst hat. Gegangen ist es um den ESM, der ja wirklich eingeführt wird.

Da haben sich drei Pleitekandidaten gefunden, wirklich wahr...

Warum ist Merkel seit neuestem so handzahm? Ihre Politik der Härte und des Sparens ist nicht durchsetzbar. Also bleibt ihr nur mehr übrig, den nämlichen Ländern beim Konkurs zuzusehen.

Auch das Geld des ESM wird bald verpulvert sein, dann MUSS etwas in Richtung Sparen passieren.

Unser BK hat sich natürlich auf die Seite Hollands geschlagen und Merkel verraten.

"Die größte Gefahr für Europa sei [...] nicht mehr geliebt zu werden"

Ich muss Sie enttäuschen, Herr Hollande. Das wurde bereits längst erreicht. Genau genommen schlägt dieses Gefühl bereits in Hass um.

Gast: Gut informiert
18.10.2012 08:33
3 0

man will uns zu Masochisten machen

die französische Revolution wird mystifiziert als wäre es das humansten Erreignis in der Geschichte der Welt gewesen. Was grausameres und brutaleres hat es nicht gegeben. Siehe Schicksal von Marie Antoinetten. Also die Deutschen, bitte keine Minderwertigkeitskomplexe diesem Volk gegenüber, das nur Arroganz zu bieten hat, aber damit hat es sich schon. Seit Mitterand leben die Politiker in Frankreich nur mit Versprechungen. Die Immigrationspolitik war ein Fiasko. Der Staat hat eine viel zu grosse Rolle. Merci les francais, gardez votre modele de societe de merde. Nous, on n en veut pas de votre arrogance, qui put

Der Bürger wird übergangen!

Unser Grinsekanzler kann das ganze Dilemma geistig nicht mehr verfolgen. Er müsste sofort eine Volksbefragung starten, da sämtliche Verträge gebrochen wurden. Schüssel wurde als Schweigekanzler bezeichnet, bitte was ist dann unser Diletant?

Antworten Gast: Novaris
18.10.2012 09:41
5 0

Re: Der Bürger wird übergangen!

Ist das Recht zur Abhaltung eines Referendums überhaupt in der österreichischen Verfassung enthalten ??
Die Verfassungen freier, souveräner Völker enthalten ein solches Recht.

Und Österreich steht fest auf Seite der Weichwährungsländer und Hollandes

DA in der EU seit Lissabon die Außenminister entmachtet wurden, haben bei den Grundsatzentscheidungen nur mehr die Regierungschefs etwas zu reden.

Und unser Regierungschef ist ein Sozialist trotz rechts-bürgerlicher Mehrheit.

DANKE ÖVP!

Nie wieder eine Stimme für den SPÖ-Kanzlerwahlverein ÖVP, weil nciht einmal mehr die SPÖ steht so fest hinter Faymann wie die ÖVP-Granden, Leitel, Pühringer und Pröll.

Gast: Rechenkünstler
18.10.2012 08:17
3 0

Sparen, sparen, sparen, ...

Sparen! Wenn ich das schon hör!
Warum wird nicht ehrlich gesagt, es handelt sich niemals um Sparen, es geht ums Schuldenmachen, um Begrenzung neuer Schulden. Es ist ungeheuerlich mit welcher Unverfrorenheit einige Länder verlangen, dass andere ihre Schulden zahlen sollen und nicht einmal kontrollieren dürfen, wie es weiter geht. Mit solchen Leuten sollte man keine gemeinsame Sache machen.

Wir können nur hoffen, dass Merkel hart bleibt, denn unser Kanzler fällt uns in den Rücken. Der wäre froh, wenn wir ärmer wären.

Gast: waltarius13
18.10.2012 08:17
0 0

Keine VERGEMEINSCHAFTUNG VON SCHULDEN -

Sondern, eine EU-AUFSICHT über die nationalen Budget's mit VETO-Recht.

Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber unterstützt die Forderung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nach Durchgriffsrechten für die EU-Kommission auf die nationalen Haushalte der Eurozone. „Wir brauchen eine starke Instanz, die mit einem Veto-Recht das exzessive Schuldenmachen unterbinden kann“, sagte der Vize-Chef der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament der Berliner Zeitung (Mittwochausgabe).
Weber sagte weiter, gehe davon aus, dass die von Schäuble vorgeschlagene Stärkung des Brüsseler Währungskommissars mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar sei. Es gehe nicht um die Übertragung weiterer Zuständigkeiten auf die EU-Ebene, sondern um die konsequentere Durchsetzung der existierenden Spielregeln für die Währungsgemeinschaft. „Gegen die Spielregen selbst hat das Verfassungsgericht nichts einzuwenden, wie es bereits in seinen Entscheidungen zu den Verträgen von Maastricht und Lissabon deutlich gemacht hat.“ Notwendig seien aber auf jedem Fall stärkere Kontrollbefugnisse für das EU-Parlament.

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Solidarität

wenn ich diese Verdummungsfloskel zum Ausplündern der wenigen Zahlerländer schon höre!

Solidarisch sein kann man mit jemanden der unverschuldet in Not geriet, aber nicht mit Verschwendern die ihr Geld verprasst haben als gäbe es kein Morgen, den Kreditrahmen weit überzogen haben und nun daher kommen und meinen diejenigen die gespart haben müssten nun mit ihnen solidarisch sein und ihnen Geld geben, da sonst die Bank das Haus pfändet.

Wobei dieser Vergleich auch noch falsch ist. Denn auch die Zahlerländer haben ja schon Schulden, dass es nur so kracht. Von daher ist jeder weitere Cent der da verschenkt wird eigentlich ein Verbrechen an unseren Kindern.

Antworten Gast: mir reichts
18.10.2012 08:22
8 0

Re: Solidarität

wieso verbrechen an unseren kindern?

sie glauben doch nicht ernsthaft, dass die talfahrt uns, die jetzige generation nicht erreicht?

wir werden bettelarm werden und das wird nicht mehr lange dauern.

von konsequenzen krieg bis bürgekrieg ist alles möglich.

ob das nicht von der eu erwünscht ist?

"Freundschaft"

"Freundschaft" hat in Österreich zu AKH/Konsum/BAWAG/Inseratenaffaire... geführt.
Leider will Hollande genau diese Konzept übernehmen.

Viel besser funktioniert:
"Strenge Rechnung, gute Freunde".
Warum? Weil es nachhaltiges Konzept ist, dass
- eine Vertrauensbasis schafft, die Rechte und Pflichten festlegt
- potenzielle Streitigkeiten vermeidet
- bei Streitigkeiten die Spielregeln festlegt

Hollande und Mario Draghi (=Goldman Sachs) sind der Sargnagel Europas.

Nicht des Euros, dem ist das alles wurscht, weil die Typen wollen eine Staatsschuldenkrise mit Mittelen gegen eine Währungskrise beheben. Richtige Lösung für das falsche Problem.

Hollande sollte mal zu einem Mittelstandsunternehmen das einmal in einer Krise war und die überstanden hat, gehen und fragen wie es ging:
- sparen
- schauen wo die Stärken sind
- große Fehler/Schwächen ausbügeln
- intelligent investieren

 
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