Nach Großbritannien hat auch Dänemark mit einem Veto gegen das Billionen-Budget der Europäischen Union für die kommenden Jahre gedroht. Ihr Land werde "nicht für die Rabatte anderer reicher Staaten bezahlen", sagte Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt am Donnerstag vor Abgeordneten des dänischen Parlaments. Sie wolle daher für einen eigenen Rabatt, wie ihn Großbritannien seit Jahren erhält, bei den Zahlungen an die EU kämpfen. Thorning-Schmidt nannte einen Betrag von umgerechnet rund 134 Millionen Euro.
Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder sollen im November zu einem Sondertreffen zusammenkommen, um den verbissen geführten Streit um das EU-Budget für die Jahre 2014 bis 2020 in Höhe von rund einer Billion Euro zu lösen. In der vergangenen Woche hatte Großbritannien mit einem Veto gegen das Budget gedroht, sollte dieses trotz der Schuldenkrise ein Ausgabenplus vorsehen.
EU muss Ausgaben "unter Kontrolle" haben
Großbritanniens Premierminister David Cameron erneuerte dann auch am Donnerstag bei einem Besuch von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy in London seine umstrittene Forderung nach einem Einfrieren der EU-Ausgaben. Die Europäische Union müsse ihre Ausgaben "unter Kontrolle" halten, sagte Cameron.
Wie Österreich und Deutschland gehört Großbritannien zur Gruppe der Nettozahler, die eine Kürzung des Kommissionsvorschlags um mindestens hundert Milliarden Euro fordert. Die britische Regierung fährt auch sonst einen ausgesprochen EU-kritischen Kurs und gilt im Hinblick auf den Budget-Gipfel als größte Gefahr für einen erfolgreichen Abschluss.
(APA)
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