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EU-Budget wird um 50 Milliarden Euro gekürzt

29.10.2012 | 18:11 |  Von unserem Korrespondenten OLIVER GRIMM (Die Presse)

Die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten haben den Rotstift gezückt und kappen den Haushaltsrahmen infolge der Staatsschuldenprobleme um gut fünf Prozent um mindestens 50 Mrd. Euro. Alle Politiken sind betroffen.

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Brüssel. Weniger Geld für die Bauern, weniger Geld für neue Autobahnen, weniger Geld für die Forschung, weniger Geld für die Eurokraten: Die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten haben den Rotstift gezückt und den Vorschlag der Europäischen Kommission für den Haushaltsrahmen der sieben Jahre ab 2014 von 1033 Milliarden Euro um mindestens 50 Milliarden Euro gekürzt. Das erfuhr „Die Presse“ am Montagnachmittag aus Diplomatenkreisen.

Dieser Kürzungsvorschlag aus der Feder der zypriotischen Ratspräsidentschaft bedeutet, gemessen in Preisen des Jahres 2011, eine Kürzung um rund fünf Prozent. Alle Politiken sind betroffen, besonders groß werden die Einschnitte bei der Kohäsionspolitik und der Subventionierung der Landwirtschaft sein. Und es wird vor allem die ärmeren Länder Osteuropas treffen, die in den Jahren 2004 und 2007 in zwei Wellen der Union beigetreten sind. Denn erstens soll ein EU-Land künftig höchstens 2,35Prozent seiner Wirtschaftsleistung aus EU-Fördertöpfen beziehen dürfen. Bisher beträgt dieser Grenzwert 2,5 Prozent, und er zielte vor allem auf Polen und die Slowakei ab, wo der hohe Aufholbedarf bei der öffentlichen Infrastruktur große Fördersummen aus den EU-Geldtöpfen anzog.

 

Österreich relativ ungeschoren

Zweitens werden die Kürzungen in der Landwirtschaftspolitik in erster Linie die Direktzahlungen betreffen – also die Subventionen, die sich an der Größe der Äcker und des Viehbestands bemessen. Hier werden die neuen Mitgliedstaaten vor allem dadurch Abstriche machen müssen, dass die langfristige Angleichung der Förderungen zwischen reichen westlichen und armen östlichen Ländern langsamer als ursprünglich versprochen ausfällt. Sprich: Die wesentlich niedrigeren Flächen- und Kopfprämien im Osten, die mit niedrigeren Produktions- und Lebenshaltungskosten begründet sind, werden noch länger niedrig bleiben.

Die sogenannte zweite Säule der Agrarpolitik, aus der Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt, der Erhaltung traditioneller Dorfstrukturen und Ähnliches finanziert werden, soll dagegen vergleichsweise wenig gekürzt werden. Österreichs Landwirte profitieren vor allem von diesen Programmen der sogenannten ländlichen Entwicklung. Zwar wird es auch hier Kürzungen geben, zumindest in der Form, dass die Förderbeträge eingefroren werden, also nicht mit der Teuerungsrate steigen. Sie werden aber vergleichsweise geringfügig ausfallen. Denn allen Unkenrufen der Agrarlobbyisten zum Trotz ist die zweite Säule mit ihren Programmen zum Schutz der Umwelt und des traditionellen agrarischen Lebensraumes ziemlich unbestritten.

 

Rücksicht auf den „Club Med“

Ursprünglich wollten die Nettozahlerländer – darunter auch Österreich – den EU-Finanzrahmen um mindestens 100 Milliarden Euro kappen. Die schweren Rezessionen in allen Mittelmeerländern ließen aber rasch die Einsicht keimen, dass man den Krisenländern von Portugal bis Griechenland nicht auch noch die bitter benötigten EU-Fonds kürzen kann. Sie sind im neuen zypriotischen Vorschlag von den Kürzungen weitgehend ausgenommen – zulasten der Osteuropäer.

Kürzungen wird es auch im Bereich Wissenschaft und Forschung geben, und zwar durch den Kniff, dass die bisher außerhalb des EU-Finanzrahmens laufenden Großprojekte Galileo (Satellitennavigation) und Iter (Kernfusion) voll ins EU-Budget aufgenommen werden. Somit bleibt beim gegenwärtigen Stand der Dinge in diesem Budgetkapitel unter dem Strich weniger Geld für populäre Vorhaben wie das Studentenaustauschprogramm Erasmus.

Gekürzt wird auch bei den EU-Beamten. Die Gesamthöhe des Etats wird das aber nur marginal drücken: Gut 94 Prozent des EU-Budgets fließen nämlich in die Mitgliedstaaten zurück.

Auf einen Blick

Der Etat der Europäischen Union wird traditionell in Siebenjahresperioden geplant. Der aktuelle sogenannte mehrjährige Finanzrahmen läuft Ende 2013 aus. Für die nächste Periode (2014–2020) hat Budgetkommissar Janusz Lewandowski heuer im Juli einen Rahmen von 1033 Milliarden Euro vorgeschlagen. Sprich: Zu Ausgaben in diesem Ausmaß soll sich die Union maximal verpflichten dürfen. Den nationalen Regierungen ist das zu viel: Sie verlangen eine Kürzung um gut 50Milliarden Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.10.2012)

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83 Kommentare
 
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Schwerer Konstruktionsfehler!

die EU hätte von Anfang an als Gemeinschaft von Nettozahlern konzipiert sein müssen!

jaja, nix zahlen wollen...

aber bitte bei den förderungen nix streichen...

wie soll die rechnung denn aufgehen?

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Das Beste wäre

das Budget auf genau null zu reduzieren. Dieses undemokratische Vehikel der Hochfinanz sollte endlich am Misthaufen der Geschichte landen !

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Österreichisches Steurgeld sollte in Österreich bleiben.

Am besten sollte Österreich aus der EU austreten.
Das spart uns das meiste Geld.
Das erspart Österreich Milliarden im Jahr.
Österreichisches Steurgeld sollte in Österreich bleiben.
Das geht aber nur bei einem EU-Austritt.

PS: Wer will Steuern für die EU, Griechenland & Co. zahlen?

Re: Österreichisches Steurgeld sollte in Österreich bleiben.

Man sollte doch etwas über den Tellerrand sehen. Eine Gemeinschaft bingt nun einmal Vorteile aber auch Nachteile. Österreich hat sicher durch den Beitritt gewonnen, dasss nun auch Nachteile in Kauf zu nehmen sind liegt in der Natur der Sache.
Allein straches Gerede vom Nord-Euro zeigt, dass er nicht weiter als bis zu seiner Nasehspitze denkt. Der Noreuro würde in Relation z.B. zum $ rasch an Wert zulegen und unsere exportorientierte Wirtschaft würde sehr schwer darunter leiden. Ich weiß schon wen kümmert die Wirtschaft, wenn das Tanken billiger wird. Die dann entstehenden Arbeitslosen werden das vermutlich anders sehen, aber an den Arbeitslosen giobt Strache dann sicher anderen die Schuld und hetzt weiter.

Re: Re: Österreichisches Steurgeld sollte in Österreich bleiben.

Tja, den Schweden, Dänen und Schweizern gehts ja mit ihren aufgewerteten Währungen ganz furchtbar schlecht.......

Aber grundsätzlich ist der EU-Austritt kein Thema. Das würde nur funktionieren, wenn auch Deutschland austreten würde (der Schilling hing am Tropf der D-Mark)

Hingegen ein Rückbau der Fehlentwicklungen (zumindest seit dem Lissabonner Vertrag) ist ein zwingendes Muss, da die EU viel zuwenig demokratisch aufgebaut wurde.

4 0

Geldvernichtungsmaschine

Beamte die hauptsächlich die Bürger quälen, Geld für unötige Projekte.
Der Euro Ausstieg wurde versäumt, wir bewegen uns in Richtung Strike Debt.

Mal abgesehen davon dass die Kürzung gar keine Kürzung ist, ..

... ist doch alles Super, ODER?? ... Zwar will die EU im Endeffekt noch immer mehr Geld dafür werden die Förderungen gekürzt. Eine Super-Erfindung diese EU.

8 0

noch immer

KEINE Antwort der sogenannten "Weisen" und X-perchten : Was kostet die EU per Jahr in EURO ?
wieviel PRODUKTIVES in Euro per Jahr leistet die EU ? Geld herumschieben=unproduktiv.

9 0

EU-Budget: Beim Geld hört die Freundschaft auf

tja, was wären wohl all die Barossos und Schulz samt deren Mitläuefern, gäbe es dieses Konstrukt welches ja nur aus Massregelungen und Zwängen bzw Vorschriften besteht, nicht ?!

Gast: SPÖVP
30.10.2012 19:25
0 4

SPÖVP !!!!!!


Re: SPÖVP !!!!!!

Soll heissen?

Gast: Josef Zeppelin
30.10.2012 19:25
14 0

Flaschinformationen

Die EU Beiträge werden ERHÖHT und nicht gekürzt !!!!!!

Für wie BLÖD halten Sie denn die Leser ???

Österreich zahlt pro Jahr rd. 2.500.000.000 Euro (= 2,5 Mrd. Euro) = ca: 35 Mrd ÖS pro Jahr in die EU Kassa !!!!

Die Beträge die zurückfließen, erhalten wenige priviligierte Günstlinge.
Unsere Politiker vergeben diese Förderungen, als wäre es ein Wahlgeschenk Ihrerseits an treue gehörige Wähler !


Re: Flaschinformationen

Nur wer die EU-Gelder bekommt, bestimmen die Österreicher, bzw. deren gewählte Vertreter. DAss diesbezüglich nicht alles super ist uterschreibe ich gerne, nur dafür kan die EU nichts, deren Verwaltungsaufwand lediglich 5% beträgt und die weniger Beamte beschäftigt als die Gemeinde Wien.

Alle Politiken sind betroffen

Aber leider nicht die POLITIKER.

Gast: noch einer
30.10.2012 12:25
12 0

Barroso

Um wieviel genau
verdient der Hr. Barroso jetzt weniger ?

Oder steigt das Einkommen des Hr. Barroso
,selbstverständlich auf Grund seiner außerordentlichen und ständig zunehmenden Leistung ,
weiter ?

7 0

Re: Barroso

viel zuviel, wie auch der Grinsekater in unserem Land samt seinem ebenso grinsenden Beiwagerl !

Gast: jaeingast
30.10.2012 12:17
2 0

93 % Rückfluss: graue Theorie

siehe heutigen Artikel auf http://www.facebook.com/pages/Stoppt-die-Pl%C3%BCnderung/516967501651124" target="_blank">http://www.facebook.com/pages/Stoppt-die-Pl%C3%BCnderung/516967501651124 : die Nutzung der bereitgestellter Fördergelder ist mangelhaft.

Gast: gast33456
30.10.2012 10:53
1 0

Galileo

Die Angabe zu Galileo stimmt leider nicht. Galileo war stets im EU-Haushalt enthalten, vielmehr ist das Europäische Erdbeobachtungsprogramm GMES gemeint...

Re: Galileo

Doch, das stimmt: Galileo, GMES und ITER waren bisher außerhalb des Haushalts budgetiert (darum die jährlichen zwischenstaatlichen Streitereien darüber, wieviel nachgeschossen werden muss). Freundlichen Gruß, OG

Gast: Grimms Märchen
30.10.2012 10:01
13 0

Expertise, Niveau und Durchblick vieler "Die Presse"-Redakteure & -Korrespondenten sind zum Weinen und die einfältige, penetrante Jubel-Propaganda ist den für noch dümmer gehaltenen Lesern gegenüber eigentlich ein Götz-Zitat!!!

Wer deswegen an Einsparungen glaubt, ist arm im Geiste.

Gast: Schöner Perni
30.10.2012 09:46
18 0

EUdSSR

Dank den 68er Wirrköpfen haben wir jungen (<30) keine Aussicht auf Wohlstand und eine gesicherte Pension. Wer den (EU ) Politikern vertraut ist einfach nur dumm. Denen geht's nurum ihr gutes Leben, ihren Völkern dienen dieseGestalten längst nicht mehr. Die Völker werden gnadenlos geknechtet und enteignet. ( Steuergeldtransfer zb.: De/Ö nach GR !)
Wir habennix davon,die Griechen haben nix davon und Banken, Hedgefonds etc verdienen sich dumm und deppat. Versorgungsplatzerl für die Politiker inklusive.

Re: EUdSSR

so is es! vor einigen jahren nannte man uns sklaven..

Antworten Gast: G Alpha
31.10.2012 10:05
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Re: EUdSSR

Apropos - 68er Generation! Bin selbst zwischen 1940 und 1950 geboren!. Damals in den -60ern verdiente man in jungen Jahren zu wenig, um über die Runden zu kommen. Von Ansparen auf eine Wohnung mit nur einem Beruf, um getrennt vom Elternhaus zu leben, war keine Rede. Meine erste Wohnung war eine Mietwohnung mit Küche, Zimmer. Ohne Bad. Klo am Gang. Bad etc.habe ich mir selbst dann eingerichtet. Um das und noch mehr zu finanzieren habe ich neben meinem normalen Beruf eine zweite Beschäftigung bei meinem Bruder auf einer Tankstelle aufgenommen. Mein Tagesablauf:"Um 5uhr 30 aufstehen. 8uhr bis 15 30 im normalen Beruf arbeiten. Dann Weiterfahrt zur Tankstelle. Bruder abgelöst und bis 21 uhr weitergearbeitet. Dann 1,5 Stunden Heimfahrt mit der Straßenbahn. Nebenbei las ich noch auf der Tankstelle Unterlagen für die Universität. Als ich später wesentich mehr in meinem eigentlichen Beruf verdiente, habe ich ca. 65% Steuern + Sozialbeträge von meinem Einkommen an das Hochsteuerland Österreich abgeliefert. Ich arbeitete nämlich 12 - 14 Stunden pro Tag und Samstag und Sonntag . Ich glaube ich habe einige der damaligen österr. Pensionisten mit meinen Abgaben finanziert! Also mit dem Begriff Wirrköpfe gehen sie bitte sorgfältiger um.
Nebenbei bemerkt. Als ich klein war gab es für uns Kinder maximal nur einmal Fleisch pro Monat Unsere Spielkameraden haben uns damals geholfen, weil deren Vater ein in Österreich sehr bekannter Professor der Kieferchirurgie war und entsprechend verdiente

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Re: EUdSSR

Bin ganz Ihrer Meinung, aber die sog. 68er-Generation ist heute großteils in Pension. Eine (etwas) jüngere "Elite" sitzt jetzt in Brüssel am Ruder, siehe Barroso und Co. Wir Älteren, die die gleichen Jahrgänge der damaligen 68er sind, leiden doch genau so. Man schaue nur unsere ASVG-Pensionen an, zum Leben zu weinig, zum Sterben zuviel. Und warum? Weil man ja so viel Geld für die EU und ihre Süd-Satelliten braucht und daher wenig bis kein Geld mehr für die Älteren da ist, obwohl diese bis zu 40 Jahre brav eingezahlt haben. Die EWG (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft) war noch gut, die EU ist ein Krampfbündnis, das so keine Zukunft haben wird.

Re: Re: EUdSSR

Ich finde die Schuld an der sehr ungleichen Verteilung der Güter der EU in die SChuhe zu schieben ist mehr als billig. Ich rede keineswegs einer Gleichmacherei das Wort, denn Leistung und Anstrengung muss sich lohnen. Allerdiongs hat unsere Wirtschaftspartei (ÖVP) vergessen, dass sich nach allen ERfahrungen (Vergleich Taiwn vs. Südamerika) eine stark unterschiedliche Verteilung von Gütern und Resourcen bremsend auf das Wirtrschaftswachstum auswirkt. Aus diesem Grund wird eine Reichen-, u. ERschaftssteuer von 0,5 bis 1% abgelehnt aber eine Mittelstandsteuer von ca. 3% aufgrund der deutlich unter der Inflationsrate liegenden Sparzinsen freudestrahlend akzeptiert. Das versteht wohl nur eine ausgesprochene Wirtschaftspartei

 
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