25.05.2013 04:08 Merkliste 0

Streit um EU-Budget spaltet britische Koalition

01.11.2012 | 17:32 |   (Die Presse)

Großbritanniens Premierminister David Cameron verlor im Parlament eine Abstimmung über den Haushalt, weil einige Hardliner seiner Partei eine härtere Gangart einfordern. Die Liberaldemokraten schäumen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien/London/ag. Die britische Koalition steht wegen des Konflikts um den europapolitischen Kurs vor einer Zerreißprobe. Nach der Abstimmungsniederlage über das EU-Budget im Parlament warnen die Liberaldemokraten ihren konservativen Regierungspartner eindringlich vor einem Konfrontationskurs mit der EU. Das könne die Mitgliedschaft des Königreichs in der Staatengemeinschaft gefährden, sagte der stellvertretende Premierminister Nick Clegg gestern in London.

Zahlreiche europakritische Abgeordnete der konservativen Tories von Premierminister David Cameron hatten tags zuvor mit der oppositionellen Labour Party gestimmt und Kürzungen im EU-Budget gefordert. Gegen Camerons Haltung, einer Erhöhung der Brüsseler Haushaltsmittel in Höhe des Inflationsausgleichs zuzustimmen und ansonsten ein Veto einzulegen, stimmten 307 Abgeordnete (294 stimmten dafür). Ihnen geht der Vorschlag des Premiers nicht weit genug: Sie lehnen jede Erhöhung des Budgets strikt ab. „Wenn Sie meinen, die EU habe zu viel Geld, ihr Budget sei zu groß und müsse schrumpfen, dann stimmen Sie für unsere Initiative“, forderte etwa der konservative Abgeordnete Mark Reckless einem Bericht der britischen BBC zufolge. Großbritannien habe „die Nase voll“ davon, der EU jedes Jahr mehr Geld zu geben. Eine Kürzung der Beiträge sei „das Einzige“, was seine Gruppe akzeptieren würde. „Sie werden niemals etwas erreichen, wenn Sie mit den Füßen stampfen und sagen, wir wollen Mitglied in diesem Klub sein, aber einseitig die Spielregeln ändern und darüber entscheiden, was wir unterschreiben“, warnte dagegen Clegg.

Auch Osborne fordert Budgetkürzung

Inzwischen schwenkte auch Finanzminister George Osborne auf den Kurs der Hardliner in seiner Partei ein: „Wir wollen eine Kürzung des EU-Budgets“, sagte er im BBC-Hörfunk. „Wir werden unser Veto gegen jede Einigung einlegen, die nicht im Interesse der britischen Steuerzahler ist.“ Auch die Stimmung der Öffentlichkeit habe sich gegen die EU gewendet, ergänzte er. Bisher hatte er sich dazu nicht eindeutig geäußert.

Paradoxerweise könnte die Abstimmungsniederlage im Parlament Camerons Verhandlungsposition beim Budgetgipfel in Brüssel am 22. und 23. November sogar stärken. Denn der Premier könnte  ein Veto einlegen – mit der Begründung, dass das Parlament in London das von ihm verlange, obwohl die verabschiedete Resolution keineswegs bindend ist. Eine allzu harte Haltung würden aber wiederum die mitregierenden Liberaldemokraten nicht dulden: Ein Koalitionsbruch könnte die Folge sein, so Cameron sich auf den Kurs der Hardliner in seiner Partei einlässt.

Das Gemeinschaftsbudget ist nicht nur in Großbritannien umstritten. Auch Frankreich hat mit einem Veto gegen den gemeinsamen EU-Haushalt 2014–2020 gedroht. Paris will als größter Nutznießer der landwirtschaftlichen Subventionen kein Budget akzeptieren, „das die Mittel der gemeinsamen Agrarpolitik nicht beibehält“. Mit Deutschland pochte ein dritter Nettozahler auf Nachbesserungen im Kompromissvorschlag der zypriotischen Ratspräsidentschaft. Die angeregten Kürzungen von 50 Mrd. Euro gegenüber dem Entwurf der Kommission reichten bei Weitem nicht aus, erklärte Außenamtsstaatsminister Michael Link.

Der größte Beitragszahler der EU gehört mit Frankreich, Italien, Österreich und Schweden zu einer Gruppe von Ländern, die mindestens 100 Mrd. Euro aus dem Kommissionsentwurf streichen wollen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

41 Kommentare
 
12
Gast: kein EU-Fan
02.11.2012 21:55
0 0

die EU ist ein antidemokratischer Saustall

wo sich die Mitgliedstaaten nicht an ihre eigenen Gesetze halten!

Gast: Gast 2012
01.11.2012 21:16
5 1

hoffentlich bleibt England hart

und schützt uns vor den Abzockern in der EU. Von den Marionetten aus Österreich kann man das nicht erwarten!

England stand immer auf der Seite der Sieger...


....während Österreich immer auf der Verliererseite stand.

Dies trifft auch auf die EU zu.

Antworten Gast: Bärenfalle...
01.11.2012 22:22
4 0

Re: England stand immer auf der Seite der Sieger...

Wie die Geschichte zeigt:

Richtige Sorgen müssen wir uns erst machen wenn Italien austritt *G*

Gast: E.T.
01.11.2012 18:33
6 1

Symphatie für GB

Ich kann GB gut verstehen und wäre stolz hätte in Österreich nur ein einziger Politiker so viel Rückgrat und Mut, wie einige der britischen Politiker.

Wir arbeiten inzwischen ausschließlich für den Wohlstand der Reichen Ausländer (Griechen, Spanier, etc.), denn das normale Volk in diesen Länder hat meist auch nicht viel von all den EU-Zuschüssen, wenn ich schon zugeben muss, Spanien etwa verstand es großartige mit EU-Geld die Infrastrukturen zu erneuern. Während dort Strassen, Flughäfen, etc. dem modernsten Standard entsprechen und natürlich von der EU gezahlt wurden, fällt bei uns sogar das Parlament zusammen.

Großbritannien profitiert nicht nur vom einst ausgehandelten Britenrabatt, hat keinen Euro und wird den Finanzplatz London durch die unsägliche Transaktionssteuer in manchen Ländern, enorm ausbauen können. Also ein Gewinnerland auf allen Seiten.

Und wo steht Österreich ?


3 6

GB in der EU ??

Eigentlich sollte langsam eine Diskussion darüber beginnen, ob es nicht für Europa von großem Vorteil wäre, den "Insulanern " den Austritt aus der EU nahezulegen.
Die sehen sich nicht als Europäer, konterkarieren die Verinnerlichung der Gemeinschaft und erfüllen nur sehr engagiert ihre Rolle als Vorposten den USA.

Re: GB in der EU ??

kann ich nur befürworten - cherry picking Mentalität; die haben zu dieser Malaise auch erheblich beigetragen; und werden im Rahmen des ESM überproportional geschont;

solange die EU auf Ebene der Nationalstaaten immer zu stark auf diese Kompromisse eingehen muss, wird die ultimative fiskalische Union nie anfangen zu existieren und damit auch das politische Projekt gefährden;

das System bleibt in der Form träge, bürokratisch und schwächt uns alle.

Antworten Antworten Gast: kein EU-Fan
01.11.2012 21:18
3 2

Re: Re: GB in der EU ??

schwächen werden uns die Euro-Pleitestaaten und der ESM-Witz-Vertrag und zwar nachhaltig!

Gast: PÖHSE
01.11.2012 17:58
8 4

Die EU braucht kein Budget. Mein Mistkübel hat



auch keins .

Dabei ist DER nützlich, und nicht schädlich, wie die Brüsslerei !

1 0

Re: Die EU braucht kein Budget. Mein Mistkübel hat

Das ist nicht "Pöhse", sonder dumm !!

Re: Re: Die EU braucht kein Budget. Mein Mistkübel hat

Genau!

Gast: b745
01.11.2012 15:57
2 7

zwei länder sollten nicht in der eu sein

england und griechenland

Antworten Gast: E.T.
01.11.2012 18:38
8 2

Re: zwei länder sollten nicht in der eu sein

Für mich wäre es schon genug, wenn ein Land nicht dabei wäre - nämlich Österreich.

Gast: eubadnews
01.11.2012 15:25
3 3

GRB wird der eu bald den rücken kehren- der soziale und wirtschaftliche untergang der eu steht mal fest. daher will man noch rasch raus aus diesem euro-euchaosverein.

Großbritanniens Außenminister William Hague hat die Euro-Zone als "brennendes Haus ohne Ausgang" bezeichnet. "Es war Wahnsinn, dieses System zu schaffen, jahrhundertelang wird darüber als eine Art historisches Monument kollektiven Wahnsinns geschrieben werden", sagte der konservative Politiker in einem Interview mit dem konservativen Polit-Magazin "The Spectator".aus:http://www.spiegel.de/politik/ausland. lt.berichten haben die briten auch ihre botschaften in den euroländern angewiesen-notfallspäne für evakuierungen der eigenen bürger vorzusorgen. der zusammenbruch der eu u.des euro wird mit unruhen u.sozialen konflikten einhergehen, so die briten. was wird wirklich passieren in dieser eurozone? es wird zeit, dass man den europäischen bürgern u.steuerzahlern über diese katastrophale banken/u.teurosituation die wahrheit sagt-warum wurden die casinobankenmärkte nicht schon vor drei jahren reguliert u.entschärft? warum haben die politiker in der eu nichts getan um die zeitbomben banken und finanzmärkte zu entschärfen?warum werden diesen badbankermärkten für ihr totalversagen weiter billionen zur verfügung gestellt? warum hat die eu u.die politik zugelassen, dass diese von den steuerzahlern geretteten bankenmärkte die euro staaten ruinieren können?der einseitige u kurzsichtige sozialabbau bei den asvg invalidenpensionen u. asvg pensionen durch die SPö ist daher ein skandal. und die fatalen folgen der beschämenden jugendarbeitslosigkeit in der EU kosten heute schon 154 mrd. euro.

0 0

Re: GRB wird der eu bald den rücken kehren- der soziale und wirtschaftliche untergang der eu steht mal fest. daher will man noch rasch raus aus diesem euro-euchaosverein.

Ist natürlich sehr unangenehm für die Briten, nach einer noch immer möglichen politischen Konzentration in der EU, so gar nicht mehr "balance of power" spielen zu können.
Und Ihr hochdramatisches Schreckensszenario wird auch nicht so schnell eintreten, wie Sie das anscheinend wünschen.

Gast: Sarcasm Please
01.11.2012 13:12
5 1

Wo bleibt der Klubzwang?!?

Kennen die Briten keinen Klubzwang?
Denen müssen wir sofort Nachhilfeunterricht in repräsentativer Demokratie geben!

Bitte, wo gibts den heute noch einen Klubzwang?


Gast: PÖHSE
01.11.2012 09:49
27 2

Schau, schau, es gibt Länder mit einem ECHTEN



Parlament !

Kein reiner Abnickverein .

14 2

Re: Schau, schau, es gibt Länder mit einem ECHTEN

ganz genau das hab ich mir auch gedacht. gegen die parteilinie stimmen? undenkbar bei uns.

Re: Re: Schau, schau, es gibt Länder mit einem ECHTEN

Setzt gebildete Politiker mit Mut voraus ... sorry, die Dienermentalität der österr Grossparteien bring sowas nicht hervor!

21 3

Das Einzige, das in der EU wirklich funktioniert, sind

Kriminalität und Steuerhinterziehung - eine tolle Leistung.

Re: Das Einzige, das in der EU wirklich funktioniert, sind

Sie sehen das etwas einseitig? Bürokratie und Geldverschwendung, von sinnlosen Subventionen (Flughafen neben bestehendem Flughafen, Autobahnbau durch Mafialand, etc.) bis zu Gehältern und bezahlten Freizeiten der Brüsseler Mitarbeiter, funktionieren doch ebenfalls sehr gut?

Und das ist auch richtig so aber noch zu milde!

Gürtel enger schnallen, nicht nur die Bürger, auch die Bonzen, 2. und 3. Wahl-Politiker und Technokraten in Brüssel!

Gast: Harry K.
01.11.2012 08:23
7 14

Das UK sollte die EU verlassen

Schon de Gaulle lehnte die Briten als EU-Partner ab. Auch heute zeigt sich das gleibe Bild: Britannien will sich nur Vorteile verschaffen und blockiert jedes einheitliche Vorgehen in der Gemeinschat.
Das UK ist der verlängerte Arm der USA und somit nicht mit einem funktionierenden Europa in Einklang zu bringen. Also Briten raus aus der EU!

1 3

. . . Briten würde das letzte Land sein, den Euro einzuführen.

Aber Briten ist aus Europa nicht wegzudenken.
Um die Wirtschaftsgemeinschaft zu einen, müssten alle wieder in die Landeswährungen.

8 2

Re: Das UK sollte die EU verlassen

Es gibt keine "Gemeinschaft". Lediglich eine Herde zentral gesteuerter Schafe, dem Politrestmüll der Opferländer, die dem Wohl ihrer Herren dienen.

 
12