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Streit um EU-Budget spaltet britische Koalition

01.11.2012 | 17:32 |   (Die Presse)

Großbritanniens Premierminister David Cameron verlor im Parlament eine Abstimmung über den Haushalt, weil einige Hardliner seiner Partei eine härtere Gangart einfordern. Die Liberaldemokraten schäumen.

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Wien/London/ag. Die britische Koalition steht wegen des Konflikts um den europapolitischen Kurs vor einer Zerreißprobe. Nach der Abstimmungsniederlage über das EU-Budget im Parlament warnen die Liberaldemokraten ihren konservativen Regierungspartner eindringlich vor einem Konfrontationskurs mit der EU. Das könne die Mitgliedschaft des Königreichs in der Staatengemeinschaft gefährden, sagte der stellvertretende Premierminister Nick Clegg gestern in London.

Zahlreiche europakritische Abgeordnete der konservativen Tories von Premierminister David Cameron hatten tags zuvor mit der oppositionellen Labour Party gestimmt und Kürzungen im EU-Budget gefordert. Gegen Camerons Haltung, einer Erhöhung der Brüsseler Haushaltsmittel in Höhe des Inflationsausgleichs zuzustimmen und ansonsten ein Veto einzulegen, stimmten 307 Abgeordnete (294 stimmten dafür). Ihnen geht der Vorschlag des Premiers nicht weit genug: Sie lehnen jede Erhöhung des Budgets strikt ab. „Wenn Sie meinen, die EU habe zu viel Geld, ihr Budget sei zu groß und müsse schrumpfen, dann stimmen Sie für unsere Initiative“, forderte etwa der konservative Abgeordnete Mark Reckless einem Bericht der britischen BBC zufolge. Großbritannien habe „die Nase voll“ davon, der EU jedes Jahr mehr Geld zu geben. Eine Kürzung der Beiträge sei „das Einzige“, was seine Gruppe akzeptieren würde. „Sie werden niemals etwas erreichen, wenn Sie mit den Füßen stampfen und sagen, wir wollen Mitglied in diesem Klub sein, aber einseitig die Spielregeln ändern und darüber entscheiden, was wir unterschreiben“, warnte dagegen Clegg.

Auch Osborne fordert Budgetkürzung

Inzwischen schwenkte auch Finanzminister George Osborne auf den Kurs der Hardliner in seiner Partei ein: „Wir wollen eine Kürzung des EU-Budgets“, sagte er im BBC-Hörfunk. „Wir werden unser Veto gegen jede Einigung einlegen, die nicht im Interesse der britischen Steuerzahler ist.“ Auch die Stimmung der Öffentlichkeit habe sich gegen die EU gewendet, ergänzte er. Bisher hatte er sich dazu nicht eindeutig geäußert.

Paradoxerweise könnte die Abstimmungsniederlage im Parlament Camerons Verhandlungsposition beim Budgetgipfel in Brüssel am 22. und 23. November sogar stärken. Denn der Premier könnte  ein Veto einlegen – mit der Begründung, dass das Parlament in London das von ihm verlange, obwohl die verabschiedete Resolution keineswegs bindend ist. Eine allzu harte Haltung würden aber wiederum die mitregierenden Liberaldemokraten nicht dulden: Ein Koalitionsbruch könnte die Folge sein, so Cameron sich auf den Kurs der Hardliner in seiner Partei einlässt.

Das Gemeinschaftsbudget ist nicht nur in Großbritannien umstritten. Auch Frankreich hat mit einem Veto gegen den gemeinsamen EU-Haushalt 2014–2020 gedroht. Paris will als größter Nutznießer der landwirtschaftlichen Subventionen kein Budget akzeptieren, „das die Mittel der gemeinsamen Agrarpolitik nicht beibehält“. Mit Deutschland pochte ein dritter Nettozahler auf Nachbesserungen im Kompromissvorschlag der zypriotischen Ratspräsidentschaft. Die angeregten Kürzungen von 50 Mrd. Euro gegenüber dem Entwurf der Kommission reichten bei Weitem nicht aus, erklärte Außenamtsstaatsminister Michael Link.

Der größte Beitragszahler der EU gehört mit Frankreich, Italien, Österreich und Schweden zu einer Gruppe von Ländern, die mindestens 100 Mrd. Euro aus dem Kommissionsentwurf streichen wollen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2012)

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41 Kommentare
 
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Re: Das UK sollte die EU verlassen

Es gibt keine "Gemeinschaft". Lediglich eine Herde zentral gesteuerter Schafe, dem Politrestmüll der Opferländer, die dem Wohl ihrer Herren dienen.

Gast: Mr Speaker
01.11.2012 08:21
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Yeahhh

@alle Poster: Bitte nicht immer über unseren Klubzwang jammern und sich dann aufregen, wenn in anderen Parlamenten das freie Mandat ausgeübt wird. Britische Commons sind direkt ihrem Wahlbezirk verantwortlich, sind dort wöchentlich präsent und kennen daher genau die Stimmung ihrer Wähler und handeln entsprechend. Außerdem halte ich deren Verhalten in diesem Fall für völlig richtig. Waren wohl einige versteckte Crossbenchers dazwischen.....well done, boys.

Antworten Gast: Rudi Thatcher
01.11.2012 14:01
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Re: Yeahhh

Was Sie schreiben ist ja bekannt. Cameron wollte gar nicht gewinnen, denn er machte nicht den geringsten Druck auf die Abgeordneten....denn er wußte, wie die Entscheidung ausfallen würde, somit kann er wieder mal Unruhe in die EU bringen! "Divide and rule", das bewährte englische Motto, funktioniert wunderbar in der EU - allerdings nur für die Briten.

Vorbild

es wird zeit, dass das selbstbewusste großbritannien bei uns vorbild wird. und interessant: den briten gegenüber heulen die ganzen eu-propagandisten nicht auf, da kuscht man brav und brabbelt von der "bedeutung, die die britische meinung nicht hätte für "europa".

Antworten Gast: machmuss verschiebnix
01.11.2012 19:39
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Re: Vorbild

Selbstbewußt ??
GB ist mental immer noch eine Kolonialmacht, während
aber die meisten anderen EU-Staaten mental immer noch
"Inder" sind - Ja-Sager Staaten, die sich jedem rotzfrechen
"Ansager" unterordnen ! ! !

Antworten Gast: EinsamervonderInsel
01.11.2012 11:20
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Re: Vorbild

Sie verwechseln "selbstbewußt" wohl mit egoistisch und opportunistisch!

Dort

Dort gibts noch Leute mit Rückgrat. Unsere Faymanns fallen noch im liegen um. So was wird gewählt. Höchste Zeit, daß Politiker kommen, die diesen EU und Eurowahnsinn beenden.

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... oder

sind die vllt schlauer als wir ;-)

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die engländer gehören raus aus der eu .....

die picken sich nur die rosinen heraus, aber bei der finanzmarktregulierung und beim euro wollen sie nicht dabei sein.

das sind opportunisten - die gehören aus der eu ausgeschlossen.

Re: das sind opportunisten

Selbst wenn, noch immer besser als selbst weiter dem eigenen Gang zur (finanziellen) Schlachtbank zuzustimmen?

Gast: Analyst
31.10.2012 23:15
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Entweder die Briten zahlen ihre ...

,,, EU-Beiträge, wie andere auch, und zwar ohne Rabatt, oder sie verlassen die gemeinschaft und vereinigen sich mit den transatlantischen Kriegsherren, und spekulieren fröhlich weiter. Dann kann die EU endlich die Finanzindustrie reglementieren und Spekulation und Finanzderivate abschaffen, Und die Briten sollen in ihrem eigenen Saft schmoren, wenn wieder Zölle und Grenzkontrollen eingeführt werden. Sie vekennen nämlich die Realität: Die EU braucht die Briten nicht wirklich, diese aber die EU!

Antworten Gast: Hans Hollein
01.11.2012 13:15
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Re: Entweder die Briten zahlen ihre ...

es wäre alles viel einfacher..wenn sich die EU nicht überall einmischen würde..
einige wenige Kernkompetenzen.
Besinnung und Beschränkung auf die Grundsätze der EWG-der Rest nur auf bilateraler Ebene-ohne zentralistischer Willkür.
statt idiotischer Erweiterungsphantasien(TR)..ein Kerneuropa mit dem Euro (freiwillig)
,Einführung temp. Schengen-planquadrate(gegen Menschenhandel,Schmugel,organisiertem Verbrechen,etc).
das Auseinanderdriften der Beitrittsländer,der Rettungsschirm,die Nichtsolidarität,usw.. zeigen den Weg in den Abgrund

Antworten Antworten Gast: E.T.
01.11.2012 18:36
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Re: Re: Entweder die Briten zahlen ihre ...

Nein, nein, das Planquadrat wird nur eingeführt, ob nicht irgendwer doch noch eine Glühbirne kauft oder gar Marmelade statt Konfitüre sagt.

Gast: Der Mann von der Straße
31.10.2012 22:34
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Briten und Franzosen RAUS aus der EU,

und um Griechenland soll sich Putin kümmern, der versteht wenigstens,
daß man die Mafia nur mit dem Geheimdienst in den Griff bekommenkann ! ! !

Antworten Gast: Reflector
01.11.2012 13:06
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Vollkommen richtig! Alle raus aus der EU!


Re: man die Mafia nur mit dem Geheimdienst in den Griff bekommenkann?

LOL, wohl eher - sagen wir mal - durch Unterwanderung bzw. Infiltration und Machtübernahme?

 
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