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Menschenrechte: Polen will Todesstrafe mit Abtreibung gleichsetzen

19.09.2007 | 18:38 |  Von unserem Korrespondenten KNUT KROHN (Die Presse)

Die Regierung in Warschau blockiert einen EU-Plan für die Einführung eines Tages gegen die Todesstrafe.

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WARSCHAU. Der Konflikt ist programmiert. Als Polens EU-Botschafter Jan Tombinski bei einem Treffen vergangene Woche mit seinen Kollegen in Brüssel das Veto Warschaus dagegen ankündigt, einen Tag gegen die Todesstrafe einzuführen, schrillten die Alarmglocken. Am Wochenende versuchte die portugiesische Ratspräsidentschaft die Regierung noch umzustimmen – vergeblich, wie sich bei einem Treffen der EU-Innenminister diese Woche zeigte. Polen bleibt bei seinem beinharten Nein.

Die Todesstrafe sei doch in allen Ländern abgeschafft, lautet das Argument aus Warschau. Man sehe also keinen Sinn darin, sich noch einmal dagegen auszusprechen. Statt mit dem Rest Europas zu stimmen, präsentiert Polen demonstrativ seinen Gegenvorschlag: einen Tag zur Verteidigung des Lebens. Dieser soll neben der Todesstrafe auch Abtreibung und Sterbehilfe verurteilen. Die Vertreter aller anderen 26 Länder halten es allerdings für sinnlos, über diesen Vorschlag überhaupt zu debattieren. Da die EU-Staaten bei Abtreibung und Sterbehilfe keine gemeinsame Linie haben, würde die Diskussion ins Nichts führen.


Europarat irritiert

Beim Europarat reagierte man reichlich ungehalten. Die polnische Haltung sei untragbar, ließ der Präsidenten der Parlamentarischen Versammlung des Gremiums, Rene van der Linden, in ungewöhnlicher Offenheit wissen. Die Regierung hindere damit andere EU-Staaten daran, ein klares Signal an jene Länder zu senden, die noch an der Todesstrafe festhielten. Die Haltung der polnischen Regierung sei deshalb zu verurteilen.

Auch im eigenen Land setzt es schwere Kritik. Der Philosoph Jacek Holówska von der Universität Warschau vermutet einen perfiden Trick. In der konservativen Tageszeitung Rzeczpospolita schreibt er: „Meiner Meinung nach hat der Protest gegen den Europäischen Tag gegen die Todesstrafe das Ziel, die Staaten Westeuropas zur Änderung ihrer Haltung gegenüber der Abtreibung und der Sterbehilfe zu zwingen. Diese moralische Erpressung scheint mir unangebracht. So wird das Menschenleben instrumentalisiert.“

Noch hofft der Rest der EU-Regierungen, Warschau bis zum 9. Oktober umzustimmen. An diesem Tag sollen EU und Europarat eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen, die den europäischen Tag gegen die Todesstrafe in Kraft setzen soll. Zu erwarten ist dies allerdings kaum.


Kaczynskis für Todesstrafe

Denn Polens Regierungschef Jaroslaw Kaczynski und sein Bruder, Präsident Lech Kaczynski, haben sich in der Vergangenheit als Anhänger der Todesstrafe zu erkennen gegeben. Beide haben öffentlich bedauert, dass sie in der EU abgeschafft worden ist.

Das rechtskonservative Brüderpaar weiß dabei die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich. Laut einer Umfrage des CBOS-Instituts vom vergangenen März sind 63 Prozent der Polen für eine Wiedereinführung der Todesstrafe.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.09.2007)

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72 Kommentare
 
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Gast: humanistin
26.02.2008 13:33
0 0

scheinmoral

komisch dass hier fast nur männer posten. kenne genug
övpler und ärzte, die ihre frauen zur abtreibung genötigt
haben und sich öffentlich gegen einen interruptus aus-
sprechen.

Gast: humanistin
26.02.2008 13:28
0 0

scheinmoral

komisch dass hier fast nur männer posten. kenne genug
övpler und ärzte, die ihre frauen zur abtreibung genötigt
haben und sich öffentlich gegen einen interruptus aus-
sprechen.

leojus
24.09.2007 20:20
0 0

Abtreibung als Errungenschaft

Früher konnten nur jene beim Arzt "sicher" abtreiben, die das nötige Kleingeld hatten. Damals starben viele Frauen, man braucht hier nur die Engelsmacherinnen zu erwähnen. So gesehen ist Abtreibung eine soziale Errungenschaft und sollte in einer Demokratie als Option erhalten bleiben. Wer damit nicht klarkommt, möge in den Vatikanstaat ziehen.

Antworten J. E.
25.09.2007 20:48
0 0

Re: Abtreibung als Errungenschaft

Bei den Römern wurden ungewollte Kinder einfach ausgesetzt - das wurde dort gegenüber der archaischen Stammesgesellschaft auch aus Errungenschaft gefeiert.

Antworten ujvar
25.09.2007 12:29
0 0

Abtreibung als Errungenschaft

Die Liquidation unseres Volkes, eine Errungenschaft. Bin Laden und Co. dürfen unsere Kultur verspotten.
Aber zur Sache: Sie leben offensichtlich in einem anderen Staat als ich, in einer anderen Demokratie und Rechtsordnung.
Die Tötung des Lebewesens Mensch, vor seiner Geburt ist ausdrücklich als Vergehen klassifiziert, doch straffrei gestellt. Das heisst unsere Demokratien machen sich punkto Moral und Verwerflichkeit der Handlung ganz andere Gedanken als Sie. Aber der "Vatikan" darf stolz sein, dass sie zurecht den Heiligen Stuhl als Instanz für das Recht auf Leben ansehen.

Antworten Antworten leojus
26.09.2007 14:13
0 0

Re: Abtreibung als Errungenschaft

In unserer Rechtsordnung steht auch, dass man erst mit der Geburt zum Menschen wird. Auch nicht sehr menschengerecht, oder? Über dieses Thema kann man ewig streiten, da gibt es keine Lösung, aber bitte lassen Sie die letzte Entscheidung bei den Eltern, danke.

phuter
24.09.2007 11:40
0 0

Pfaffen in der Regierung,,,,

Und alles wird unerträglich,

ujvar
24.09.2007 11:04
0 0

Geburtenkontrolle Sterbekontrolle

Es ist der hässlichste und bruralste Auswuchs des Liberalismus - mein Bauch gehört mir - die Tötung eines Kindes vor der Geburt als "Kontrolle" zu bezeichnen.

Die ausufernde Diskussion um Sterbehilfe ist die andere Seite der Münze, mir der man dem Zeitgeist zahlt.


Gast: kurti blahowetz
24.09.2007 01:05
0 0

dieses verhalten ist widerlich!

der Philosoph Jacek Holówska hat wohl den kern des problems erkannt. weil polen seine ansicht über geburtenkontrolle nicht durchsetzen kann, revanchiert es sich bei der nächsten passenden gelegenheit: 'ätsch, ihr kriegt euren anti-todesstrafe-tag auch nicht!'

spätpubertär par excellence

Gast: Enttäuschung
21.09.2007 16:45
0 0

mir schmeckt Made in Poland nicht mehr

Kaczynski-Polen ist die totale Enttäuschung

Mir schmeckt Made in Poland nicht mehr.

Unappetitlich und schwerstverdaulich geworden.

Gast: Gast
21.09.2007 10:41
0 0

Ach ja

Ach ja, da wird doch glatt wegen all der vielen Bäume der Wald übersehen ... Wie verhält sich denn die Sache in der sozialen Realität Polens nun wirklich? Unverrückbares Faktum ist, dass Polen möglicherweise das Land mit der allergeringsten Fruchtbarkeitsrate (Anzahl der Kinder pro Frau)
in der EU ist. Jedenfalls hat Polen eine mit Abstand geringere Fruchtbarkeit als andere Staaten. Der herrschenden polnischen Nomenklatura (im Prinzip die nächste und übernächste Generation der gewendeten alten Sowjetbolschewikenknechte, die speichelleckend für ihre sowjetischen Auftraggeber den eigenen Landsleuten alles von Moskau Geforderte an Grausamkeiten und Ungemach zugefügt haben, die nach wie vor nun im Auftrage der neuen - Amis - "Kolonialherren" das eigene Volk quälen) laufen doch bereits in Scharen die jungen Leute davon, bzw. verweigern die polnischen Frauen schlicht das Gebären. Die Bevölkerung Polens wird bereits in wenigen Jahren nur noch dorch Zuwanderung von Menschen zu halten sein...

ujvar
20.09.2007 14:30
0 0

Todesstrafe

1. Fuer besonders schwere F'lle von Mord zu erwaegen.
2. Die Toetung unserer Nachkommen vor Ihrer Geburt ist oekonomischer, demographischer Wahnsinn, groebstes Unrecht, eine Schaendung der werdenden Mutter. Es geschieht aus unseren Sozialkassen, das Kind als Krankheit, das ist schlimmer aals jedes denkbaare Verbrechen gegen unsere Zivilisation.
Sich dagegen auszusprechen ist reinstes Christentum.

Antworten leojus
24.09.2007 20:26
0 0

Re: Todesstrafe

Ad 1.) In einer Demokratie wie der unseren kann keine Todesstrafe praktiziert werden. Man stellt sich mit dem Täter auf eine Stufe, wollen Sie das?

Ad 2.) Wenn jemand vergewaltigt wird darf er nicht abtreiben? Abtreibung sollte kein Ersatz für die pille danach sein, in einer Demokratie müsste Abtreibung bis zu einem gewissen Grad aber möglich sein.

Sie werden jetzt die Abtreibung als Todesstrafe bezeichnen und so meine Argumente entkräften. Aber: Ich bin von Abtreibung nicht begeistert, es muss aber möglich sein in einer Demokratie, ohne Kirchenpoplitik, wie Euthanasie.

Früher konnten nur jene beim Arzt "sicher" abtreiben, die das nötige Kleingeld hatten. Damals starben viele Frauen, man braucht hier nur die Engelsmacherinnen zu erwähnen. So gesehen ist Abtreibung eine soziale Errungenschaft und sollte in einer Demokratie als Option erhalten bleiben.

Aber da kann man(n) ewig streiten...

Antworten Gast: korolar
20.09.2007 18:33
0 0

Warum wanderst du nicht aus?

Länder wie Kambodscha, Iran, Irak, Sudan usw. haben die Todesstrafe und praktizieren sie an jeder Strassenecke. Wenn du unsere zivilisierten Länder nicht magst - dann nimm doch den nächsten Flieger in eine menschenrechtsferne Diktatur! >>> Oder magst du doch lieber unser gewaltverweigernden europäischen Demokratien ... ?

Antworten Antworten Wladi
22.09.2007 12:08
0 0

Re: Warum wanderst du nicht aus?

Zu den Demokratien gehören auch die USA, Japan, Indien. Schlau übersehen. Gell

Gast: ambrosius
20.09.2007 12:35
0 0

Brüssel will uns wohl

verarschen? Soviel ich weiß erlaubt die neue Verfassung die Verhängung der Todesstrafe bei Aufständen. Die Machthaber in Brüssel wolllen auf mögliche Revolutionen gegen das Machtmonopol vorbereitet sein - mit Gewalt gegen die Bürger. Die Futtertröge sollen im Fall des Falles gut verteidigt sein.

Antworten Gast: otokar
20.09.2007 18:19
0 0

Wenn Sie das in der neuen EU-Verfassung

wirklich so gelesen haben - dann waren Sie entweder schwer alkoholisiert oder hatten Drogen konsumiert. Anders kann man diese absurden Behauptungen nicht erklärlich machen.

Antworten Antworten Munifex
23.09.2007 19:23
0 0

Re: Wenn Sie das in der neuen EU-Verfassung

Schon mal was von kriegsrecht gehört. Hat mit der normalen verfassung nichts zu tun und in jedem staat vorhanden!

Gast: Kochana
20.09.2007 10:41
0 0

@Janek

Ich glaube du spinnst wohl. Wer sagt das Polen in der EU unerwünscht ist?! Allein ein solches Denken ruft doch Grenzhass hervor... Schade das es noch immer Menschen gibt die scheinbar einseitiges Denken und verblendung für Sozial halten.

Ich halte nicht sehr viel von der Todesstrafe, aber in einigen Fällen finde ich sie meines Erachtens nach zwingend erforderlich. Man überlege nur mal das Grenzenlos Kinder geschändet, missbraucht und getötet werden... Welcher Mensch, frage ich mich, hat das Recht zu leben der ein Kind Missbraucht?! Diese Menschn gehören nicht weg gesperrt, denn das kostet und Geld und ehrlich gesagt bin ich nicht bereit Geld für jemanden zu zahlen der ein Kind auf dem Gewissen hat. Ich wüsste nicht wieso Polen durch die Überlegung der einführung der Todesstrafe eine Sonderrolle in der EU spielen sollte... Im gegenteil, ich bin der Meinung das Polen mit dieser Ansicht gegenüber den restlichen EU Staaten einen grossen Schritt vorraus ist!

Antworten Geli
06.02.2008 02:06
0 0

Re: @Janek

Unter den Menschen, die Kinder missbrauchen, finden sich solche, die jährlich bis zu 10/12 Kinder töten. Wenn du für sie die Todesstrafe forderst, dann bitte bringe auch diejenigen Eltern um, die jährlich bis zu 100 Kinder misshandeln und töten und alle Menschen, die im Straßenverkehr Kinder töten usw. Dümmer gehts nümmer!

Antworten Gast: Otto
20.09.2007 18:26
0 0

Wenn das was du schreibst, Kochana (Polnisch für "käufliche Geliebte")

in Polen akzeptiert ist - dann ist Polen in Europa natürlich unerwünscht. Lernt doch mal was Menschenrecht und Menschenwürde heißt - dann reden wir weiter. Aber erst dann.

Antworten Antworten Wladi
22.09.2007 12:03
0 0

Re: Wenn das was du schreibst, Kochana (Polnisch für

Ihr polnisch ist sehr schlecht. Kochana heißt Geliebte. Und das kann auch "eigene" Frau sein. Auf deutsch übersetzt zB "meine liebe Frau". Ist das die Bezeichnung für käufliche Liebe?. Nein. Das was sie meinen heißt auf polnisch "kochanka". Das muss, aber nichts mit der käuflicher Liebe zu tun haben, sondern mehr mit einem auf deutsch Seitensprung. So viel zum Thema Sprache.
Den Polen geht nicht um eine Einführung der Todesstrafe, was gerade bei PiS hätten die "schwarze Order" auf die Barrikaden gerufen. Polen will den "Tag gegen Todesstrafe" mit dem Tag "Schutz des Lebens" verbinden. Und da prallen zwei Welten gegeneinander. Was unterscheidet Leben eines Embryo, nicht Geborenen von einem zum Tode Verurteilten im Namen des Gesetzes und Ihrem Leben?. Auf der einer Seite werden die Experimente mit den Embryos untersagt, aber Abtreibungsfristen festgelegt?. Man redet sogar von eiger Euthanasie (Holland), Patienten Verfügung usw usf. Was hat das mit dem Demokratieverständnis?.

Antworten Gast: franz meyer
20.09.2007 18:23
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Re: @Kochana

Wenn ich diesen hemmungslos gewaltverherrlichenden Erguss lese, denke ich dann doch, dass man Zuwanderer nur ins Land lassen sollte, wenn sie unsere Kultur der Gewaltvermeidung verstanden und akzeptiert haben und sie auch leben wollen. Wer dies nicht will oder kann: adios. Ab in die Heimat. In Polen kannst du gerne dein Unwesen treiben, wir wollen hier sowas nicht.

Antworten Antworten Gast: kochany
23.09.2007 14:50
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Re: Re: @Kochana

traust du dich das auch einem moslem
zu sagen?

außerdem, wie lange gibts die österreicher noch?
natürlich meine ich nicht die lieben neo-ö mit schwarzen haaren und schwarzen augen.

hast du dir schon die wiener schulen näher angeschaut? die arbeitslosigkeit
unserer neo-österreicher in wien? auch nicht? dann schlaf weiter.
ein sobieski wird kein zweites mal kommen.


Antworten Antworten Wladi
22.09.2007 12:21
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Re: Re: @Kochana

Aber, aber Herr meyer!!! Ich bitte Sie!!!!!Sie wollen doch nicht in die 30-ger Jahre Österreich zurück versetzen?. Oder?. Vielleicht ist der in Österreich geboren und rechts gemäß österreichischer Staatsbürger. Also beleidigen Sie nicht Ihren Mitbürger, wie das schon ein Mal in der Österreichs Geschichte der Fall war. Vielleicht ist Ihnen entgangen, aber wir leben in einer Demokratie und jeder hat sein Recht zum freiem Wort. Mir gefällt auch nicht alles was Sie schreiben, aber das ist kein Grund Sie aus dem Land zu verweisen.

Antworten Gast: hubert
20.09.2007 11:42
0 0

„ich bin der Meinung das Polen mit dieser Ansicht gegenüber den restlichen EU Staaten einen grossen Schritt vorraus ist“

und wohin? ins Mittelalter, in einen Gottesstaat…?

 
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