26.05.2012 04:43 | Meine Presse Merkliste 0

EU-Vertrag: Voggenhuber gegen nationale Abstimmungen

07.11.2007 | 15:49 |   (DiePresse.com)

Der Grüne EU-Abgeordnete sieht die Reformen der EU durch die "Re-Nationalisierung" der einzelnen EU-Staaten gefährdet. Eine Volksabstimmung über den Reformvertrag würde ihn "zum Scheitern bringen".

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der Grüne EU-Abgeordnete Johannes Voggenhuber wehrt sich vehement gegen eine nationale Abstimmung über den EU-Reformvertrag. Er erklärte am Mittwoch, dass eine solche Abstimmung den Vertrag "zum Scheitern bringen" würde. Er begründete diese Erklärung mit der fehlenden Lesbarkeit des Vertrags: Einen Großteil des "Schatzes" des ursprünglichen Verfassungsentwurfes sei im "Misthaufen" eines unlesbaren Textes vergraben, "den man niemandem mehr erklären kann".

SPÖ/ÖVP: "Wüstester Populismus"

Voggenhuber begründete seine Ablehnung einer Volksabstimmung in Österreich weiter: Nach dem Ende der schwarz-blauen Koalition hat sich seiner Ansicht nach nichts an der mangelnden Information der Bürger geändert. Auch unter Rot-Schwarz regiert Voggenhuber zufolge "wüstester Populismus", wenn es um Themen der europäischen Integration geht.

Die Legitimation der eurpäischen Integration an sich sieht der Grüne EU-Vertreter durch die "Re-Nationalisierung" der europäischen Debatte gefährdet. Er betonte zwar, dass dem ursprünglichen Reformentwurf in den nachfolgenden Regierungskonferenzen "die Seele geraubt" worden sei, den nunmehrige Reformvertrag von Lissabon nennt Voggenhuber dennoch "in der Sache unerlässlich".

Idealvorstellung: EU-weite Volksbefragung

Voggenhuber befürwortet die Ratifizierung durch die Parlamente: "Die Parlamente sind das Volk, die gewählten Volksvertreter." Seine Idealvorstellung ist jedoch eine EU-weite Volksbefragung. Wenn es, wie auf jeden Fall in Irland, doch zu nationalen Volksabstimmungen kommt und der Vertrag von Lissabon in einem oder mehreren Referenden abgelehnt werden sollte, sieht Voggenhuber das Ende der Fahnenstange erreicht: "Es kann nicht sein, dass ein Staat 26 anderen eine bestimmte Zukunft aufdrängt", betonte er. Dann seien entweder andere Formen der Zusammenarbeit mit den reformverweigernden Staaten oder die Möglichkeit eines EU-Austrittes zu wählen. Einen solchen Austritt sieht der Reformvertrag erstmals vor. Voggenhuber dazu: "Zumindest auf diesen Vorteil sollten seine Gegner hinweisen".

Herbe Kritik von FPÖ

Scharfe Kritik kommt von der FPÖ. Generalsekretär Harald Vilimsky wirft dem Grünen vor, den Österreichern zu "verwehren, in Sachen EU-Reformvertrag mitzureden und mitzubestimmen". Er spricht sich klar für eine nationale Volksabstimmung aus.

(Ag./Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

13 Kommentare
Gast: www.rettet-österreich.at
31.12.2007 10:14
0 0

www.rettet-österreich.at

Der Idee einer „Europäischen Volksabstimmung“ muss entschieden entgegengetreten werden! Die bisherige EU ist (noch) kein Bundesstaat, da die Mitgliedstaaten bislang nicht beschlossen haben, in einem solchen aufzugehen, (was streng genommen auch gar nicht möglich ist, da die existentielle Staatlichkeit den zu Staaten verfassten Völkern gar nicht abgesprochen werden kann). Eine europäische Volksabstimmung über eine wie auch immer geartete europäische Verfassung könnte nur in einem europäischen Bundesstaat erfolgen. Solange die europäischen Saaten (jeder für sich!) nicht beschließen, ihre eigene Staatlichkeit zugunsten eines europäischen Bundesstaates aufzugeben, ist eine gesamteuropäische Abstimmung über den Reformvertrag nicht legitim. Jedes Staatsvolk kann nur über seine eigene Verfassung (und deren Änderung) abstimmen, bei einer „Europäischen Volksabstimmung“ aber würden die EU-Bürger anderer Saaten über die Österreichische Bundesverfassung mitentscheiden!

Antworten Gast: www.rettet-österreich.at
31.12.2007 14:45
0 0

Re: www.rettet-österreich.at

1. Wer diesen Reformvertrag infragestellt, muss nicht notwendigerweise gegen eine Europäische Union sein! Wer aber sein „Erfolgsmodell“ exportieren will, darf dessen Wurzeln, nämlich die Demokratie, die Grund- und Freiheitsrechte sowie die Anerkennung der Eigenheiten und der Vielfalt der europäischen Völker nicht so nachhaltig schwächen. In dem der Reformvertrag aber die Weichen in Richtung eines Bundesstaats stellt, dessen Gesetzgebungsverfahren als nicht mehr wirklich demokratisch angesehen werden kann, beraubt er die Europäer eben dieser Wurzeln.
2. Selbst wenn Österreich aus der EU austreten wollte, hieße dies noch lange nicht, dass ein solcher Austritt auch faktisch möglich wäre. Für einen sofortigen Austritt muss nämlich das hierfür notwendige Abkommen (Artikel 188 n Absatz 3) nach Zustimmung des Europäischen Parlaments vom Rat mit qualifizierter Mehrheit (Artikel 205 Abs. 3 (b): 72 % der Ratsmitglieder, die mind. 65 % der Bevölkerung repräsentieren!) beschlossen werden!

0 0

Wer sich in einem Satz dreimal widerspricht...

Vor lauter argumentativer Eiertänze muß der Voggenhuber ja schon schwindlig sein! Da lobt er den Inhalt des modifizierten EU-Verfassungsvertrages einerseits als "unleserlich", zugleich aber auch für "unerläßlich". Sogar Frau Plassnik kennt sich, so gibt sie selbst zu, in keinster Weise aus! Aber weil man sich in Brüssel mit etwaigen demokratischen Anwandlungen nicht "unbeliebt" machen möchte, zieht man das Ding halt eben auf Biegen und Brechen durch!

Ich könnte mir vorstellen, daß keiner dieser "Volksvertreter" in seinem privaten Bereich irgend etwas ungelesen, weil eh nicht verstanden, unterschreibt, was seine eigene Zukunft für eine lange Zeit bestimmen wird. Vielmehr wird er einen Juristen seines Vertrauens hinzu ziehen, der den betreffenden Vertragstext auf etwaige Fallen durchsucht. Warum stimmt man also beim "unleserlichen" und daher auch "unverständlichen" EU-Vertragstext en bloc ab, ohne auch nur zu ahnen, wobei es dabei überhaupt geht? Die Überraschungen baden eh wir aus!

0 0

Korrektur: Sinnstörender Fehler!

Es müßte natürlich heißen: Da TADELT er den Inhalt des modifizierten EU-Verfassungsvertrages einerseits als "unleserlcih"; zugleich LOBT er ihn aber auch als "unerläßlich".

RAUS AUS DER EU ! ! !

Sind die Grünen ( eine Partei der man das zugegebenerweise nicht gerade am allerehesten zutraut ) nun auch schon von den EU Maschinerie korrumpiert worden ? Das ist ja schon fast demokratiefeindlich. Würde Andreas Mölzer ein ähnliches Statement wie Voggenhuber abgeben, würden wir wohl unser Weltbild verlieren und das Land fluchtartig verlassen, weil dann hätte man wohl an alle Parteien Haluzinogene verteilt.

Fest steht aber, daß alle Parteien die FÜR die ursprüngliche EU Verfassung gestimmt haben für uns unwählbar sind.
Und es nach solchen demokratieverhöhnenden Aussagen auch bleiben.

Als unsere Partei erst zwei Personen hoch war, hatte sie schon 2 klare Ziele:

1. Den Austritt Österreichs aus der EU
und

2. Die seinerzeitige Wallfahrt Gitti Ederers nach Mariazell ( anlässlich des EU-Beitrittes Österreichs ) von Mariazell aus beginnend, nach Wien zurückzugehen.

Nämlich beim Austritt aus der EU !

Antworten Gast: pit
08.11.2007 08:59
0 0

Re: RAUS AUS DER EU ! ! !

Sie sind.

Gast: demin
07.11.2007 20:31
0 0

Schlimmer als die Diktatoren

Gebärden sich die Parteien sobald sie im Sessel sitzen ist der Wähler das was er in ihren Augen schon immer war Stimmvieh.
Demokratie gibt es eben nur in der Schweiz und diese Art wollten unsere Politiker nie.

Gast: AEIOU
07.11.2007 18:47
0 0

Seit sie ihm in Brüssel die Fresse aufpoliert haben

ist er ganz anders. Finden Sie nicht?Ein Mutant ist aus ihm geworden. Ist der wahre Grund die Furcht, das könnte man ihm nocheinmal angedeihen lassen.Daß das verläßlich nicht geschieht, dazu muß er aber noch ein paar EU-Schäuferln nachlegen.

Antworten Gast: Messalina
09.02.2008 23:14
0 0

Re: Seit sie ihm in Brüssel die Fresse aufpoliert haben

Herr Voggenhuber, lassen sie wenigstns ihren Bart wieder wachsen, so brauchen wir uns wenigstens ihr dümmliches Gesicht nicht anzuschauen

Antworten Gast: Meister Anton
12.11.2007 23:13
0 0

Re: Seit sie ihm in Brüssel die Fresse aufpoliert haben

Beim pathetischen Geschwätz des Kommunisten Voggenhuber überkommt mich stets die Vorstellung von einem Wasserwerfer, der seinen dicken kalten Strahl auf diese Ausgeburt der EU richtet.

biedermann
07.11.2007 18:39
0 0

der hat etwas gegen die stellung des volkes als souverän


Gast: Crusader
07.11.2007 18:06
0 0

Die größte Angst

der linken "Demokraten": Tatsächlich das Volk entscheiden zu lassen....

Ratio
07.11.2007 17:43
0 0

Antidemokraten wollen eine Volksabstimmung verhindern.

Dagegen sollte sich das mündige Volk wehren oder es ist zu Recht entmündigt worden!