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Reformstau bedroht kroatischen EU-Beitritt 2011

09.01.2008 | 18:25 |  Von unserer Korrespondentin REGINA PÖLL (Die Presse)

Von Justiz bis Fischerei: EU-Parlament, EU-Vorsitz und Kommission mahnen die nächste kroatische Regierung zur Eile.

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BRÜSSEL. Kroatien soll die Verhandlungen 2009 beenden und 2011 der EU beitreten. Das ist zumindest der Plan der EU-Regierungen und des Landes selbst. Die Termine zu halten, werde aber immer unrealistischer, glaubt der Berichterstatter über die kroatischen Fortschritte im EU-Parlament, der Vizechef der sozialdemokratischen Fraktion Hannes Swoboda (SPÖ). Auf „25 bis 30 Prozent“ schätzt er im „Presse“-Gespräch die Wahrscheinlichkeit, dass es Kroatien noch bis dahin schaffen könnte. Denn die kroatische Regierung lasse vor allem in drei Bereichen Reformen vermissen, so bestätigt er Einschätzungen der EU-Kommission:
Justiz: Hier gebe es zum Beispiel oft noch ein zu nahes Verhältnis zwischen Richtern und Klägern oder Beklagten. Die Ausbildung und die Ernennung von Richtern müssten rasch an die EU-Standards herangeführt werden.
Industrie: Vor allem die Schiffbauindustrie müsse endlich für den europäischen Wettbewerb geöffnet werden. Derzeit werden kroatische Unternehmen noch durch kräftige Subventionen privilegiert.
Fischerei: Kroatien will seine Schutzzone für Umwelt und Fischerei in der Adria einseitig ausdehnen, stößt damit aber bei den Anrainerstaaten Italien und Slowenien auf heftigen Widerstand: Die Seegrenze ist strittig. Kroatien sei „engstirnig“ und solle sich nach EU-Regeln mit den Nachbarn einigen, meint Swoboda.

Auch der neue slowenische EU-Vorsitz äußerte sich diese Woche erstmals sehr kritisch: Sollte Kroatien an seinen Plänen für die Fischereizone festhalten, wäre dies „ein größeres Problem“ bei den Beitrittsverhandlungen, sagte Sloweniens Außenminister Dimitrij Rupel laut Austria Presseagentur. Seine Hoffnungen würden aber auf der nächsten kroatischen Regierung liegen, die Ende dieser Woche gebildet werden soll.

Für Swoboda war der bisherige konservative Regierungschef Ivo Sanader „durchaus gewillt, aber nicht immer in der Lage“, Reformen für einen EU-Beitritt auch im eigenen Lager durchzusetzen. Durch die bei der Wahl im November gestärkte Opposition werde dies umso schwieriger, glaubt der Parlamentarier.

Die EU-Kommission hatte im vergangenen November auf den Nachholbedarf Kroatiens hingewiesen. Von einer Blockade des Beitrittsprozesses zum Beispiel durch Slowenien wegen der Fischereizone will man in der Verwaltungsbehörde derzeit nicht offen sprechen. Experten halten dies aber für möglich. Noch vor dem Sommer wird die Kommission ihren nächsten „Fortschrittsbericht“ vorlegen. Zuvor wird Swoboda seinen Bericht über die kroatischen Reformen im Europaparlament präsentieren.


1,5 Jahre für Ratifizierung

Damit Kroatien planmäßig 2011 der EU beitreten kann, müssten die Verhandlungen spätestens im Jänner 2009 abgeschlossen werden. Danach braucht es Experten zufolge zwei bis drei Monate, um den Vertrag im Detail zu formulieren, ihm muss das EU-Parlament zustimmen. Weil das Parlament aber bereits im Juni 2009 neu gewählt werden wird, müsste ihm der Text spätestens im April vorliegen. Darauf würde der Ratifizierungsprozess von rund eineinhalb Jahren in den Mitgliedstaaten folgen. Würde man allerdings das neue EU-Parlament und die nächste EU-Kommission (ab Herbst 2009) abwarten, wäre der kroatische EU-Beitritt also auf die lange Bank geschoben.

Swoboda warnt: „Wir müssen 2008 für positive Ergebnisse nützen, und es wird immer knapper.“ Den „Fehler“ mit den 2007 beigetretenen EU-Ländern Rumänien und Bulgarien solle man jedenfalls nicht wiederholen: Diese habe man aufgenommen, obwohl mehrere dringende Reformen noch nicht abgeschlossen waren – mit der Aufforderung zu „nachträglichen Korrekturen“ nach ihrem EU-Beitritt. Doch diese seien großteils noch immer nicht erfolgt. „Jetzt fehlt der Druck.“


Österreichische Wirtschaft hofft

Würde die EU Kroatien noch weitere Jahre warten lassen, wäre dies nicht im Interesse der österreichischen Wirtschaft: Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung haben bereits mehrfach betont, dass die heimischen Unternehmen von einer noch engeren Zusammenarbeit auf EU-Ebene profitieren würden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.01.2008)

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20 Kommentare
Gast: Zvonimir, Zagreb, Kroatien
10.01.2008 18:26
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strittige Seegrenze

Die Seegrenze gegenüber Italien ist nicht strittig und war es auch zu keinem Zeitpunkt.
Einzig mit Slowenien ist die Seegrenze umstritten. Unbestritten ist es, dass sowohl Kroatien als auch Slowenien den Spruch zur Grenzfestlegung der sogenannten Badinterkommission (benannt nach dem französischen Juristen und Politiker Robert Badinter der im Jahre 1991. die Arbitration Commission of the Peace Conference on the former Yugoslavia geleitet hat - übrigens er war in diese Position vom Ministerrat der Europäischen Gemeinschaft benannt worden) anerkannt haben. Doch während Kroatien die Meinung vertritt, dass die Seegrenze - analog dem internationalen Seerecht - eine Verlängerung der Landgrenze sein muss, Slowenien vertritt den Standpunkt, dass die Seegrenze nach anderen Kriterien festgelegt werden sollte.
Für die Glaubwürdigkeit der EU wäre es vom Vorteil, wenn Bruxeller Politiker (in dieser Eigenschaft spricht der besagte H.S.) eigen aufgestellte Grundsätze beachten würden.

Gast: bundestrojaner
10.01.2008 15:27
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ich glaube... (teil 4)

ups! bin schon ganz vom thema abgekommen.

viel wichtiger als der beitritt zur eu ist für kroatien, dass man sich den eigenen problemen stärker widmet. und da glaube ich, dass die kroaten auf einem richtigen weg sind. die kommunistische mentalität sollte vollständig abgelegt werden. arbeitslosigkeit bekämpft, korruption ausgelöscht, und naturressourcen geschont werden. nicht von der eu diktiert werden, alles aus eigeninitiative aus anpacken. und dann wird die zeit automatisch kommen, wo man merken wird, dass man nicht ein land zweiter klasse, sondern ein ebenbürtiger partner/mitglied der eu ist.

Antworten tequila33
11.01.2008 00:07
0 0

Re: ich glaube... (teil 4)

Das sollte Kroatien bereits sein, aber eben da hat die EU die komplett falsche Perspektive. Die EU ist nicht Carla del Ponte. Und Kroatien macht eh bereits das, was erlaubt ist, bzw. was gut für das Land ist. Da lässt man sich doch nicht vorwerfen, man täte zu wenig. Es wird wirklich daran gearbeitet, bzw. wird dies vom Staatsvolk sogar gefordert. Also, ich sehe keinen Grund den Beitritt wegen gewissen politischen Floskeln wie "zu langsam, Reformstau, kein partnerschaftliches Verhalten oder sogar unreif" zu verschieben. Im Gegenteil, Kroatien ist der EU derzeit ein hundertmal besserer Partner als die EU im Gegenzug. Ö erkannte größtenteils den Wert dieser beziehung und profitiert "globalistisch" gesehen enorm von all dem. Bis das restliche Europa dies erkennt könnten diese beiden Partnerstaaten bereits zur Topform auflaufen.

Gast: pipin_mali
10.01.2008 15:25
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„engstirnig“

Ad Justiz: Probleme mit allg. Ineffizienz und Überverwaltung gibt es, aber "nahes Verhältnis zwischen Richtern und Klägern/Beklagten"???

Ad Industrie: Die noch nicht wettbewerbsfähige (Schiffs)industrie soll man also umgehend opfern und die "überschüssigen" Mitarbeiter der staatlichen Fürsorge überlassen bzw auf die Straße schicken - zum stehlen und einbrechen (Praxis in den "neuesten" EU-Staaten)?

Ad Fischerei:
Die Schuzzone wird nicht "ausgedehnt" sondern erstmalig "ausgerufen". Von diesem Recht (das gehts ums Völkerrecht und nicht um den "Europäischen Geist") haben so gut wie alle Küstenstaaten Gebrauch gemacht - inkl Italien und Slowenien (Israel zB nicht - da wird ja gleich geschossen). Wenn man einmal gesehen hat, was italienische Schleppnetze auf der kroatischen Adriaseite verursachen, kann man die Notwendigkeit verstehen. Mit dem Grenzproblem mit Slow. hat das nichts zu tun - Slow. konstruiert hier (wie viele Präsidentschaften davor) aus bilateralen Fragen europäische.

tequila33
10.01.2008 15:23
0 0

Extra-Bürden für Kroatien statt Unterstützung? Wieso??

Warum so viel Tam Tam rund um den EU-Beitritt des Landes. Die Politiker haben sich doch schon längst ihre Meinung gebildet, und sie entscheiden. Da hilft das ganze Drumherum diverser EU-Bürokraten nichts. Auch das EU-Parlament befürwortet einen schnellen EU-Beitritt. Immerhin ist das Land nicht zu vergleichen mit BUL oder ROM.
Was die Slowenen da immer plappern ist ja der helle Wahnsinn. Die Franzosen werden während ihrer Präsidentschaft und jetzt bestimmt ordentlich Druck machen, geschweige denn Deutschland. Immerhin sind dies die zwei größten Motoren der EU.
Glaube, hier wird viel zu viel Augenauswischerei betrieben. Dort, wo man Bulgarien und Rumänien alles durchgehen ließ, versucht man hier Kroatien lauter unnötige Probleme und Details aufzuzwängen (die zudem nicht mal was mit innerstaatlichen Problemen zu tun haben - ist eher SLO, das Probleme aus dem Ärmel saugt). Das ist nicht die EU die wir uns wünschen!!

Antworten Gast: Beobachter
11.01.2008 01:56
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Re: Extra-Bürden für Kroatien statt Unterstützung? Wieso??

Siehe mein Posting weiter unten. Leider kenne ich die EU-Beamten, die Kroatien blockieren, nur zu gut....

Gast: bundestrojaner
10.01.2008 15:14
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ich glaube... (teil 3)

die einheimischen kleinen dorfsennereien können derweil zusperren. oder ein anderes beispiel: alle jubeln wie die konjuktur wieder am anziehen ist, aber bringt das auch dem kleinem unternehmer was? ja zweifelsohne! es ist mehr arbeit vorhanden, allerdings ist die preiskonkurrenz so immens, das man an allen ecken und enden als unternehmer sparen muss. und nicht wie es logischer wäre, dass man das gewonnene geld weiterinvestiert, wird halt nun geschaut das man mit dem gewinn irgendwie über die runden kommt. nicht selten passiert es einem unternehmen, dass er heute zu den preisen die vor 10 jahren aktuell waren, arbeiten muss um den betrieb nicht sofort zusperren zu müssen. genau das gleiche bei den arbeitnehmern: die jährliche lohnanpassung von 3% entspricht in keiner weise den jährlichen teuerungsraten (siehe treibstoff +17%, ömv monopol lässt grüssen). und das schlimmste ist einfach das die eu überhaupt keine lösungsansätze für diese probleme hat. hauptsache grosse wirtschaftsunion!

Gast: bundestrojaner
10.01.2008 15:03
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ich glaube... (teil 2)

sind das die minderheitenrechte die slowenien von österreich einfordert? oder schaut euch die preistreiberei die momentan zb. bei uns monatlich (oder täglich) stattfindet. hat uns das die eu gebracht? ja! zunächst wurde uns alles als super verkauft: freie marktwirtschaft, überall einkaufen können, überall arbeiten können usw. das klingt toll solange es wettbewerb gibt. aber langsam ist das ganze so, dass es einfach (genau bei den grossen firmen/konzernen) keinen wettbewerb mehr gibt. alles was irgendwie mächtig ist, ist auf wenige firmen beschränkt und die bestimmen dann den preis. da hat ein kleiner betrieb überhaupt keine chance zum dagegen irgendwie zu bestehen. siehe zb. aktuell den milchverkauf der vorarlberger bauern nach deutschland. die deutschen bieten einfach 10cent mehr (weil sie großer abnehmer sind und damit auch in den genuss der grossen eu subvention kommen, die 10 cent holen sie sich bei der eu wieder) und...

Gast: bundestrojaner
10.01.2008 14:50
0 0

ich glaube... (teil 1)

die kroaten sind langsam froh, dass die eu ihr wahres gesicht zeigt. für die eu ist ein beitrittsland nur solange gut, solange es entweder viel geld mit sich bringt (beispiel österreich, oder noch besser schweiz, welches aber im moment, und hoffe auch für die zukunft, die macht hat dem zu wiederstehen) oder aber alles was einem irgendwie geld einbringt der eu vereinigung überlässt (neueste beispiele rumänien und bulgarien als musterbeispiele vollständiger eu integration). und genau aufgrund dieser tatsachen wird europa nie ein geeinigter kontinent sein. das ist es nichteinmal innerhalb der eu selbst. schauts euch grossbritannien an. das ist eine enklave innerhalb der eu, die alle vorteile der eu ausnützt (und viel mehr, siehe brittenrabatt), aber nur wenig europäisches gemeinschaftsbestreben auslebt. oder schaut euch die slowenen an. die fordern von österreich minderheitenrechte ein, und selbst deportieren sie roma aus ihren dörfern weil sie den einheimischen nicht ins ortsbild passen.

Gast: Beobachter
10.01.2008 06:11
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Das Problem Kroatiens

Ist sehr einfach:
1) Katholisch
2) Nicht von Zigeunern oder Mohammedanern bewohnt.

Alles andere sind vorgeschobene Gruende.

Ach ja, noch was: Hat immer auf der "falschen" Seite gekaempft.

Antworten pennpatrik
10.01.2008 10:35
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Es ist erschreckend ...

... wie einfach es ist.
Und wie immer noch die Koalitionen des 19.Jh. bestehen.

Antworten Antworten lurch
10.01.2008 16:20
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Re: Es ist erschreckend ...

Es schaut aber ganz so aus als wenn "Beobachter" recht hat.

Gast: www.rettet-österreich.at
09.01.2008 19:21
0 0

www.rettet-österreich.at

EU-Reformvertrag ohne Volksabstimmung?

Nein Danke.

www.rettet-österreich.at

Antworten Gast: nostradamos
09.01.2008 23:13
0 0

wenn nicht jetzt....wann dann....

für alle eu kritiker empfehle ich die zustimmung zum neuen eu-vertrag denn dieser beinhaltet zum ersten mal die option, wieder aus der eu austreten zu können. auch die eu befürworter sollten für den neuen eu-vertrag sein, denn ein abbau der kommissare, ein vereinfachtes abstimmungssystem (doppelte mehrheit ), eine gemeinsame aussenpolitik, stärkung der regionen und und und sind ein kosteneinsparungspotential auf das lange gewartet wurde, eine politische neuerung, die schnellere beschlüsse ermöglicht und das gesamtbild einer eu stärkt. alle anderen negativen punkte sollten uns ein anliegen sein. diese gilt es zu ändern und zu verbessern - für ein gesundes, erfolgreiches und zufriedenes europa!

Antworten Antworten Gast: www.rettet-österreich.at
10.01.2008 13:06
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Re: wenn nicht jetzt....wann dann....

Falsch! Schon jetzt ist es rechtlich einwandfrei möglich, aus der EU auszutreten! Es war nur bisher nicht im Detail geregelt, Gott sei Dank! Jetzt braucht man für einen Sofortaustritt ein ABKOMMEN!, dass erst mal von einer qualifizierten Mehrheit abgesegnet werden muss!!! Selbstverständlich würde man Nettozahler Österreich einfach so ziehen lassen, haha, dass ich nicht lache! Ihr Argument mit den vermehrten Mehrheitsbeschlüssen ist auch nicht haltbat, denn gerade die "Vereinfachten Änderungsverfahren" widersprechen zutiefst dem Prinzip der Gewaltenteilung und dieser Punkt alleine würde schon eine verpflichtende Volksabstimmung rechtfertigen! Defacto ist es so: Durch den Reformvertrag ziehen Kommission und Rat vollständig die Macht an sich. Das angeblich gestärkte Parlament hat weiterhin kein Initiativrecht und ist darüberhinaus auch KEIN echtes repräsentatives Parlament (so viel zur Repräsentativen Demokratie...).
Was der EU fehlt ist schlicht DEMOKRATISCHE LEGITIMATION!

Antworten Antworten Antworten Gast: dass ich nicht lache
10.01.2008 19:16
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Re: Re: wenn nicht jetzt....wann dann....

Falsch: Für einen Austritt ist ein Abkommen nicht zwingend erforderlich - wenn innerhalb von 2 Jahren kein Abkommen zustande kommt, kann ein Staat ohne Abkommen austreten! Bitte keine Fehlinformationen!

Welches Problem haben sie denn mit einem Abkommen? Irgendeinen modus vivendi sollte es ja wohl geben, wenn sich die Wege trennen sollten!? Oder wollen Sie mit einer Kriegserklärung an die EU austreten? Oder in einem totalen Chaos ohne Regeln einer künftigen Zusammenarbeit; das wird die österreichischen Betriebe freuen und die Arbeitslosigkeit wird so rasant sinken. In welcher Welt leben Sie denn eigentlich? 18. Jahrhundert?

Rund um Österreich eine EU-Außengrenze mit Stacheldraht und alle 100 m ein Wachturm? Na sehr schön, in diesem behaglichen, kleinen, abgeschotteten, aber dann ach so unabhängigen (wer's glaubt) Österreich fühlen Sie sich dann endlich wohl und alle österreichischen Probleme wären gelöst.


Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: www.rettet-österreich.at
11.01.2008 12:59
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Re: Re: Re: wenn nicht jetzt....wann dann....

Und außerdem verwechseln Sie Wohlstand mit Demokratie. Wie soviele. Leider.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: www.rettet-österreich.at
11.01.2008 12:55
0 0

Re: Re: Re: wenn nicht jetzt....wann dann....

Falsch! Ich schrieb ganz bewußt "SOFORTAUSTRITT"...lesen bildet, nicht wahr? Selbst wenn wir austreten würden müssten wir enorme wirtschaftliche Repressalien befürchten!

Ich sage nicht, dass ein Austritt aus der EU dann alle Probleme löst. Ganz im Gegenteil. Nur mitsammen werden die Europäer in der Welt bestehen. ABER: Die Frage ist doch zu welchen Bedingungen. Die EU gibt durch den Reformvertrag ihre DEMOKRATISCHE LEGITIMATION nun völlig auf. Daher sollte man sich schon überlegen, in welchem Bundesstaat man bleiben will!

Im Übrigen lesen Sie mal den Wirtschaftsteil dieser Zeitung...
Dort wo wir die EU DRINGEND bräuchten, VERSAGT sie völlig, denn die Komission will das Importverbot für Gentechnik garnicht retten und Österreich ist wieder angeschmiert. Beim Anbauverbot wird's genauso laufen und das schöne neue "Subsidiaritätsprinzip" im Reformvertrag bringt uns dabei einen Schmarrn, weil die Ratsmitglieder sich die qualifizierte Mehrheit suchen müssen und nicht die Komission!


Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: dass ich nicht lache
12.01.2008 20:35
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Re: Re: Re: Re: wenn nicht jetzt....wann dann....

Was Sie als "enorme wirtschaftliche Repressalien" bezeichnen, wäre schlicht der Wegfall der Vorteile des EU-Binnenmarktes, die die Nachteile bei weitem überwiegen (gerade für ein kleines Land wie Östtereich sind leichte Ausfuhrbedingungen für die Wohlstandssicherung existenziell).

Gentechnik ist mir auch nicht sympatisch, es dürfte aber aus wissenschaftlicher Sicht eben vor der WTO für ein Importverbot nicht reichen (weder Sie noch ich können dies abschließend beurteilen). Die EU unternimmt immerhin im Rahmen des Cardiff-Prozesses (mit all seinen Mängeln) Schritte in Richtung einer Konkretisierung der bereits jetzt gültigen EU-Umweltziele (Grundsatz der nachhaltigen Entwicklung, ...). Ein weniger dogmatischer Umgang mit diesem Thema täte gut.

Die Art und Weise wie Ihre Homepage gestaltet ist (EU-Radiergummi, der Österreich auslöscht), bringt mich zum Schluss, dass eine weitere Sachdiskussion mit Ihnen keinen Sinn macht.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: www.rettet-österreich.at
14.01.2008 06:56
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Re: Re: Re: Re: Re: wenn nicht jetzt....wann dann....

Aus wissenschaftlicher Sicht sei kein Importverbot möglich?
Tja, was glauben Sie warum bei Versuchstieren - rein wissenschaftlich - schwerste Gesundheitsschäden nach der Fütterung mit Gen-Pflanzen definitiv nachgewiesen wurden (Seralini-Studie 2007)? Dies alleine würde mir schon reichen. Glauben Sie ernsthaft ein Medikament (!) würde heute zugelassen wenn es nachweisbar stets zu schweren Organschäden führte? - Bei den Lebensmitteln tut man dies aber anscheinend. Über verringerte Fruchtbarkeit z.B. bei Schweinen wurde ebenfalls berichtet. Weiters schafft die Gentechnikindustrie furchtbare Abhängigkeiten der Bauern - die USA können hier als Negativbeispiel dienen.
Also was soll der Ausspruch "ein wenig dogmatischerer Umgang mit diesem Thema wäre gut"? Hier gehts doch nicht um irgendeine belanglose Rechtmaterie. Hier gehts um unsere natürlichen LebensGRUNDLAGEN. Das sollten sie - ganz undogmatisch - endlich zur Kenntnis nehmen!
Also bleiben Sie sachlich!