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Slowenien: „Hexenjagd“ im Außenamt

07.02.2008 | 18:23 |   (Die Presse)

Affäre rund um durchgesickerte Geheimprotokolle zieht immer weitere Kreise.

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Laibach (ag.). Die „USA-Kosovo-Affäre“ rund um die Veröffentlichung diplomatischer Geheimprotokolle lässt den slowenischen EU-Vorsitz nicht zur Ruhe kommen. Nachdem bereits ein hoher Beamter des Außenministeriums deshalb seinen Hut nehmen musste, gerät jetzt die Ministeriumsführung selbst unter Druck. Sie soll bei der Suche nach der undichten Stelle nämlich Mittel angewandt haben, die von einigen Seiten als rechtswidrig betrachtet werden. Nun untersucht sogar ein parlamentarischer Ausschuss die Vorwürfe gegen das Außenministerium.

Sloweniens höchster Diplomat, Außenminister Dimitrij Rupel, hatte nach der Veröffentlichung der Protokolle über geheime Gespräche zwischen Slowenien und den USA vor Übernahme des EU-Vorsitzes getobt. Kein Wunder: Stellte das Protokoll Slowenien doch in der Kosovo-Frage als „Befehlsempfänger“ Washingtons hin. Gleichzeitig belastete die Veröffentlichung in der linksliberalen Zeitung „Dnevnik“ die Beziehungen Sloweniens zu den USA schwer.

Als erster nahm der politische Direktor im Außenamt, Mitja Drobnic, den Hut. Er hatte die Konsultationen mit dem amerikanischen Vize-Außenminister Daniel Fried geführt. Als zweiter geriet der hochrangige Diplomat Marjan Setinc ins Zwielicht. Sein Computer wurde beschlagnahmt. Als Indiz für Setincs mögliche Beteiligung an dem „Leck“ wurden Telefonate angeführt, die zeigten, dass er mit einer Journalistin von „Dnevnik“ Kontakt hatte. Beide leugnen jedoch, über die Protokoll-Affäre geredet zu haben.


Wurden Telefone ausspioniert?

Nun geraten aber die Mittel in ein schiefes Licht, mit denen das Außenministerium seine „Hexenjagd“ veranstaltet. „Dnevnik“ verdächtigt die Amtsführung, rechtswidrigerweise Telefonate zwischen Beamten und Journalisten überwacht zu haben. Telefonate von Ministeriumsangestellten dürfen aber nur mit deren Zustimmung kontrolliert werden. Das Außenamt dementiert, dass Gespräche abgehört wurden. Dennoch übergab „Dnevnik“ dem zuständigen parlamentarischen Ausschuss eine Liste von Nummern, die ausspioniert worden sein könnten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.02.2008)

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10 Kommentare
Kantig
09.02.2008 13:00
0 0

Macht denen mit Kärnter Tafelan luft - sonst erstickns im Dreck

Ist wie bei uns - überall Dreck in den Ämtern. Redlichkeit gilt schon als Karrierehemmnis.

Wird Folter eingeführt um passende Geständnisse vorweisen zu können?

Den Hundeführer seinen Hund auf den Schweif steigen? Der kann mit Beißkorb nur bellen.

Der Bellen kann nichts dafür, genau so wenig wie der Strache für die Wahlrechtsänderung in der Verfassung.

Da ist der HC desperad aus der Verfassung - dafür kann man zum Strache sagen er ist kein lupenreinder Demokrat - weil er will die Verlängerung am Futtertrog nicht unwiedersprochen lassen - so ein drei Fingergrüßer der Schlimme

Antworten Gast: AEIOU
12.02.2008 18:09
0 0

Re: Macht denen mit Kärnter Tafelan luft - sonst erstickns im Dreck

Gegenwärtig bindet die deutsche Bassenalkoalition ihre Beamten noch mehr als bisher an sich. Wie? Mit einer grotesken Leistungszulage. Aber wer da denkt, es geht um Leistung, der irrt gewaltig. Es wird ein zusätzliches Einkommen ohne Leistungsanspruch verschenkt. Warum wohl? Um die kommenden EU-Eingriffe auch über eine Nomenklatura den Untertanen einzubleuen. Mit Hilfe der Beamten-Söldner. Trägt die DBR nicht irgenwie bereits die Züge der Nachfolger der Weimarer Republik?

Peinlich dieses Slowenien


Hexenjagd“ im Außenamt

Peinlich, peinlich... Zumindest weiß es jetzt die Öffentlichkeit wie es wirklich steht mit "demokratischen Verhältnissen" innerhalb der EU. Hexenjagd, weil etwas ans Tageslicht kam, was nicht hervorkommen durfte, was aber für viele, längst kein Geheimnis sein kann. Für sich spricht die Tatsache, das nicht etwa nach denen "gejagt" wird die als Anweisungsempfänger tätig waren, sondern nur nach denen, die verantwortlich dafür sind das diese Zustände durchgesickert sind. Nach all dem fragt sich nun, wer ist der wahre EU-Vorsitzende? Wäre mal interessant zu erfahren, was die Länder, die den EU vorsitz in den letzten 15 Jahren hatten so alles an Anweisungen und Forderungen bekommen haben!?Denn wer glaubt schon das Slowenien ein Einzelfall sein soll? Ein System beginnt Fehler zu machen, daraus kann man schon einiges schließen. Warum hat die EU keine gemeinsame Außenpolitik? Mit einem Geheimflüsterer hinter den Kulissen, ist dies ja kaum möglich.

Antworten Gast: AEIOU
12.02.2008 18:13
0 0

Re: Hexenjagd“ im Außenamt

Und das ist in ÖSIANIEN neu. Kann sich der p.t.Leser vielleicht an den Tiroler Finanzamtskandal erinnern. Und an die Urteile. Den Beamten ist fast nix geschehen. Dafür wurden aber die Firmenchefs ordentlich "eingetunkt". Das ist der Beamtenstaat in Reinkultur. Unverschämt bedient er sich und droht den Untertanen mit Repressalien, so sie aufmucken. Wer sagt da, daß die Klassenjustiz und der Ständestaat der Vergangenheit angehören. Wohl nur ein Bröserlbehirnter.

chilly
07.02.2008 23:04
0 0

Re: Hexenjagd“ im Außenamt

genial gesagt. was bleibt da einem noch hinzuzufügen?

Antworten Antworten Gast: hajra
08.02.2008 00:34
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Re: Re: Hexenjagd“ im Außenamt

Ich will was Hinzufügen....
nämlich wenn es die USA damals im Jahre 1991 als Serbien.....Slowenien mit den Krieg angriff nicht geholfen hätten, würden heute sehr viele Slowenen nicht mehr am Leben sein und den Slowenen drohte damals das was in Kroatien später Bosnien und Kosova nämlich Massaker und Mord durch den Serben.
Es waren die Amerikaner die ersten die Slowenien geholfen haben und in Slowenien das Blutvergiessen Gestoppt haben und als Erstes das Land Slowenien als Unabhängigen Staat Anerkannt.

Also die USA ist der Beschützer Sloweniens und dazu noch ein sehr sehr guter Freund

Antworten Antworten Antworten Gast: Infodienst
10.02.2008 00:15
0 0

Re: Re: Re: Hexenjagd“ im Außenamt

Bevor Sie über die Serben herziehen weil Sie keine Gelegenheit verpassen wollen die Serben zu beschimpfen sollten Sie wissen dass: Die USA sogar 1991 ein militärisches Vorgehen in Slowenien empfohlen bzw. unterstützt haben. Bitte nicht jede Gelegentheit nutzen um Hass zu verbreiten den davon haben wir hier genug

Re: Re: Re: Hexenjagd“ im Außenamt

Sie brauchen die Serben nicht als Feinde Sloweniens und der Slowenen darstellen. Die Serben hatten schon immer ein sehr gutes und freundschaftliches Verhältnis zu Slowenien und das wird auch in Zukunft so bleiben. Diese Freundschaft existiert viel länger als sie glauben mögen. Auch heute sind insbesondere am Silvesterabend, beim EXIT-Fetstival oder beim Volksfest in Guca die Slowenen zu 10Tausenden in Serbien zu Gast um gemeinsam zu feiern. Jedes Jahr sind sie zahlreicher und immer werden sie herzlich willkommen sein. Da kann etwas Tagespolitik nicht viel daran ändern.

Ophicus
08.02.2008 12:55
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Re: Re: Re: Hexenjagd“ im Außenamt

Warum ist Slowenien dann in der EU, wenn sie aus lauter Dankbarkeit Befehlsempfänger der USA sein müssen?

Dass Slowenien gute Beziehungen mit den USA hat stört ja keinen. Aber wenn sie sich als EU-Vorsitzender von den USA Vorschriften machen lassen, dann läuft da was ziemlich falsch - völlig egal was 1991 passiert ist.