Brüssel/Wien (red.). Der dänische Premierminister Anders Fogh Rasmussen setzt sich für einen raschen Euro-Beitritt Dänemarks ein. Dies hatte er bereits nach seiner Wiederwahl im Dezember angekündigt, das bekräftigte er jetzt gegenüber der „Financial Times Deutschland“ (FTD). Ein Referendum über die Abschaffung aller dänischen Ausnahmeregelungen („Opt outs“) – vom Euro bis zur Verteidigungspolitik – könnte bereits im Herbst stattfinden. Umfragen zufolge unterstützt eine Mehrheit den Kurs des Premiers.
Rasmussen stört an Dänemarks Euro-Außenseiterrolle vor allem, dass die Krone zwar fest an die Einheitswährung gebunden ist und die Notenbank alle Zinsschritte der Europäischen Zentralbank mitgeht, dass die Regierung aber weder Sitz noch Stimme in den Euro-Entscheidungsgremien hat. „Politisch gesehen ist es wichtig, dass wir unsere Position außerhalb der Euro-Zone loswerden und Vollmitglied der Währungsunion werden“, sagte Rasmussen der FTD.
Insider vermuten aber noch andere Motive hinter Rasmussens Eifer. Er gilt als aussichtsreicher Kandidat für den neuen Posten des EU-Präsidenten. Dieser sollte aber nach allgemeiner Ansicht aus einem Land kommen, das sowohl dem Euro als auch der Schengen-Zone angehört.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.03.2008)

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