26.05.2012 09:02 | Meine Presse Merkliste 0

Abkommen mit Auflage: Serbien erhält Eintrittskarte in die EU

29.04.2008 | 18:14 |   (Die Presse)

Heute, Dienstag unterzeichneten Vertreter der EU und der serbischen Regierung ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA). Die Niederlande könnten noch bei der Umsetzung bremsen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Bilder zum Thema

LUXEMBURG (pö/APA). Am Dienstag, später Nachmittag, im vermutlich hässlichsten Baukomplex von Luxemburg war es so weit. Im Gebäude des Rates der 27 EU-Staaten, das eher an eine Lagerhalle erinnert als an eine hohe EU-Institution, erhielt Serbien seine Eintrittskarte in die Europäische Union. Vertreter der EU und der serbischen Regierung unterzeichneten ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA), das de facto einem Vorbeitrittspakt entspricht.

„Das ist ein historischer Tag für Serbien und den Westbalkan“, sagte Serbiens Außenminister Vuk Jeremic. Für Österreichs Außenministerin Ursula Plassnik war es „mehr als eine Geste an Belgrad“. Beobachter werten das SAA als wichtiges Signal an die Serben, die am 11. Mai ihr Parlament neu wählen. In Brüssel wird befürchtet, dass Anti-EU-Kräfte dabei die Oberhand gewinnen. Das SAA bereite seinem Land „unumkehrlich“ den Weg in die EU, so Jeremic.

Während die serbische Bevölkerung laut Umfragen klar für eine Annäherung an die EU eintritt, ist die Politik gespalten. Die nationalistischen Parteien sind eindeutig gegen einen Beitritt. Regierungschef Vojislav Kostunica bezeichnete eine Unterzeichnung des SAA noch am Montag als „staatsfeindlich“, weil dies einer indirekten Anerkennung des Kosovo durch Serbien gleichkomme. Ein Sprecher seiner Demokratischen Partei Serbiens (DSS) kündigte an, dass die neue Regierung, falls sie erneut von Kostunica geleitet wird, das Abkommen wieder annullieren werde.


Kritiker lenkten ein

Auch unter den EU-Außenministern, die in Luxemburg tagten, war im Vorfeld die Lage nicht klar. Die Niederlande und Belgien beharrten noch am Dienstag darauf, dass es eine „volle Kooperation“ Serbiens mit dem UN-Kriegsverbrechertribunal in den Haag brauche. Belgrad müsse vor allem den mutmaßlichen Kriegsverbrecher Ratko Mladic an das Tribunal ausliefern, ehe sie dem SAA zustimmen würden. Für ein Abkommen ist Einstimmigkeit unter den EU-Staaten erforderlich. Österreichs Regierung ist der Ansicht, die Zusammenarbeit sei auch gewährleistet, wenn sich Belgrad „so gut es kann darum bemüht, Kriegsverbrecher auszuliefern“, so hieß es.


Jeremic: Baldige Auslieferung

Eine Auslieferung Mladics vor den Wahlen am 11. Mai wäre aber unrealistisch, sagte ein Insider. Serbien dürfe eine EU-Annäherung außerdem nicht schwerer gemacht werden als Kroatien, dem man ebenfalls ein SAA angeboten habe, obwohl noch nicht alle Kriegsverbrecher aufgespürt und verhaftet worden waren. Außenminister Jeremic betonte, er sei „sicher“, dass Belgrad „sehr schnell“ die Bedingungen für die Umsetzung des SAA erfüllen und die ausständigen Angeklagten ausliefern werde.

Am Dienstag kam das SAA doch noch mit den Stimmen aus den Niederlanden und Belgien zustande, weil man die Einigung an „Bedingungen“ geknüpft habe, erklärte der slowenische Ratsvorsitzende, Außenminister Dimitrij Rupel: „Die Implementierung wird von der Einschätzung des Rates abhängen“, sagte er. Was so viel heißt wie: Die Ratifizierung, die in jedem EU-Land und in Serbien selbst notwendig ist, ehe das Abkommen gilt, kann noch verzögert werden, wenn Belgrad nicht ausreichend mit dem Kriegsverbrechertribunal zusammenarbeitet. Aufzuhalten wird es aber nicht mehr sein. Auf ein SAA folgen üblicherweise Beitrittsverhandlungen mit der EU. Meinung Seite 47

WAS DAS ABKOMMEN DEN SERBEN BRINGT

Das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) soll die Zusammenarbeit mit der EU in Politik, Wirtschaft und Handel erleichtern. Unter anderem wird es finanzielle Zuschüsse geben. Die regionale Kooperation in Serbien soll durch das Abkommen ebenfalls ausgeweitet werden.
Ein SAA besteht auf dem Westbalkan bereits zwischen der EU und Mazedonien, Albanien und Montenegro. Es gilt als wichtige Vorstufe für EU-Beitrittsverhandlungen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.04.2008)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

18 Kommentare
Gast: nino
10.08.2009 20:33
0 0

europa

hallo zusmen serbien sol im eu eintretten.serbien ist ein moderner stat sind mit kultur weiter gekommen wen rumànien eingetreten sind dan hàte serbien schon lengst eintretten serbeien also serbeien braucht eurpa und eurpa braucht SRBIJA


panda82
11.05.2008 12:05
0 0

Die Österreicher sind in Überheblichleit nicht zu überbieten!!!

"Serbien erhält Eintrittskarte in die EU" Titel des Berichtes;

Es wird so dargestellt, als ob mit de EU-Mitgleidschaft der Eintritt ins Paradies ermöglicht wird... Keiner davon stimmt..

Was ist mit Bulgarien, Rumanien, Slowokei, Polen und und...

Alle haben ihre Identitaten verloren und werden von den reichen EU-Landern zu Sau gemacht... Serbien sollte sich eigentlich von der EU fern halten und nicht vergessen, dass die EU die Aufteilung von jugoslawien ermöglicht hat...

chilly
01.05.2008 20:33
0 0

keine angst liebe poster

wir serben werden nicht nur so in die eu kommen , andersrum wenn sie sich die geographie anschauen sind wir schon mitten in der eu. und was kardzic und mladic angeht die werden von der us regierung wohlbehütet, denn der usa ging die auslieferung 2presidenten serbiens milosevic und milutinovic + über 40 generäle zu schnell denn das beliebte druckmittel haag drohte zu schnell bedeutungslos zu werden.
und jetzt relativisieren wir die serbischen wähler den politischen terror (a la zusammenarbeit mit den haag) seitens der eu den der serbe tag täglich zu spüren bekommt, in dem wir die bedingungen für weitere eu erweiterungen richtung serbien bestimmen.

0 0

...

Da werden sich Strache und Mölzer aber freuen. Die buhlen ja schon lange um die Stimmen dieser Einwanderer. Weshalb die FPÖ für mich unwählbar ist.

Antworten Gast: Urheberrecht
01.05.2008 09:27
0 0

Re: ...

Ja, die wollen als Trittbrettfahrer einfach die Stimmen abstauben, die wer, wenn nicht er, in Rekordmengen selbstlos zu uns geholt hat und die damit eigentlich unserer ÖVP zustünden. Schäbig!

0 0

Re: Re: ...

Falscher Verdacht.
Ich weiß das SPÖVP, Grüne und BZÖ das größere Übel sind. Aber von der sich "Heimatpartei" betitelnden FPÖ erwarte ich eine konsequente Ablehnung jeglicher Einwanderung und nicht nur dann wenn es sich um Moslems/Türken handelt.

Es ist im Prinzip egal wer uns als Mehrheitsbevölkerung ablöst. Es macht die Sache nicht besser wenn dies christliche Jugos statt islamischer Türken tun.


Gast: Wertegemeinschaft
30.04.2008 18:01
0 0

Gleiches Recht für alle

Warum solltem die Serben nicht in der EU willkommen sein? Wegen Ratko Mladic und Sebrenica? Kein Hinderungsgrund. Die Tschechen wurden doch auch trotz Edvard Benes und Brünn reibungslos aufgenommen. So what?

Antworten Gast: Same procedure
30.04.2008 19:13
0 0

Re: Gleiches Recht für alle

Ja schon, aber ein paar Vorleistungen als Zeichen des guten Willens müßten die Serben schon noch vorher erbringen, um der EU-Wertegemeinschaft würdig zu sein So wäre als Erstes an die Errichtung eines Ratko-Mladic-Denkmals in Belgrad zu denken, analog zum Edvard-Benes-Denkmals in Prag. Das Weitere wird sich dann schon schiedlich-friedlich finden. Und das ist gut so!

Antworten Antworten Tscheche
30.04.2008 22:24
0 0

Re: Re: Gleiches Recht für alle

I don't understand your problem with Benes. Those decrees will be revoked one day, when there is political will. Czech republic appologized for the deportation of Germans already in early 90s. Benes was a russofile who helped communists to power in Czechoslovakia.

Antworten Antworten Antworten Gast: Zu Gast bei Freunden
01.05.2008 09:44
0 0

Re: Re: Re: Gleiches Recht für alle

Die Tschechen sollten Ratko Mladic generös Asyl anbieten. Wer, wenn nicht sie? Dann käme zusammen, was zusammengehört. Aber beim letzten Treffen zwischen Bush und Putin auf der Krim wurde ohnehin beschlossen, als vertrauensbildende Maßnahme russische Truppen in der Tschechei zu stationieren. Das wird eine Freude sein, wenn die Moskauer Freunde wieder einmal auf Besuch kommen! Österreich sollte sich freiwillig an den Stationierungskosten beteiligen, damit auch viele Freunde kommen können; hat doch Benes seinerzeit gesagt: Lieber hundert Jahre unter den Russen als ein Tag unter den Deutschen. Na, da stehen ja noch viele glückliche Jahre in Aussicht. Und das ist gut so!

Antworten Antworten Antworten Antworten Tscheche
01.05.2008 18:03
0 0

Re: Re: Re: Re: Gleiches Recht für alle

Sie leben in der Vergangenheit, die Tschechen mögen die Russen nicht. Haben Sie überhaupt Tschechien besucht? Ich zweifle daran, sonst würden Sie solcher Blödsinn nicht plappern.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Tourismus-Förderung
02.05.2008 12:47
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Gleiches Recht für alle

Ein Besuch bei den tschechischen EU-Freunden ist immer ein Erlebnis. Denn gleich hinter der Grenze steht die freundliche lokale Bevölkerung von Jung bis Alt zur Begrüßung auf beiden Straßenseiten Spalier, so daß auch ein der melodischen Landesprache unkundiger moldawischer Trucker intuitiv erkennen kann, welches ausgeprägte Talent dieses schöne Land auszeichnet und was die Quelle des Wohlstandes der fleißigen Gewerbetreibenden ist. Alles so wie früher.

Gast: sale
30.04.2008 13:36
0 0

Warum so neidisch,liebe Albaner?

seit doch nicht so neidisch.
Wie paradox-ne?
Wir wollen in keinen staatenbund-aber weil wir wirtschaftlich
von eben diesen(+USA)trockengelegt wurden,müssen wir!
Und nur aus finanziellen gründen.SONST NICHT!

Und ihr träumt von diesen "Traum"-und müsst dafür lange warten(10-15Jahre?).
Dabei seit ihr doch in festen händen!
UNMIK-OSZE beide(EU+US geführt),demnächst EUlex,fremde Polizei/Militär alle USA+EU freunde!
Miliarden $ gesponsert von der EU.
und und ...

Für uns Serben wünsch ich solange EU zu spielen,bis wir über die hintertür,all den schaden erstattet kriegen,den wir Dank der EU+US,in den letzten Jahrzenten,durch ihnen haten/weiterhin haben!!!!!
Und das ist nicht wenig:
Sanktionen-Bombardierung usw.

Nur die verlorene zeit/Opfer/Generationen/stillstand..
die kriegen wir nicht wieder!

Ach ja,und natürlich alle Übernahmen(in der Wirtschaft)
wie US-steel Serbia=Sartid usw.
müssen revidiert werden!

Mfg
Sale

Tscheche
29.04.2008 22:02
0 0

Serbia cannot join the EU

Serbia cannot join the EU until its nationalism is broken. We don't need radicals in the EU.

Antworten Ophicus
30.04.2008 11:13
0 0

Re: Serbia cannot join the EU

We already have them here...

Antworten Antworten Tscheche
30.04.2008 11:25
0 0

Re: Re: Serbia cannot join the EU

I don't know why you didn't repatriate them, when the war ended. We don't have them here.

Antworten chilly
30.04.2008 01:44
0 0

Re: Serbia cannot join the EU

tadic will in die eu der patriotische block will dies nicht. mal schauen was das volk sagt.

Antworten Antworten Gast: Wertegemeinschaft
30.04.2008 19:43
0 0

Re: Re: Serbia cannot join the EU

Also, chilly, bitte net bös sein, aber warum lange herumgrübeln, statt einfach bewährten Vorbildern zu folgen? Nehmt euch ein Beispiel an den allseits hochgeachteten EU-Mitgliedern Slowenien und Tschechien! Die Slowenen haben sogar gerade den EU-Vorsitz inne! Das Erfolgsgeheimnis sind Dekrete, so wie die Avnoj-Dekrete oder die Benes-Dekrete. Geht doch ganz einfach: Erst für's Fernsehen ein Massaker veranstalten und alle öffentlich abschlachten, dann ein kleines feines Dekreterl, daß jetzt alles den Eingeborenen gehört, was früher den plötzlich verstorbenen Weißen gehörte - die sogenannte Mugabe-Benes-Doktrin - und schon seid ihr dank Joschka in der EU! So einfach geht das! Also, frisch an's Werk! Ihr wißt ja seit Sebrenica wie das geht! Notfalls bei der tschechischen Botschaft um technische Hilfe bitten, die helfen gerne, wenn sie mittun dürfen! Dann noch nach tschechischem Vorbild als einziger Nicht-EU-Staat Sanktionen gegen Ösistan verhängen, dann heißt es bald: Willkommen in der EU!