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Herz-Kestranek: „Sie haben Europa missbraucht“

04.07.2008 | 18:58 |  DORIS KRAUS (Die Presse)

Miguel Herz-Kestranek, einst Skeptiker, heute leidenschaftlicher EU-Befürworter, wünscht sich eine Überwindung der Nationalstaatenidee, warnt vor Heuchelei und fordert mehr Mut zu Europa ein.

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Die Presse: Sie waren über den SPÖ-Schwenk in der EU-Politik sehr empört. Was hat Sie daran so gestört?

Miguel Herz-Kestranek: Der Missbrauch dieser so entscheidenden, unverzichtbaren, pathetisch gesagt, fast heiligen Sache. Die derzeitigen Sommergewitter sind eine Erfindung der Hohen Warte, der Donnerlärm kommt in Wahrheit vom Zentralfriedhof, wo sich von Adler bis Kreisky alle im Grab umdrehen.

 

Es hat Sie also nicht der Stil geärgert, der Brief an die „Kronen Zeitung“, sondern der Inhalt.

Herz-Kestranek: Von provinziellen Kleinhäuslern Stil verlangen? Natürlich war es der Inhalt. Die unappetitliche Verkündungspointe war nur der ranzige Schlagobersgupf.

 

Das Argument von Gusenbauer und Faymann war aber, nur mit größerer Bürgerbeteiligung könnte das Ansehen der EU noch gerettet werden.

Herz-Kestranek: Retten, woran man selbst schuld ist? Und: Wer ist die EU? Die EU sind wir und 26 andere. „Die da oben“ gibt es nicht. Wir sind die da oben. Mir fehlen die Worte, um diese Verlogenheit zu kommentieren. Es geht um Wählerstimmen, um nichts anderes.

 

Sind Sie eigentlich für mehr Mitsprache der Bürger?

Herz-Kestranek: Selbstverständlich, sie ist eine der Perspektiven gegen die allgemeine Demokratiekrise. Aber doch nicht von Dienstag auf Mittwoch und gleich bei einem so komplizierten Regelwerk. Das gehört langfristig aufgebaut. Österreich ist immer noch ein Demokratie-Lehrling auf dem Gestolper zur Gesellenprüfung. Wo etwa ist fundierter Demokratieunterricht in den Erziehungsinstitutionen? Aber mit 16 wählen! Wieder nur vordergründiger Stimmenfang.

 

Sind Sie für eine nationale oder eine EU-weite Volksabstimmung?

Herz-Kestranek: Wir haben eine parlamentarische Demokratie. Jetzt wollen wir plötzlich eine EU-Volksabstimmung – aber alles andere sollen die Parlamentarier weiter machen. Nationale Volksabstimmungen über EU-Themen verletzen demokratische Grundregeln. Einer bestimmt über das Schicksal 26 anderer? Und die Motive in den drei Ländern der Nein-Voten hatten nur am Rande mit der EU zu tun.

Wieso gibt es nicht die geringste Begeisterung für die EU?

Herz-Kestranek: Darüber gibt es meterhohe Papierstöße mit Analysen. Ich war bei Dutzenden EU-Vorträgen und Diskussionen. Europa ist nun mal die gelebte Utopie, die großen Probleme der Welt mit einer anderen Denkweise zu lösen als mit jener, die sie verursacht haben. Ein täglich neu versuchtes „Sowohl als Auch“, nichts Fertiges. Das braucht viel Hirnschmalz, viel Herz und viel Mut. Und daran fehlt's Eliten wie Bürgern. Trotzdem bin ich überzeugt, dass in Jahrzehnten junge Leute im Geschichtsunterricht fragen werden: Was, die wollten das damals nicht? Heute ist die EU nur Kopf, nicht Bauch und Herz. Deswegen haben die Irrationalisten so großen Zulauf, weil die sprechen wenigstens Herz und Bauch an.

 

Haben die Politiker versagt?

Herz-Kestranek: Es sind fast durchwegs feige Nationalstaatshausmeister, denen ich unterstelle, dass sie Europa in Wahrheit gar nicht wollen, nach wie vor zuerst an ihren Pfründen kleben. Sie sind schon allein deshalb nicht europareif, weil sie es nicht adäquat kommunizieren. Der Bürger wird kaum an einem heißen Tag anstatt ins Schwimmbad ins Internet gehen, EU nachlesen. Versteht man, warum so ein Projekt nicht von den besten Werbeagenturen professionell promotet wird? In der EU wird Kommunikation, PR und Marketing von Direktion, Vorstand und Aufsichtsrat gestümpert. Ein Unding.

 

Gretchen-Frage: Was kann man tun?

Herz-Kestranek: Es geht um mangelnde Europareife: Feigheit, Heuchelei, Egoismus. „Europareife“ wurde den Wirtschaftschefs überlassen. Die lächeln nur müde über das, was geschieht. Dabei ist Europa das größte freiwillige Friedens- und Demokratieprojekt der Geschichte, mit Betonung auf freiwillig. Europa hat alle großen Irrtümer und Verbrechen schon begangen und die Strafe dafür schon erfahren. Europa hat die unschätzbare Erfahrung vom Leben in und mit kleinräumiger Vielfalt und Komplexität. Europa ist zugleich historischer Kontinent par excellence und Aufbruch, ist Westen und Brücke zu Ost. Das europäische ökosoziale Lebensmodell ist einmalig und könnte Weltvorbild sein. Und, und, und. Immerhin, was bis jetzt geschafft wurde, grenzt schon an ein Weltwunder. 1994 war ich Skeptiker, heute bin ich überzeugter und leidenschaftlicher Europäer. Schon weil mir mein Arzt österreichische Innenpolitik verboten hat.

 

Na dann, das EU-Parlament wartet.

Herz-Kestranek: Ich bin 60. Auf mich wartet kein Mensch. Obwohl, nach Brüssel gehen würd' ich glatt – auch wenn mir beim Wort Partei schon schlecht wird.

 

Das „freiwillige“ Element, das Sie angesprochen haben, ist auf dem Rückzug. Die Leute haben das Gefühl, dass ihnen in der EU etwas aufgezwungen wird, was sie nicht wollen.

Herz-Kestranek: Weil die Nationalstaatspolitiker Europa von Anfang an missbraucht haben. Alles, was Europa kann, verkaufen sie als ihren Erfolg. Alles, was sie nicht können, verkaufen sie als Schuld Europas. Ich glaube aber auch, dass wir uns langsam von der einst großen Nationalstaatenidee verabschieden müssen. Aber es ist eben eine äußerst komplexe Materie.

 

Gehören Sie zu jenen, die meinen, die EU sei so komplex, dass sie ein Elitenprojekt bleiben sollte?

Herz-Kestranek: Nein, im Gegenteil. Amerika etwa ist auch kein Elitenprojekt. Aber der Texaner kann noch so sehr auf Washington schimpfen, bei „God Bless America“ steht er auf mit der Hand auf dem Herz. Hier sagt kein Mensch: Ich bin Europäer. Meine Formel ist: Ich bin österreichischer Europäer. Und glauben Sie, mir als Grünem sind etwa die Sozialthesen von Attac wurscht, oder der Transitwahnsinn? Glauben Sie, mir als militantem Atomkraft-Gegner bereitet Euratom und der Wiederbelebungsversuch der Atomkraft nicht schlaflose Nächte? Aber deswegen die Europaidee gefährden, verraten, oder gar abschaffen? Das ist doch Irrwitz.

 

Wieso ist die EU für die europäischen Intellektuellen denn im besten Fall uninteressant, im schlimmsten Fall Reibebaum?

Herz-Kestranek: Ich weiß es nicht. In Österreich ist Europa für Intelligentsia und Kunst kein Thema. Eine Demo gegen Auschwitz füllt den Heldenplatz für die Reden der Gesinnungsparvenüs und Antifa-Monopolisten. Für ein vereintes Europa, dem einzigen Garant, dass es ein Auschwitz nicht mehr geben wird, kommt kein Mensch. Erkläre mir einer dieses Phänomen.

ZUR PERSON

Miguel Herz-Kestranek wurde
1948 in St. Gallen in der Schweiz geboren. Heute beschäftigt sich der Künstler und Autor intensiv mit dem Thema Europa. Er ist Vizepräsident des Österreichischen P.E.N.-Clubs und Beiratsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik. Fallweise arbeitet er nach wie vor als Schauspieler (vorwiegend im deutschen Fernsehen). Unter dem Motto „Alte Nachbarn – Neue Brüder“ bemüht sich Herz-Kestranek um einen kulturellen Brückenschlag zu den neuen EU-Ländern in Mittel- und Osteuropa. Er lädt Musik-Ensembles und Solokünstler aus den Erweiterungsländern regelmäßig zu seinen Adventkonzertreihen ein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.07.2008)

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77 Kommentare
 
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Cicero
11.07.2008 10:06
0 0

Die Gangart der Online-Redaktion. Mit Lügen auf die EU eindreschen ist erlaubt, mit höflichen Worten diesen Lügen zu widersprechen ist nicht erlaubt.

Für CanisLumpus am 11.07.2008 um 08:49: Falls der Kritiker Ihren Widerspruch liest, wird er ihn löschen lassen und die Online-Redaktion der Presse wird willig mitmachen.
So ging es nämlich mir und auch „lucio“, der es wagte, mir zuzustimmen. Was hatte ich „verbrochen“? Na, ja, ich hatte gewagt, den Lügen des Kritikers zu widersprechen, wobei ich das Wort „Lüge“ höflicherweise gar nicht verwendete. Ich sagte nur, es sei falsch, daß die EU an der Korruption in Südosteuropa schuld sei. Weiters habe ich nur gefragt, welcher große Staat welchen kleinen erpreßt habe und warum.
Derartiges ist weder beleidigend noch anstößig, gelöscht wurde es trotzdem. Ein zweiter Beitrag von mir wurde auch gleich gelöscht. Dort hatte ich völlig neutral darauf verwiesen, die EU-Kritiker würden zwei Dinge nicht beachten, nämlich daß die EU unfertig ist und nicht nur Mängel aufweist, sondern auch Vorteile bringt.
Für diese Gangart der Online-Redaktion bin ich dabei, mich beim Herausgeber beschweren.

Antworten Gast: Barbara S.
12.07.2008 11:11
0 0

Weil die EU nicht und nicht fertig wird, sind die EU-Knechte völlig fertig

(1) Natürlich ist die EU "unfertig"!
Wie von mir weiter unten schon erwähnt, wollen die EU-Einpeitscher die "Integration Europas" mit aller Gewalt weitertreiben. Der Lissabonvertrag wäre ein weiterer Schritt dabei.

Eine "fertige" EU würde bedeuten: Ein Bundesstaat EU, wo die heutigen Mitgliedsländer zu Bundesländern dieses Bundesstaates degradiert wären. Davon war 1994 absolut keine Rede, die EU-Mitgliedschaft Österreichs basiert also auf Lüge!

Darum steigt die EU-Ablehnung in Österreich unentwegt und die EU-Knechte sind deswegen schon ganz fertig.

(2) Natürlich hat die EU Vorteile gebracht, sogar gewaltige! Nämlich für die oberen Zehntausend, für das Volk hingegen gibt es Brot & Spiele.
Panem & circenses hat schon bei den Römern nichts mehr geholfen, das Römische Reich ist trotzdem zu Grunde gegangen. Auch die EU scheitert an Dekadenz und Größenwahn.
Der EU-Exotus wird aber vermutlich nicht gerade angenehm werden, darum: Rechtzeitig von der EU-Titanic verabschieden!

Antworten Antworten Cicero
12.07.2008 15:58
0 1

Dem Anti-EU-Unsinn ist mit nur 1.000 Zeichen nicht zu begegnen.

S.g.Fr. Barbara S., es ist Ihr gutes Recht so ahnungslos zu sein, wie Sie sind.
Warum glauben Sie oder können Sie wenigstens plausibel erklären, warum die Weiterentwicklung der EU nur zu einem Bundesstaat führen kann? Das Gegenteil ist der Fall. Das Problem mit dem Lissabon-Vertrag ist, daß er zwar keine bundesstaatlichen Elemente enthält, dies aber nicht ausdrücklich postuliert. Daher können die Gegner das hineininterpretieren. Aber den Bundesstaat will in Europa keiner. Etwa das Hegemoniestreben eines Deutschen Schröder wurde im Keim erstickt.
Wo nehmen Sie den Unsinn her, die EU brächte nur Vorteile für die oberen Zehntausend. Ich weiß schon, die offenen Grenzen, die ersparten Bankwechselspesen bringen Sie nur zu dem Gedanken, man geht nur einmal im Jahr auf Urlaub, daher ist das vernachlässigbar. Daß sich die Wirtschaft, von welcher der Staat lebt und Sie auch, sich Milliarden ersparen, geht Sie natürlich nichts an.
Die EU ist mehr als auf Ihren Teller Platz hat!

Cicero
09.07.2008 16:25
0 1

Laut SPÖ herrscht dann und nur dann Demokratie, wenn sie selber an der Macht ist

„phuter“ am 09.07.2008 um 15:22, Sie sind immer noch im massiven Irrtum. In Österreich ist nicht die Demokratie verblichen, nur weil Nürnberger meinte, er könne mit seinem Nein die ÖVP zum Nachgeben zwingen.
Die ÖVP hatte keinen Grund nachzugeben. Sie wollte ja in Opposition gehen. Klestil aber hat sie mit seinen erzwungenen Sondierungsgesprächen zum Klima-Schüssel-Programm gebracht. Und bitte schön, diesem Programm hat Klima ja zugestimmt, nur die Gewerkschaft nicht. Das besonders Schäbige von Nürnberger war ja zudem, Nürnberger war bei allen Verhandlungen dabei und hat nichts gesagt, erst im SPÖ-Parteipräsidium hat er Klima desavouiert. Da liegt der Mangel an Demokratie, so verhält man sich nicht. Wenn man dagegen ist, hat man das sofort zu sagen.
Im übrigen, in der Verfassung steht nicht, die stimmstärkste Partei stellt die Regierung, dort steht nur, die Regierung muß das Vertrauen des Parlaments genießen.
Und die Schwarz-Blaue genoß das Vertrauen des Parlaments.

Antworten Cicero
09.07.2008 16:54
0 1

...

Seit einigen Tagen ist das System gestört.
Betätigt man die Schaltfläche „Antworten“, erhält man wie bisher das Eingabefeld, einschließlich des Titels jenes Beitrages, auf den man antworten will. Innerhalb von Sekunden aber verschwindet das Eingabefeld wieder und es erscheint ein neues Eingabefeld, das der obersten Schaltfläche „Kommentar schreiben“ entspricht.
Der Hammer aber, will man auf einen Beitrag antworten, der nicht mehr auf der ersten Seite erreichbar ist, dann passiert dasselbe mit den zwei Eingabefeldern, aber mit dem zweiten landet man wieder auf der ersten Seite ganz oben. Mit anderen Worten, auf einen Beitrag der schon auf der zweiten Seite oder noch weiter unten steht, kann man nicht mehr antworten.
Mein Beitrag „Cicero am 09.07.2008 um 16:25“ sollte auf die zweite Seite. Die Online-Redaktion werde ich informieren.

Gast: Kritiker
09.07.2008 09:32
0 0

Was der Herr nicht sagt:

Massiv wird Steuergeld veruntreut. In Bulgarien, Rumänien, Griechenland usw. Daran IST die EU schuld!!!

Größere Staaten richten sich¿s und erpressen kleinere. Die Sanktionen gegen Ö sind nicht vergessen!

Lobbying ist an der Tagesordnung. Demokratie wird so unterminiert.

Reihenweise siedeln Betriebe in den Osten ab. Dank EU wird das noch subventioniert. Wie war das nochmal mit Nokia in Deutschland????

Mit Zwang wird "liberalisiert", große Teile der Wirtschaft werden dadurch vernichtet. Arbeitslosigkeit ist die Folge.

Gesetzliche Bestimmungen bzw. Rahmenbedingungen wie zB Transit, Nahrung, Gentechnik werden zugunsten der Wirtschaft und zu Lasten der Leute umgesetzt.

DIE EU IST IN ERSTER LINIE EIN WIRTSCHAFTSPROJEKT ZUGUNSTEN EINIGER KONZERNE!!!

Der Mensch als solcher wird nur als Konsument oder Arbeitnehmer betrachtet.

Daher sollte sich Ö aus dem Verein verabschieden...

0 0

Re: Was der Herr nicht sagt:

An Kritiker:

Sie haben nicht verstanden dass eine funktionierende, konkurrenzfähige Wirtschaft Grundbedingung für unser leben darstellt.

Einzelne Negativa als "Argument" für einen Austritt aus der EU darzustellen und dabei die Vorteile des Gesamtwerkes zu verschweigen ist mehr als Unseriös. Sie könnten genauso mit den Revolver-Berichten einer kleinformatigen Tageszeitung für die Hinrichtung bzw. Ausrottong der gesamten Menschheit "argumentieren"

0 0

Sehr geehrter Herr Herz-Kestranek

ICH DANKE IHNEN VON GANZEM HERZEN FÜR IHRE DEUTLICHEN WORTE!!!

Sie haben es geschafft, mir, einem glühenden Europa-Freund, Freudentränen zu schenken.

Es tut so unendlich gut in diesem Sumpf der bestenfalls beschämenden, boulevardzeitungsverseuchten Hausmeisterperspektiven, schlechtestens aber neonationalen Garten-N*zi-Ideologien eine Stimme wie die Ihre so unerwartet deutlich zu hören.

Ich würde mir diesen Mut, diese Entschlossenheit und dieses Engagement für die große europöäische Idee einzutreten, viel öfter zu hören, sehen, lesen wünschen. Gerade auch Künstler und Intellektuelle ihres Formates sollen und dürfen nicht schweigen wenn die provinzielle Dumpfheit zu obsiegen droht!

Ich danke ihnen herzlichst und wünsche alles erdenklich Gute!

Antworten Gast: Barbara S.
07.07.2008 22:37
0 0

Ich danke Ihnen für diesen wunderbar ironischen Kommentar!


0 0

Re: Ich danke Ihnen für diesen wunderbar ironischen Kommentar!

Kein Wort, keine Silbe, kein Buchstabe Ironie!

Mit jedem male lesen freue ich mich mehr über diese Zeilen!

DANKE!!!

Antworten Antworten Antworten Gast: Barbara S.
12.07.2008 14:59
0 0

Re: Re: Ich danke Ihnen für diesen wunderbar ironischen Kommentar!

Manche Leute stehen halt auf Irrwitz. Herz-Kestranek hat mehr als genug Irrwitz (gepaart mit Arroganz) an den Tag gelegt.

phuter
07.07.2008 15:56
0 0

Schwurbel schwurbel schwurbel...

Keine Argumente
Keine Ahnung
Aber dafür sein....
video.google.de/videoplay?docid=5237879946330399901


Gast: Barbara S.
07.07.2008 12:47
0 0

Der EU-Austritt ist nur mehr eine Frage der Zeit

Die Arroganz, die hier ein Herr Herz-Kestranek an den Tag legt, ist überaus typisch für die EU-Fundamentalisten.

Doch vermutlich jeder wird mir zustimmen, Arroganz ist das denkbar schlechteste Mittel gegen die so hohe EU-Ablehnung in Österreich.
Im Gegenteil, es wird damit sogar noch Öl ins Feuer gegossen. Den EU-Gegnern kann das nur recht sein, es hilft ihnen ungemein.

Antworten Stachel
07.07.2008 15:37
0 0

Lähmend diese blauen Kampfposter!

Sie, Frau Barbara, würden sich wundern, sähen Sie das Ergebnis einer Volksabstimmung über Verbleib oder Nichtverbleib in der Union. Sie sollten die Österreicher nicht für so dämlich halten.

Antworten Antworten Gast: Barbara S.
07.07.2008 22:34
0 0

Sie machen es sich ein bisserl zu einfach

Die miese und altbekannte Unterstellung
EU-Gegner = FPÖ-Anhänger

wird nicht ausreichen, da haben Sie Pech gehabt.

Nachdem z.B. in Tirol schon die MEHRHEIT der Frauen auf Seiten der EU-Austrittsbefürworter ist - Umfrage im Auftrag der TT letzten Dezember - so sieht man allein daran, dass Ihre
Gleichung
EU-Gegner = FPÖ-Anhänger
niemals stimmen kann.


Antworten Antworten Antworten Stachel
07.07.2008 23:39
0 0

Nehme zur Kenntnis, dass Sie keine Blaue sind

Trotzdem zweifle ich, wie ich glaube mit Recht, daran, dass die Mehrheit der Österreicher Ihren Austrittswunsch teilt. Wäre diese Regierung samt den vielen Mandataren vernünftig gewesen, hätte sie den Österreichern die leider nur kleinen Fortschritte im Vertrag von Lissabon erklärt.
Die Bezugnahme auf die Frauenmehrheit gegen die EU in Tirol verstehe ich, da das Verkehrsproblem ungelöst ist. Nur -die Tiroler Politik ist daran mitschuld, war sie doch nicht bereit die eigenen Frächter genauso zu behandeln, wie den Transit.

Antworten Antworten phuter
07.07.2008 16:01
0 0

Es geht nicht um die Einigung Europas...

Es geht um die Parameter dieser Einigung - und die werden mit der Verfassung JETZT gesetzt.
Auch unter Hitler hätte es ein vereintes Europa gegeben - nur welcher Natur wäre dieses gewesen? Und deshalb lehnen so viele Leute die EU derzeit ab - nicht weil sie raus wollen, sondern weil viele Spüren und manche Wissen, dass der Zug in ein Europa der Konzerne, der eingeschränkten Bürgerrechte und der verarmten Massen fährt. Die Perfidie, Gegner dieser Entwicklung als "Modernisierungsverlierer" runterzuputzen ist dreist, arrogant und überheblich.

Cicero
07.07.2008 11:00
0 1

Der Lissabon-Vertrag wird kommen. Aber die EU ist damit nicht am Ende ihrer Entwicklung.

Um die Diskussion mit „raeter“ – siehe weiter unten – übersichtlicher zu machen, setze ich sie hier fort.
Es sollte schon aus meinen bisherigen Beiträgen klar erkennbar sein, ich bin ein strikter Verfechter des Staatenbundes. Der Grund ist ein sehr simpler. Europa lebt von seiner Vielfalt in Kultur, Lebensweisen und wirtschaftlichen Gegebenheiten und die kann nur in einem Staatenbund erhalten werden. In Parenthese: Mir autoritäre Zielsetzungen zu unterstellen, ist eine arge Zumutung.
Daher kann es ein bundesstaatliches Parlament als alleinigen Gesetzgeber für ganz Europa nicht geben. Eine Länderkammer zu Rettung der Vielfalt, sprich Schutz der Kleinen, ist denkunmöglich.
Außerdem stellt sich die Frage, wieso soll es kein Staatenbund bleiben? Der Lissabon-Vertrag wird kommen. Der irische Premier bat um Zeit, die er braucht, sein Wahlvolk doch noch von der Richtigkeit Lissabons zu überzeugen.
Was nicht heißt, Lissabon und damit die EU müßte nicht weiterentwickelt werden.

Antworten raeter
07.07.2008 14:02
0 0

Warum Lissabon? Wo sind die Vorteile?

Warum Bürgerbegehren für einen Staatenbund?
Für einen Staatenbund braucht es kein Parlament.

Die EU hat die Exklusivkompetenz im Wettbewerb im Binnenmarkt, Zollunion, gemeinsame Handelspolitik, Währungspolitk.
Das bedeutet erhebliche Einschränkungen in der Souveränität.

Wenn Differenzen zwischen Nation alstaat und EU entstehen entscheidet der EUGH. Zusammengesetzt aus Richtern, je 1 aus den 27 Ländern, die von den Regierungschefs alle 6 Jahre zu bestellen sind. Und die werden dann im Sinne eines Nation alstaats entscheiden. Das bezweifle ich.

Ganz gleich wie ein souveränes Volk abstimmt, unsere Superdemokraten respektieren nur Entscheidungen, die Ihnen ins Konzept passen.


Antworten Antworten Gast: Barbara S.
07.07.2008 15:08
0 0

Beim Cicero brauchen Sie sich nicht zu wundern

Es dünkt mir, Cicero träumt gern von heissen Eislutschern.
Er will einerseits einen Staatenbund und keinen Bundesstaat, andererseits aber huldigt er der EU-Verfassung (vulgo Lissabon-Vertrag), welche ein weiterer wesentilcher Schritt zum Bundesstaat wäre.

Dies ist zwar ohnehin klar, es sieht zudem übrigens auch der Staatsrechtler Prof. Schachtschneider so.

Antworten raeter
07.07.2008 13:33
0 0

Cicero: Warum soll der Lissabon Vertrag kommen? Welche Vorteile gibt es Ihrer Meinung?

Für einen Staatenbund braucht es kein Parlament.

Die EU hat die Exklusivkompetenz im Wettbewerb im Binnenmarkt, Zollunion, gemeinsame Handelspolitik, Währungspolitk.
Das bedeutet erhebliche Einschränkungen in der Souveränität.

Wenn Differenzen zwischen Nationalstaat und EU entstehen entscheidet der EUGH. Zusammengesetzt aus Richtern, je 1 aus den 27 Ländern, die von den Regierungschefs alle 6 Jahre zu bestellen sind.

Ganz gleich wie ein souveränes Volk abstimmt, unsere Superdemokraten respektieren nur Entscheidungen, die Ihnen ins Konzept passen.

Das Demokratiedefizit bleibt!

Antworten Gast: Barbara S.
07.07.2008 12:25
0 0

Der EU-Austritt wird kommen

Jö, das EU-Urgestein Cicero gibt es auch noch. Schon lange nichts mehr von ihm gelesen.
Als EU-Fundamentalist ( =die EU-Mitgliedschaft wird grundsätzlich als unantastbar/heilig betrachtet) kommen aber keine guten Zeiten auf ihn und seinesgleichen (= eine kleine Minderheit)zu.

Die EU-Ablehnung in Österreich hat bereits ein Ausmaß erreicht, infolgedessen der Austritt aus dem EU-Saustall nur mehr eine Frage der Zeit ist.

Aber nun zu Cicero's obigen Kommentar:

Er widerspricht sich selbst. In der Überschrift meint er, die EU wäre mit dem Lissabonvertrag nicht am Ende seiner Entwicklung. Andererseits schreibt er, dass er einen Staatenbund favorisiert.

Natürlich wird die EU-Entwicklung (auch ohne das ausgetretene Österreich) weitergehen, aber was heißt das konkret?
Nichts anderes als die Umwandlung vom Staatenbund zum Bundesstaat!

Was sonst steckt hinter dem so oft gehörten Schlagwort Integration Europas?

roger
06.07.2008 19:49
0 0

Cicero, ihre "Sachargumente"

können Sie sich sparen, wir "Lissabon-Gegner" wollen den Vertrag nicht, auch wenn es für Sie ein Widerspruch bedeutet.

Antworten Cicero
06.07.2008 23:14
0 1

Auch eine Leistung!

„roger“, ich bin Ihnen richtig dankbar!
Sie entlarven sich selbst und das nachhaltig!
Sachargumente gehen Sie nichts an, Sie sind einfach nur dagegen. Und wie wir in früheren Debatten gesehen haben, Sie können nicht sagen, warum Sie dagegen sind.
Sie beten nur die Sprüche eines HC Strache nach und tradieren den EU-Haß der Kronenzeitung.
Auch eine Leistung! Genieren Sie sich eigentlich gar nicht?

Antworten Antworten phuter
07.07.2008 16:08
0 0

Sachargumente:

- Europaparlament stellt nicht die Komission. (Parlament stellt nicht die Regierung = Demokratiepolitische Farce!)

- Verfassung ist undurchsichtig und unklar. Schlechter Vertrag, unleserlich, nicht abschätzbar in seinen Folgen - sollte daher nicht unterfertigt werden

- Panische Angst vor einem Plebiszit lässt nichts gutes erahnen. Die empirische Erfahrung mit Europa zeigt, dass eigentlich immer dann rasch Einigkeit herrschte wenn es darum ging die Freiheiten der Bürger zu zerstören. Vorratsdatenspeicherung, Neue Reisepässe, Urheberrecht, Softwarepatente, usw.... Solchen Leuten traue ich einfach nicht mehr.

Antworten Antworten Antworten Cicero
08.07.2008 09:14
0 1

Die „demokratische Farce“, anderswo und auch hier?

Na, „phuter“, Österreich bietet also Ihren Worten zufolge auch eine demokratiepolitische Farce.
Denn in Österreich stellt auch nicht das Parlament die Regierung. Zwar ist es üblich, daß die stimmstärkste Partei den Bundeskanzler stellt, der dann die Regierung bildet, aber selbst das steht so nicht in der Verfassung. Jeder X-Beliebige kann Bundeskanzler werden. Das Parlament jedenfalls stellt nicht die Regierung.
Wohl aber muß das Parlament der Regierung das Vertrauen aussprechen.
Und ganz genau so ist es in der EU auch. Die Mitglieder bilden die Kommission, das EU-Parlament muß der Kommission zustimmen, also ihr das Vertrauen aussprechen. Das EU-Parlament hat auch schon einzelnen Mitgliedern der Kommission das Vertrauen versagt.
Sie sind also gravierend im Irrtum.
Ihre sonstigen Einwendungen sind von der gleichen Qualität. Kommentar überflüssig und/oder unmöglich.

 
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