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Schwarze Pumpe für grüne Umwelt

23.09.2008 | 19:13 |   (Die Presse)

In Ostdeutschland ist das erste saubere Kohlekraftwerk in Betrieb.

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Wien (wb). Einst zählte das Gebiet zu den schmutzigsten Regionen Europas. Hier in Brandenburg, wo zu DDR-Zeiten noch Kohlekraftwerke die Umwelt verpesteten, wo Industrieanlagen ihre Abgase ungefiltert in die Atmosphäre bliesen, eröffnete im August das erste saubere Kohlekraftwerk. Der schwedische Energiekonzern Vattenfall betreibt die Anlage, in der eine moderne CCS-Technologie für geringste Treibhausgas-Belastung sorgt. CCS steht für Carbon Capture and Storage, die Absonderung und Lagerung von Kohlendioxid.

Die „Schwarze Pumpe“, wie der Standort schon zu DDR-Zeiten genannt wurde, ist ein zukunftsweisendes Projekt, weil es der aus ökologischen Gründen bereits abgeschriebenen Kohle neue, unerwartete Chancen eröffnet. Das neue Minikraftwerk produziert zwar keinen Strom, aber immerhin Wärme für die umliegenden Industrieanlagen. Es ist ein Prototyp, dem laut den Betreibern noch zahlreiche Anlagen folgen sollen.

 

CO2 in 800 Meter Tiefe gepumpt

Der CO2-Ausstoß des Werks wird zu 99 Prozent abgesondert und in 800 Meter tiefe frühere Gaslagerstätten verbracht. Und das ohne negative Nebeneffekte. Allerdings zu einem noch relativ hohen Preis.

Die CCS-Technologie ist aufwendig. In der Anlage „Schwarze Pumpe“ wird das Oxyfuel-Verfahren angewandt. Dabei wird fein zermahlene Kohle statt mit normaler Luft mit reinem Sauerstoff verbrannt. Durch die Verbrennung entstehen Kohlendioxid, Wasser, Schwefel und Flugasche. Das Wasser wird abgeschieden, Russ und Schwefel werden abgefiltert, und das nahezu reine CO2 wird in Tanks gefüllt. Anschließend wird es zu einer Anlage in Sachsen-Anhalt transportiert, wo es in die Erde zurückgepumpt wird. Dort sollen in drei Jahren rund 100.000 Tonnen des gefährlichen Treibhausgases endgelagert werden.

Rund 70 Millionen Euro hat die Errichtung des ersten umweltfreundlichen Kohlekraftwerks gekostet. Da die Investitionen hoch sind und der Wirkungsgrad geringer ist als bei herkömmlichen Anlagen, werden sich derart saubere Werke laut einer Berechnung der internationalen Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) erst rechnen, wenn der Preis für Emissionsrechte deutlich steigt.

Vattenfall ist jedenfalls überzeugt, dass sich die neue Technik bald lohnt. Der Energiekonzern will die Erfahrungen mit der Probeanlage nutzen, um bis 2015 mindestens zwei leistungsstarke CCS-Kraftwerke in Deutschland und Dänemark zu erreichten. Dadurch könnte etwa auch der unrentabel gewordene Braunkohleabbau wiederbelebt werden.

Auch in Österreich wird über ähnliche Projekte nachgedacht. Unter dem Wiener Becken, so heißt es im Wirtschaftsministerium, gebe es ausreichend Möglichkeiten, CO2 endzulagern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.09.2008)

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1 Kommentare

So ein Blödsinn! Und die Herstellung von reinem O² erfolgt ganz ohne Energieverbrauch???