BRÜSSEL. Stell dir vor, es geht das Licht aus... Kommenden Montag wird die EU-Kommission den entscheidenden Schritt dazu setzen – zumindest, was das Licht aus Glühbirnen angeht, Energiesparlampen sollen nach der Vorstellung der Verwaltungsbehörde in der EU künftig den Vorzug bekommen. Am Montag wird der maßgebliche Ausschuss der Kommission einen stufenweisen Ausstieg aus der Produktion von Glühbirnen in Europa beschließen, der für alle Hersteller verpflichtend sein wird. Glühbirnen benötigen nämlich um bis zu 90 Prozent mehr Energie als Energiesparlampen. Der Garaus für die Birnen ist ein Beitrag zu einem umfassenden Energie- und Klimapaket, auf das sich die Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfel Ende nächster Woche in Brüssel einigen wollen.
Das sehen die neuen Vorschriften für Glühbirnen vor, die schon am Montag vom Kommissionsausschuss fixiert werden:
Ab 1.September 2010 sindGlühbirnen ab 75 Watt verboten.
Ab 1.September 2011 sind Glühbirnen ab 60 Watt verboten.
Ab 1.September 2012 sind Glühbirnen ab 25 Watt verboten.
Ab 1.September 2013 werden die Kriterien, nach denen ein Leuchtkörper „energieeffizient“ ist, weiter verschärft.
Ab 1.September 2016 sind auch „ineffiziente“ Halogenlampen der Klasse C – dazu zählt ein Großteil der derzeit vertriebenen Spots – verboten.
Gelten werden diese neuen Regeln für private Haushalte. Für öffentliche Gebäude gibt es bereits strengere Regeln. Niemand muss aber deshalb seine Glühbirnen wegwerfen: Bereits gekaufte Birnen dürfen aufgebraucht werden. Auch in Geschäften dürfen Lagerbestände noch verkauft werden. Neue Glühbirnen dürfen ab dem 1. September 2011 aber nicht mehr vertrieben, also de facto nicht mehr hergestellt werden.
In einem weiteren Schritt will die Kommission höhere Standards für Dämmstoffe durchsetzen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.12.2008)
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