Im Kampf gegen die Ausbeutung von Kindern und gegen Kinderpornografie will die EU neue Maßnahmen setzen. Der zuständige EU-Justizkommissar Jacques Barrot sagte am Dienstag im Europaparlament in Straßburg, er werde im März einen "ehrgeizigen" Gesetzesvorschlag vorlegen. Dieser ziele auf einen besseren Opferschutz und mehr Prävention ab.
Barrot unterstützt einen Entwurf für eine Resolution der EU-Abgeordneten, die am Dienstag verabschiedet werden soll. Darin wird neben einem verbesserten Opferschutz auch die Einstufung von Annäherungsversuchen via Internet ("Grooming") als Straftat verlangt.
Außerdem soll Sextourismus in der gesamten EU strafrechtlich verfolgt werden. Die Europaabgeordneten fordern zudem den Aufbau eines EU-weiten Frühwarnsystems für verschwundene Kinder. "In Europa verschwinden tausende und abertausende Kinder", sagte die zuständige Parlamentsberichterstatterin, die italienische Abgeordnete Roberta Angelilli.
Barrot sagte, es gebe Schätzungen, wonach in Europa 20 Prozent der Menschen in irgendeiner Form Opfer von sexuellen Übergriffen waren. Der EU-Kommissar versicherte, er habe bereits beim vergangenen Treffen der EU-Innenminister entschlossen für ein Alarmsystem für verschwundene Kinder plädiert. Jedes EU-Land sollte ein derartiges System haben, EU-weit müssten diese dann vernetzt werden.
(Ag.)

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