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EU-Parlament: Buhrufe für Vaclav Klaus

19.02.2009 | 14:36 |   (DiePresse.com)

Der tschechische Präsident und Ratsvorsitzende sieht "keine Alternative zur Mitgliedschaft in der EU". Er kritisiert jedoch den Reformvertrag von Lissabon und die EU-Institutionen.

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Der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus hat am Donnerstag im Europaparlament in Brüssel für Aufregung gesorgt. Seine Rede war von zahlreichen Buhrufen, aber auch von Beifall der Abgeordneten begleitet. Klaus zeigte sich erneut EU-kritisch. Zwar betonte er in seiner Rede, dass es auch für sein Land "keine Alternative zur Mitgliedschaft in der EU gibt". Dies sei aber "nur die Hälfte" der Wahrheit. Es müsse erlaubt sein, EU-Institutionen zu kritisieren.

"Zwischen den Bürgern und den Repräsentanten der EU existiert ein Abstand, und das nicht nur im geografischen Sinn, der wesentlich größer ist als innerhalb der einzelnen Mitgliedstaaten", betonte Klaus. Der Reformvertrag von Lissabon würde "diesen Defekt nur vergrößern".

Klaus kritiserte auch das EU-Parlament: "Wie die Entscheidungen hier getroffen werden, unterscheidet sich sehr von einer klassischen parlamentarischen Demokratie. Denn dort gibt es immer eine Opposition. Doch im EU-Parlament gibt es nur eine Alternative. Jeder der anders denkt, wird sofort als Feind der europäischen Integration angesehen".

Viele EU-Abgeordnete reagierten auf diese Aussagen des derzeitigen EU-Ratsvorsitzenden mit Buh-Rufen. Einige verließen demonstrativ den Saal, wie das "Ö1-Mittagsjournal" berichtete.

"Skandalöse Respektlosigkeit der EU-Fanatiker"

Die Liste der Reaktionen reichte von "verächtlich" seitens der Klaus-Kritiker bis zu "skandalöser Respektlosigkeit der EU-Fanatiker" seitens jener, die die Aussagen des tschechischen Staatschefs verteidigten. Die SPÖ-Delegationsleiterin im EU-Parlament, Maria Berger, warf Klaus vor, die Zeichen der Zeit nicht zu verstehen. Nur zu provozieren, ohne einen konstruktiven Beitrag zu leisten, sei zu wenig für ein soziales und stabiles Europa.

Der FPÖ-Europaabgeordente Andreas Mölzer verteidigte Klaus. Es habe sich gezeigt, dass das "EU-Polit-Establishment zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit EU-Kritikern weder fähig noch willens" sei. Gleichzeitig warf Mölzer Klaus einen "antideutschen Reflex" vor, weil dieser den Lissabon-Vertrag nur deshalb ablehne, weil dann die Benes-Dekete entsorgt werden müssten. Mölzer hielt dem ÖVP-Abgeordneten Reinhard Rack vor, den tschechischen Staatspräsidenten als "Oberlehrer beschimpft" zu haben. Dies sei "skandalös". Rack bestritt diese Aussage allerdings.

Die beiden deutschen konservativen EU-Abgeordneten Werner Langen und Markus Ferber konzedierten Klaus zwar, einige Defizite in der EU treffend beschrieben zu haben, doch ziehe er die falschen Schlussfolgerungen. Ihr Fraktionskollege Bernd Posselt sprach von einer "Provinzposse eines begnadeten Selbstdarstellers, der leider nach einem nationalistischen Libretto aus dem 19. Jahrhundert spielt".

Die Grüne EU-Spitzenkandidatin für die Europawahl, Ulrike Lunacek, wiederum ortete eine "verdrehte und manipulierte Wahrnehmung" der europäischen Wirklichkeit durch Klaus. Weniger dramatisch sieht ihr europäischer Fraktionskollege Daniel Cohn-Bendit die Rede: Er schluf Klaus für den Karnevalsorden vor.

(Ag./Red.)

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55 Kommentare
Gast: wassergast
28.04.2009 19:49
0 0

das letzte Bisschen noch verbliebene Demokratie

Ist mir doch völlig egal, ob der Klaus in die Hosen macht oder sein Ego aufbläht.
Fakt ist: Ohne ihn und andere Leute, wie Gauweiler oder Lafontain (die mich persönlich ansonsten auch nicht unbedingt überzeugen) und ähnlich Denkende in anderen Ländern, hätten wir diesen Mist schon an der Backe kleben. Wenn diese Verträge in Kraft treten, zerfällt das letzte Bisschen noch verbliebene Demokratie auf nimmer Wiedersehen.

Gast: Martin
29.03.2009 19:52
0 0

Wahrheit

Klaus is nichts mehr als Hosenschei..r. Er war für EU (6Jahren), wenn er Wählerschaft brauchte. Jetzt ist er gegen EU, warum? Er möchtet in alle Zeitungen sein. Das ist alles, seine Meinungen haben keinen Grund oder Sinn. Diese Komiker zeigt nur seines groseß Ego. Aber die Wahrheit: Tschechen war immer verwerfliche Nation. Er war im Westen, wenn niemand über Grenze überfahren kann. Jetzt redet gegen Totalität. Ha ha, Seine ekonomische Privatization ist schletcher geplannt als von Kinder. Ja Dieben waren glücklich, seine Kamaraden. In Tsch. gibt es größte Korruption, er redet über Demokration, DAS IST WAHRHEIT, keine ZEITUNGEN, keine LÜGE

Gerald
20.02.2009 13:48
0 0

Die Reaktion der EU-Parlamentarier-Rüpel,

ist der beste Beweis für die Wahrheit von Klaus' Worten. Klaus hat nicht getobt, er hat nicht gebrüllt, er hat keine Beschimpfungen getätigt. Er hat lediglich ruhig und sachlich vorgetragen, was ihm an der Europäischen Union stört. Nämlich, dass es keine echte Opposition gibt bzw. dass es keine echte Debatte darüber gibt, ob der eingeschlagene Weg der EU der richtige ist. Leute die den aktuellen Kurs der EU kritisieren (so wie Hr. Klaus) werden pauschal als Feinde der europäischen Integration abgestempelt und wie Aussätzige behandelt.

Wie man sehen kann, entspricht das von Klaus gesagt voll und ganz der traurigen Wahrheit. Klaus kritisierte den aktuellen Kurs der EU und erntete dafür Buhrufe bzw. verließen einige Abgeordnete demonstrativ das Parlament. So ein kindisches Verhalten ist für einen Parlamentarier eine Schande. Interessant wäre angesichts der bevorstehenden EU-Wahl, welche Abgeordneten-Rüpel (österreichische auch?) den Saal verließen.

Antworten Gast: Martin
29.03.2009 20:05
0 0

Re: Die Reaktion der EU-Parlamentarier-Rüpel,

Richtig, schön dass jemand ihm versteht:)Nur einen kleinen Fehler. Er ist kein Kämpfer gegen EU, alles was er macht, er machtr nur für Eindruck, weil er ein Psychopath ist, er frisst deine Ego, wenn er in Zeitungen ist, er ist glücklich. Ihm ist ganz egal EU oder etwas anders, er macht sich nur interessant...

bbss22
20.02.2009 13:31
0 0

DEr tschechische Populist

Na ,da werden die Kronenzeitungleser wieder jubilieren, wenn der Herr Klaus es "denen in Brüssel" wieder einmal so richt reingesagt hat. Der Robin Hood des kleinen europäischen Bürgers.
So kann er gut davon ablenken, und sich der Unterstützung aller anderen nationalen Ablenker sicher seien, dass die ach so große Brüsseler EU-Bürokratie nicht einmal 35.000 Leute umfasst. Alleine in Österreich sind es jedoch 700.000 öffentlich Bedienstete; und mehr 2,4 Millionen in Deutschland.
Europaweit wahrscheinlich mehr als 20 Millionen Staatsdiener und davon mindesten 30% in der Verwaltung; also 6 Millionen. Und davon wahrscheinlich mehr als 50% entbehrlich. Macht in Summe 3 Millionen Steuergeldbezieher, die keine Gegenleistung bringen. das nenne ich Moloch.

stefania
20.02.2009 11:13
0 0

Danke , Herr Klaus !!

In Brüssel und Strassburg entsteht ein krebsartig wuchernder, unkontrollierbarer, diätenschluckender, diktatorischer Moloch, der in seiner grenzenlosen Unverschämtheit ganz Europa vorschreibt, was man darf und was nicht, wie z.B. ein Traktorensitz zu bauen ist, oder wo man rauchen darf usw.
Klaus ist der einzige Politiker von Format, der diese Gefahr, die aus Brüssel kommt, unermüdlich anprangert und bekämpft.
Am besten für uns alle wäre, man würde die ganze Gesellschaft da raus holen, das Europaparlament und die Brüsseler Bürokratie auflösen und wir Europäer leben friedlich nebeneinander weiter.
Dafür steht auch Klaus.
(leider nicht von mir formuliert, aber treffend ! )

Antworten Gast: Martin
29.03.2009 21:00
0 0

Re: Danke , Herr Klaus !!

Wofür danken sie eigentlich ? Er macht nichts für Ihnen, nichts für Verbesserung, Null wie Klaus kann man nixx besser machen. Er frisst nur seines Ego, sie geben ihm eine Zuwendung? Wie billig...und sinnlos

bbss22
20.02.2009 13:20
0 0

Krebsgeschwüre in Österreich

In Brüssel arbeiten ca 35.000 Beamte.
Die Gemeinde Wien hat 70.000 Mitarbeiter.
Die Gesamtzahl aller öffentlichen Bediensteten in Österreich ist größer als 700.000.
Wo ist der Moloch daheim ? In Brüssel oder Österreich ?

MrM
21.02.2009 15:06
0 0

Re: Krebsgeschwüre in Österreich

700.000 öffentlich Bedienstete? Gibts dafür auch eine Quelle?

bbss22
21.02.2009 18:16
0 0

Re: Re: Krebsgeschwüre in Österreich

Sehr geehrte(r) MrM !

Z.B. bei der Statistik Austria

http://www.statistik.at/web_de/statistiken/arbeitsmarkt/erwerbstaetige/unselbststaendig_erwerbstaetige/index.html

Beachten Sie den Bruch beim Übergang von 2003 auf 2004.
Seither werden viele Vertragsbedienstete nicht mehr dem öffentlichen Bereich zugerechnet, obwohl sich gar nichts geändert hat.

MrM
21.02.2009 20:20
0 0

Re: Re: Re: Krebsgeschwüre in Österreich

Danke für Ihre Antwort bbss22!

Auf den ersten Blick erschien mir diese hohe Anzahl ein wenig unrealistisch.

bbss22
21.02.2009 18:13
0 0

Re: Re: Krebsgeschwüre in Österreich

Sehr geehrte(r) MrM !

Z.B. bei der Statistik Austria

http://www.statistik.at/web_de/statistiken/arbeitsmarkt/erwerbstaetige/unselbststaendig_erwerbstaetige/index.html

Beachten Sie den Bruch beim Übergang von 2003 auf 2004.
Seither werden viele Vertragsbedienstete nicht mehr dem öffentlichen Bereich zugerechnet, obwohl sich gar nichts geändert hat.

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Re: Krebsgeschwüre in Österreich

Sie wissen schon, dass Sie hier Äpfel mit Birnen vergleichen. Oder wird in Brüssel gar Produktives gemacht, damit meine ich Lehrer, Polizisten, Magistratsbeamte, etc (die ja die Masse der Beamten ausmachen)? Um solche unbedeutenden Kleinigkeiten muss sich die Eurokratie ja nicht kümmern. Und durchschnittlich wird wohl ein brüsseler Beamter vielfache mehr kosten (inkl Auslandzulagen etc) als ein solcher aus Wien.

Gast: Franz Branntwein
20.02.2009 09:51
0 0

VACLAV KLAUS EIN WAHRER EUROPÄER düpiert die EU-FUNKTIONÄRE

Das heutige System des Entscheidens
in der EU ist etwas anderes,
als das von der Geschichte geprüfte
und in der Vergangenheit erprobte System
der klassischen parlament. Demokratie.

In einem normalen parlament. System
gibt es einen Teil der Abgeordneten,
der die Regierung unterstützt
UND EINEN OPPOSITIONELLEN TEIL.

Doch DAS IST IM EUROPÄISCHEN PARLAMENT NICHT DER FALL.
Hier wird nur eine Alternative durchgesetzt;
wer über andere Alternativen nachdenkt,
wird als Gegner der europäischen Integration angesehen.

In unserem Teil Europas
lebten wir noch bis vor kurzem
in einem polit. System,
in dem jegl. Alternative unzulässig war
und wo es aus diesem Grunde
auch keine parlamentarische Opposition gab.
WIR HABEN DIE BITTERE ERFAHRUNG GEMACHT, DASS DORT,
WO ES KEINE OPPOSITION GIBT,
DIE FREIHEIT VERKOMMT.

Deshalb muss es polit.Alternativen geben.
Ausführl. Rede UNTER:
http://www.klaus.cz/klaus2/asp/clanek.asp?id=Wl8iTNb9vFCP

Gast: sog
20.02.2009 07:40
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Anerkennung!

Endlich ein Mann mit Format im sogenannten Europäischen Parlament. Diese Institution entwickelt sich zum selben Machtmittel, dass einst der Hof von Versailles für Ludwig XIV. hatte, nämlich einer Einrichtung zur Domestizierung Ruhigstellung des Adels.
Die panische Reaktion der Abgeordneten bezeugt, dass er den Nagel auf den Kopf getroffen hat.

Gast: Crusader
20.02.2009 06:57
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Hahahahaha

Da entwickelt sich die EU Osterweiterung wohl etwas anders als sich die Bonzen in Brüssel es sich vorgestellt haben - es ist halt nicht jeder ein so braver Lakai wie Österreich....

Crusader18
20.02.2009 17:31
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Re: Hahahahaha


Treffend gesagt !

Das ist denen wirklich in die Hose gegangen !

818181

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Danke Vaclav Klaus

Danke für die mutigen wahren Worte, die Klaus im EU-Parlament gefunden hat.

Die EU hat wirklich nichts mit einer Demokratie gemeinsam. Abgestimmt wird bis das richtige herauskommt und Gegner werden auf alle möglichen Arten diffamiert

Gast: petar
19.02.2009 23:26
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Eu-"Diktatur"

Der Tscheche spricht den Bürgern aus der Seele.
Die EU ist keine Demokratie, und vor allem was am allerschlimmsten ist: Die EU-Gesetze stehen über den eigenen Landesgesetzen.
Es läuft viel falsch in der EU: Gentechnik in der Landwirtschaft, LKW-Verkehrslawine (durch Exportförderung), Pisa-Studien, Atomkraftförderung (inkl. der Gelder von Österreich), Glühbirnenverbot, Telefonroaming-Regulierung (weil ja die EU-Politiker so viel reisen und sonst zu viel bezahlen würden), Kniefall vor den Autokonzernen, usw.
Was bringt die EU positives zustande?

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Re: Eu-

Natürlich bringt die EU auch positives zustande. Wer weiß wo wir ohne EU wirtschaftlich stehen würden und wie viel der Schilling noch wert wäre. Auch Reise- und Warenfreiheit sollten nicht unerwähnt bleiben. Man könnte positives mindestens genausolang aufzählen als negatives. Ein Austritt wäre das Dümmste, was wir machen könnten.
Klaus ist auch nicht gegen die EU, sondern gegen das Negative dort. Dabei geht es der lobbyistischen Abzockerbande um das Eingemachte, denn durch den Lissabon-Vertrag haben sie dann vollen Durchgriff auf die Geldbörsen der Bürger in allen Lebenslagen. Wer die Drahtzieher hier stört, wird als Feind aufs Korn genommen. Der Vaclav Klaus wird es künftig nicht leicht haben...

Crusader18
19.02.2009 19:43
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http://www.fpoe.at/index.php?id=477&backPID=390&tt_news=27705


Die ÖVP hat wieder mal ihr wahres Gesicht gezeigt !


modestus
19.02.2009 20:19
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Re: http://www.fpoe.at/index.php?id=477&backPID=390&tt_news=27705

also herr kreuzritter A.H.
das wahre gesicht von ihnen ist grauslich

Crusader18
20.02.2009 11:14
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Re: Re: http://www.fpoe.at/index.php?id=477&backPID=390&tt_news=27705


Haben Sie auch mal was sinnvolles zu melden ?


modestus
20.02.2009 12:53
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Re: Re: Re: http://www.fpoe.at/index.php?id=477&backPID=390&tt_news=27705

was soll man mit braunauge schon sinnvolles austauschen???

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Ein kleiner Mann namens "Rack" -

was ist von dem schon zu erwarten?

Gast: lomnop
19.02.2009 16:42
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Europa

"Nur zu provozieren, ohne einen konstruktiven Beitrag zu leisten, sei zu wenig für ein soziales und stabiles Europa." Wenn man "soziales" durch "sozialistisches" ersetzt, dann wäre es korrekter.