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EU schickt ihre Bürokraten auf den Bauernhof

19.03.2009 | 08:02 |   (DiePresse.com)

Mit dem Programm "Ernte-Erfahrung" sollen Mitarbeiter der EU-Kommission ein besseres Verständnis für die Alltags-Probleme von Bauern entwickeln. Außerdem sollen sie sich eine "bürgernähere" Sprache angewöhnen.

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Schweinestall statt Büro, Mistgabel statt Kugelschreiber - das steht Mitarbeitern der Landwirtschaftsabteilung der EU-Kommission bevor. Ab 2010 sollen sie zur Fortbildung auf den Bauernhof ausrücken.

Durch das als "Ernte-Erfahrung" bezeichnete Programm sollen die Bürokraten "ein besseres Verständnis der praktischen Herausforderungen" in der Landwirtschaft gewinnen, heißt es in einem Papier der Kommission. Das Programm gehört zu einer Reihe von Vorschlägen, mit denen die Brüsseler Behörde ihre Agrarpolitik vereinfachen und den Verwaltungsaufwand für die Bauern senken will.

EU-Kommissarin: "Bin keine Maoistin"

"Ich bin keine Maoistin - das Programm ist nicht als Strafe gedacht, sondern als Möglichkeit zu lernen, wie es da draußen ist", erklärte Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel am Mittwoch. Die Teilnahme an dem Programm soll freiwillig sein.

Europas Bauern kritisieren die EU-Agrarpolitik regelmäßig als zu kompliziert, so dass sie zeitweilig mehr Zeit mit dem Ausfüllen von Formularen als auf den Feldern verbrächten. "Die allgemeine Wahrnehmung ist, dass Brüssel ein bisschen wie unter einer Käseglocke lebt", sagte Pekka Pesonen, Generalsekretär des europäischen Bauernverbandes Copa-Cogeca.

Dem will Fischer Boel auch dadurch begegnen, dass sich ihre Abteilung eine bürgernähere Sprache angewöhnt, so dass "gewöhnliche Nutzer" wie Landwirte ihre Gesetze besser verstünden. Deshalb soll es zum Beispiel auch Kurse in Schreibtechniken geben.

(Ag./Red.)

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14 Kommentare
Gast: gast
20.03.2009 14:46
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Hm ..

Naja, wenn der Bauernhof einen angeschlossenen SPA, einen U-Bahnanschluß nach Brüssel hat, und es großzügige Stallgeruchszulagen gibt, dann könnte das sogar ein Erfolg werden ..
und aus der Raufutter verzehrenden Bioeinheit, wird vielleicht im EU-Deutsch wieder die gute alte Kuh -)

enzo
20.03.2009 09:30
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Besser wäre es die ganzen

Berufspolitiker in die Wüste zuschicken.

Antworten harbard
20.03.2009 13:03
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Re: Besser

...gönnens ihnen doch den "urlaub am bauernhof"!:)

komajo
20.03.2009 07:01
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Gute Idee

Die EU-Bürokraten sind nicht die einzigen, die von der Praxis keine Ahnung haben. Es würde unseren "Bildungsexperten" (Frau Minister bis Salcher und Schilcher) gut tun auch einige Wochen in einer Schule zu verbringen und möglicherweise vielleicht sogar zu unterrichten.

Gast: pour le merite
19.03.2009 15:17
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Was haben die EU Tölpel auf einem Bauernhof verloren?

Stattdessen sollte man sie besser in die Wüste schicken!

koala
19.03.2009 14:49
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die armen bauern ;-)


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Vorbild Mao geht ja noch; hoffentlich aber nicht Pol Pot!

Diese Inszenierung erinnert tatsächlich an Maos "Großem Sprung" und "permanenter Revolution". Um das Ausufern bürokratischer Exzesse einzudämmen, würde es ja genügen, ein paar Leute "vom Fach" bei der Ausarbeitung immer neuer Paragraphen und Regelungen hinzu zu ziehen. Dann würden die privilegierten Ärmelschoner rasch erkennen, daß das meiste, was sie an "unabdinglichen Änderungen" produzieren, in die "Rundablage" gehört.

Anderseits würde ihnen auch ein wenig körperliche Arbeit in der freien Natur kaum schaden. Die frische Luft tut schließlich jedem gut. Allerdings würde ich diesen "Fronteinsatz" nicht nur auf ein paar Tage beschränken, sondern gleich einige Monate dafür veranschlagen. Damit diese Lektion tatsächlich "wirkt".

Schlimmer als dem "Vorbild" Mao, wäre es freilich, Pol Pots "Roten Khmer" nachzueifern. Die schickten bekanntlich ebenfalls die "Intellektuellen" (dafür genügte es, eine Brille zu tragen) auf die Felder, doch nach getaner Arbeit wurden sie meist liquidiert!

Antworten Gast: Hanswurst
20.03.2009 15:58
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Re: Vorbild Mao geht ja noch; hoffentlich aber nicht Pol Pot!

ja stimmt die ca 1,7 Mio Opfer Pol Pots sind um einiges schlimmer als die ca. 70 Mio Opfer Maos

Gast: Zweifler
19.03.2009 11:29
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Urlaub am Bauernhof

... scheint wieder in Mode zu kommen.

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Re: Urlaub am Bauernhof

Aber bitte mindestens 4*, darunter geht nichts... :)

Paige
19.03.2009 09:13
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Wenn schon,

dann Sadistin... das ganze wirkt hochgradig skurril. Diese Nulpen muten wie eine Selbstfindungsgruppe an, die sich mit Seidenmalerei und Origami die Zeit vertreibt.

Antworten Paige
19.03.2009 09:22
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...

(Mao hat die "Intellektuellen" aufs Land geschickt zum arbeiten). Na, Hauptsache, sie haben ihren Mao gelesen...

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Re: ...

Ich freue mich schon auf die ersten Berichte im ORF: Die Frau Agrarkommissarin beim Spargelstechen; das wird Schlagzeilen geben! Und auf dem freien Feld sind auch die Möglichkeiten eingeschränkt, sich kurz in die Anwesentheitsliste einzutragen, Taggeld kassieren und gleich wieder nach Hause zu düsen!

Allerdings hege ich starke Zweifel daran, daß die EU-Bürokraten nach ihrer Rückkehr an die gewohnten Schreibtische "schlanker denken" werden als vorher; also auf einen Großteil des Papierwustes, den sie produzieren, verzichten. Man könnte sonst ja vermutlich noch zu der Auffassung gelangen, sie seien im Grunde eh überflüssig.

Darum würde ich diesen "Front-Einsatz" gleich auf ein halbes Jahr ausdehnen, damit die Stubenhengste endlich erfahren, wie es in ihrem Ressort WIRKLICH zugeht; und nicht nur in ihrer grauen Theorie...

Allerdings wäre es schon lustig, diese Typen etwa bei unseren Bergbauern einzuquartieren; da würden sie endlich einmal mit dem "prallen Leben" konfrontiert...

Antworten Antworten Peregrin
19.03.2009 10:24
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Re: ...

Diese sowjetischen Erntehelferprogramme sind mir auch als Erstes in den Sinn gekommen. Man sieht halt gleich, wo sich Bruessel inspirieren laesst.