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Kardinal Schönborn liest Strache die Leviten

21.05.2009 | 18:11 |  KARL ETTINGER (Die Presse)

Schönborn gegen Missbrauch des Kreuzes als „Kampfsymbol“ und Kritik an FPÖ-Slogan. Zuletzt hatten bereits die politischen Spitzen des Staates Strache scharf zurechtgewiesen.

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FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache und die FPÖ wurden zwar nicht namentlich genannt, dennoch verstanden am Donnerstag alle, wer mit der ungewöhnlich deutlichen Botschaft gemeint war: Wiens Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn warnte in seiner Predigt beim Hochamt zum Fest Christi Himmelfahrt im Stephansdom davor, das Kreuz dürfe nicht als „Kampfsymbol gegen andere Religionen, gegen andere Menschen“ politisch „missbraucht“ werden. Außerdem wandte er sich offen gegen den FPÖ-Slogan „Abendland in Christenhand“. Schönborn nahm damit Bezug auf die Aktion des FPÖ-Chefs, der am Donnerstag der Vorwoche bei einer Demonstration gegen den Bau einer Moschee in Wien auf dem Rednerpult mit Kreuz aufgetreten war, und auf den FPÖ-EU-Wahlkampf.

Zuletzt hatten bereits die politischen Spitzen des Staates Strache scharf zurechtgewiesen. Bundespräsident Heinz Fischer rügte das FPÖ-Vergehen als „Verstoß gegen den Konsens“, Religion und Politik klar zu trennen. Kanzler Werner Faymann warf Strache sogar vor, ein „Hassprediger“ zu sein.

Die Zurechtweisungen des Wiener Erzbischofs sind in zweifacher Hinsicht bemerkenswert. Schönborn galt in der Vergangenheit als eher zurückhaltend. Das hat ihm beispielsweise im Jänner des Vorjahres heftige Kritik eingetragen, als er sich nicht zur Diktion der Grazer FPÖ-Politikerin Susanne Winter (Mohammed wäre „heute ein Kinderschänder“) geäußert hat. Ex-ÖVP-Vizekanzler Erhard Busek hat beklagt, man habe das Gefühl, es müsse jemand dem Kardinal erst „geistigerweise eine runterhauen“.

Noch außergewöhnlicher ist, dass sich Schönborn bei einer Predigt zum EU-Wahlkampf zu Wort gemeldet hat. Es sei nicht üblich, dass die Bischöfe zu Wahldebatten Stellung nehmen, räumte der Wiener Erzbischof selbst ein. Er erinnerte an die Haltung von Kardinal Franz König. Es gehe nicht um eine „neutrale“ Äquidistanz der Kirchenleitung gegenüber den politischen Parteien, vielmehr seien es die Parteien selbst, die ihre Nähe oder Distanz zur Kirche bestimmen. Aufgabe der Bischöfe sei es, die christlichen Grundwerte einzufordern. Das sehe er auch heute als seine Aufgabe an.(c) APA

(c) APA

Das Kreuz sei ein „Zeichen der Liebe“, so Schönborn. „Dieses Zeichen darf daher auch nicht politisch missbraucht werden, quasi als Kampfsymbol gegen andere Religionen, gegen andere Menschen“, betonte er. Auch Christen hätten das Kreuz als Machtsymbol missbraucht. Und unter Bezug auf den FPÖ-Plakatslogan erklärte er: „Meine Frage ist nicht, ob das Abendland in Christenhand bleibt, sondern, ob es Christus im Herzen hat. Ein glaubensloses Abendland, das ist zu fürchten.“

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl wies den Vorwurf des Missbrauches des Kreuzes umgehend zurück. Die FPÖ sehe das Kreuz als ein Symbol für eine verbindende europäische Wurzel, ein ökumenisches Symbol für Frieden und Befreiung, „eben auch unserer Kultur und unserer Werte“. Es sei bedauerlich, dass im politischen Interesse eine „bewusste Vernaderungskampagne“ gegen die FPÖ losgetreten worden sei.

Allerdings regt sich auch in der FPÖ Widerstand gegen einen „religiösen“ Wahlkampf. „Mich stört das gewaltig“, bekannte Vorarlbergs FPÖ-Klubchef Fritz Amann im ORF-Radio. Man müsse zwar vor einer Islamisierung warnen, diese müsse aber nicht mit Symbolik geschehen. Außerdem hätten sich die Freiheitlichen stets für die Trennung zwischen Kirche und Staat eingesetzt.

Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass die Meinungen zwischen der katholischen Kirche und der FPÖ aufeinanderprallen. So hat Strache Kardinal Schönborn im März 2008 in der Debatte um den Bau von Minaretten offen kritisiert, weil sich der Wiener Erzbischof klar gegen ein Bauverbot für Minarette ausgesprochen hat. Dies sei ein Fall von „fahrlässiger gesellschaftlicher Kurzsichtigkeit“, warf ihm Strache daraufhin vor.

Umgekehrt hat die Katholische Aktion Österreichs dem FPÖ-Parteichef im Nationalratswahlkampf im Herbst 2006 vorgehalten, dieser missbrauche Aussagen von Papst Benedikt XVI. gegen den „Heiligen Krieg“. Damit werde der Eindruck erweckt, die FPÖ habe den „Segen von ganz oben“ für den „von vielen ausländerfeindlichen Tönen geprägten Wahlkampf“.

Das brisante Verhältnis zwischen Kirche und Politik belegt auch ein anderer Fall. Im November 2008 ist die evangelische Ex-Superintendentin und spätere SPÖ-Abgeordnete Gertraud Knoll aus Protest wegen des Lobes für Kärntens verunglückten Landeshauptmann Jörg Haider aus der evangelischen Kirche ausgetreten.

MeinungSeite 31

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.05.2009)

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1593 Kommentare
 
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Gast: Rudolf
30.05.2009 15:32
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Hassprediger

Hassprediger gibt es in der Brigittenau genug,
bei Atib in der Dammstraße.
Es gibt auch Inländerfeindlichkeit die von der SPÖ und den grünen ( natürlich klein geschrieben) ausgehen.

Gast: Observer
25.05.2009 05:05
0 0

Das Kreuz mit den Amtskirchen

Der r. k. Amtskirche rennen die Schäflein davon und die Protestanten finden sich gar schon auf Platz 3 hinter den Moslems. Warum wohl? Weil man in vielen wichtigen Fragen, die die Menschen tagtäglich beschäftigen (z. B. die negativen Folgen der Massenzuwanderung), viel zu knieweich ist. Die r. k. und evang. Kirche surfen lieber mit dem Zeitgeist und bieten in dieser elementaren Situation des alltäglichen Zusammenlebens und Frustes keinerlei Halt mehr. Da dürfen sich die an Mitgliederschwund leidenden Kirchen nicht wundern, wenn die Menschen ihr Heil anderswo suchen.
Die Kirchen müssten eigentlich froh sein, dass endlich einmand jemand positiv Werbung für sie macht, nicht nur ständig das Kreuz beschädigt wie Linke und Orgien"künstler".
Was hat Schönborn mit "Feindesliebe" gemeint? Herr Kardinal, solche Begriffe liegen der FPÖ fern, dort spricht man von "politischen Mitbewerbern".
Der Herrgott ist ziemlich sauer auf unseren Spitzenklerus: Erinnern wir uns an die unappetitliche Groer-Zeit und an die "Lustbarkeiten" im Priesterseminar. Dabei dürfte all dies nur die Spitze des Eisbergs sein, wenn wir die unvorstellbaren Sauereien in der irischen Bruderkirche denken.
Und ausgerechnet diese "Gottesverteter" auf Erden regen sich über Strache auf und noch dazu ein agnostischer HBP, der gar die Bibel zitiert. Das ist pervers! Und das merken die Menschen! Schönborn und Fischer haben die beste Wahlwerbung für die FPÖ gemacht. Besser könnte es für die masterminds um Kickl nicht laufen.

Antworten Gast: jesus
30.05.2009 21:08
0 0

Re: Das Kreuz mit den Amtskirchen

sie haben recht!

Frotzel
24.05.2009 19:47
0 0

Ist eine subjektive Beleidigung antworwürdig?

Bei Faymann sicher nicht - es nur eine andere Form der Herabwürdigung politischer Konkurrenz.

Wer solche Töne notwendig hat, findet eben kein stichhaltigen Argumente.

Wenn jeder, der eine Warnung gegen eine erkennbare Gefahr als Hasser bezeichnet wir, gibt es bald keine Warnschilder mehr.

Wer die Gefahr nicht sieht, gerade ist Mogadischu dran, ist nicht blöde, aber stellt sich so.

Gast: Robert
24.05.2009 15:24
0 0

Die Religion hat kein Patent auf das Kreuz

Religion ist seit Jahrtausenden ein brauchbares Mittel zur g eistigen Unterdrückung der Ausgebeuteten. Aber dass Religion ein Patent auf das Kreuz haben soll, ist mir neu. In diesen Vereinen sollte man sich spätestens seit dem Mittelalter dazu bekennen, dass die Erde nicht mehr der Mittelpunkt der Welt ist. Sonstige Fieberfantasien muss man sich auch allmählich abgewöhnen. Die Leute wissen doch, dass alles vergänglich ist. Also was der ewige Mumpitz??

Gast: Freidenker
24.05.2009 14:20
0 0

Der Kirchenhass

Schon lustig, dass aus einer politischen Debatte eine Kirchenhass-Debatte wird. Den Ultra-Konservativen ist Schönborn zu lieb. Den Liberalen ist Schönborn sowieso ein Dorn im Auge.

Weder säkulare Toleranz noch christliche Nächstenliebe sind hier zu spüren.

Ist das nicht herrlich?

Diese Debatte ist der Beweis dafür, dass alle Mesnchen Sünder sind. Gott sei Dank gibt es im Christentum die Barmherzigkeit als oberstes Prinzip. Gibt's im Islam übrigens nicht...

Gast: Rudi
24.05.2009 11:05
0 0

In hoc signum vinces !

Das Kreuz ist (siehe Kaiser Konstantin) ein Kampfsymbol. Hat der Kardinal in der Schule nicht aufgepasst. Wer sich den Islam von deren Drewermännern erklären läßt, will sich täuschen lassen. Weder zwischen Muslimen, Hindus, Christen gibt es eine friedliche Koexistenz, es sei denn eine Diktatur hält den Deckel drauf.

Gast: gast
24.05.2009 10:18
0 0

Die Katholische Kirche

hat zig-tausende Andersdenkende "im Namen Gottes" umgebracht ( oder umbringen lassen ), gefoltert, vertrieben ..
Und tritt mit ihren Moralforderungen auch jetzt noch leise, wo es politisch opportun scheint ..


Frotzel
23.05.2009 11:54
0 0

Dem Mann sehe ich seine Listigkeit beim Telefonat mit Gott an!

Der Schönborn scheint jeder Typus Mensch, der auch mit Gott zweideutig bleibt und ausweichend auf die Frage antwortet: Wozu Schönborn habe ich dich auf die Welt geschickt.

Damit er es sich mit den hiesige Politikern nicht verdirbt.

Antworten Gast: Zu Gast bei Freunden
23.05.2009 17:44
0 0

Re: Dem Mann sehe ich seine Listigkeit beim Telefonat mit Gott an!

Nach dieser geharnischten Zurechtweisung des posen Strache geht's zur Erholung sicher auf ein paar Tage nach Irland. Man gönnt sich ja sonst nichts! Pax vobiscum!

Antworten Antworten Frotzel
07.07.2009 09:46
0 0

Re: Re: Wow - welch hinterlistiges Posting;-)


Gast: Logo
22.05.2009 22:00
0 0

Werte

Um den möglichen Verlust von Werten muss man sich nur dann Sorgen machen, wenn sie keine mehr darstellen. Sollten die Europäer draufkommen, dass ihre Werte nichts mehr taugen, werden sie sich anderen /islamischen???? Werten zuwenden. Da hilft der ganze HC und seine Plakate und Kreuze nichts. Der Diskussionsstil hier zeigt allerdings, dass viele - die hier schreiben - von christlichen Werten im Grunde nichts halten. Hetze, Angstmache und Herabwürdigung sind ja nicht sehr christlich. "In Christenhand" hilft nur dann, wenn christliche Hände vorhanden sind. Auf, werdet Christen!

Gast: Grunz
22.05.2009 21:27
0 0

Nicht verstanden ?

Den Linken und Christenhassern ist etwas unglaubliches gelungen: es zu schaffen, dass es grundsätzlich gesellschaftsfähig geworden ist, von Hetze zu sprechen, wenn ein Politiker mit Kreuz auftritt. Und einige Katholiken sind so blöd, da mitzuspielen.

Antworten Gast: Wer, wenn nicht er?
23.05.2009 11:25
0 0

Re: Nicht verstanden ?

Der Schönborn ist der Wolfi unter den Kardinälen. Und das ist gut so!

Antworten Antworten LIFE DABEI
23.05.2009 20:49
0 0

Re: Re: Nicht verstanden ?

Köstlich!
Treffender Kommentar.

Ich weiss gar nicht warum hier alle auf Schönborn herumhacken wie alte zänkische Weiber mit Unterleibs- problemen.

Antworten Antworten Antworten Gast: VITA
25.05.2009 19:58
0 0

Re: Re: Re: Nicht verstanden ?

erlaube mir anzumerken, dass alte weiber meist keine unterleibsprobleme mehr haben. zänkische haben aber einen passenden mann dazu.
und: männer können auch zänkisch, alt sein und über unterleibsprobleme verfügen.

Antworten Gast: Jon
23.05.2009 09:45
0 0

Re: Nicht verstanden ?

Ich finde man sollte trotzdem religion und politik trennen, sonnst sind wir nicht besser als die moslems.

Antworten harbard
23.05.2009 08:12
0 0

Re: Nicht verstanden ?

...die hirten und ihre schafe!
...was erwarten sie von denen?

Gast: anonymos
22.05.2009 19:10
0 0

Verhetzung

Viel wichtiger wäre eine Hetze-Debatte zur Frage der Verhetzung (§ 283) gegen eine Personengruppe, nämlich die LEHRER, durch die Medien, den eigenen Dienstgeber und sonstige Klugscheisser.
Ich empfehle auch den Philosemiten ... mehr Hannah ARENDT lesen über den Totalitarismus!

Antworten Gast: pit
22.05.2009 20:39
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bla bla bla

gehirn wohl schon im langen wochenende

ssid
22.05.2009 16:36
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Verlogenheit

hat der Schönborn im Geschichtsunterricht gefehlt?
War da nicht einmal was mit "Kreuzrittern"? Die, die mit dem Kreuz in der einen und dem Schwert in der anderen Hand loszogen um die Menschen anderer Religionsansichten mit Gewalt zu "retten" ?

Antworten Antonio
22.05.2009 20:23
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Re: Verlogenheit

Jetzt wird es klar, dass HC und manche Schreiber hier noch im Mittelalter verharren. Rauf auf die Rösser und das Schwert in die Hand und ihr Gott (besstimmt nicht Christus) wird sie schützen.

Antworten Gast: Not kennt Gebot
22.05.2009 18:52
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Re: Verlogenheit

Au weh, die Umfragewerte müssen aber arg im Keller sein, wenn Radlbrunn jetzt schon den Schönborn nach vorn schickt. Bleiben nur noch der Kukacka und der Busek als Reserve. Bitter.

harbard
22.05.2009 16:31
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die Leviten

...waren hinterhältige mörder!
...eine feine gesellschaft in der sich der schönborn befindet!

mehrdad
22.05.2009 14:25
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christen...


die katholische kirche ist es, die keinerlei legitimation mehr hat, über das christentum zu sprechen.

diese pappnasen führen eine gefährliche schmusekurs mit dem aggressiven islam, während die schlimmste christenverfolgung abgesehen von nordkorea in islamische länder stattfindet.

diese pappnasen sollten lieber klipp und klar verlangen, dass die 57 OIC diktaturen sich bedingungslos zu religionsfreiheit und somit auch zum austritt aus dem islam bekennen.

und was macht der papst stattdessen? giftet israel an und schleit sich am islam ran bei seine reise, wo doch israel das einzige land im nahen osten ist, wo die zahl der christen steigt, und wo christen wirklich religionsfreiheit haben.

Antworten Antonio
22.05.2009 14:44
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Re: christen...

aber pappnasen haben es, auch wenn sie noch so daneben/neben dem Chrsitentum liegen! HUCH!

 
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