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Rasterfahndung nach ethnischen Merkmalen sinnlos

26.05.2009 | 19:45 |  OLIVER GRIMM (Die Presse)

Kontakt zu Zuwanderern entlastet Polizei und bringt Erfolge, zeigt eine Studie. Doch so eng das ethnisch definierte Datennetz der Polizei auch geflochten sein mag: Oft gehen ihr gerade deshalb die wirklich gefährlichen Verdächtigen durch die Lappen.

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BRÜSSEL/WIEN.In der 200.000- Einwohner-Stadt Fuenlabrada, 20 Kilometer außerhalb Madrids, tat die Polizei vor zwei Jahren etwas Unerhörtes. Statt wie bisher vor allem Marokkaner bei ihren Ermittlungen pauschal ins Visier zu nehmen (das nennt man „Ethnic Profiling“), organisierten die Polizisten monatliche Treffen mit Vertretern der am häufigsten perlustrierten Ethnien. Das Ergebnis: Binnen vier Monaten sank die Zahl der Anhaltungen von 958 pro Monat auf 396. Zugleich schnappte die Polizei mehr Übeltäter: Ihre ethnischmotivierten Kontrollen waren nur in sechs Prozent erfolgreich gewesen. Nach der Umstellung waren es hingegen 28 Prozent.

 

Terroristen schlüpfen durch

Weniger Arbeit für die Polizei, aber mehr erwischte Gauner: Das Beispiel aus Fuenlabrada ist nur eines von mehreren, anhand dessen das vom US-Milliardär George Soros finanzierte Open Society Institute in der am Dienstag veröffentlichen Studie „Ethnic Profiling in the European Union“ (zu finden in der Onlineversion dieses Artikels auf www.diepresse.com) zeigt, dass die Rasterfahndung nach ethnischen Kriterien nicht nur eine schwere Menschenrechtsverletzung, sondern auch unnütz ist. Vor allem seit den Attentaten vom 11. September 2001 ist das „Profiling“ junger Moslems bei der Suche nach Terroristen in vielen Rechtsstaaten gang und gäbe.

Doch so eng das ethnisch definierte Datennetz der Polizei auch geflochten sein mag: Oft gehen ihr gerade deshalb die wirklich gefährlichen Verdächtigen durch die Lappen. Mohammed Sidique Khan zum Beispiel war bereits im Visier der britischen Sicherheitsbehörden, die ihn aber nicht weiter verfolgten, weil er nicht allen Kriterien entsprach, die sie auf Terrorverdächtige anwandten. Ein fataler Irrtum: Am 7. Juli 2005 sprengte sich der 30-Jährige in der Londoner U-Bahn in die Luft – und riss mit drei weiteren Selbstmordattentätern 52 Menschen in den Tod.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.05.2009)

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4 Kommentare
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Klartext ...

... für die Poster drunter: Die Studie sagt, dass die Fahndungsmethode falsch angelegt ist, um Kriminelle und Terroristen zu finden. Sie sagt weiters, dass Kriminalität per se nicht einer ethnischen Gruppe zugeschrieben werden kann. Oder anders: "Alle Ausländer sind Kriminelle" ist genau so Blödsinn wie "alle FPÖler sind rechtsradikal". Abgesehen davon ist der Begriff "Ausländer" derartig schwammig, dass er kaum für eine stichhaltige Argumentation verwendet werden kann – wer genau fällt da rein? Touristen? Türken? Deutsche? Russen? Inder? Reiche Roma? Arme Südtiroler? Südafrikanische Waffenhändler oder Nigerianische Blumenverkäufer?

Auch wenn sich der Verstand manchmal wehrt: Ob jemand Schlechtes oder Gutes im Schilde führt, Freund oder Feind ist, steht nicht im Reisepass.

Gast: Crusader
27.05.2009 07:26
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Klar kriminelle und terroristische Kulturbereicherer sind sakrosankt!

Weil die Politik es so will! Sieht man auch in Österreich! Und jetzt will man es auch offiziell so handhaben! Aber irgendwann werden die Einheimischen selbst für Ruhe sorgen.

Gast: gast
26.05.2009 22:31
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schwere menschenrechtsverletzung

wie schwer die echten verletzungen sind, die diese leute anrichten, ist ja egal! hauptsache, sie werden nicht "diskriminiert"! und an der glaubwürdigkeit der studie darf dank dem verfasser "europäische union" auch gezweifelt werden!

Gast: gast
26.05.2009 22:29
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also was soll das jetzt?

heißt das "stell ma's uns gut mit den ausländern, damit sie uns nichst tun"? am einfachsten wäre die arbeit der polizei, wenn solche leute überhaupt nciht rein gelassen würden!