BRÜSSEL(pö). Zustimmen musste er nicht, getan hat er es trotzdem im Sinne eines „starken politischen Signals“: Am Montag bestätigte der EU-Agrarministerrat in Brüssel die Linie der EU-Kommission, die vorgeschlagen hatte, bis Ende Februar 2010 überschüssiges Magermilchpulver und überschüssige Butter von Produzenten in der EU aufzukaufen. Die Produkte sollen gelagert und später auf den Markt gebracht werden.
Eigentlich wollte sich die EU bis Ende August 2009 von dieser „Intervention“ verabschieden. Weil aber die Wirtschaftskrise auf die Landwirtschaft übergegriffen hat, will die Kommission mit dem verlängerten Aufkaufen Bauern in der Krise vor dem Untergang bewahren. Sogar eine Verlängerung des Modells bis März 2011 wird überlegt. Der Rat der Agrarminister, darunter Österreichs Minister Nikolaus Berlakovich (ÖVP), befand am Montag auch diese Option für gut. Bis März 2010 wird die EU nach Berechnungen der Kommission rund 26,9 Mio. Euro für die längere Intervention ausgeben.
„Es ist eine Notmaßnahme, und sie ist richtig“, sagte Berlakovich. Auch österreichische Bauern würden in der Krise profitieren. Die Kommission erwartet, dass bis Ende Februar rund 31.000 Tonnen Butter und 50.000 Tonnen Magermilchpulver aufgekauft werden.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.07.2009)

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