09.02.2010 22:59 | Meine Presse Merkliste0

EU-Kandidaten: Ein Kommissar geht um

30.07.2009 | 18:20 |  REGINA PÖLL UND WOLFGANG BÖHM (Die Presse)

Die ÖVP hat sich bereits auf Molterer festgelegt. Die SPÖ hat den EU-Posten zwar dem Koalitionspartner versprochen, will nun aber doch jemand anderen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

BRÜSSEL/Wien. Manche Diskussionen sind nicht zu stoppen, auch wenn sie zu früh kommen: Bundeskanzler Faymann (SPÖ) dementierte am Donnerstag, dass er mit der ÖVP bereits vereinbart habe, Ex-Vizekanzler Wilhelm Molterer als nächsten österreichische Kommissar nach Brüssel zu schicken. „Über Personelles ist noch nicht gesprochen worden“, sagte Faymann. Doch auch wenn Faymann das nicht möchte, Molterer steht längst in den Startlöchern und erhält dafür auch die volle Unterstützung seiner Partei.

Das einzige Schicksal, das ihn noch treffen könnte, ist jenes, das böse Zungen mit dem Spargel vergleichen. Je früher dieser nämlich aus der Erde kommt, desto früher werde der Spargel geköpft. Molterer könnte also Opfer seiner frühen Nominierung durch die ÖVP werden.

So schießen sich wegen der einstigen Spekulationen in der Bundesfinanzierungsagentur derzeit vor allem die Oppositionsparteien gegen den früheren Finanzminister ein. Und auch aus der SPÖ ist Widerstand zu vernehmen. Bundeskanzler Faymann steht zudem unter dem Druck seiner Partei, weil er den Kommissarsposten zu bereitwillig der ÖVP überlassen habe. Deshalb will er zumindest bei der Auswahl noch ein Wörtchen mitreden.

 

EU-Lobbying für Gusenbauer

So sehr die Zeichen auch auf Molterer stehen, Faymann kann sich nun doch einen Kommissar aus seiner Partei vorstellen. Das Problem ist nur, dass er alles andere als Lust hat, genau jenen Mann ins Rennen zu bringen, der zurzeit von den europäischen Sozialdemokraten hofiert wird: Exkanzler Alfred Gusenbauer. Auf Faymann soll beim jüngsten Treffen der europäischen Parteienfamilie Druck ausgeübt worden sein, seinen Vorgänger für den Job des neuen „EU-Außenministers“ zu nominieren. Die Sozialdemokraten hätten gerne einen Genossen auf diesem wichtigen Posten. Gusenbauer hat sich international einen guten Namen gemacht und ist mit den sozialdemokratisch regierten Ländern bestens vernetzt.

Außer Gusenbauer soll für den Job des „EU-Außenministers“, der erst nach Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags entsteht, noch der italienische Expremier Massimo D'Alema gehandelt werden. Doch Italiens konservativer Premier Silvio Berlusconi sperrt sich gegen seine Nominierung.

 

Plassnik: Außenseiterchancen

Für das wichtige Amt hätte auch die ÖVP geeignete Kandidaten, wie es aus der Parteiführung heißt. Genannt wird neben Exkanzler Wolfgang Schüssel vor allem die frühere Außenministerin Ursula Plassnik. Sie hat gerade dann Außenseiterchancen, wenn Kommissionschef José Barroso für seine zweite Amtszeit Probleme hat, eine hohe Frauenquote in seinem Team zu erreichen. Plassnik würde vor allem eine gute Vernetzung mit den Westbalkanländern und mit Politikerinnen in den USA und im Nahen Osten mitbringen.

Die SPÖ hat ihrem Koalitionspartner freilich schon signalisiert, dass Plassnik nicht infrage komme. Die ehemalige Außenministerin sei nach dem einstigen Konflikt um die EU-Linie, der sich bis in die Koalitionsverhandlungen gezogen habe, für Bundeskanzler Faymann keine Option.

Weil Plassnik verhindert werden soll, und weil die SPÖ-Führung auch mit Gusenbauer keine Freude hat, werde derzeit von roter Seite gar eine zweite Amtszeit von Benita Ferrero-Waldner forciert, heißt es aus ÖVP-Kreisen. Die ehemalige Präsidentschaftskandidatin hat während ihrer Amtszeit als EU-Außenkommissarin keine nennenswerten Konflikte mit den Sozialdemokraten ausgetragen, und sie hat auch mit Kanzler Werner Faymann eine gute Gesprächsbasis.

Drängt Barroso auf eine Frau und steht Plassnik nicht zur Verfügung oder wird diese von der SPÖ verhindert, dann bliebe also wieder Ferrero-Waldner. Unter EU-Insidern heißt es bereits, sie habe in der Kommission „zu früh das Handtuch“ geworfen – nämlich mit ihrer Bewerbung um den Unesco-Chefposten. Wer ihn bekommt, wird der Unesco-Exekutivrat Mitte September entscheiden. Setzt sich Ferrero nicht durch, hat sie nur noch geringe Chancen in Brüssel. Denn Parallelbewerbungen für andere Jobs sieht man dort nicht gerne.

Retten könnte Ferrero – außer dem „Frauenticket“ –, dass sie Barroso seit Langem für ihre beständige Arbeit im Außenressort schätzt. So könnte sie zwar nicht unbedingt bei dem Topjob des „Außenministers“, aber bei dem des Erweiterungs- oder des Entwicklungshilfekommissars zum Zug kommen. Meinung, Seite 31

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.07.2009)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

35 Kommentare
0 0

Komische Österreicher...

Nicht nur die Österreicher sondern fast alle EU-Mitglieder....

Die EU-Lander schieben zuerst ihre drittklassige Politiker nach Brüssel ab und danach erwarten sie ihnen grossen Erfolg....

Wenn Gusenbauer in der Politik Erfolg haette, bliebe er als Bundeskanzler...
In viele anderen Landern ist es genauso...

Gast: Posa
31.07.2009 10:17
0 0

Muss dass sein?

Eu Komissare sollten doch keine Versorgunsposten fuer gluecklose Bundeskanzler oder derrangierte Minister sein. Also Schluss damit. Auf solche Posten gehoeren Leute die ausgewiesene Fachleute sind und bewiesen haben, dass sie das Zeug dafuer haben. Europa hat es schon schwer genug.

Gast: andreas
31.07.2009 09:50
0 0

der molterer wirds nur keiner weiß was

hauptsache sie können den harmlosen molterer loswerden... övp peinlich!

Gast: depression
30.07.2009 21:52
0 0

ÖVP: Habt ihr uns NICHT verstanden?

Es hat uns gereicht mit dem Molterer!

leokoller3
31.07.2009 01:12
0 0

Re: ÖVP: Habt ihr uns NICHT verstanden?

Und mit dem Gusi. Bald auch mit dem Faychandsmann.

Gast: Dr.Gernot Stöckl
30.07.2009 21:05
0 0

Die Hybris des Bauernbundes ist nur mehr als Frechheit zu bezeichnen!

Was bilden sich diese Bauernbündler eigentlich ein? Glauben die wirklich, alle einflussreichen Positionen in Erbpacht nehmen zu können?

Dieser Molterer hat doch seine Unfähigkeit zur Genüge bewiesen! Da würde Gusenbauer in Brüssel tatsächlich noch ein viel besseres Bild abgeben!

Da hat die ÖVP Plassnik und Schüssel, ev. auch Bartenstein, aber nein wir wollen keinen repräsentativen Vertreter, sondern es muß ein Bauer sein!

Re: Die Hybris des Bauernbundes ist nur mehr als Frechheit zu bezeichnen!

ich kann die torschluspanik der spö verstehen, schnell noch EU posten zu kapern solange sie noch über 20% ist ;)

leokoller3
31.07.2009 01:11
0 0

Re: Die Hybris des Bauernbundes ist nur mehr als Frechheit zu bezeichnen!

Oder vielleicht ein Pensionist.

Antworten Gast: Blitzky
30.07.2009 21:58
0 0

"Aber nein, es muss ein Bauer sein"

Weil die EU hauptsächlich aus Kuhhändeln besteht und dabei sind Bauern naturgemäß besser.

Gast: eurostar
30.07.2009 20:26
1 0

Dem Molto tät ich auch die Kultur zutrauen.

Andrerseits sollten weder er noch Gusl für ihre wenig erfolgreiche, kurze Regierungszeit belohnt werden.
Der Außenminister sollte ein politisches Schwergewicht sein, das v.a. die Extra-Außenpolitik der Großen in Schach halten kann.
Insgesamt täte der Kommission ein Generationenwechsel nicht schlecht. Wär Miliband nicht eine Option?

Gast: Richter
30.07.2009 20:08
0 0

Sumper -und Strizzitum am Vormarsch

Schön langsam kann man die G'frieser selbsternannter Befähigung nicht mehr sehen, hören und riechen. Jeder Waldbauernbub ist eben nicht für alles geeignet. Da können diverse Köpfe in der ÖVP ruhig anderer Meinug sein. Wer als Vizekanzler Schiffbruch erlitt der möge schweigen - und seine Förderer im Interesse der Steuerzahler erst recht die Gosche halten.

Die ÖVP hat mittlerweile genügend Bluzzer oder Nieten in verantwortungsvolle Positionen gesetzt. Die Schäden für Fehlentscheidungen diverser Versager darf stets der Steuerzahler begleichen. Siehe ÖBB, AUA, Skylink, Banken und, und.... Mir reicht diese Bluzzerei.

leokoller3
31.07.2009 01:09
0 0

Re: Sumper -und Strizzitum am Vormarsch

OeBB - rot
AUA - rot
BAWAG - rot
Skylink - rot
Konsum - rot

Gast: NAJA
30.07.2009 19:56
0 0

Kopf

Kopf mag ja zutreffen, aber der Innhalt...ojeoje !

Gast: mitschaudern
30.07.2009 19:05
1 0

Ausgedinge

Politiker, aller Couleurs der 2.+3. Reihe, bei dem Kampf ums Ausgedinge. Ein Kampf in Schande um den letzten Posten der ausgedienten Versager. Versager, Lumpen und Kömödianten, alle rein in den Sack. Haut mit dem Prügel drauf und ihr trefft keinen Falschen. Dieses Pack ist doch unfähig, alleine die Strasse zu Überqueren.

Gast: Innoo
30.07.2009 17:36
0 0

Molterer als Kommissar für EU Finanzen???

Dann hat die EU/EG zum ersten mal seit 1952 ein Bidgetdefizit ... und zwar ein RIESIGES.

Gast: Blitzky
30.07.2009 17:20
0 0

Da ist der K.H. Grasser aber immer noch um Längen besser qualifiziert

...erstens hat er durch sein Abcashen bei der MEL eindrucksvoll bewiesen, dass er die Funktionsmechanismen des Raubtierkapitalismus wirklich durchschaut hat.
Zweitens hat er über seine Frau und seinen Wohnsitz in Kitz viel bessere Konnektions zur High Society der Wirtschaft.
Drittens ist er viel hübscher.
Die ÖVP sollte wirklich den K.H.G. vorschlagen, er wäre für jeden nur denkbaren Spitzenposten optimal geeignet, vorausgesetzt der Gehalt beträgt mindestens 100.000 € (monatlich natürlich) und er kann jährlich mindestens hundert Freundrln unterbringen.

Gast: xy
30.07.2009 15:52
0 0

Die ÖVP fängt am Kopf zu stinken an

so schaut¿s aus.

leokoller3
31.07.2009 01:05
0 0

Re: Die ÖVP fängt am Kopf zu stinken an

Und die SPOe stinkt schon seit 70 Jahren von Scheitel bis Sohle.

Kantig
30.07.2009 13:41
0 0

Weil das keine Empfehlung ist, bleibe der Molit im Kasten wo es reicht!

Grokonelle wären gut beraten, die Opp vorzuschlagren - aber dazu fehlt der Verstand.

Die Opp könnte genau so wenig bewirken, aber brächte neue Themen auf den Tisch.

Grokonelle Betriebsräte mit Selbstbedienung haben wir schon genug. Egal ob mit Scheinheil oder Sozenschummel.

leokoller3
31.07.2009 01:04
0 0

Re: Weil das keine Empfehlung ist, bleibe der Molit im Kasten wo es reicht!

Bitte auf Deutsch wiederholen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier (ausser Ihnen) Kauderwelsch verstanden wird.

Kantig
10.10.2009 14:40
0 0

Re: Re: Die geringe Assoziatonskraft mag Sie nicht belästigren - aber es scheint Ihre Gewohnheit!

Wer Buchstabendreher Molit - Molti nicht assozieren kann, sollte seine Leseschwierigkeiten nicht öffentlich darstellen.

Aber ich entschuldige mich für dieses Versehn in aller Form!

Prolet
02.08.2009 16:23
0 0

Re: Re: Der Text war nur für assoziationsbefähigte verfasst!


Gast: fredl
30.07.2009 13:21
0 0

die ÖVP hat schon Weihnachtswünsche ..............

die Staatsanwälte kontrollieren - den Molterer setz ma nach Brüssel - der Pröll soll Bundespräsident werden usw. - dass nennt man Vorsorgen oder eine Konstruktion der Mafia - Im Fall von Anklagen gegen politische Freunderln(DIE SICHER KOMMEN WERDEN-SIEHE SPEKULATIONSGESCHÄFTE ETC.) würde die ÖVP den Staatsanwälten sofort anordnen die Fälle einzustellen - der Molterer soll dann die EU von der Unschuld der ÖVP-Politiker überzeugen - und wenn alles schief geht kann der Bundespräsident seine Polithaberer im Fall des Falles begnadigen - dass darf er als Bundespräsident - DASS NENNT MAN VORSORGE DER ÖVP ODER WEIHNACHTSWÜNSCHE AN DAS CHRISTKIND !!

leokoller3
31.07.2009 01:00
0 0

Re: die ÖVP hat schon Weihnachtswünsche ..............

Fredl, geh bitte zum Augenarzt. Du bist ja auf einem Auge blind, am linken.

Till Eule
30.07.2009 12:55
0 0

Du armes Europa

Da sieht man wieder, wie wichtig der angeblichen Europapartei ÖVP die EU wirklich ist, wenn ein ausgemusterter, erfolgloser Politiker entsendet wird.

Jemanden noch unbrauchbareren hat Pröll wohl nicht gefunden.

leokoller3
31.07.2009 00:58
0 0

Re: Du armes Europa

Naja, der Gusi wurde ins Gespraech gebracht, aber da hat sogar der Wampo gelacht.