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Bahn frei für kroatische EU-Mitgliedschaft 2011

11.09.2009 | 18:35 |  THOMAS ROSER UND REGINA PÖLL (Die Presse)

Slowenien beendet Blockade der Verhandlungen durch einen Kompromiss im Grenzstreit mit Kroatien. Für die neue Harmonie ernteten die beiden Länder am Freitag viel Beifall in Brüssel.

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BELGRAD/LJUBLJANA/WIEN. Der Weg in Europas Wohlstandsbündnis scheint für den EU-Anwärter Kroatien endlich wieder frei. Nach mehr als neun Monaten kündigte Sloweniens Premier Borut Pahor am Freitag in Ljubljana an, das Veto gegen die Fortsetzung der kroatischen EU-Beitrittsverhandlungen aufzuheben. Die Entscheidung muss noch vom außenpolitischen Ausschuss des Parlaments abgesegnet werden, dessen Zustimmung gilt aber als wahrscheinlich. Zuvor hatte der Regierungschef sich mit seiner kroatischen Amtskollegin Jadranka Kosor auf einen vorläufigen Kompromiss in dem seit Jahren schwelenden Konflikt um die Seegrenze (siehe Grafik) geeinigt. Die beiden Nachbarstaaten wollen nun in direkten Verhandlungen klären, wie der schon seit ihrer Unabhängigkeit 1991 bestehende Grenzstreit vor einem internationalen Schiedsgericht gelöst werden kann.

 

„Keinerlei Präjudizwirkung“

Pahor erklärte, Kroatien habe sich verpflichtet, die offene Grenzfrage noch vor dem EU-Beitritt des Landes zu lösen. Unmittelbar vor der gemeinsamen Pressekonferenz am Freitag hatte Kosor den schwedischen EU-Ratsvorsitz per Fax wissen lassen, dass die von Zagreb bei der EU eingereichten Beitrittsdokumente „keinerlei Präjudizwirkung“ hätten – und damit der noch ausstehenden Einigung über den Grenzverlauf nicht vorgreifen. Am Vorabend des kurzfristig angesetzten Treffens mit ihrem Amtskollegen hatte sich Kroatiens Regierungschefin der Rückendeckung aller heimischen Parlamentsfraktionen versichert.

Die von EU-Anwärter Kroatien in Brüssel eingereichten Beitrittsdokumente hatte EU-Mitglied Slowenien im vergangenen Dezember zum Anlass genommen, die kroatischen Beitrittsanstrengungen per Veto zu blockieren: Neun von insgesamt 35 Verhandlungskapiteln sollten in diesem Jahr noch eröffnet, fünf abgeschlossen werden.

Monatelang hatte Brüssel in dem fest gefahrenen Streit vergeblich zu vermitteln versucht. Doch weniger der Abgang von Kroatiens langjährigem Premier Ivo Sanader, der im Juli entnervt das Handtuch warf, als der zunehmende Druck der EU-Partner dürfte Ljubljana zuletzt zum Einlenken bewegt haben. So hatte Schwedens Außenminister Carl Bildt – sein Land führt in diesem Halbjahr den EU-Vorsitz – bereits im Juli gemahnt, dass die slowenische Regierung „ihr Bestes“ tun solle, um den Konflikt zu lösen, wenn sie sich in der EU nicht isolieren wolle. Noch deutlicher wurde vergangene Woche der EU-Ratsvorsitzende und schwedische Premier Fredrik Reinfeldt: Es sei „nicht gut“, dass Slowenien die EU-Erweiterung zur „Geisel“ des Grenzkonflikts mache.

Während Sloweniens konservativer Oppositionschef und früherer Premier Janez Jan?a entschiedenen Widerstand gegen die Aufhebung der EU-Blockade ankündigte, demonstrierten Pahor und Kosor mit einem Spaziergang durch die Altstadt von Ljubljana ihren neu besiegelten Nachbarschaftspakt. Der Kaffee sei gut gewesen – und ihr Gastgeber habe bezahlt, berichtete danach Kroatiens Premierministerin.

 

Erleichterung in Brüssel und Wien

Für die neue Harmonie ernteten die beiden Länder am Freitag viel Beifall in Brüssel, aber auch Wien. Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) meinte, mit der Deblockierung durch Slowenien sei „der Knoten aufgegangen“. Jetzt könnte alles „sehr rasch gehen“. Gelingt es, die EU-Beitrittsverhandlungen bis Mitte 2010 abzuschließen und den Vertrag in Kroatien und den EU-Staaten schnell zu ratifizieren, könnte Kroatien 2011 beitreten. Das ist für den Minister der „frühestmögliche Zeitpunkt“ (siehe Interview).

Eher mit dem ersten Halbjahr 2012 rechnet der Vizepräsident der Sozialdemokraten im EU-Parlament und Erweiterungsexperte Hannes Swoboda. Den Kompromiss zwischen Kroatien und Slowenien sieht er positiv. Das Ende der Blockade der Beitrittsverhandlungen durch Slowenien sei ein „längst überfälliger Schritt“.

Auch vom EU-Vorsitz gab es am Ende Lob: „Die Präsidentschaft begrüßt das Abkommen zwischen Kroatien und Slowenien sehr“, meinte Schwedens Premier Reinfeldt. Ein „schwieriger Stillstand“ sei überwunden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.09.2009)

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18 Kommentare
Gast: minimall
14.06.2011 18:44
0 0

wunderschön

weiter so croatia,bin so froh.......

Gast: Dr.Neda Caktas
15.09.2009 20:05
0 0

Willkommen

Willkommen Kroatien !!!!!
Kroatien hat sich nach der Abspaltung von Jugoslawien schnell zu einem modernen Staat entwickelt, der auch in naher Zukunft zur Europäischen Union gehören wird. Kroatien hat ein besonderes Interesse an nachhaltiger Stabilisierung und Demokratisierung Südosteuropas. Die Sicherung eines dauerhaften Friedens und der wirtschaftlichen Entwicklung dieser europäischen Region bedarf guter nachbarschaftlicher Beziehungen zwischen den einzelnen Ländern, die auf Gleichberechtigung, Gegenseitigkeit und gegenseitigem Respekt beruhen müssen!!!!!!
DR.Neda Caktas

ga-stein
12.09.2009 13:11
0 0

hab mit kroatien kein problem.herzlich willkommen!


Antworten Gast: besucher
12.09.2009 17:03
0 0

Re: hab mit kroatien kein problem.herzlich willkommen!

Auch meine Meinung.

Welcome Croatia!

Der Großteil der zugewanderten Kroaten benimmt sich wenigstens.
Mit denen habe ich kein Problem.

Kroatien – Ja!
TÜRKEI – NEIN!

Antworten Antworten Gast: eur-oh
13.09.2009 22:56
0 0

Re: Re: hab mit kroatien kein problem.herzlich willkommen!

Jawohl!
Der Balkan ist ein Teil von Europa. Auch wenn es manchen nicht passt.
Für mich ist die EU eine europäische Gemeinschaft!
Die Türkei liegt in Asien. Wenn die beitreten dürfen, dann fürchte ich, dass in kurzer Zeit neue Länder beitreten werden. Von Marokko über Libyen bis nach Kirgistan – Alles möglich!!!

Gast: Segler
11.09.2009 14:37
0 0

Bild zeigt Piran Hafen

Das Bild zeigt den Hafen Piran, nicht die Bucht von Piran, die hat eine Fläche von ca. 12 km². Hoffentlich ist der politische Aspekt nicht auch so oberflächlich recherchiert.

Antworten Gast: gästin
11.09.2009 19:43
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Re: Bild zeigt Piran Hafen

aber wie würde das bild dann ausschauen?? ich finde, das hier ist ok.

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Zuerst

streiten sie über ihre Grenze, um sie nach erfolgtem Beitritt wieder aufzuheben. Trotzdem hoffe ich, daß Kroatien nun bald der EU beitritt, und bei dieser Gelegenheit auch den Euro einführt, um sich ähnliche Währungsschwankungen wie Ungarn, Polen, etc. zu ersparen.

SOKs
11.09.2009 14:02
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Endlich

Endlich kehrt in der Causa Ruhe ein. Beide Länder sind uns doch liebe Nachbarn, und habe Reife bewiesen. SOKs

ulysses
11.09.2009 13:57
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Serbien gehörte


in Jugoslawien überall ein kilometerbreiter Grenzstreifen.

Daher ist, unter historische Berufung auf Jugoslawien, der Territorialstreit zwischen Slowenien und Kroatien nicht zielführend – außer man möchte Belgrad in Triest haben.

Allah
11.09.2009 13:01
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tz

Italien hatte auch lange den Beitritt Österreichs blockiert.
Naja, mich wundert dass bei ehemaligen Kandidaten wie den antieuropäischen Briten den strörenden Polen gevotot hat.
Auch Rumänien und Bulgarien sind meines Erachtens immer noch nicht EU-Reif.
Man hätte lieber Qualität vor Quantität setzen sollen.

Antworten Allah
11.09.2009 13:02
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Re: tz

äh, hab das "niemand" in der dritten Zeile vergessen :(

ichmeine
11.09.2009 12:57
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eine Veto - und keine Verhandlungen - wäre besser gewesen

was soll dieses Wachsen um jeden Preis bringen??


Antworten Gast: masterlu
11.09.2009 17:01
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Re: Istrien den Slowenen!

Öhm, die mit dem Gedanken "Wo ein Serbe ist, ist Serbien", das sind die dortigen Nationalisten, und nicht die Slowenen... ;-)

Antworten Antworten APFELSYS
11.09.2009 21:01
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Re: Re: Istrien den Slowenen!

haben den Euro, sind professioneller, freundlicher und haben Autobahnen.

:-)

Antworten Antworten Antworten Gast: Kiebitz
12.09.2009 11:22
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Re: Re: Re: Istrien den Slowenen?

Warum nicht zu Österreich?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: stefan
21.03.2010 22:44
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Re: Re: Re: Re: Istrien den Slowenen?

Kroaten haben auch atobahnen und zwar nagelneue und die sichersten autotunnel europas und das ohne eu gelder mal so an die slowenischen freunde unter uns. immer weiter so meine kroatischen freunde