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Faymann für Referenden: Ärger in der Koalition

07.10.2009 | 18:40 |  REGINA PÖLL (Die Presse)

Der Kanzler will über neue EU-Verträge abstimmen lassen. Das vertieft die Gräben zur ÖVP. SPÖ und ÖVP haben vorab noch vereinbart, sich um eine gemeinsame Linie zu bemühen

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Wien. Für Großkoalitionäre ist es ein Déjà-vu der unangenehmsten Sorte: Kanzler und SPÖ-Chef Werner Faymann bekräftigte am Mittwoch in Wien, er fordere Volksabstimmungen über jeden EU-Vertrag, der dem Lissabon-Vertrag folgen könnte – zum Beispiel, wenn dieser gar nicht erst in Kraft tritt, weil Tschechiens Präsident Václav Klaus seine Unterschrift verweigert. Diese Möglichkeit ist nicht völlig abwegig (siehe links). Käme also ein anderer EU-Vertrag, bräuchte es ein Referendum in Österreich, so Faymann, der sich schon in der Gratiszeitung „Heute“ dahingehend geäußert hatte.

Für die ÖVP ist seine jüngste Forderung keine gute Nachricht: Immerhin hatte dieselbe Botschaft des damaligen Neo-SPÖ-Chefs (mit Nochkanzler Alfred Gusenbauer) via „Kronen Zeitung“ Mitte 2008 zu vorgezogenen Wahlen beigetragen. Vor allem wegen der offensichtlichen Differenzen in der EU-Politik sagte der damalige ÖVP-Vizekanzler und Parteichef Wilhelm Molterer: „Jetzt reicht's.“ Was folgte, war der Machtwechsel zu Rot-Schwarz unter Faymann.

Ist die neue Aussage Faymanns Sprengstoff für die Koalition? „Entscheidend ist, wie sehr die Emotionen mitspielen, das wird sich erst zeigen“, sagt dazu Politikwissenschaftler Peter Filzmaier von der Donau-Uni Krems. „Rein formal vertieft die Forderung aber die Gräben zwischen den Koalitionspartnern.“ Sie treffe „den schwächsten Punkt des Koalitionsvertrags, man hat sich um die Frage ja herumgeschummelt“. Der Vertrag biete nur „Allgemeinplätze, dass man sich des Themas im Fall der Fälle annehmen würde“.

SPÖ und ÖVP haben vereinbart, sich um eine gemeinsame Linie zu bemühen, sollten sie in der Frage der Volksabstimmung uneinig sein. Und das sind sie derzeit, wobei es noch keinen konkreten Fall eines neuen EU-Vertrags gibt. Die ÖVP lehnt aber prinzipiell Referenden darüber in Österreich ab: Dazu genüge eine Abstimmung im Parlament, das im April 2008 auch schon den Lissabon-Vertrag abgesegnet hat. Ohne Zustimmung des Regierungspartners werde es sowieso kein Referendum geben, so liest man in der ÖVP das Regierungsprogramm. Die SPÖ würde auf Granit beißen, heißt es.

 

Anbiedern an „Onkel Hans“?

Schon kursiert in der ÖVP die Vermutung, Faymann wolle sich mit seiner neuen Forderung nur an „Krone“-Chef Hans Dichand anbiedern. Bei diesem ist der Kanzler offenbar in Ungnade gefallen, der Zeitungsmacher favorisiert neuerdings die beiden Prölls an der Spitze der Regierung und des Staates. Indem der Kanzler wieder Referenden über neue Verträge verlangt, vertritt er klar Dichands Linie.

„Irrelevant“ nennt die Forderung SPÖ-Europaparlamentarier Hannes Swoboda, der 2008 ein scharfer Kritiker des „Krone“-Briefs von Faymann und Gusenbauer war: „Geht Lissabon nicht durch, wird es jahrelang keinen Alternativvertrag geben.“ Ein solcher wäre „verrückt und den Leuten nicht zumutbar“. Schon über den Lissabon-Vertrag haben die Länder seit 2001 verhandelt, Ähnliches werde nicht so bald gelingen, sagt Swoboda. Ein Referendum sei „praktisch gesehen“ gar kein Thema.

Von den anderen Parteien hagelte es am Mittwoch heftige Kritik an Faymann. Die FPÖ, die selbst Referenden verlangt, nannte den Kanzler unglaubwürdig. Immerhin habe die SPÖ bisher immer gegen Volksabstimmungen gestimmt. Das BZÖ ortet ein „Ablenkungsmanöver“ von der schlechten Lage der SPÖ. Die Grünen halten Faymann schlicht für EU-„inkompetent“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.10.2009)

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54 Kommentare
 
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Prolet
09.10.2009 16:03
0 0

Wäre Fayman redlich, brächte er die Informationen über den Vertrag unter die Leute!

So ist sicher, es ist ein Knebelungsvertrag und wir werden ungefragt trotz Ablehnung zur Annahme gezwungen.

Dabei finde ich den Gedanken an ein gemeinsames Europa hervorragend, nur die Parteiendiktatur ist so unangehnem penetrant.

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SPÖ im Aufwind Dank Michael Häupl

Michael Häupl - unser lieblingsbürgermeister in Wien hat Dank der neuen Konzepten die Tahlfart beendet. Die SPÖ ist zur alten stärke zurück. Die Menschen haben erkannt, es gibt kein Außländerproblem. Die FPÖ ist schuld an der He.tze. Es stellst sich immer öfters heraus, dass nur die Österreicher ein Problem haben - meistens FPÖ nahe stehende Leute. Die meisten Probleme gehen auch von ihnen aus nicht aber von Migranten.

Italien zeigt es vor: Überall dort wo die sozialdemokratie nicht stark ist herrscht koruption und elend.

Die Österreicher bekräftigen erneut: Sie möchten Frieden, soziales, fairness und eine kompetente Regierung. Faymann erfühlt das.

Deswegen halten die Menschen zur SPÖ. Daran ändert sich nichts, weil Sie Garantiert, dass Sie sozial, fair und kompetent ist.


2 0

wozu wählen wir Regierungen?

wenn alles und jedes das volk entscheiden soll, wozu gibts dann Parlament und Regierung, raus mit 2/3 der Steuersauger, Politiker & Ministerialbeamte, kleine Verwaltung und jeden ersten Sonntag jedes Monat gibts Volksbefragung.

Entweder - oder, aber net erst wählen lassen und dann nix entscheiden wollen!

1 1

Ende der Sozialdemokratur

Die Roten verlieren in Österreich jede Wahl seit Monaten.

Der Wiener Bürgermeister erkennt angesichts der nahenden Katastrophe - das bisher nicht existierende - von der spö hausgemachte Ausländerproblem.

Die Wiener Umweltstadträtin erkennt ihre Berufung zur Bundespolitik und - plötzlich! - das Thema Mochovce und überflutet die Wiener Haushalte mit steuergeldfinanzierter Wahlpropaganda.

Und Werner Faymann erleidet auch schon wieder einen Rückfall.

Dass ich das Ende der Sozialdemokratur noch erleben durfte....

X0phia
08.10.2009 07:26
0 0

Ein echter Wasserschaumschläger!

Wieso stellt er sich im Auftrag der "kleinen Leute" nicht hin und erklärt den Pensionsungerechtigkeiten den Kampf.

Er steht eben nicht auf Seiten der "kleinen Leute"!

Lehrer die nur 660 Stunden an der Arbeitstelle stehen (50 Minuten je Stunde) und sich mangels Fachkenntnis jede Stunde neu auf das oftmals Vorgetrage einstimmen müssen um viele Kollegen bei der Verteidigung der Arbeitsvermeidung als Unterstützung zu haben, sind dem Faymann keinen Kostengedanken wert?

Es ist jeder luckerte Cent von den kleinen Leuten aufzubringen, weil die als Einzige die Belastung nicht weiterreichen können.

Das wüßte ein Sozialist - Faymann ist Grokoneller - niemals Sozialist aus Überzeugung nur aus Gewinnsucht.


Gast: michelle
08.10.2009 07:22
2 0

der mann weiß doch gar nicht,

worum es überhaupt geht. es ist ein wahres trauerspiel, diesen mann als bk eingesetzt zu haben, es entspricht aber dem personalpool der spö - die haben niemanden anderen, eine echte katastrophe !

Gast: brösel
08.10.2009 02:34
1 0

Etwas besseres als Kanzler sollte möglich sein

Einen Staatsmann von europäischem Format bitte als nächsten Kanzler und nicht so etwas

Gast: SL95
08.10.2009 00:31
4 0

Bei Gusenbauer

dachten ja schon viele, er wäre der ungekrönte König der Peinlichkeit, aber Faymann lässt ja wirklich gar keine Gelegenheit aus, um sich zu blamieren. Großartig!

Gast: CanisLumpus
07.10.2009 22:44
0 4

BRAVO FAYMANN !


DIE RICHTUNG STIMMT !


Gast: Beobachter
07.10.2009 20:26
5 1

5 Nummern zu gross

Die Rolle des Bundeskanzlers ist Feimann 5 Nummern zu gross. Was er von sich gibt, wird langsam peinlich.
Kein abgeschlossenes Studium, kaum Englischkenntnisse, ein Charisma, das der einer "Grinsekatze" gilt.
Meiner Meinung nach reicht das maximal für einen Bezirksvorsteher. Wahrscheinlich wird er dem Druck seiner Minderqualifikation nicht mehr lange standhalten können.
Ich möchte nicht in seiner Haut stecken!

0 1

Re: 5 Nummern zu gross

Lieber, netter Beobachter

Der Bundeskanzler von Österreich, Werner Faymann ist eine kompetente Führungspresönlichkeit unseres Landes. Er ist derjenige, der für unser allgemeinwohl Tag täglich hart arbeitet. Er ist derjenige, der sich politisch verantworten muss. Tag täglich. Themen für Thema.

Niemand hält Sie davon ab, der nächste Bundeskanzler zu werden. Treten Sie an! Viel Glück für Sie!

Unser Bundeskanzler - Werner Faymann gilt Dank und Respekt auszusprechen. Er ist ein richtiger Volkslieblingskanzler geworden, weil er sozial, kompetent und fair für die Menschen da ist. Deswegen mögen ihm auch die Menschen.

Das ist der ÖVP nicht Recht, da Sie nun nicht im Rampenlicht steht und die Erfolge an unseren lieblingskanzler Faymann gehen.

Die ÖVP muss lernen zu akzeptieren, dass Sie nicht bestimmt, welche Linie die SPÖ zu führen hat. Das entscheidet die SPÖ. Die ÖVP ist hier aber listig und macht das bewusst, indem ein negatives Bild zu unrecht entsteht.

Aber ich bin mir sicher - unser Bundeskanzler Werner Faymann - unser lieblingskanzler lässt sich nicht verirren, denn er kennt sein Ziel. Das was er verspricht das hält er.

Antworten Antworten Gast: Beobachter
08.10.2009 08:43
0 0

Re: Re: 5 Nummern zu gross

Michi Austria scheint ein richtiger roter Schleimer zu sein. Einer von jener Sorte, die eines Tages ein Amt bekleiden, dass 5 Nummern zu gross ist für sie.
Ich akzeptiere aber selbstverständlich seine Meinung!!

Antworten Antworten Gast: aflubin
08.10.2009 08:32
0 0

Re: Re: 5 Nummern zu gross

Haben wir wohl zum flaschen Joint gegriffen.
Ich rätsle noch immer darüber ob der Kommentar nicht ironisch gemeint war...
Bitte um Aufklärung...

Antworten Gast: CanisLumpus
07.10.2009 22:43
0 3

Und deshalb wählt einer wie du

dann den HC.

L O L


0 1

Re: Und deshalb wählt einer wie du

so traurig wie ihre kommentare, so traurig, dass sie nicht einmal die fantasie haben, sich einen eigenen nick zu wählen.

mc

APFELSYS
07.10.2009 19:42
4 0

Faymann für Referenden: Ärger in der Koalition

Eher immer Ärger mit Faymann.

Wäre es nicht so peinlich, was dieser Parvenu da von sich gibt, man müsste fast lachen.

Wenn der Grinsekanzler meint, damit Das Ruder herumreissen zu können, dann leidet er wirklich an Realitätsverlust.

Die Österreicher durchschauen dieses miese Propagandaspiel.

Übrigens.
Hat Onkel Dichand dem zugestimmt und daher schon weitere 12 Mio Euro für Inserate budgetiert?

4 0

Na klar,

jetzt, wo keine Gefahr mehr besteht, dass es vielleicht tatsächlich dazu kommen würde...

anna89
07.10.2009 18:59
2 0

Sowas von hilflos!!!


Gast: frage
07.10.2009 18:02
3 3

Hat noch jemand Propagandamaterial von SPÖ und ÖVP vor dem EU-Betritt?

Ich hätte gerne das ganze Propagandamaterial von SPÖ und ÖVP mit dem diese beiden Parteien für den EU-Beitritt warben.

Da wurden ja etliche Dinge versprochen, die letztlich ganz anders kamen.

Mich düngt es wurde auch versprochen, dass unser Schilling sicher noch lange bleiben würde und wenn überhaupt eine gemeinsame Währung dann nur nach einer Volksabstimmung. Auch in Puncto EU-Erweiterung etc. wurden Volksabstimmungen die unbedingt verbindlich sein müssten, versprochen.

Was wird denn da der Bundesheinzi sagen ?



Wer einmal lügt dem glaubt man nicht !

Ein echt peinlicher Versuch den Österreichern noch mal was vorzumachen.

Unter Faymann wird es diese, unbedingt nötige, Volksabstimmung nie geben.


Gast: Yggdrasil
07.10.2009 15:46
9 0

uuuuuaaaaaaahhhhhh - ist das peinlich!

Nach den Wahlniederlagen zaubert der Kanzler eine Woche später ganz schnell und medienwirksam wieder einmal den Anti-EU Hasen aus dem Hut. Vielleicht lassen sich damit doch einige "Abgefallene" wieder bekehren.

Das ist hilflos, primitiv, peinlich und unprofessionell. Sind der SPÖ alle kompetenten Berater und Strategen verloren gegangen? Nur mehr der Hansonkel da?

Gast: Karl Hans
07.10.2009 15:38
2 5

Ich glaube der SPÖVP kein Wort mehr. Egal, was sie verspricht.

Die haben nicht nur jedes Wahlversprechen gebrochen, sondern sie regieren ausschließlich gegen das eigene Volk, indem sie es durch Zuwanderer ersetzen und den Iz.lam einführen.

Antworten Fritz
07.10.2009 23:45
0 0

Re: Ich glaube der SPÖVP kein Wort mehr. Egal, was sie verspricht.

Immer der gleiche xenophobe Schwachsinn!
Wer will den Islam "einführen"?

Antworten Sam Lowry
07.10.2009 23:29
3 0

Re: Ich glaube der SPÖVP kein Wort mehr. Egal, was sie verspricht.

@Karl Hans
Ha, ha - super joke.

Ups, sie meinen das ernst ...

Antworten Gast: Brösel
07.10.2009 16:08
4 3

Re: Ich glaube der SPÖVP kein Wort mehr. Egal, was sie verspricht.

es sind genau solche Xenophobie geplagten Leute wie sie die Kronen Zeitung und am Schluss den schwachen Kanzler zu staatspolitisch desaströser Politik treiben.

Gast: Brösel
07.10.2009 15:18
4 1

Faymann - Schlecht fürs Land

Wann bringen die Sozialdemokraten wieder eine Größe mit Weitsicht wie Kreisky. Wenn man diesen Kanzler mit der deutschen Kanzlerin, den Staats-oder Regierungschefs von Frankreich, Luxemburg oder auch Spanien vergleicht muss man sich schämen. Es ist ein reines Versuchen die nächste innenpolitische Krise zu überleben und sich nicht zu stark von den rechtsradikalen treiben zu lassen. Gesundheit, Wirtschafts, Außenpolitik, Bildung etc. haben mehr als genug Baustellen die Weitblick und eine Art von Weisheit benötigen die man bei der SPÖ nicht wirklich sieht.

 
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